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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-05-07 · 19 (7.5.1897) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
19 (7.5.1897)
Date
1897-05-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 394 Dr. Vlortz's Wochenschrift. Nr. 19 Es wird in die Berathung über den Rechnungsabschluß der Cultusgemeinde für das Jahr 1896 eingegangen. Vor Erstattung des diesbezüglichen Referates constatirt der Vorsitzende: Die Rechnungsabschlüsse über die Einnahmen und Ausgaben der Cultusgemeinde und sämmtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten für das Jahr 1896 wurden in der Sitzung der IV. (Finanz-) Section am 14. März 1897 vorberathen und an das Vertreter-Collegium geleitet. Das Vertreter-Collegium hat diese Rechnungs-Abschlüsse am 24. März 1897 berathen und dieselben innerhalb der statutarischen Frist — spätestens vier Monate nach Ablauf des Verwaltungsjahres vorgelegt. Die Rechnungsabschlüsse lagen durch 14 Tage zur Einsicht der Gemeindemitglieder auf und geschah die diesfällige Verlautbarung mittelst Kundmachung des Cultusvorstandes vom 13. April 1897 in der „Wiener Zeitung" (Amtsblatt vom 14. April 1897 Nr. 85), ferner in sämmtlichen Bethäusern und auf der Kundmachungstafel der Cultusgemeinde, in welcher auf die Berechtigung der Gemeindemitglieder, innerhalb dieser Frist ihre Erinnerungen schriftlich einzubringen, aufmerksam gemacht wurde. Eine Einsichtnahme seitens der Gemeindemitglieder in die Rechnungsabschlüsse hat nicht stattgefunden und sind auch Erinnerungen nicht überreicht worden. Der Präsident ertheilt sohin Herrn Cultusvorsteher M o r i z Hirsch, Obmann-Stellvertreter der IV. Section, das Wort zu Erstattung des Referates über den Rechnungsabschluß. Herr M o r i z Hirsch entwirft an der Hand der in Druck gelegten Tabellen ein übersichtliches genaues Bild der Finanzlage der Gemeinde und führt weiters aus: Für das Verwaltungsjahr 1896 war ein Deficit von 82.972 fl. präliminirt. Infolge der weiter anzuführenden Umstände ergab sich jedoch nur ein Deficit von 30.238 fl. 36 kr. sonach gegenüber dem Präliminare ein vermeintliches E r s p a r n i ß von 52.733 fl. 64 kr., welches sich durch nachfolgende Umstände erklärt. Nebst dem Gebahrungszuschusse von 30.238 fl. 36 kr. wurde im verflossenen Jahre das Vermögen der Gemeinde durch Abschreibung einer ftüher eingestellten vermeintlichen Activ Post per 7 933 fl. für den Friedhoferwerbungsfond verringert. Ferner wurden ausstehende Forderungen im Betrage von 15.155 fl., deren Eingang vorderhand zweifelhaft ist, auf Conto sospeso gebucht, ein Vorgehen, welches der kaufmännischen Vorsicht entspricht, da ja die Rechnungsabschlüsse wahrheitsgemäß erscheinen und uns von jeder Selbsttäuschung ferne halten sollen. Was den obenerwähnten, im Jahre 1896 benöthigten Zuschuß betrifft, welcher um 52.733 fl. 64 kr. geringer ist als der präliminirte Zuschuß, müssen zur Erklärung dieses scheinbar günstigeren Resultates folgende Momente in Erinnerung gebracht werden. Bei der Post „Spitalverwaltung" konnten die im Budget pro 1896 vorgesehenen Adaptirungen wie: Umbau der Hauscanäle, Herrichtung der Kellerräume und Aborte nicht zur Ausführung gelangen, wodurch der budgetirte Betrag von 6100 fl., nicht zur Ausgabe gelangte. Hiebei wird bemerkt, daß sich im Laufe des Jahres 1896 noch die Nothwendigkeit weiterer Adaptirungen ergeben hat, wie z. B. Herstellung der Faoade, Ausbesserung und theilweise Neuherstellung des Daches, Aufführung einer Mauer vor dem Leichenhause rc. rc., so daß für das Jahr 1897 zur Ausführung unaufschiebbaren Arbeiten für das Spital 15.045 fl. in's Budget eingestellt werden mußten. Unter der Post „Besondere Auslagen" waren für das Jahr 1896 für den Synagogenbau im 10. Bezirke als zugesagte Beitragsrate 6000 fl. präliminirt, doch konnten Mangels der Mittel blos 3000 fl. ausbezahlt werden, weshalb die nicht ausgegebenen 3000 fl. und ein weiterer Betrag per 4000 fl., zusamen 7000 fl. im Jahre 1897 zur Auszahlung gelangen werden. Die scheinbare Ersparung der 3000 fl. erscheint demnach nur als Zahlungsaufschub. Auch bei der Post „Unterrichtsanstalten" mußte sich der Vorstand die pecuniäre Finanzlage der Gemeinde vor Augen halten und von der Errichtung neuer Unterrichtsstationen zumeist absehen. Desgleichen war der Vorstand auch nicht in der Lage, dem Bedürfnisse nach Creirung neuer Bibelschulen Rechnung zu tragen. Hiedurch erscheinen 1300 fl. weniger verausgabt als budgetirt. Es ist klar, daß diesem unabweisbaren