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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-02-26 · 9 (26.2.1897) · page 22

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
9 (26.2.1897)
Date
1897-02-26
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Seite 194 Vr. VLoch's Wochenschrift. Nr. 9 thorgasse 5, 5 fl.; Rabbiner I. Dim, Sanok 5 fl.; Rabbiner Freiinan, Holleschau 1 fl.; Fischman & Comp., Prag 10 fl.; Bernhard Heilig, Proßnitz 10 fl.; Dct. Hermann Kraus, Rzeszow 5 fl.; Dct. Jacob Spitzel, Wieliczka 5 fl.; Dct. I. Reinhold, Lemberg 5 fl.; Dct. Ed. Stern, Ung.-Ostra 2 fl.; Dct. Leo Kramer, Bubend 3 fl.; Dct. Oswald Zion, Lemberg 5 fl.; Irma Braun, Neutra 5 fl.; Chewra-Kadischa, Teplitz 5 fl.; Chewra-Kadischa, Friedet und Mistet 5 fl.; Chewra-Kadischa, Linz 5 fl.; Chewra-Kadischa, Zombor 5 fl.; Chewra- Kadischa, Wr.-Neustadt 5 fl.; Chewra-Kadischa, Lipto-Ujvar 5 fl.; Chewra-Kadischa, Klattau 5 fl.; Offe Chessev, Lemberg 5 fl.; Cultus-Gemeinde, Rymanow 3 fl.; Cnltus - Gemeinde, Chotebw 2 fl.; Frau Rosalia Kohn, Wien, II., Kl. Schiffgasse 2 1 fl.; Letzter Ausweis 2142 fl. 39 kr.; in Summa 2249 fl. 39 kr. Dr. L. S. S k r e i n k a, Adolf Pollak, Curarzt in Romrau. Fabrikant in Proßnitz. Marcus N e u m a n n, Mitglied des Cültus-Vorstandes in Proßnitz (Mähren). Budapest. Kürzlich fand hier in Anwesenheit Goldmark's die hundertste Aufführung der „Königin von Saba" statt. Das Haus war gänzlich ausverkauft und nahm die Oper wie eine Premiere auf. Goldmark mußte nach jedem Actschluß unzähligemale vor der Rampe erscheinen und wurde mit Kränzen überschüttet. Szepes-Teplicz, den 20. Februar. Gegen das königlich ungarische Postamt in Szepes-Teplicz wurde antisemitischer Ausdrücke wegen (welche sich Postmeister von F e st im A m t e (!) einem 16jährigen Mädchen gegenüber erlaubte) die Strafanzeige bei der competenten Behörde (Postdirection in Kasch au) erstattet. Das Postamt hat sich dies schon mehreremale zu schulden kommen lassen, diesmal wird es der gerechte n und wohl verdienten Strafe nicht entgehen!' Prag, 22. Februar 1897. Der Verein der jüdischen Hochschüler in Prag hielt Mittwoch den 17. d. M. feine 3. ordentliche Generalversammlung ab. Der Obmann, ' Herr J. u o. Gustav Popper entwickelte in markigen Worten die Thätigkeit des Ausschusses im verflossenen S-mester und constatirte mit Genugthuung den Aufschwung, den der Verein sowohl in ethischer als materieller Beziehung genommen hat. Der Redner fand rauschenden Beifall. In seinem Thätigkeitsberichte hob er insbesondere den glänzenden Verlauf des ersten öffentlichen Vereinsabendes, der durch eine Vorlesung des bekannten Schriftstellers Herrn S. Kohn eingeleitet wurde, sowie die große Zahl der abgehaltenen wissenschaftlichen Vorträge hervor, von welchen namentlich der Vortrag des Herrn Phil. Dr. M. Lewin „Der Satansglaube" und der des Mitgliedes Phil. Cand. I. Pollak „Die Philosophie des Maimonides im Lichte der Errungenschaften Brentanos" rühmende Anerkennung verdienen. Die darauf vorgenommenen Wahlen ergaben folgendes Resultat: Obmann: 1.0. 0. Max Winkler; Öbmann-Stellvertreter: M. U. C Alb in Oppenheim; 1. Schriftführer: LI. 0. 6. Emanuel Sachs; 2. Schriftführer: Med. Rudolf Auspitz; Cassier: Lied Leopold Moll; Bibliothekar: Phil. Caud. Isidor Pollak; Zeitungsverweser: Lied. Heinrich Lederer. Prag. 19. Februar. (Seltene Collegialität.) Bei dem Vortrage, den gestern im Vereine „Äfike" Herr- Rabbiner Dr. Kisch über die „zionistische Umwälzung zu Zeiten R. Akibas" hielt, erschienen außer den Spitzen der hiesigen Gemeinde, darunter Se. Ehrwürden Herr Dr. N. Ehre nf e l d, der Vicepräses Dr. B e n d i e n e r, der Vorstand des Bnei-Brith-Vereines, der ehrwürdige Herr Schriftsteller S. K o h n u. s. w., auch einige Gäste, die in solchen Vereinen gewiß zu den größten Seltenheiten gehören. Herr Dr. Kisch ist nämlich Extern-Proseffor an der hiesigen k. und k. Cadettenschule und aus loyaler Collegialität fand sich auch Herr Oberstlieutenant Polak, Commandaut dieser Schule, mit zwei Hauptleuten und zwei Oberlieutenants dieser Schule ein und folgte dem 1'/- Stunden währenden Vortrage mit dem größten Interesse. Nach dem Vortrage beglückwünschte gleich nach dem Herrn Oberrabbiner der Oberstlieutenant Herrn Dr. Kisch für den patriotischen und dynastischen Geist des Vortrages. E ß. Prostuitz. Eine tief erschütternde Trauerbotschaft durcheilt unsere Stadt. Der allverehrte und allgemein geliebte Seelsorger unserer