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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-04-30 · 18 (30.4.1897) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
18 (30.4.1897)
Date
1897-04-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 18 Vr. Vloch's Wochrnfttzrifl. Seile 379 1881 hatte unser Dichter schon ein lyrisches Bändchen erscheinen lassen unter dem Titel „Bevor es Tag wird" und unter i dem Pseudonym Camillo W e i ß e n b u r g. Damals war es .wirklich noch nicht Tag in seiner Seele, und trotzdem das Büchlein im engen Kreise warme Anerkennung fand, verdiente es in seiner Unreife, ein, zwei schwungvolle, ideenreiche Hymnen aus genommen, nicht mehr als ein ephemeres Leben. Anders ist es aber mit den hinterlassenen Manuscripten. Darin ist ein wirklicher Dichtergeist von wunderbarem Tiesgehalt begraben. Das ist nach den ersten Blick unserem verständnißfeinen Meister- Lewinsky klar gewesen, der den ergreifenden Eindruck, den ihm diese Poesie machte, bald auf ein großes Publicum übertragen will. So winkt denn unserem Poeten doch die Auferstehung, die sein Recht ist. Die größten Werthe seiner Production wenigstens, poetische Fresken von michelangelosker Kraft, dürfen nicht verdammt sein, in Papier zu modern und Mäuse zu nähren. Zur Ehre der Zeit erhoffe ich Erlösung und Auferstehung für Dr. S. A. Weiß, ein Ostern nach dem Tode. An den Wassern Babels. (Rach Psalm 137). An den Wassern Babels saßen wir und weinten Und dachten Dein, o Zion! Deiner Leiden Und hängten unsere Harfen an die Weiden, Wo sie im Flusse dichter sich vereinten. Da heischten sie von uns — ihr Wort, es klingt noch Wie Hohn uns nach —: „Auf. singt uns Eure Trauer! Das Lied versöhnt und Lud ist nicht von Dauer: Singt uns ein Lied von Zion! Auf! ... So singt doch!" O Gott! O Gott! Im fremden Lande singen, Wo wir das Brod mit bitl'ren Thränen netzen! Eh' soll kein Tropfen uns den Gaumen letzen, Eh' unfern Schmerz zur Lust sie könnten zwingen! Wenn je wir Dein, Jerusalem, vergäßen, Dann — straf' uns Gott! — verdorre unsere Rechte, Und weh! uns feigem, sündigen Geschlechte, Wenn wir den Muth zu sterben nicht besäßen: Dem Feind zu Trotz, wie sehr es ihn auch kränken Und gegen uns erbittern mag. erheben Soll unser Lied im höchsten Wonnebeben, Jerusalem, Dein glorreich Angedenken. Doch glühend brennt der Rene off'ne Wunde, Wenn sie am Tag' von Salems Fall uns höhnen: „Seht! ihren Gott könnt' nur ihr Sturz versöhnen, Verwüstung thront auf Zions heil'gem Grunde! —" Allein gar bald wird Dir der Tag auch kommen, Verstörte Tochter Babels, Sinnbethörle, An dem Dir Gott vergilt das Unerhörte, Das Du gethan an uns und uns'ren Frommen. Wohl dem, der Deine Kinder, Deine Greise In grimmer Wuth an harte Felsen schmettert. Dann fühlst Du wohl, wie Gott im Zorne wettert, Und sinkst zertrümmert hin — zu seinem Preise. S. A. W e i ß. Correspondenzen. -Wien. (Gene r a l v e r f a m m l u n g des Vereines zur Hebung der Gewerbe.) Bei vollgefütttem Saale erstattete der Präses Herr S. Brod den in 2000 Exemplaren vervielfältigten G e n e r a l b e r i ch t, der mit allgemeinem, sich immer wiederholendem Beifall von der Versammlung ausgenommen wurde. Die Wahl des V o r st a n d e s erweckte eine selten rege Theilnahme und ein lebhaftes Interesse, so daß das Scrutinium erst nach 12 Uhr beendet war. Der Ver?inspräses, der sein seit 6 Jahren innegehabtes Mandat wegen Ueberbürdung niederlegte, wurde über Versammlungsbeschluß und nach Hervorhebung der ganz besonderen Leistungen desselben durch die Herren Dr. I. S. Bloch, Architekt Max Fleischer, L. G u t t m a n n, Jos. N e N b r u n n, Adolf Beck, Baumeister Adolf S ch w ad r o n, Franz A u s p i tz, G. Singe r rc. mit Ac