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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-04-09 · 15 (9.4.1897) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
15 (9.4.1897)
Date
1897-04-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 15 Vr. Vloch's WochrnfchrM- Seite 311 Cultusgemeinde Krakau. Lemberg: Dr. Enül Byk, Reichsraths-Abgeordneter und Bicepräsident; Dr. Simon Schaff, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde in Leinberg. Linz: Ignaz Hahn, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde in Linz. Olmütz: Dr. Jakob Eben, Vorsteher - Stellvertreter der israelitischen Cultusgemeinde in Olmütz. Prag: Dr. Arnold Rosenbacher, Präses der israelitischen Cultusgemeinde in Prag; Dr. Ludwig Bendiener Präses-Stellvertreter der israelitischen Cultusgemeinde in Prag. Teschen: I. Ph. Glesinger, Präses der israelitischen Cultusgenreinde in Tesche». T r o p p a u : Dr. Theodor Sonnenschein, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde in Troppau. Repräsentanz der böhmischen Laudesjndenschaft: Dr. Moriz Lichtenstern, Obmann. Mährisch-schlesisch jüdischer Laudesmassafonds: Dr. Salomon Spitzer. Ueber den Verlaus dieser sehr eingehenden Berathnngen und über die Resultate, über welche man sich einigte, werden wir in der nächsten Nummer berichten. Wien. (Schiedsgericht der israelitischen Cultusgemeinde i n W i e 11.) Im Statut der israelitischen Cultusgemeinde ist die Bildung eines Schiedsgerichtes vorgesehen, vor welchem gewisse, aus dem Cultusgemeindeverbande entstehende Streitigkeiten auszutragen sind. Und zwar erscheint die Competeuz dieses Schiedsgerichtes dann begründet, wenn die innerhalb des Sprengels der Cnltilsgemeinde bestehenden ordnungsgemäß constituirten consessionellen Vereine sich durch eine Verfügung des Cultusvorstandes in ihren Rechten als verletzt erachten füllten. Ob und inwieweit die statutarischen Bestimmungen über die Bildung dieses Schiedsgerichtes und namentlich die im § 106 des Statutes enthaltene Vorschrift über die Wahl der Obmänner des Schiedsgerichtes geeignet erscheinen, den Principien der Gerechtigkeit bei Beilegung der sich ergebenden Differenzen Geltung zu verschaffen, ist, da das Statut nun einmal Rechtskraft erlangt hat, wohl müßig, zu erörtern. In der Zukunft aber wäre sicherlich eine Abänderung, zumal dieser letzteren Bestimmung, zufolge welcher der Cultusvorstand selbst es ist, der im Vorhinein die Wahl der Obmänner dieses Schiedsgerichtes vorzunehmen hat, in reifliche Erwägung zu ziehen, denn es läßt sich wohl nicht übersehen, daß der Cultusvorstand Partei ist, das Schiedsgericht aber über den Parteien stehen soll. Indessen hat es immerhin den Anschein, als ob die Schöpfer des Statuts die vorstehend angeregten Bedenken heransgesühlt hätten und als ob sie in dem Passus „bei der Wahl der Obmänner wird der Cultusvorstand' auf die in der Cultusgemeinde bestehenden verschiedenen rituellen Richtungen thnnliche Rücksicht nehmen", eine fgewisse Remedur wider den gerügten Mangel zu schaffen vermeinten. Die Wichtigkeit der in Rede stehenden Obmännerwahl ist, ganz beiläufig bemerkt, um so größer, als für die bezüglichen Beschwerden kein Jnstanzenzug besteht und als daher die Aussprüche dieses Schiedsgerichtes durch