Gemeinde, Herr Rabbiner Dr. Emil H o f f, ist nach längerem Leiden Montag den 22. d. M. gottergeben wie er gelebt verschieden. Noch letzten Freitag Abend fnnctionirte er in Erfüllung seines heiligen Berufes im Tempel, in derselben Nacht wurde er von einer Ohnmacht befallen und die nicht mehr widerstandsfähige Constitution führte zu einem raschen, letalen Ausgang. Dr. Hoff hat 27 Jahre in unserer Gemeinde eine erfolgreiche seelsorgerische Thätigkeit entfaltet und mit jeder Faser seines Herzens hing er an der Kahila, die ihm wieder von ganzer Seele zugethan war. Tief und schwer wird sein Hingang empfunden werden, unersetzlich wird sein Verlust sein. Der Cultusvorstand gibt seiner Trauer in einer separaten Parte, welche an alle Rabbiner Mährens verschickt wurde, in würdiger Weise Ausdruck. Die Aufbahrung der Leiche erfolgt im großen Tempel, wo Rabbiner Tauber aus Prerau die Leichenrede halten wird. Von Weit und Breit laufen zahlreiche Trauer- und Sympathiekundgebungen ein für die schwergeprüfte Familie und die verwaiste Gemeinde, insbesonders aber für den Sohn des Verewigten, den hoffnungsvollen, vielverheißenden Rabbinatscandidaten Dr. Josef Hoff, der zweifelsohne znm Nachfolger in der Seelsorge designirt sein dürfte. Berlin, 14. Februar. Den fünften d er öffentlichen Vorträge des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur hielt am 11. d. M. Universilätsprofessor Dr. Fleischer über das Thema: „Was ist die alte jüdische Musik?" Der Vortragende besprach zunächst die in der Bibel erwähnten Instrumente, welche zur Zeit des ersten Tempels in Anwendung kamen. Diese Tempelmusik, von der aber keine Spur mehr vorhanden, werde in der nachbiblischen Zeit ausschließlich durch ' Recitation ersetzt, die wir uns durch Vergleiche mit der gleichzeitigen Entwicklung der altchristlichen und griechischen Mi-sik zum Theil wohl noch reconstruiren können und müssen, weil sie die einzige originale Musik sei. Die höchst interessanten Ausführungen des Redners, die wir leider auch nicht einmal im Auszüge wiedergeben können, weil uns dafür jede fachmännische Bildung abgeht, erweckten allgemeines Interesse und fanden bei dem zahlreich versammelten Auditorium, in dem namentlich unsere musikalischen Kreise vertreten waren, lebhaften Beifall. Oldenburg, 15. Februar. Jüdische Volksschulen bestehen in einigen Gemeinden unseres Herzogthums. In Oldenburg und Jever bestehen jüdische Religionsschulen; die Kinder besuchen christliche Scl ulen und werden von einem besonders dazu angestellten Lehrer in der Religion unterlviesen. In der jüdischen Bevölkerung zeigt sich jetzt das Bestrebeir, dem neuen Schulgesetz eine Bestimmung einzufügen, durch welche all allen größeren Orten unseres Herzogthnms staatliche jüdische Volksschulen gegründet werden sollen. Krefeld, 1. Februar Ein Führer der hiesigen Antisemiten, der Hefehändler A. W i n t j e n s, ist wegen Verdachtes der Erbschafts-Unterschlagung und anderer Betrügereien verhaftet worden. Paris. Der Dicector der Pariser Sternwarte, Mr. Löwy, ist zum Präsidenten der Meridianmeffnngscommission für das Jahr 1897 ernannt worden. Algier, 3. Februar. Vor einiger Zeit entließ der Municipalrath von Oran die jüdischen Polizisten aus dem Gemeindedienste. Der Präfect Monsieur de Maleherbe hat daraus in einem energischen Schreiben die Wiederanstellung der Entlassenen verlangt und den Municipalräthen eine Lection über die Resultate der Revolution von 1789 gelesen. Trotzdem haben die Municipalräthe sich geweigert, Juden auzunehmen, und haben ihre Mandate niedergelegt. Hoffentlich bringen die neuen Wahlen eine den Inden günstigere Verschiebung der Verhältnisse. _ Feuilleton. Simson der Gibor. Dokumente aus dem Nachlasse meiner Großmutter. Nach ihren Daten und inneren Zusammenhang geordnet und vervollständigt.) Bon Heinrich Hammer. (Fortsetzung.) Der Versager behält sich alle Rechte vor. Die Aussage seiner Frau Rösel Kohn aber, ist folgende: „Am Eingangsabend vergangenen Samstags erwartete ich die Rückkehr meines Mannes, der zum Krankenbesuche ausgegangen war, und blieb lange wach. Endlich, als die Lichter bereits verlöschten und ich im Bette lag, trat Jemand, der beinahe wie mein Mann aussah aber doch nicht ihm glich, zur Thüre herein. Ich sah,.daß seine Gestalt und Größe wohl der meines Mannes ähnlich war, feine Bewegungen und Stimme aber waren andere, auch wußte er sich augenscheinlich im Finstern in dem Zimmer

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