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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-03-19 · 12 (19.3.1897) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
12 (19.3.1897)
Date
1897-03-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 352 Dr. Vlvch's Wochrnschrist. Nr. 12 Trauerhause hatten sich eingefunden: Baronin Königswarter, Baronin Oppenheim, Baronin G u t t m a n n, Baronin Schiff-Königswarter, dieDirectoren Bauer und Taussig, Dr. Unger, die Industriellen Hellmann, Goldberger und viele Andere. Fürstin Pauline Metternich, die Prinzessinnen Montenuovo und C r o y und Charlotte Wolter haben condolirt und prächtige Kranzspenden gesendet. Vor dem Trauerhause hatte sich ein zahlreiches Publicum angefammelt, welches bis zum Schwarzenbergplatz auf beiden Seiten der Straße ein dichtes Spalier bildete. Der Hausflur, das Stiegenhaus und die Wohnräume waren mit schwarzem Tuch ausgeschlagen, das Trauergemach selbst mit Draperien decorirt und von den ungemein zahlreichen Kranzspenden erfüllt. Nachdem Obercautor Singer mit seinen Sängern einen Trauerchoral angestimmt hatte, wurde der Sarg gehoben und zum vierspännigen Galaleichenwagen hinabgetragen. Zu beiden Seiten des Sarges, vor dem drei Blumenwägen die Kränze trugen, schritten Angestellte der Firma mit brennenden Lichtern und es folgten in langem Zuge die Salondamen und Beamten. Am Grabe widmete Oberrabbiner Dr. G ü d e m a it n der Verstorbenen einen warmen Nachruf. Wien. Ueber den am 9. d. M. im Festsaale des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines stattgebabten Liederabend des Fräuleins Grethe Modlinger ist zu berichten, daß ungeachtet der Abend mit dem Datum der allgemeinen Wahlen Wiens zusammenfiel, der Festsaal von zahlreichen Musikfreunden besucht war, die gekommen waren, den Vortrag mancher selten gehörter Schübertlieder, die in dem Programm angezeigt waren, anzuwohnen. Der Erfolg war ein glänzender, wie er von der bekannten, sehr geschätzten, sympathischen Künstlerin zu erwarten war. Besonders machte ihr Vortrag der Carmen-Arie Titel: „Avanera", sowie der äußerst künstlerisch angelegten Ballade „Der Noeck" von Carl Löwe einen nachhaltigen Eindruck und brachte den Zuhörern einen Kunstgenuß, der sich in großen Beifall und reichlicher Blumenspende kundgab. Auch die mitwirkende Pianistin, Fräulein Jlka Lippe, wußte durch chren schönen Vortrag von Raff's „Rigaudon" sich eclatanten Beifall zu erwerben. K. Wien. (Humanitärer Geselligkeitsverein der Ungarisch-Bro der.) Ein äußerst animirtes Fest vereinigte Sonntag den 14. März die Mitglieder und Gäste des humanitären Geselligkeitsvereines der Ungarisch-Broder in Sacher's „Hotel Central". Dieser junge Verein, der im dritten Monat seines Bestandes dieses Fest arrangirte, hat dadurch einen glänzenden Beweis seiner Lebensfähigkeit geliefert. Das sorgfältigst ausgearbeitete Programm trug nicht wenig zum Gelingen des Abends bei. Fräulein Pauline P f a u t e r, Mitglied des k. k. priv. Theater an der Wien, trug zwei reizende kleine Lieder vor, die stürmischen Beifall errangen. Ebenso gut waren die „Stimmporträts" des Herrn Hausner, der Musikimitator Herr Hans Busch, sowie der Clavierhumorist Herr Sigwart L i p p a. Die piece de resistance des Abends jedoch war eine Gerichtsscene, dargestellt von den Herren Schulz, Vogel und Geßler, die großartigen Erfolg zu verzeichnen hatte. Nach den Vorträgen trat Terpsichore in ihre Rechte. Man sah selten so viele hübsche Mädchengestalten beisammen, wie i n diesem Abend. Man tanzt und unterhält sich im Dienste der Humanität gerne. Das hat der sonntägige erste Ball des Ung.-Broder Vereines bewiesen. Wie». Der am 7. d. M. stattgehabte Vortragsabend des -Vereines jüdischer Mädchen „Hadaffah" nahm.einen glänzenden Verlauf. Unter den zahlreich erschienenen Gästen bemerkte man Vertreterinnen des Vereines „Moria", Vertreter der Studentenverbindungen „Libanonia", „Unitas" u. f. w. — Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung seitens der Präsidentin Fräulein Schulmann wurde ein äußerst liebenswürdig gehaltenes, an das Präsidium gerichtetes Schreiben Dr. Th. H e r z l's verlesen. Der darauffolgende philosophisch gehaltene Vortrag des Herrn B. Tag, die liebliche Parabel der Frau Dr. G r ü n w a l d, sowie die feurige Rede des Herrn K. L a u e r fanden rauschenden Beifall. Der genannte Verein veranstaltet Samstag den 20. d. M. in dem Locale des Herrn G u t h, II., Stefaniestraße, eine» gemüthlichen Abend mit nachfolgendem Tanzkränzchen und Sonntag den 21. d. M., 4 Nachmittags, einen Vortragsabend, wo Herr cand. phil. M. Berkowicz