keinerlei Rechtsmittel angefochten werden können. Umso wünschenswerther aber wäre es daher, wenn die Maxime der Billigkeit, welche sich in dem vorcilirten Passus ausspricht, thatsächlich auch beherzigt und bethätigt würde. Die Zusammensetzung des gegenwärtigen Cultusvorstandes berechtigt uns zur Hoffnung, daß dies auch geschehen und daß bei Bildung des Schiedsgerichtes die Wahl auf solche Männer fallen werde, welche den respectiven rituellen Richtungen nicht nur als vermeintliche Parteigänger beigezählt werden, sondern welche denselben in kräftiger und ernsthafter Bethätigung ihrer Principien de facto angehören. Wien. (A u s lv e i s über e i n g e g a u g e it c Spenden z u m Baue eines Tempels in der Brigittenau.) Herr Josef Rosenzweig 2 sl., Herr Wilhelm Weiß 5 fl., Herr Dr. Alfred Stern 25 fl., Herr Julius Pollak 5 fl., Herr Dr. Hermann Löwy 10 fl., Herr Jacob Ripper 10 fl., Cultusgemeinde Tetschen 5 fl.„ Herr Joses Kohn 20 fl., Herr Weiß 2 fl., Herr Ph. Weiner 20 fl., Herr Hermann Reuthcr 10 fl., Herren Joses und Leopold Quittner 20 sl., Herr Leopold Spitzer 10 fl., Herr Ignaz Neuspiel 10 sl., Herr Michael Neurath 10 fl.,. Herr Samuel Schwarz 20 fl-, Herr Ignaz Platz 5 sl., Herr Jacob Weichselbaum 5 fl., Herr Ph. Deutsch 5 fl.', Herr Hermann Feigl 2 sl., Herren Brüder Hatschet 50 fl., Herr Max Rosenseld 5 sl., Herr A. L. Bauer 10 fl., Herr Gabriel Böhm 15 fl., Herren Brüder Dub 2 fl., Herr Dr. C. Fleischmann 10 fl., Herr Bernhard Kößler 2 fl., Herr Max Neuron 2 fl., Herr Daniel Löw 5 fl., Herr Leopold Deutsch 5 fl.. Herr Michael Herzseld 5 fl., Herr Gottlieb Bettelheim 150 fl-, Herr M. Waldmanll und Bruder 100 fl., Herr Dr. Emil Eisenschitz 10 fl. Agram. .6. April. Die in letzterer Zeit in der „Oesterreichischen Wochenschrift" publicirten Korrespondenzen aus Agram enthalten, insoferne sie sich mit dem sogenannten „Antisemitismus in Croatien" befassen, Unrichtigkeiten, die auf Unkenntniß unserer Verhältnisse beruhen. Wenn es überall und immer auch schlechte Menschen geben muß, warum sollten hier nicht auch einige Jndenseinde hausen dürfen? Daß diese jedoch einen tonangebenden, verhängnißvollen „Antisemitismus" hier durchbringeu, ist einfach undenkbar. Saltu» in natura non datur! Die Gerechtigkeitsliebe und der Liberalismus unser L a n d e s r e g i e r u n g ist mustergiltig und über jedem Ziveisel erhaben. Der Chef derselben, S e. E x c e l l e n z Banns Gras K h u e u -H e d e rv a r y war es, über dessen Vorschlag Se. Majestät unser geliebter König anläßlich seines Weilens im Agram im October 1895 die hiesige Cultusgemeinde mit 8er hohen Auszeichnung beglückte, ihre Synagoge zu besuchen. Wenn die fortschrittliche, edle, bei allen Consessionen und Nationalitäten keinen Unterschied machende Gesinnung unseres G e m e i n d e r a t h e s noch eines Beweises bedürfte, so erbringt ihn die Thatsache, daß dieser Gemeinderath der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde vor Kurzem einen Betrag von 10.000 Gulden für ein im heurigen Sommer zu erbauendes Schul- und Gemeindehaus bewilligte. Die hiesige erste croa tische S v a r c a s s a, die in ihrer bekannten Humanität jährlich nambasre Unterstützungen an Hilfsbedürftige gewährt, bewilligte auch dieses Jahr den israelitischen