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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-03-26 · 13 (26.3.1897) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
13 (26.3.1897)
Date
1897-03-26
Page
– (sequence 16)
Language
German
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de 272 Nr 13 Dr. Vloch s Wochenschrift. Wien. (Auszeichnung.) Se. Majestät der Kaiser hat dem Professor an der Wiener Universität Dr. Wilhelm N e u m a n n den Eisernen Kronen-Orden verliehen und den Professor Dr. Jacob Schipper zum Hofrathe ernannt. Wien. (E r n e n n u n g.) Der Generaldirector der Länderbank, Herr Samuel Ritter von H a h n, ist zum Hofrath ernannt worden. Herr von Hahn hat seine Laufbahn im Eisenbahndienst begonnen und ist einer unserer bedeutendsten Fachmänner auf dem Gebiete des Verkehrswesens. Als solcher hat er auch in seiner jetzigen Stellung an der Spitze eines großen Finünzinstituts, als Mitglied des Staatseisenbahnrathes ersprießliche, erfolgreiche und wichtige Dienste den öffentlichen Interessen geleistet. Die Anerkennung, welche Herrn von H a h n zutheil geworden ist, wird überall, wo noch der Sinn für unbefangene Würdigung einer nützlichen und hervorragenden Thätigkeit vorhanden ist. mit aufrichtiger Genugthuung ausgenommen werden. Selbst die Neider, die in den jetzigen Zeiten so zahlreich sind, werden zugestehen müssen, daß diese Auszeichnung eine berechtigte ist; seine Freunde aber begrüßen dieselbe als ein Zeichen, daß trotz der bekannten Strömungen wirkliche Verdienste an maßgebender Stelle objectiv gewürdigt werden. Wien. (S p e n d e.) Herr Baron Albert von Rothschild hat dem Leopoldstädter Frauen-Wohlthätigkeitsvereine, zu Händen der Präsidentin dieses Vereines, Frau Dr. K o h n, den Betrag von 300 fl. gespendet. Wien. Hofrath Universitäts-Professor Dr. Karl S. G r ü nh u t ist zum Herrenhaus-Mitglied ernannt worden. Derselbe genießt als Jurist einen auch im Auslande anerkannten Ruf. Er liest Handelsunb Wechselrecht und ist eine Autorität auf dem Gebiete des Verkehrsrechtes. Die von Professor Grünhut herausgegebene Zeitschrift für Handelsrecht genießt einen Weltruf als Fachblatt von allererster Bedeutung. Professor Grünhut hat wiederholt maßgebenden Einfluß auf die Legislative ausgeübt. Er ist der einzige Jude unter den neuen Pairs, seiner politischen Gesinnung nach zweifellos der Verfassungspartei beizuzählen. Wien.(Gründungsfestdes Mädchen-Comitßs „Ferienheim"). Ein äußerst originelles, von der Schablone in jeder Beziehung abweichendes Fest fand vorigen Montag im Ballsaale Ronacher statt. Die Gastgeber waren Mädchen, nur Mädchen, und statt der üblichen Ballherren, der geschäftig hin- und hereilenden Comiteherren, machte das gesammte Mädchen- Comite corporativ Honneurs, empfing die zahlreich erschienenen Gäste, überreichte die reizenden Damenspenden — sämmtlich Handarbeit der fleißigen, jungen Damen — und wies ihnen die Theaterplätze an. Denn ein Theaterrespective ein Premierenabend war das Fest. Die Vorstellung unterschied sich von anderen Dilettanienversuchen durch flotte Darstellung und exactes. bühnengewandtes Spiel, was wohl in erster Linie der Kunst des Fräulein Friederike B o g n ä r, em. Hofburgschauspielerin, die in liebenswürdiger Weise die Regie führte, zuzuschreiüen ist. Aber auch die Schauspieler — die Damen durchwegs Mitglieder des Mädchen-Comites — brachten den Einacter außerordentlich gut zur Geltung. Das Lustspiel „Im wunderschönen Monat Mai" von Emil Hannover leitete die Soiree ein. Ein lustiges, anmuthiges Stück, das den reschen oberösterreichischen Ton sehr gut trifft und wegen seiner graciösen, lebhaften Verknüpfung reichen Applaus erntete. Die zweite Piece, ein von Wolfgang Pollaczek dem Mädchen-Comiie gewidmetes Lustspiel „Ein modernes Mädchen", behandelt das actuelle Thema der Frauenemancipation in feiner satyrischen Weise. Die jungen Mädchen spielten mit Verve und Berständniß, und machten der genialen Meisterin B o g n ä r, die nach Fallen des Vorhanges mit Dichtern und Darstellern unzählige Male gerufen wurde, alle Ehre. Eine reichhaltige Tombola, ein animirtes Souper mit sehr wenigen Toasten — auch als Ausnahme der Regel — vervollständigten die heitere Stimmung; nur in einem Punkte konnten die Mädchen den originellen Charakter der (Soiree nicht beibehalten : sie tanzten mit Hingebung und Eifer, und das in vielen hundert elektrischen Glühlampen erstrahlende Monogramm M. C. F. erlosch erst bei grauendem Morgen. Auch die schärfsten Gegner der Frauenemancipation mußten vor dieser Art der