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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-04-16 · 16 (16.4.1897) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
16 (16.4.1897)
Date
1897-04-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 332 Vr. Vloch's Wochrmrhrtft. Nr. 16 Jericho, 20. Adar-scheni 5657. Daß der Calonisationsgedanke immer größere Fortschritte auch in Jerusalem selbst macht, davon zeugt auch der Anfang einer neuen Ansiedlung von fünf Juden in Jericho, von denen vier in Jerusalem und einer ein Zögling der Aäerbauschule Mikweh-Jisrael ist. Diese Fünf haben sich vereinigt, um gemeinsam einem dem Sultan persönlich gehörenden Garten, also Domänenland, zu pachten und zu bearbeiten. Der Garten umfaßt 40 Dunam, d. h. also ungefähr 15 preußische Morgen, und der Pachtvertrag laust auf fünf Jahre. Sie bebauen und bearbeiten den Garten mit eigenen Mitteln und eigener Kraft, während die Bäume von der Verwaltung Sr. Majestät des Sultans, und zwar alljährlich 200 Bäume, vom zuständigen Mudir geliefert werden. In den ersten beiden Jahren beträgt der Pachtzins 10 türkische Lira, d. h. 230 Francs, während er in den drei folgenden Jahren auf 15 türkische Lira steigt. Ferner haben die Ansiedler weiteres Domänenland im Umfange von 500 Dunam, gleich circa 180 preußische Morgen, gepachtet, auf dem sie bisher schon Weizen und Gerste gesäet haben und nunmehr auch Sesam (Schumschumin) anbauen werden. Hiervon haben sie nach althergebrachtem Brauche den Cbums, d. h. ein Fünftel des Ernteertrages als Abgabe zu entrichten. Das Land ist wie die ganze Umgegend außerordentlich fruchtbar, da es aus einem milden und Regen durchlaffenden Lehmboden besteht. Dazu kommt, daß der Garten und nicht minder das Ackerland von einer noch auf dem Domänen gebiete gelegenen unversiegbaren Quelle aus bequem und gut bewässert werden kann. Die Leute selbst wohnen zusammen in einem arabischen Hause, sür das sie einfache Möbel selber angefertigt haben. Obwohl die Colonisten gewiß in mancher Hinsicht wohl noch zu wünschen übrig lassen, so ist doch die Hoffnung gegeben, daß es dem ehemaligen Schüler von Mikweh-Jisrael, der mit ihnen zusammen ist, gelingen wird, die Ansiedler in alle Thätigkeiten eines tüchtigen Landwirthes einzuführen. Auch erwartet man als ziemlich wahrscheinlich, daß nach Ablauf des ersten fünfjährigen Pachtvertrages ein neuer Pachttermin auf je 15 Jahre festgesetzt werden dürfte. Einstweilen hat der edelmüthiqe Protektor der Colonien 300 Francs und das Jaffaer Executivcomitä der Odessaer Zionisten 450 Francs für die Colonisten zur Beschaffung von Ackerbaugerätben, Pferden und Aussaat bewilligt. Es ist dies der erste Versuch, auf Domänenlande ein Pachtgut einzurichten, und wenn, wie zu hoffen ist, er wohl gelingt, so ist zu erwarten, daß man in diesem Sinne zu arbeiten fortfährt. Jaffa, 21. Adar-scheni 5657. Seit Sonnabend Abend herrschte ein fürchterlicher Wind, der jetzt einem wohlthuenden Regen gewichen ist. Wie man hört, soll ein kleines Segelschiff in der Nähe unserer Stadt auf den Dünensand geworfen sein. Schiffe konnten deshalb während der letzten Tage nicht landen. Der Regen war nur mit wenig Hagel gemischt und die Landwirthe