Wohlthätigkeits-Vereinen „Chebra gemilat chassodim" und „Helene-Prister-Franenverein" Subventionen von je 250 sl. Und von diesem allerersten Geldinstitute des Landes spricht man, daß es antisemitisch sei! So könnten wir noch durch unzählige Fälle erhärten, daß die leitenden Kreise in Agram die Seuche „Antisemitismus" nicht kennen und daß auch alle iu Betracht kommenden Schichten der hiesigen Gesellschaft gegen diese Pest immun sind. In den zu Wahlzwecken präparirten, schon seit Jahrzehnten mit Jnvectiven genährten Artikeln eines hiesigen Blattes will die Corruptionsriecherei Ihres Herrn Correspondenten einen propagirenden, unheilverkündenden Antisemitismus für Croatien erblicken? Hat nicht Budapest, hat nicht Ungarn seine clericalautisenlitischen, gegen Juden Gift und Galle speienden Blätter? Ist aber deshalb Budapest, ist deshalb Ungarn antisemitisch? Die Tendenzen des hiesigen Hetzblattes, das öfter confiscirt wird, als es erscheint, werden von den wenigsten Croaten gebilligt und selbst die meisten Mitglieder der „Obzor"-Partei sind zu anständig, um sich mit dieser Schreibweise des Organes „Obzor" zu identificiren. Geradezu unrecht ist es, wenn Ihr Correspondent „Argus" in Nr. 10 der „O österreichischen Wochenschrift", in jeder Beziehung verdienstvolle Männer wie Dr. B r e s c e n s k i. Dr. D e r e n c i n x. heruntersetzt. Wir Inden sehen hier mit Ruhe in die Zukunft, denn die bekannte Ritterlichkeit der wackeren Croaten macht einen herrschenden Antisemitismus in diesenr Lande unmöglich. Croatien und Antisemitismus sind iucompatibel! S ........... n. RoLnau. (Dreizehntes S p e n d e n - V e r z e i chn i ß.) Zur Errichtung eines israelitischen Friedhofes und eines Asylhauses für lungenkranke arme Glaubensgenossen im Cnrorte R v z it ei ii sind weiters nachstehende Spenden eingegangen von: Herrn Reichsraths-Abgevrdneten Rud. Anspitz, Wien, 300 sl., Frau Julie v. Eisenstadter, Nagy-Becskerek 8 sl.: Leopold Beiwasser, Wien 5 sl.; Joses Alexaudrowitsch, Jaszlo 5 sl.; Louis Neumann, Wien 2 fl.; A. Steinhaus, Czernowitz 1 sl.; Chewra-Kadischa Vag-Ujhely 5 fl.; Chewra-Kadischa Szt. Endre 5 fl.; Ungenannt, Czepreg 1 fl.; Chewra-Kadischa Mähr.-Anssee5 fl.; Chewra-Kadischa spaniolische Gemeinde Serajewo 5 sl.; Chewra-Kadischa Tapvlcza 2 sl. 50 kr.; Chewra-Kadischa St. Pölten 5 fl.; Chewra-Kadischa Bodrog-Kerestur 2 sl. 75 kr.; Chewra-Kadischa Radautz 3 fl.; Frauenverein Galgocz 5 fl.; Frauenverein Tapolcza 3 fl.; Frauenverein Kladno 2 sl.: Frauenverein Troppau 2 fl.; D. Bloch's Witwe, Wien 2 fl., zusammen 369 sl. 25 kr. Letzter Ausweis 2800 fl. 81 kr., Summa 3170 fl. 6 kr. Dr. L. S. S k r e i n k a, Adolf Pollak Curarzt in Ro^nau. Fabrikant iu Proßnitz. Marcus N e u m a n n, Mitglied des Cultusvorstandes in Proßnitz (Mähren). Carlsbad. Sehr geehrter Herr Redacteur! In Ihrem geschätzten Blatte vom 2. d. M. befindet sich ein Artikel, betitelt „Aus Böhmen", den, wie die Unterschrift besagt, ein „Menschenfreund" geschrieben. Gestatten Sie mir gefälligst, daß ich denselben beantworte und richtigstelle. Dieser „Menschenfreund" wird mir gestatten müssen, daß ich es offen ansspreche, daß er Karlsbad gar nicht oder vielleicht blos durch einen Besuch kennt.

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