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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-03-26 · 13 (26.3.1897) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
13 (26.3.1897)
Date
1897-03-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 266 Dr. VLvltz's WoSrensürrtN. Nr. 13 hundert nach Wien und gründete hier ein Bankgeschäft. Seine rastlose Thätigkeit, sein rechtschaffener biederer Charakter schufen , seinem Hanse eine große, vornehme Clientel und bald zählte das j Bankgeschäft Josef M. Pfeiffer zu den hervorragendsten j der Residenz. Ritter v. Pfeiffer war auch mit der Verj waltung eines Theiles des Vermögens der württembergischen Hofkreise betraut. Vor länger als zwei Decennien wurde der , Verstorbene vom Kaiser in den Adelsstand erhoben, nachdem er vorher zum württembergischen Consul ernannt wurde und den Titel eines württembergischen Hofrathes erhalten hatte. Ritter v. Pfeiffer war auch Jahrzehnte hindurch Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien. Der Verstorbene war auch Ritter des Ordens der Eisernen Krone dritter Classe, Ritter des württembergischen Kronenordens erster Classe und des wiirttcmbergischen Friedrichs-Ordens. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe, Frau Emilie v. Pfeiffer, geborene B i e d e r m a lt n, einen Sohn, Alfred Ritter v. Pfeiffer, Ministerialsecretär im Finanzministerium, sowie eine Tochter, Frau Fanny E p h r u s s i. Ritter v. Pfeiffer war zweimal verheiratet. Seine erste Gattin, eine Tochter des Baron Jonas K ö n i g s w a r t e r, starb nach kurzer Ehe. Der Tod des überaus rechtlichen Mannes, der bis an sein Lebensende stets ein Freund der Armen und Bedürftigen war, hat in den weitesten Kreisen die tiefste Theilnahme hervorgerufen. Unter starker Betheilignng hervorragender Vertreter der Finanzwelt und industrieller Kreise hat Sonntag Vormittags um 10 Uhr das Leichenbegängniß ftattgefunden. In der schwarz ausspalierten Einfahrt des Trauerhauses, Kärntnerriug Nr. 8, standen Bedienstete der Börsenkammer, des Giro- und Cassenvereines und der Länderbank mit brennenden Windlichtern. Unter den Trauergäften waren zu sehen: Der Gouverneur der Länderbank Maximilian Graf Moutecuccoli und Philipp Graf B o os- W a l d e ck, FML. H a u p t m a n n, Herrenhausmitglied Freiherr von S o ch o r, Geueraldirectvr Hofrath Jeitteles, Generaldirector Hofrath Ritter von H a h n, Generaldirector Ritter von T a u s s i g, David Ritter von G u t t m a n n, Hofrath Dr. Marcell F r y d m a n n, Hofrath Schreiner, Baronin Charlotte von K ö n i g s w a r t e r, Hermann Freiherr von K ö n i g s w a r t e r, Consul von Biedermann, die beiden Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde, Dr. Alfred Stern und Landesschulrath Dr. G. Ko h'n, der Präsident der Börsenkammer Miller von A i ch h v l z mit. den Börsenräthen. den Generalsecretär Ritter von L i n k und seinen Stellvertretern Dr. S ch o t t i k und Dr. Lick, Landtagsabgeordneter Alfred Freiherr von L i n d h e i m, Architekt Fleischer, kaiserl. Rath Benno Schefftel, Commercialrath H. S t i a ß n y, Generaldirector Palmer, die Schriftsteller Wilhelm F r e y, Fritz S i n g e r, L i n d e r, dieGemeinderäthe Baurath S t i a ß n y, Ritter von Goldschmidt und Z i f f e r e r, die Bankdirectoren Blum, M a u t h n e r, Herz, Ernst, Wollheim, Bauer, Widmann, Koritschöner, Z i n n e r, Hofsecretär Mardegan i, Secretär Dr. Lieben rc. Präcise 10 Uhr wurde der Sarg gehoben und während Obercantor Singer einen Trauerpsalm intonirte, vor das Haus getragen. Der Conduct setzte sich nach dem Centralsriedhof in Bewegung. Zwei Blumenwagen brachten die Kränze. In der Ceremonienhalle hielt Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n dem Verblichenen einen warmen Nachruf. Sodann wurde der Sarg beigesetzt. Wien. Letzten Dienstag verschied in Frohnleiten, wo er sich gerade in Geschäften aufhielt, der Vice-Präsident des Bethausversines im IX. Bezirke, Herr David Bloch. Seine Leiche wurde nach Wien überführt und auf dem Döblinger Ortssriedhofe in der Familiengruft zur Ruhe bestattet. Die Bestürzung, welche die Nachricht von dem jähen Ableben des Herrn David Bloch in den Kreisen seiner zahlreichen Freunde und Bekannten, sowie die überaus große Betheiligung am Leichenbegängnisse gaben beredtes Zeugniß von der hohen Beliebtheit, deren der Verblichene sich in den weitesten Gesellschaftskreisen erfteute. Unter den etwa 500 bei der Beerdigung Anwesenden wollen wir nur hervorheben den Vice-Präsidenten der Wiener Cultusgemeinde Dr. G. K o h n mit den Vorstehern Baurath und Gemeinderath W. Stiaßny und Baurath Max Fleischer, ferner Gemeinderath Allmeder als Obmann des Deutsch-politischen Vereines