erwarten deshalb von ihm großen Segen für ihre Ernten. Besonders glaubt man auch, daß der Schaden, welchen der letzte Hagelfall vorzüglich den Gemüse- und Kartoffelvssanzungen bereitet hat, dadurch bedeutend gemildert werde. Jetzt klärt sich der Himmel allmählich wieder auf und wir dürfen erwarten, daß schon morgen die bis jetzt ausgebliebenen Postdampfer, soweit sse nicht schon nach Beirut weiter gegangen sind, werden landen können. Auch in Jerusalem ist viel Regen in dielen Taaen niederaegangen. New-Hork. 22. März. Am nächsten Sonntag feiert ein jüdischer Verein sein goldenes Jubelfest, den 50. Geburtstag seines Bestehens. Es ist dies wohl einer der ältesten jüdischen Wohlthätigkeitsvereine hiesiger Stadt. Es ist der Verein „Vereinigte Brüder". Er wurde am 28. März 1847 meistens aus eingewanderten böhmischen Israeliten gegründet. Dr Bruckner und Dr. Mitchels scheinen die geistigen Führer gewesen zu sein, und der Letztere gründete im Verein mit Frau Bruckmann, einer geistig hochangelegten Dame, auch einen Frauenverein, der neben der Wohlthätigkeit.auch geistige Hebung zum Zwecke hatte. Aus dieser Vereinigung entwickelte sich unter der Leitung Dr. E. M. Friedlein's, eines 90jährigen, sich noch immer frischen Geistes erfreuenden Greises, der blühende Orden der Treuen Schwestern. Der Verein zählt über 500 Mitglieder und hat während seines Bestehens die Summe von mehr als 105.000 Pfd. St. sür wohlthätige Zwecke verausgabt. Die jetzigen Beamten des Vereines sind: Georg Hahn, Präsident; Joh. ' L e f f l e r, Vicepräsident; Benjamin Schwarz, Schätzmeister; I. I. Schw arzkopf, Archivar; M. Weiß und M. T a u s s i g, Seeretäre; Simon Hahn, S. L o e b e l, Alb. Stern, Jsacc S ch or ch, Directoren. Eine Kundgebung erfreulichen Gemeinsinns wird von Californien gemeldet. Während die Legislatur einen Vorschlag in Berathung hatte, welcher die Summe von 3500 Pfd. St. von Staatsgeldern aussetzte, um würdigen, aber mittellosen Studierenden die Fortbildung zu ermöglichen, hat Herr Levi Strauß einem der Regents der Universität mitgetheilt, daß er seinerseits eine gleiche Summe für diesen Zweck aussetze und ermächtigte den Schatzmeister, jährlich diese Summe auf ihn zu ziehen. — Im Tempel Rudolf S ch o l o m an 63. Str. und Lexington Ave. fand die Leichenfeier für den verstorbenen Rabbi Ignatz G r o ß m a n n aus Detroit, den Vater des hiesigen Rabbi Großmann, statt. Die Geistlichen Dr. K o e l e r und Dr. S i l v e r m a n hielten den Gottesdienst. Die Leiche wurde nachher nach dem Grand Central Depot überführt und nach Detroit geschafft. G r o ß m a n n war ein geborner Ungar und über 73 Jahre alt geworden. Er hiuterläßt drei Söhne, die sämmtlich Rabbiner sind. Vermischtes. Wien. (Ferienheim.) Für den anläßlich des fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläums unseres Kaisers zu errichtenden Bau eines eigenen Heims hat das Mädchen-Comits dieses Vereines den Betrag von tausend Gulden gespendet. Wien. (T r a u int g.) Sonntag den 11. April 1897 fand im israelitischen Tempel der Leopoldstadt die Trauung von Frl. Johanna Hirsch mit Herrn Leon Chaskelowicz statt. Wien, 9. April. Der König von Württemberg hat dem Sanitätsrath Professor Leopold Os er, Primär