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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-03-26 · 13 (26.3.1897) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
13 (26.3.1897)
Date
1897-03-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 13 Dr. Vloch's Wochrntchrift Seite 371 werfen, daß die anderen Colonien sich ein Muster daran nehmen und sich mit Freuden beeilen, dieser so eminent wichtigen Einführung auch bei sich Geltung zu verschaffen. So ist die Colonie Katra (Gederah) schon dabei, für ihre Knaben eine ähnliche Baumschule, sowie einen Turnplatz einzurichten. Die ohnehin gesunde und kräftige Jugend unserer Dörfer hat so Gelegenheit, im engsten Anschluß an die Arbeit der Eltern sich zu stärken und zu stählen. New-Iork. (Das amerikanische Einwandern n g s g e s e tz.) Präsident C l e v e l a n d hat ein Veto gegen das Einwanderungsgesetz (Emmigration Bin) eingelegt, welches vom Congreß am 17. Februar angenommen worden war. Der Correspondent der Londoner „Times" in Washington läßt sich folgendermaßen darüber vernehmen: Man erwartete hier das Veto des Präsidenten, welcher gegen das Gesetz ist, weil, wie er sagt, auch ungebildete Einwanderer einst nützliche Bürger werden können. Er glaubt nicht an die Gefahren, von welchen diejenigen überzeugt zu sein vorgeben, welche die Bill einbrachten und wiedersetzt sich der Maßregel, welche ein Abgehen von der altbewährten nationalen Politik bedeute. Er ist davon überzeugt, daß die Depression auf dem Arbeitsmarkte geschäftlichen Ursachen zuzuschreiben ist und nicht dem allzugroßen Arbeitsangebote aus fremden Ländern. Er hatte ferner den Muth, zu sagen, daß der Schlag gegen das republikanische Princip und die republikanische Verfassung nicht vom unwissenden, sondern vom gebildeten Agitator ausgehe, der die Keime socialistisch-anarchistischer Theorien nach Amerika eingeschleppt habe. Cleveland begründet schließlich sein Veto gegen das Einwanderungsgesetz damit, daß die Maßregeln desselben unnöthige Härte und Bedrückung aufweisen, daß die mangelhafte Stylisirung verdrießliche Reibungen erzeuge und in der Anwendung überhaupt der Gesammtbürgerschaft zum Schaden werden. Wie die letzten telegraphischen Nachrichten melden, wurde das Gesetz dennoch mit 193 gegen 37 Stimmen angenommen. New-Iork, 13. Februar. (Feierliche Eröffnung der neuen L e h r a n st a l t d e s „H e b r e w T e ch n i c a l I n st i t u t e" in N e w - I o r k.) Die Israeliten New-Iorks, welche im socialen und geschäftlichen Leben eine Rolle spielen, feierten gestern den Geburtstag Lincoln's durch die feierliche Einweihung der neuen Schule des „Hebrew Technical Institute", Nr. 34—36 Stuyvesant Str. Trotz des durchaus nicht einladenden Wetters hatte sich an Ort und Stelle ein außerordentlich zahlreiches Auditorium eingefunden, in welchem auch die vielen Damen durch ihre Anwesenheit kundthaten, welch reges Interesse sie an der Sache nehmen. Der Präsident des Directoriums vom „Hebrew Institute", Herr James H- Hoffman, eröffnete die Ceremonien des Tages um etwa 11 Uhr Bormittags und stellte dann Rev. Dr. G. Gottheil vom Tempel Beth-El vor, welcher ein Gebet sprach, worauf Herr Joseph B. B l o o m i n g d a l e, der Vorsitzende des Bau-Comitss, eine Rede hielt, in welcher er auseinandersetzte, warum das alte Schulgebäude dem neuen hat Platz machen müssen, und auf welche Weise die Mittel für den Neubau beschafft worden waren. Die neue Schule habe Raum für 250 Schüler, und die Erbauung derselben habe 38.000 Dollars gekostet. Der Redner dankte den Architekten B u ch m a n n und Deisler im Namen des Bau-Comites und des Directoriums für ihre Liberalität, welche sie dadurch bewiesen, daß sie die Rechnungen für ihre professionellen Dienstleistungen dem „Institute" geschenkt hatten. Herr Bloom ingdale überreichte nun den Schlüssel zur Schule dem Präsidenten Hoffman, der bei der Entgegennahme desselben dem Bau-Comite, den genannten Architekten, wie überhaupt allen Freunden der Schule den Dank des Directoriums aussprach. Zum Schluß seiner Rede sagte Herr Hoffman: „Ich stehe hier als der Repräsentant eines regenerirten Judenthums, das sich nach Kräften bemühen wird, ein Erziehungssystem zu entwickeln, welches unsere aufwachsende Generation für die Pflichten ihres amerikanischen Bürgerthums vorbereiten wird, dessen Grundlagen Selbsterhaltung, Selbstachtung und die Liebe für Vaterland und Freiheit sind." Herr Hoffman stellte nun den „einzigen und unermüdlichen" Theodore Roosevelt vor, dem ein recht schmeichelhafter