einen Vortrag „Die sittlichreligiöse Stellung der Frau im Talmud" halten und Frau Jenny Grünwalein selbstverfaßtes Gedicht sprechen wird. Gäste willkommen. Floridsdorf. Der hiesige israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein veranstaltet Mittwoch dey 24. März im Saale Bartsch ein Wohlthätigkeitskränzchen, dessen ganzes Reinerträgniß diesem Vereine zufällt. Karten ü i fl. 20 kr. sind zu haben bei den Herren A. Blumenthal, S. Engelm an n, Emanuel G r ü n w a l d, Jg. W o d i ö k a, Caf6 Spann, Hauptstraße; Restauration M. Guth, Wien, II., Stefaniestraße, und bei den Comitemitgliedern. Budapest. Jacob Suschny, der verdienstvolle Cantor der Pester israelitischen Religionsgemeinde, ist nach 34jähriger Wirksamkeit in den Ruhe st and getreten. Cantor Suschny, dessen herrlicher Tenor in seiner Blüthezeit förmliches Aufsehen erregte, hatte in Gemeinschaft mit dem inzwischen verstorbenen Obercautor Professor Mor. Friedman n seine cantoralen Studien bei dem berühmten Meister S u l z e r in Wien gemacht. Cantor Suschny, der sich der Sympathien und Werthschätzung all Derer, die ihn kennen, erfreut, steht gegenwärtig im 64. Lebensjahre; seine Tochter, die ehemalige preußische Hofopernsängerin Frau Rosa S u s ch n y-M v s b a ch e r, wohnt in Kassel, wo sie sich ein glückliches Familienheim gegründet hat. Ung.-Brod, 14. März. Mit Spannung sahen wir dem Bortrage entgegen, den Herr Rabbinatscandidat vr. pbil. Beck über den jüdischen Philosophen Salomon Maimon halten sollte. Denn Herr Dr. Beck, der erst vor Kurzem nach Absolvirung der Universitätsstudien in Deutschland in seine Heimat zurückgekehrt ist, schilderte uns wohl in seinem gestrigen Bortrage nur die wechselvolle Jugendzeit des durch seine Geistesschärfe berühmten Philosophen, behielt sich aber die Kennzeichnung seines Manneslebens, seines ethischen und philosophischen Systems für den nächsten Vortrag vor. Allein, dies Wenige genügte, um uns ein volles Urtheil über die Persönlichkeit des BorUagenden zu bilden. Nachdem Herr Dr. Beck seinen Vortrag beendet hatte, tönte ihm reichlicher Beifall entgegen, worauf Herr Bezirksschulrath Leopold Singer in schönen Worten denk Redner im Namen des Auditoriums für den geistreichen und anregenden Vortrag dankte. Teplitz, 12. März. Die Armen und Dürftigen in unserer Gemeinde haben einen herben Verlust erlitten. Die fromme, wohlthätige Frau Charlotte Stein ist in einem Alter von 72 Jahren in ein besseres Jenseits abberufen worden. Das Ableben dieser Esches-Chajil hat hier allgemeill die größte Theilnahme hervorgerufen, denn sie war eine große Wohlthäterin und übte Mildthätigkeit aus reinem Herzenbedürfniß. Mit rührender Liebe hing sie an ihrer Heimatsgemeinde Soborten und sie bethätigte diese Liebe in reichlichem Maße den Sobortener Armen gegenüber. Ihr Leichenbegängniß war eine imposante Kundgebung der Verehrung und Hochachtung, deren Frau Stein in allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung sich erfreute. Der gesammte Cultusvorstand, die Vorsteher der Wohlthätigkeitsvereine und eine ungewöhnlich große Zahl von distinguirten Trauergästen fanden sich im Trauerhause ein, wo Herr Rabbiner Dr. K u r r e i n ein deutsches Gebet verrichtete und Herr Obercantor Dawidsohn einen Trauerpsalm vortrug. Hierauf wurde der Sarg in den Sobortener Leichenwagen gehoben und nach dem Sobortener Gottesacker überführt. Ein großer Theil der Trauerversammlung, unter derselben auch der Vorstand der Teplitzer Cultusgemeinde mit dem verehrten Vorsteher Dr. W i l l n e r, folgte zu Fuß dem Leichenzuge bis nach Soborten. Dort widmete am Grabe der Herr Rabbiner H. Gala nd a u e r aus Soborten der theuereu Verewigten einen tiefempfundenen Nachruf. Boskowitz. Donnerstag den 11. d. M. fand das Festessen der Chewra-Kadischa im Locale der israelitischen Volksschule unter zahlreicher Betheiligung der Gemeindemitglieder statt. Nachdem Herr Bürgermeister Eisler einen Trinkspruch auf den Kaiser und der Präses des Vereines die Festgäste begrüßt hatte, hielt unser ehrwürdiger Herr Rabbiner die eigentliche Festrede, in der er den Verein als ein Symbol der heiligen Vereinigung der großen Jeschurnn-Gemeinde feierte. Um das Gelingen des schönen Festes wie um das Gedeihen des Vereines haben sich besondere Verdienste erworben die Herren Georg und Josef Ticho, Bauer, Ultmann und Wolkenstein. Brünn, 16. März. (Verlobung.) Frl. Bertha E ckst e i n, Tochter des Brünner Kaufmannes Lazar Eckstein, hat sich mit Herrn Dr. Max H e r d a n, Secundararzt des Allgemeinen Krankenhauses in Wien, verlobt.

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