des Rothschild- Spitales das Comthurkreuzderll. Classe für besondere Dienstleistungen zu verleihen geruht. Den Professoren Schnabel an der Wiener, Krasnopol s k i und P r z i b r a m an der Prager Universität wurde der Titel eines Hosrathes verliehen. Wien. Zum fünfundzwanzigjährigen Dienstjubiläum des Procunsteu Herrn Wilhelm L ö w y werden wir betreffs der gebrachten Daten ersucht, richtig zu stellen, daß der Jubilar nicht Professor an der Kriegsschule, sondern Adjutant und Leiter und Professor an k. u. k. Cadettenschulen zur Zeit seiner Militärlaüfbahn gewesen ist. E. B. Wien. (W o h l t h ä ti g k e i t s - V e r e i ne.) Es liegen uns mehrere Geschäftsberichte von Wohlthätigkeits-Vereinen vor. Der Verein „Chesedschel Emes" befaßt sich mit Unterstützung von Kranken, Witwen und Waisen, zählt 346 Mitglieder und erzielte 3500 fl. Einnahmen, welchen gleich hohe Ausgaben gegenüber stehen. Das Vereinsvermögen beziffert sich Ende 1896 auf 12.340 Gulden. Der dreißigste Jahresbericht des Wohlthätigkeits- und Unterstützungs-Vereines „Mazliach Ieschua' für 1896 erzielte 3200 fl. Einnahmen und 2900 fl. Ausgaben. Das Vereinsvermögen beträgt 13.217 fl. Der zwanzigste Jahresbericht, des kaufmännischen Unterstützungs-Vereines „Osten" unter seinem verdienstvollen Präses Herr I. Fluß entfaltet eine höchst erwähnenswerthe Thätigkeit. Mitgliederzahl Ende 1896 172, Einnahmen 3500 fl., Ausgaben 4000 fl. Das Vereiusvermögen beträgt 20.178 fl. Wien. (Spenden für das Inserat: „Inständigste Bitte!") Eine arme Familie, deren Oberhaupt brustleidend ist und deshalb keinen Erwerb findet, um seine 9 Kinder zu ernähren, sind uns Volk Herrn Rudolf Weil, Wien, VI., Webgasse 35, ö. W. fl. 3.—; Irene, Clara, Erwin und Frieda Haas, Welka, fl. 2; zusammen fl. 5 zugekommen, welche wir der Bestimmung zugeführt haben. E. B. Wien. Eine der angesehensten Familien der Wiener Judengemeinde ist in tiefe Trauer versetzt worden. Am 6. d. M. verschied nach längerem, schweren Leiden Frau Regine T e d e s k o in hohem Alter von 79 Jahren die Dahingeschiedene war die Gattin des Großindustriellen Herrn Leopold T e d e s k o. Wien. Im Vereine jüdischer Mädchen „Hadassah" hat am 4. d. M. ein gut besuchter Vortragsabend stattgefunden. Die Viceprüsidentin des Vereines, Frl. Caroline Lederer, sprach über Jehuda ben Halevy und hat die Erwartungen des intelligenten Auditoriums nicht getäuscht. Mit der ihr eigenen glänzenden Rednergabe schilderte Frl. Lederer Halevy's Leben und Streben, citirte einige seiner Gedichte, gab den Inhalt von Kusari und brachte einen gutgewählten Theil von Heine's I. ben Halevy. So war denn das Publicum sehr zufrieden und allenthalben hörte man beifällige Aeußerungen über die Schönheit und Klarheit des Vortrages. Der nächste Nachmittag findet Montag den 19. d. M. (Ostermontag) statt und wird Frl. Bertha Schulmann über Moses Maimonides sprechen. Gäste willkommen. II., Praterstraße 23, Claviersalon Saphir. E. B. Böhm.-Leipa. Sonntag den 11. d. M. fand israelitischen Tempel in Reichenberg die Trauung des Herrn Fritz Altschul, Gesellschafters der altrenommirten Firm^ I. H. Altschul u. Söhne in Böhm.-Leipa, mit Frl. Alice,

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