Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 9 (26.2.1897)
- Date
- 1897-02-26
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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Nr. 9 Dr. Vloch's Wochenschrift. Seite 193 wo gerade Lord R o s e b e r r y sich befand. Der Bote kehrte unverzüglich zurück — mit einem Telegramm Lord R v s e b e r r y's an den britischen Minister in Teheran, das ihn beauftragte, sofort alle nöthigen Maßregeln zu ergreifen, um das befürchtete Massacre abzuwenden. Lord R o f e b e r r y's Vermittlung machte einen so tiefen Eindruck auf die persische Regierung, daß sofort energische Schritte gethan wurden, um Blutvergießen zu verhindern und der mohammedanische Priester, der die Ursache der Unruhen war, nach Teheran vorgeladen wurde. London, 6. Februar. Unter großem Zulauf von Neugierigen aller Art wurden am 5. d. M. die neuen Schulgebäude der Spanisch-Portugiesischen Gemeinde eingeweiht, denn die Herzogin von A l b a n y, eine Prinzessin des Herrscherhauses, vollzog selbst den Einweihungsact. Das 2. Regiment der Tower Hamlets hatte die Ehrenwache und fein Musikcorps spielte festliche Weisen und die Nationalhymne. Ihre königliche Hoheit wurde von dem Cbachanl Gaste r, Oberrabbiuer Dr. Adle r, F. D. Mocatta und Mr. Arthur L i n d o empfangen. Der Letztere hielt eine längere Ansprache, in der er eine ausführliche Geschichte der Spanisch-Portugiesischen Gemeinde gab. Wien. (T r a u u n g.) Montag den 1. März findet im engsten Familienkreise die Trauung von Fräulein Melanie, Tochter des bekannten Inhabers des Annoncen-Bureaus Heinrich S ch a l e k, mit Herrn Professor Dr. Gustav Gärtner statt. Wien. (Spenden für das Inserat: ^Inständigste Bitte!") Eine arme Familie, deren Oberhaupt brustleideud ist und deshalb keinen Erwerb findet, um seine 9 Kinder zu ernähren, sind uns zu den bereits aus gewiesenen 73 fl. 90 kr. von Herrn Jacob Meist, Olmütz 1 fl.; Anonym 2 fl.; A. M., Wien, XlX. 1 fl.; B. S., Wien 2 fl., in Sunrma 79 fl. 90 kr. zugekommen, welche wir ihrer Bestimmung zugeführt haben. Wien. (Concert für den Baufond der Rettung s g e s e l l s ch a f t) Am letzten Sonntag fand im Concertsaale Schweighofer das Wohlthätigkeitsconcert des bekannten Violinprofessors und Pädagogen Max Adler mit vorzüglichem Programm statt. Wie immer war der Erfolg ein großer und der Beifall ein wohlverdienter. Die Solovorträge des Concertgebers trugen demselben einen Lorbeerkranz ein. Sehr gefallen hatte auch das von Herrn Adler arrangirte und dirigirte Ensemble der Schüler, die an Exaktheit und Präcision recht Tüchtiges leisteten, von denen zu erwähnen sind als Solisten: Popper Bruno, D u s ch a k Carl, Bloch Bela, und Zentler Adolf. Von den sonstigen Mitwirkenden fand Frl. Jda Hofer für ihre schön gesungenen Lieder, Herr Dr. Viel. B u d a u für den großartigen künstlerischen Claviervortrag, Herr Carlo Böhm, Gesangskomiker, für'mehrere gelungene heilere Gesangsvorträge, besonders mit dein Liede „Bon tonl‘, vom Concertgeber componirt,reichen Beifall. Ein Streichquartett, das zu Ehren der Schubertfeier von Schubert das Ls-ckur-Qnartett executirte, gefiel sehr gut; Herr Adler spielte die erste Violine. Wien. Das am 9. März im Eschenbachsaale stattfindende Concert der bekannten Lieder- und Opernsängerin Fräulein Grethe M o d l i n g e r, bei welchen Fräulein Jlka Lippe und Herr Professor Emil W e e b e r Mitwirken, verspricht, zu einem genußreichen Abend sich zu gestalten. Das reichhaltige Programm, nach welchem atlch die Ballade: „Der Nöck", sowie Einiges von Schumann, Goldmark, Per g o lese, die „Gartenarie" ans Mozart's „Figaro's Hochzeit" und die „Avanera" aus „Carmen" zum Vortrage gelangen, ist geeignet, den Besuchern einen wahren Kunstgenuß zu bereiten. Karten sind in der Musikalienhandlung Ros6,1., Kärntnerring Nr. 11, erhältlich. Wien. Am 19. d. M. hielt Herr Dr. G e l b h a u s eine Rede über die Bedeutung der heiligen Geräthe der Stiftshütte. Das Gotteshaus war so wie in den hohen Feiertagen von Männern und Frauen in allen seinen Theilen überfüllt. Die geweihten Gegenstände seien als Symbole zu betrachten, als Hüllen tiefer Gedanken. Der größte jüdische Philosoph des Alterthums, Philo, sagte: „Der Sinn der Ceremonie verhält sich zu ihrer Beobachtung wie die Seele zum Körper. Wie wir den Körper zu erhalten bemüht sind, weil er der Wohnort der Seele ist, so müssen wir auch die Ceremonien ehren, um dadurch den inneren Sinn und Geist zu bewahren." Nach flüchtigem Berühren der anderen Objecte stellte der Redner