cla m atio n auf weitere zwei Ja h r e wiedergewählt. Arrs der Wahlurne gingen hervor als Mitglieder des Vorstandes: Die Herren Leopold G u t t m a n n und Hermann Be ck als Vicepräsidenten, Herr S. Steiner als Cassier, Herr Alfred Kisch als Schriftführer, ferner die Herren i Blankenberg, Friedman n. K a n t o r, M a y e r. Pick, R v s e n t h a l, S ch ö n, W a k l e r und Werthh e i m. Nengewählt wurde Herr R e u b r it n n. Der Ehrenpräsident des Vereines, Herr k. k. Hofrath Dr. E x n e r entschuldigte sein Fernbleiben ans Paris, wo er als österreichischer Genera lcommissär in Function ist. Wien. Samstag den 8. Mai 1807 halb 8 Uhr Abends, hält die „Gesellschaft f ü r S a m m l u n g u n d Conservirn n g v o n K u n stu n d hi st arische n Denkmälern des I u d e n t h u m s" im Festsaale des kaufmännischen Vereines l. Johannesgasse Nr. 4, die ordentliche Generalversammlung mit nachstehender Tagesordnung ab. 1. Begrüßung der Versammlung durch den Präsidenten, Herrn Baurath S t i a ß n y. 2. Bericht über die Thätigkeit des Curatoriums in der Periode 1805—1806, erstattet von dem Schriftführer Herrn Architekten Fleische r. 3. Bericht über die Cassagebahrung für die Periode 1805—1806, erstattet von dem Cassaverwalter, Herrn Banrath Ritter von G 0 l d s ch m i d t. 4. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Rechnungen für die Periode 1895—1806—1807 10 des Statuts). 5. Wahl von 2 Mitgliedern des Curatoriums auf die Tauer von drei Jahren, 1897—1800 (tz 8 b des Statuts). 0. Wahl von correspondirenden Mitgliedern (tz 4 des Statuts). 7. Beschlußfassung über eventuelle Anträge von Mitgliedern. 8. Mittheilung des Herrn Professor Dr. D. H. M alle r. An die Generalversammlung schließt sich eine Vorlesung des ersten Vicepräsidenten der Gesellschaft, k. k. Hofschauspieler Adolf Ritter von S 0 n n e nt h a l, an. Sitzplätze können nur gegen Vorweisung von Sitzkarten benützt werden. Diese sind im Bureau der Gesellschaft, I., Rathhausstraße 13, täglich zwischen 2—4 Uhr Nachmittag erhältlich und erscheint es mit Rücksicht ans den beschränkten Raum und der regen Nachsrage angezeigt, dieselben ehestens zu beheben. Wie». Aus Anlaß der ihm von Sr. Majestät verliehenen Ordensanszeichnnng sind dem Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann ans allen Kreiselt zahlreiche Beweise der Sympathie und Verehrung zugekommen. Herr Director Benedict A. Langbank, Sohn des hochverdienten jüdischen Gelehrten und hebräischen Schriftstellers Alexander Langbank, sandte nachstehenden Carmen. Zu der Auszeichnung meines verehrten Gönners und Freundes Seiner Ehrwürden Herrn Oberrabbiner und Prediger Dr. Moriz Gndemann. Du, von Bielen hochgepriesen, Im Volk Israel allverehrt, Hast in Deinem reichen Leben Schon manchen Hymnus wohl gehört. — Was Du schriebest, was Du lehrtest Ward in aller Welt bekannt; Wo ein solcher Hirte wirket Sieht mau: „Das gelobte Land!" Ein verjüngtes „Zion" winkt nns, Wenn die Stimme laut erklingt Aus dem Munde eines Priesters, Der uns hehre Botschaft bringt. Dann gedeiht in jedem Lande Sarons Rose immer noch, Und von Gott gesandte Menschen Halten stolz die Fahne hoch! Dies Alles wird Dir nachgerühmet, Das Verdienst erhielt die Krone; Heut' sehen wir es sanctioniret Von dem allerhöchsten Throne. Heil sei Dir und Deinem Hause! Du Priester, uns von Gott gesandt, Biete uns noch viele Jahre Ein „Kanaan" in „jedem Land" — Wo sich Juden niederlassen, Treu ergeben ihrem Gott, Ihm, dem Einz'gen Allerbarmer Dem Behüter in der Noth. Bleib' uns lauge noch ein Vorbild, ° Und führe uns mit milder Hand, Weis' uns stets die rechten Wege Wo Juda hat sein Vaterland! Benedict A. L a n g b a u k.

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