Bethätigung schweigen, und das junge Comite, das bisher nur im Stillen gearbeitet, kann stolz sein Gründungsfest als ein sehr gelungenes bezeichnen. Zg. Wien, 23. März. (Literarischer Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" Wien.) Der letzte Vortragsnachmittag dieses Vereines fand am 14. d. M. statt und war trotz des äußerst ungünstigen Wetters sehr gut besucht. Es sprach Herr Laner aus der Jüdischen akademischen Lesehalle über das Thema: „I u d a b e n H a l e v i". — Der nächste Vortrag findet Sonntag den 28. d. statt und sind Gäste (Damen) herzlich willkommen. Ueber das am 4. d. M. stattgefündene Kränzchen im Festsaal des kaufmännischen Vereines ist noch zu berichten, daß das Reinerträgniß, welches für die hilfsbedürftigen jüdischen Waisenkinder der israelitischen Cultusgemeinde in Wien bestimmt war, die ansehnliche Summe von 100 fl. erreichte und selbe bereits dem Obmanne des Waisenhausvereines Herrn D a v i d R i t t e r v. G u t m a n n zugeführt wurde. Wien. Samstag, den 20. März veranstaltete der Verein jüdischer, Mädchen „Hadassah" im Festsaale des Restaurants Guth seinen ersten Vergnügungsabend. Ein zahlreiches distinguirtes Publicum füllte den Saal. Die Präsidentin Frl. Bertha Schulmann begrüßte die Anwesenden auf das Herzlichste, worauf Frl. Lederer in glänzender Weise die Tendenzen des Vereines klarlegte. Herr Dr. Lemberger sang hierauf unter großem Beifall Lieder von Mozart und Schubert. Die piece de resistance des Abends bildete der declamatorische Vortrag des bekannten jungen Wiener Dichters Adolf Donath. Herr Donath trug ein prächtiges Gedicht von Detlev von Lilien e. ron und seine eigene Dichtung „Ein Liedchen" vor. Dieselbe entfesselte einen solchen Beifallssturm, daß der liebenswürdige Dichter noch etwas mußte. Den Schluß des Vortragsabends bildete ein Gesangsvortrag des Frl. O e st e r r e i ch e r. In der animirtesten Stimmung schritt man zum Tanze, um dessen Arrangement sich Herr Gold besonders verdient machte. Nach dem glänzenden Verlauf dieses ersten Abends des „Hadassah" zu schließen, werden gewiß bald neue Geselligkeitsabende folgen. Dr. M. Wie«. (Todesfälle.) Montag den 15. d. M. verschied nach langem schweren Leiden Herr Commercialrath Jacob Eisler im 63. Lebensjahre. Der Verblichene nahm eine hervorragende Stellung in der Kaufmannswelt ein. Die Betheiligung an dem Leichenbegängnisse war eine imposante. — Der Reichsrathsabgeordnete Herr Rudolf A u s p i tz hat einen schmerzlichen Verlust erlitten. Sein einziger hoffnungsvoller Sohn stud. phil. Leopold Auspitz ist nach längerem Leiden im Alter von 22 Jahren gestorben. Das Leichenbegängniß fand Mittwoch den lvj. d. M., Vormittags um 10 Uhr, vom Trauerhause I., Oppolzergasse 6 aus, statt. Im Trauerhause hatten sich zahlreiche Abgeordnete, Vertreter der Schriftsteller- und Künstlerkreise, der Finanz- und Bankwelt, der Brünner Handelskammer und der Großindustrie eingefundeu. Brünn. Samstag den 20. März veranstaltete die jüdischnationale Verbindung „Veritas" einen Purimabend, der äußerst zahlreich besucht war und einen Beleg dafür gab, welcher Sympathien sich die von den Akademikern propagirten Anschauungen in der jüdischen Bevölkerung Brünns erfreuen. Den Abend leitete der Altbursch der „Veritas "Ing. Tintner, der auch die historische Festrede hielt. In fesselnder Weise, durchwürzt von humoristischen Parallelen mit den jetzigen Verhältnissen, verstand er es, die Bedeutung des Purimfestes zu erläutern. Im Verlaufe des Abends ergriff auch Herr Professor Dr. Max G r ü n f e l d das Wort, um in formvollendeter, hochinteressanter Weise ein geschichtliches Zeitbild über das Pur imfest zu entrollen. Er entwickelte die nationale Bedeutung des Buches Esther, zeichnete mit historischer Treue und kritischer Schärfe die einzelnen Gestalten des Volkes. Durch tiefsinnige Reflexionen wußte er das Publicum bis zu Ende seiner lebhaft acclamirten Rede in Spannung zu erhalten. Stanislau. Am 5. März l. I. fand in den Localitäten des Spar- und Creditvereines, der ältesten Genossenschaft unserer Gegend, das Fest des 25jährigen Bestandes desselben statt. Indem mit Gewächsen gezierten Sitzungssaal eintretend, sah man die Entwicklungsgeschichte dieser Genossenschaft vor Augen, wie sie von kleinen Anfängen nach beharrlicher Arbeit und Ausdauer zu solch ungeahnter Größe sich emporgeschwnngen hat. Der leitende Director Herr D. L a n d y wurde vom versammelten Directions- und Aufsichtsrathe stürmisch begrüßt, und als der rangälteste

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