die Opfer des Räncheraltars in den Mittelpunkt seiner Betrachtung, als Symbol der Barmherzigkeit. Die lieblichsten Düfte, die zu Gott emporsteigen, sind Mitgefühl mit den Unglücklichen und werkthätige Menschenliebe. Die Bedauernswerthesten der Verlassenen sind aber die armen Waise nkin de r. Die Verweigerung der Unterstützung dieser unglücklichen Menschenkinder lenkt doppelt unsere Aufmerksamkeit auf den „edlen" Verein zur Versorgung der Waisenkinder der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, an dessen Spitze einer der hochherzigsten und w o h l t h ä t i g st e n Glaubensgenossen steht. Die Unterstützung dieses Vereines sind die gottgefälligsten Opfer, die wir darbringen können. Die versammelte Gemeinde horchte mit gespannter Aufmerksamkeit der begeisterten Rede, welche von einer gewaltigen Wirkung war. Wien. (Zum D i en stj u b i läu m des Herr n Professor Leopold O s e r.) Bei dem am 11. d. stattgefundenen Dienstjubiläum des Sanitätsrathes Professor Leop. O s e r haben sich auch die Secundarärzte des Rvthschild-Spitales, und zwar die Herren Doctoren R o s e n t h a l Bela, Bloch, N o s s a l und Dr. Pfeffer, wie auch der Verwalter Herr Dr. K o r a n y i, an der Feier hervorragend betheiligt. Im Saale B. 6 wurde von einem 75-jährigen Manne, Namens Beck, beim Erscheinen des Professors eine schwungvolle Rede gehalten, in welcher er die Tugenden des Professors pries und alles Edle und Schöne betonte, was der Jubilar in den 25 Jahren geleistet und wie vielen Menschen er unverdrossen das Leben gerettet habe. Zum Schlüsse sprach er den Wunsch aus, der Professor möge auch das 50 j ä h r i g e Dienstjubiläum bei voller Geistesfrische feiern und seines Amtes zum Wohle der Menschheit bis an die äußerste Altersgrenze walten. Der Professor nahm diese Kundgebung mit sichtlicher Freude aui, sprach seinen Dank aus und meinte: Was man machen kann, wird gewiß gemacht; wir trachten stets, die Leute nach Möglichkeit gesund zu machen. F. L. Wien. (L i t e r a r i s ch e r G e s e l l i g k e i t s v e re i n jüdischer Mädchen „M o r i a".) Am 14. d. M. fand ein Vortragsnachmittag dieses Vereines statt, zu welchem außer den Mitgliedern sich eine große Anzahl von Gästen einfand. Auf der Tagesordnung stand der Bortrag des Herrn Cand. Jur. Berthold Feiwel aus Brünn über „Das moderne Judenthnm und die Franensrage", den der Vortragende in geistvollster Weise zur Ausführung brachte. Herr Feiwel erntete hiefür den lebhaften Beifall der Anwesenden. In würdiger Weise wurde der Nachmittag mit der Recitation der Gedichte „Chanina beu Teradjun" von Ludwig August Frankl und „Endor" von G o l d b u r g durch das Bereinsmitglied Frl. Jda Werner beschlossen. Der nächste Vortragsnachmittag findet Sonntag den 28. d. M. im Vereinslocale, I., Schottenring 23, präcise 3 Uhr, statt. Gäste (Damen) sind willkommen. Wie bereits erwähnt, veranstaltet dieser Verein am 4. d. M. eine Akademie mit hierauf folgendem Tanzkränzchen. Das Fest, welches im großen Saale des kaufmännischen Vereines, l., Jvhaunesgasse 4 stattfindet, dürfte allem Anscheine nach einen glänzenden Verlauf nehmen, da einerseits das gewählte Programm, anderseits der Umstand dazu beiträgt, daß das Reinerträgniß dem Unterstützuttgsfvnd für arme, jüdische Waisenkinder zugedacht ist. Wien. Der humanitäre Geselligkeits-Verein „Rudolfsbund" hat sich auf Wunsch der Mitglieder, hauptsächlich der Damen, entschlossen, von der Abhaltung eines Costume-Festes im heurigen Jahre abzuseheu und eine Masken-Redvute unter der Devise: „Einst" und „Jetzt" zu veranstalten. Das Fest findet am Faschiilg-Sonntag, den 28. Februar 1897, in Sacher's Hotel Central, ll., Tabvrstraße 8, statt. Floridsvorf. Am 20. Februar wurde in der Synagoge der israelitischen Cultusgemeinde die„BarMizwah"-Feierdes Sohnes des Herrn Adolf W o d a k in feierlichster Weise begangen. Lemberg. Der in Fiuanzkreisen bestens bekannte Herr Moriz Lazarus, Directvr der Galizischeu Actien-Hypothekeubank in Lemberg, begeht am 8. März l. I. sein 30jähriges Dienstjubiläum. Lazarus zählt zu den populärsten Gestalten des galizischen Judenthums, dem alle Parteien die gleiche Verehrung entgegenbringen. RoLnau. (A ch t e s S p e n d e u - B e rz e i ch n i ß.) Zur Errichtung eines israelitischen Friedhofes und eines Asylhauses für lungenkranke arme Glaubensgenossen im Cmorrte Ro^nan (siehe Aufruf in der Nr. 50 der „O e st e r r e i ch i s ch e n Woche n s ch r i s t" vom Jahre 1890) sind weiters nachstehende Spenden eingegangen von: Ried. Dr. Winter, Brunn, Rem