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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-03-12 · 11 (12.3.1897) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
11 (12.3.1897)
Date
1897-03-12
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 11 Dr. Vloch's Wochrnfchrifi Seite 235 Spitze der Regierung gebracht werden, der als Judensrennd verschrieen ist und dessen starke Hand gefürchtet wird. Die Inden werden jubeln und von dieser Regierung das Ende des Antisemitismus erwarten. Mitten in diesem Jubel muß plötzlich durch Satans Fügung die Wendung eintreten, daß diese starke Hand liebkosend dem Antisemitenführer das Goderl kratzt. Diese Enttäuschung wird das Jndenthum nicht überleben." Bor lauter Freude vergaß Haman den Rathgeber in seinem Höllenpfnhl zurückzubeordern und. eilte in das Gelaß Satans, vor dem er sich niederwarf und bat: „Infernale Hoheit! Nur noch ein Mal gestatte mir auf die Oberwelt zu gehen, wenn ich diesmal nichts ausrichte, magst Du alle Deine Schrecken über mich loslassen." „Böser Narr, ich füräte Du blamirst mich im Himmel für ewig, daß ich mich werde schämen müssen, vor Gott je wieder zu erscheinen." „Nein, Hoheit, Du wirst stolz als Sieger vor seinem Thron hintreten können." Und geschmeichelt gab Satan dem Haman seinen Segen mit auf die Reise in die Oberwelt. Haman wandelt wieder leib- und lebhaft unter uns. in welchem Antisemiten er steckt, ist schwer zu eruiren, wie man nicht wissen konnte, in welcher San der Teufel steckte, der nach dem Evangelium in die Heerde Säue gefahren ist. Sie treiben» Einer wie der Andere. In der Personalfrage hat Haman sein Werk vollbracht; er wartet nur noch auf Erden den Erfolg ab. Aber wir werden nicht verzweifeln trotz der jüngsten bitteren Enttäuschung. Der endliche Sieg ist unser und Haman wird unter dein Hohngelächter aller guten Geister in seinem Höllenpfuhl zurückschleichen und sich in neuen endlosen Qualen winden. Klopft, ratscht, stampft mit allen Kräften, so oft Hamaus bei Vorlesung der Megilah erwähnt wird. Es ist die Katzenmusik des triumphirenden ewigen Juden, dem ewigen Haman im Gehinom.. Literatur. Die von dem rühmlichst bekannten Folkloristen Dr. Friedrich S. Krauß in Wien herausgebeue Monatsschrift für Volkskunde: „Der Urquell" (RedactionWien, VH., Neustiftgasse 12) ist in einen neuen, den siebenten Jahrgang eingetreten. Die Volkskunde ist eine der jüngsten Wissenschaften. Sie sammelt einerseits die Anschauungen, Sitten, Gebräuche vergangener Zeiten, anderseits sucht sie die Erscheinungen auf psychologische Gesetze zurückzuführen. „Der Urquell" leistet Vortreffliches nach beiden Richtungen. Bon namhaften Autoren, worunter nicht in letzter Linie der Herausgeber steht, werden daselbst die Resultate ihrer Forschungen niedergelegt. Auch das jüdische Volksleben findet sehr, häufig, ja fast regelmäßig in jeder Nummer, Beachtung. So enthält das erste Heft des heurigen Jahrganges: „Volksüberlieferungeil deutscher Juden", „Sprichwörter galizischer Juden" endlich von Dr. M. Landau „Parallelen jüdischer Vorschriften oder Gebräuche mit denen anderer Völker." D. Bücher-Einlauf. Dr. Mandel: Welcker Versicherungszwang ist im Interesse des Volkswohlstandes dringender, die B r a n d- oder Vieh-Versicherung? — Preis 30 kr., Krakau 1807. Verlag der „Eisenbahn-Zeitung". Arnold Raesch: „Soll der Hausirhandel abgeschafft werden?" Z w e i t e A u f l a g e, Wien, 1897. R. L ö w i t, Rothenthurmstraße 22. Max Jaffe: „Die nationale Wiedergeburt der Juden". Eine volkswirthschaftliche Studie. — Berlin 1897. Hugo S t e i n i tz, SW. 12. I. Herzenberg: „Israelitische Jugend bibliothek", UI. Band, a) „David und Jonathan" (preisgekrönt); b) „Der Hauptmann". — Berlin, Verlag des „Israelitischen Jugendfreund." Dr. Felix Coblenz: „Ueber das betende Ich in den Psalmen". Ein Beitrag zur Erklärung des Psalters. Von der hochw. theologischen Facultät der Universität in Berlin mit dem königlichen Preise gekrönt. — Frankfurt 1897. I. Kauf sm a n n. Briefkasten. Mehrere Abonnenten in K. Wir empfehlen Ihnen die Oster- Chocolade aus der Fabrik A. Maestr an i L E o. in Bregenz, welche unter persönlicher Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. A. Tänzer nach streng rituellen Vorschriften erzeugt wird. M. A. Dr. Lueger ist eben so edel, daß er gegenüber der eidliche» Aussage von sechs Zeugen dabei bleibt, daß ihn in Budweis Niemand — angehaucht hat. Dafür aber behauptet er, in Wien geprügelt worden zu sein. L. H« Mitrermayer wurde wiederholt gewarnt, er möge von der Candidatur zurücktreten, wenn er unliebsame Enthüllungen vermeiden wolle. A. H. Der Vergleich mit Kleon stimmt. N. G. Deckert hat von Zeit zu Zeit das Bedürfniß, die alten Lügen wiederzukäuen. Er schreibt dann eine Broschüre. Nemo. Dr. Victor A d i e r hat neulich selbst in einer Wählerversammlung über dieses confessionelle Moment gesprochen. A. B. Der ungarische Abgeordnete M. ist weder ein Jude, noch war er es je. a. Die ersten Wahlkämpfe machte Lueger in der That mit Juden und für das Geld der Juden. B—o. Wenn ein Priester nicht selbst sein Kleid achtet, wie kann er dann fordern, daß Andere demselben Achtung bekunden? K. H.: Es ist leider bei der Finanz-Procuratur nicht anders. F. S.j Znaim. Die Firma Hermann Pollak's Söhne gehört getauften Juden, oie seit Langem mit den Antisemiten verhandelt sind. (O st e r ii in Italic n.) Billige Sonderfahrt nach Italien, einschließlich Sicilien, mit Dampferfahrt im Adriatische - Meer (Triest, Messina, Palermo, Neapel, Rom, Florenz, Venedig). Abfahrt von Wien 13. April. Dauer 24 Tage. Programme und Auskünfte gratis und franco im internationalen Reisebureau Schenker u. Co. I., Schottenring 3. Erenndsn und Bekannten zeigen wir hiemit die Verlobung unserer Tochter Clotildev mit Herrn Ignaz Staber an. Wien — XIX. Bezirk — 7. März 1897. Adolf Sternfeld, Lehrer. Netti Sternfeld, geh. Eckstein. Statt besonderer Anzeige. Verlangen Sie Maestrani’s OSTER GHOGOLADE noe bv inxSapve» Dieselbe ist unter persönlicher Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn l)r. A. 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