im IX. Bezirke mit mehreren Ausschußmitgliedern, der Obmann des demokratischen Vereines im IX. Bezirke Josef Flamm mit dem Vorstande, Oberbaurath T a u s s i g, den Herausgeber dieses Blattes Dr. I. S. B l o ch, den gesummten Vorstand des Vereines „Biknr Cholin:", dessen Ehrenmitglied der Verblichene gewesen, endlich Deputationen fast sämmtlicher Wiener Tempelvereine und Gemeindetempel und viele Andere. Daß der Vorstand und Ausschuß des Tempelvereiues und eine große Zahl Mitglieder seinem Bicepräses die letzte Ehre erwies, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. Sie allein kamen in einer Colonne von 16 viersitzigen Magen angefahren. Rührend war es, als eine Deputation bäuerlicher Sägewerksbesitzer aus Niederösterreich und Steiermark, und zwar Männer und Frauen, beim Leichenbegängnisse erschienen, um dem Dahingeschiedenen, ihrem langjährigen Geschäftsfreunde, das letzte Geleite zu geben. Ein kräftiger Beweis, welcher Achtung und welcher Sympathien sich der Verblichene auch in diesen Kreisen erfreute. Der Bethausverein ließ es sich nicht nehmen, den Verblichenen durch unentgeltliche Beistellung des Conductes zu ehren. Nachdem Obercantor Kläger mit dem zweiten Cantor Pekarnik und dem Chore das „Hazur tomini" vorgetragen, trat Rabbiner Dr. Gelbhaus an die Bahre, schilderte in beredten Worten die Tugenden des Verblichenen, seine Hochherzigkeit und Frömmigkeit, sein schönes, von inniger Liebe dnrchsonntes Familienleben, seine Ehrenhaftigkeit und hob besonders seine Verdienste um den Bau und Verwaltung des herrlichen Gotteshauses im IX. Bezirke hervor, indem er zum Schluffe der Hoffnung Ausdruck gab, daß der Geist des Hingeschiedenen auch in seinen Hinterbliebenen segnend fortwirken werde. Die gramgebeugte Witwe besonders möge in beit beiden Kindern, wie in den Sympathien, die der Verstorbene bei seinen Glaubensgenossen und bei Andersgläubigen hinterlaffen, Trost und Erhebung.finden. Hierauf wurde der Sarg unter dem erschütternden Gesang des „Joschew besessei" gehoben und von den Vorständen des Bethausvereines im IX. Bezirke zu Grabe getragen. Nagern der Sarg in die Gruft gesenkt worden, nahm der Obmann des Bethausvereines unter sichtlicher Rührung von dem Freunde und College» Abschied, und kaum ein Auge blieb trocken, als Scholle um Scholle auf den Sarg des Heimgegangenen fiel. Wien. (Eduard Kulke.) Der bekannte Schriftsteller Eduard Kulke, aus dessen Feder auch die „Oesterreichische Wochenschrift" manchen interessanten Beitrag veröffentlichte, ist am 20. d. M., Nachts, in seiner Wohnung, Mariahilferstraße Nr. 70, nach längerer Krankheit im 66. Lebensjahre gestorben. Am 28. Mai 1831 in Nikolsburg als der Sprößling einer alten, gelehrten Rabbinerfamilie geboren, erwarb sich Kulke schon in jüngeren Jahren einen namhaften Ruf als Novellist, und seine vielen Erzählungen aus dem jüdischen Volksleben seines Heimatslandes Mähren, von denen „Der Kunstenmacher" auch in den von Paul Heyse herausgegebenen „Deutschen Novellenschatz" ausgenommen wurde, lassen ihn als den nächst Leopold Kompert bedeutendsten Ghetto-Schilderer erscheinen. Kulke wurzelte mit Herz und Geist im Judenthume, zu dessen treuen Söhnen er zählte. Auch auf dramatischem Gebiete versuchte sich Kulke und schrieb die Tragödien „Don Perez" und Kohra", das Lustspiel „Der gefiederte Dieb" rc. Durch viele Jahre stand der Verstorbene in engeren Beziehungen zu Friedrich Hebbel, und er veröffentlichte auch interessante „Erinnerungen" an den Dichter der „Nibelungen". Der Feder Kulke's entstammt schließlich eine Reihe beachtenswerther ästhetischer Abhandlungen, von denen wir besonders die Studie „Zur Entwicklungsgeschichte der Meinungen" hervorheben. In früheren Jahren war Eduard Kulke auch als Journalist thätig, namentlich als Musikrecensent zuerst des „Fremden-Blatt" und dann des „Vaterland". Er zählte ursprünglich zu den eifrigsten Anhängern Richard Wagner's, trennte sich aber von der „Wagner-Gemeiude", als diese in blindem Fanatismus außer ihrem Meister keinen anderen Componisten gelten lassen wollte. In den letzten Jahren hielt Kulke, der sich stets mit philosophischen Studien eingehend befaßt hatte, in verschiedenen literarischen und wissenschaftlichen Vereinen Vorträge. Eine große Zahl von Freunden und Verehrern betrauert in dem Verblichenen den Verlust eines ebenso gemüthsreichen als gesinnungstreuen Menschen, der sich Zeit seines Lebens über den Mangel an Glücksgütern mit philosophischem Gleichmuthe hinwegsetzte und unverdrossen nur ideale Bestrebungen verfolgte. Unter zahlreicher Betheiligung fand Dienstag Vormittags das Leichenbegängniß statt. In der Ceremonienhalle des Central-

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