Empfang zu Theil wurde. Daß der Herr Polizei-Commissär nicht zum Zuhören gekommen war, ist wohl selbstverständlich. Er sagte in einer kurzen Rede seinen Zuhörern manch' Schmeichelhaftes, verflieg sich aber zum Schluß zu einer Behauptung, die weder tactvoll war, noch auch kaum mir der Wahrheit so ganz übereinstimmen dürste. Er kam nämlich auf den Besuch des „Judenfressers" A hlwardt zu sprechen und erklärte, daß verschiedene hier ansässige Israeliten an ihn appellirt hätten, dem Antisemiten das Reden hier in New-Iork zu verbieten. Er aber weigerte sich, dies zu thun! (?). „Ich sagte diesen Leuten," fuhr er fort, „daß aus jeder öffentlichen Plattform der Christ den Juden und der Jude den Christen verlästern kann, wenn er dadurch nur feilten Aufruhr verursacht. Ich verabscheue Beides. Nachdem die Betreffenden mich aber verlassen hatten, begann ich an einen Plan zu denken, der nach meiner Ansicht vielleicht wirkungsvoller sein müßte, als A h l w a r d t das Reden zu verbieten. Und was habe ich gethan? Hm, ich sandte dem Manne, wenn er sprach, eine Leibgarde von 40 jüdischen Polizisten nach der Halle — Männer, welche treu ihrer Pflicht gedachten und A h l w a r d t unter allen Umständen beschützt haben würden." Nachdem der „große" Teddy diesen kleinen Scherz losgelassen, sprach er von seiner zweijährigen Thätigkeit als Präsident der Polizei-Commission, wobei es denn auch nicht ohne Selbstbeweihräucherung abging. Die Ceremonien schlossen sodann mit kurzen Ansprachen der Herren Max Lewenthal, Professor Morris Loeb und dem Absingen des Liedes „Columbia" seitens des Instituts-Chores. Unter den Anwesenden befanden sich die Herren Jacob H. Schiff, Salomon Loeb, Theodore Seligman, Frau David I. Seligman, Straßenreinigungs-Commissär Waring, Henry L. Meyer, Louis Stern, Richter Mayer, S Jsaacs, Dr. Marcus und Frau, Frau R. H- Goldsmith, Leo Schlesinger und Frau u. A. New Aork. Mit tiefem Bedauern melden die Zeitungen den Tod des Herrn Morris Goodhart. In Amsterdam 1838 geboren, kam der Verstorbene als achtjähriger Knabe hieher. Er studirte Jus und war der erste Jude, dem die Praxis im Staate Connecticut gestattet wurde. Im tiefsten Herzen Demokrat, nahm er regen Äntheil an dem politischen Leben und sprach oft öffentlich zu Gunsten der Demokratie. Er hatte seine Praxis, die sich zu einer sehr einträglichen gestaltete, in New-Haven begonnen, wo er auch Friedensrichter wurde. Einige Zeit nachher wurde er Secretär des Gerichtshofes. 1869 kam er hieher, wo er sich bald den Ruf eines höchst tüchtigen Advocaten erwarb. Der Verstorbene war ein sehr begabter Mann; so war er mehrerer Sprachen in Wort und Schrift mächtig und schrieb viel, für die jüdische Presse. Er gehörte fast allen Vereinen und Wohlthätigkeitsanstalten als Mitglied an, und alle Kreise wurden durch seinen Hingang schwer betroffen. New-Aork. Mr. Emanuel L e h m a u, der Präsident des jüdischen Wohlthätigkeits- und Waisenhaus-Vereines („Hebrew Benevolent and Orphan Asylum Society“) hat deuCuratoren dieser Anstalt die Summe von 100.000 Dollars zu dem Zwecke übergeben, daß die Zinsen zum Wohle der Insassen verwendet werden, nachdem dieselben die Anstalt verlassen haben. Die Stiftung soll den Namen Emanuel Lehma n'sche „Industrial and Provident Trust * tragen. Emanuel Lehman ist 1823 in Würzburg geboren. Er ist Director der„Mercantile National Bank" und vieler anderer Anstalten und Bereinigungen. Die lieb ergäbe des hochherzigen Geldgeschenkes fand gelegentlich feines 70. Geburtstages statt. Die Juden in Kreta. Die Tempel in den größeren Städten, in Canea, Candia und Rethymno sind geschlossen, da fast alle Juden entflohen sind; nur Chacham Eblagon ist in Canea verblieben. Diejenigen Juden, welche in den belagerten Städten zurückgeblieben sind, sind naturalisirte britische Unterthanen. Freunde des Lord Salisbury haben sich an ihn um Unterstützung und Schutz der Armen gewendet mit dem besten Erfolge. Vor einigen Tagen hielt die Jüdisch-englische Allianz (Anglo Jewish Association) eine dringende Depesche mit der Bitte um sofortige Hilfe zur Linderung des Elends der zurückgebliebenen Juden, worauf ein Londoner Philantrop telegraphisch fünfzig Pfund an Oberrabbiner Eblagon sandte. Vermischtes. Wien. (V e r l o b u n g.) Frl. O l g a S ch l e f i ng e r, Tochter des bekannten Tuch- und Schafwvllwaaren Großhändlers Herrn Sigmund Schlesinger, hat sich mit Herrn Alexander K o h n, Associ«- der Hutiabrik Itroheim u. Co., verlobt.

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