Bedürfnisse nunmehr in höherem Allsmaße entsprocheil werden muß. Für die „Bibliothek" wird pro 1897 und die folgenden Jahre eine höhere Dotation nöthig sein. Die Verhältnisse brachten' es mit sich, daß die Post „Friedhoferwerbungsconto" nicht wie dies ftüher üblich war, dotirt werden konnte. Hiedurch wurden scheinbar 2000 fl. erspart und es werden nun außer diesem Betrage weitere 2000 fl. als Dotirung für das Jahr 1897 erforderlich sein. Bei der Post „Bethaus-Filialen" wurden im Jahre 1896 circa 1400 fl. erspart, weil das in früheren Jahren an den hohen Feiertagen als Bethaus benützte Souterrain des Börsegebäudes nicht mehr zu miethen und ein anderes geeignetes Local nicht zu haben war; nachdem aber ein solches für die hohen Feiertage bestimmtes Bethaus im Interesse der mittellosen Bevölkerung unbedingt nothwendig erscheint, wird der vberwähnte, wahrscheinlich aber ein erhöhter Betrag für diesen Zlveck im Jahre 1897 nicht entbehrt werden können. Für das „Bethaus in Währing" war in Folge sanitärer Vorschrift die Herstellung eiiles zweiten Ausganges präliminirt, konnte aber niangels Mittel nicht ausgeführt werden und wird im laufenden Jahre circa 1000 fl. erfordern. In diesem Betrage ist auch der Zinsentgang für eine zu obigem Zwecke zu verwendende Ubicatiou inbegriffen. . Bei der Post „Gebäude-Jnspector" wurden im Jahre 1896 circa 500 fl. erspart, weil der Jnspector nur kurze Zeit in Thätigkeit war und im Laufe des Jahres nicht mehr ersetzt wurde. Da aber die notwendige Besetzung dieser Stelle seither erfolgte, werden hiefür im Jahre 1897 circa 1000 fl. erforderlich sein. Die Neu-Organisation und Erweiterung des Jugendgottesdienstes sollte einem Vorstandsbeschlusse gemäß schon vor Jahren vorgenommen werden und war auch im abgelaufenen Jahre hiefür die Eiilstellung eines Mehrbetrages von 1500 fl. erfolgt, von deren Inanspruchnahme aber Umgang genommen werden mußte. Ein weiteres Hinausschieben der Regelung, dieser für die religiöse Erziehung der Jugend so wichtigen und erfolgreichen Institution erscheint nicht mehr möglich. Zur Post „rituelle Verköstigung" wäre zu bemerken, daß nebst der Verköstigung im Allgemeinen Krankenhanse sich auch die Verköstigung in den anderen Krankenhäusern als nothwendig herausstellte. Dem Bedürfnisse konnte mangels der erforderlichen Mittel nur theilweise Rechnung getragen werden. Wenn dies im laufenden Jahre in ausreichendem Maße geschehen, die bisherige Verköstigung der Soldaten an Pessach- und anderen Feiertagen aufrecht bleiben soll, so wird dies wieder einen bedeutenden Mehrbetrag erfordern. Das „Altersversorgungshaus" entspricht noch immer nicht zur Gänze seiner Bestimmung, da derzeit nach 7jährigem Bestände nur 96 Personen verpflegt werden können; denn der Ausbau des lll. Stockes, wodurch noch für weitere 45 bis 50 Personen Raum geschaffen würde, konnte bisher nicht ausgeführt werden, weil derselbe sammt Einrichtung der Zimmer die Summe von 12.000 fl., beziehungsweise nachdem nunmehr vorliegenden Kostenvoranschlage 16—17.000 fl. erfordert hätte, wozu noch weitere jährliche 12.000 fl. für die Erhaltung erforderlich sind. Nun ist uns aber zu Beginn dieses Jahres von einem bekannten Wohlthäter und Mitgliede unserer Cultusgemeinde der Betrag von 12.000 fl. in hochherziger Weise zu gedachtem Zwecke zur Verfügung gestellt worden, wodurch der Vorstand in die angenehme Lage versetzt ist, mit der Ausführung des langgehegten Wunsches bereits beginnen zu können. Es wird also für das laufende Jahr mit Rücksicht auf die angeführten Daten einerseits iwch ein Mehraufwand von 4—500 fl. für die auszuführenden Arbeiten, anderseits ein jährlicher Betrag von 12.000 fl. für die Erhaltung und Unterbringung der neu eintretenden Pfleglinge erforderlich sein. Der Bau eines Siechenhauses, seit Jahren principiell beschlossen, wird wohl in nicht zu langer Frist in Angriff genommen werden müssen, und es wird sich hiebei die Notwendigkeit Herausstellen, mindestens 10.000 fl. als erste Baurate einzustellen. Aus dem Vorstehenden geht klar hervor, daß das scheinbar geringere Deficit gegenüber dem Voranschläge nur daraus resultirt, daß die Ausführung sehr wichtiger Angelegenheiten mangels der nöthigen Bedeckung im abgelaufenen Jahre wieder hinausgeschoben werden mußte. Es läßt sich nicht leugnen, daß ein solcher Aufschub die Interessen der Gemeinde- Anstalten schädigt, auch in der Folge größere Kosten verursacht, und es ist nur zu hoffen, daß mit Hilfe der neuen Steuerein-

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