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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-02-19 · 8 (19.2.1897) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
8 (19.2.1897)
Date
1897-02-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 166 Dr. Vloch's Wochrnschrist Nr. 8 Roznau. (Zur Errichtung eines israelitischen Friedhofes und A s y l h a u s e s) für arme jüdische brustkranke Curgäste liegen Beschlüsse seitens der Cultusgemeinden von K r a ß n a und W a l. - M e s e ri t s ch vor, welche geeignet sind, die initiirten Humanitären Zwecke bestens zu fördern. Die Chewra-Kadischa von Kraßna hat sich bereit erklärt, die Verwaltung des zu erbauenden Friedhofes in Roznau zu übernehmen, bei jedem Todesfall zwei Bereinsmitglieder, resp. zwei Frauen in Begleitung eines Chewra-Kadischa-Vorstehers nach Roznau zu entsenden behufs Vornahme der rituellen Handlungen, die Kosten der würdigen Bestattung Unbemittelter aus eigenen Mitteln zi^ bestreiten, eventuell für den Leichentransport einen Ceremonienwagen beizustellen. — Seitens der Israelitischen Gemeinde Wal.-Meseritfch haben sich die hervorragendsten Balbatim erbötig erklärt, in das Curatorium des zu erbauenden Asylhauses in Roznau zu treten, die Verwaltung zu übernehmen und für die Controle der Gebahrung zu sorgen. Es wäre daher die Gewähr dafür geboten, daß die in Roznau zu errichtenden Cultusanstalten ihren Zwecken vollkommen entsprechen würden. Leider fehlen noch die Mittel zur Jnstallirung. daher neuerlich der warme Appell an alle Glaubensgenossen, namentlich an die frommen Brüder- und Frauen-Vereine ergeht, zur Verwirklichung der Humanitären Zwecke nach Kräften beizutragen. Prag. (Z u r E r h a l t u n g des alten jüdis chen Friedhofes in Prag.) Die Prager israelitische Beerdigungsbruderschaft hat bekanntlich denr Landtage eine Petition unterbreitet, der alte jüdische Friedhof in Prag, von welchem ein Theil der Assauirung zum Opfer fallen soll, möge vollständig erhalten bleiben. In der gestrigen Sitzung der Landtagscommission zur Abänderung der Bauordnung wurde nun beschlossen, dem Landtage zu beantragen, der Landesausschuß werde beauftragt, die Petition dem Prager Stadtrathe mit dem Beifügen abzutreten, daß bei der Durchführung der Assanirnng auf die in der Petition enthaltene Bitte möglichst Rücksicht genommen werde. — Auch die israelitische Cultusgemeinde in Prag hat sich an den Landtag mit der Petition um die Erhaltung des bezeichneten Friedhofes in seiner Gänze gewendet. Seltsame Sparsamkeit. Man schreibt uns aus Novy B y d z o v : Hier besteht eine Cultusgemeinde, die circa 800 Seelen zählt. Man dürfte doch getrost annehmen, daß eine solche Gemeinde jenes Minimum von Selbstachtung besitzt, um die wichtigsten und unentbehrlichsten Functionäre zu besolden. Trotzdem aber die Cultussteuer binnen 2 Jahren auf das Doppelte erhöht wurde, beschloß der Vorstand, doch Rabbiner und Cantor zu kündigen, um einen M a n n a n z u st e l l e n der f ü r billiges Geld alle Functionen verrichten würde! Der Rabbiner kam der Kündigung zuvor und kündigte selbst, der Cantor hat aber noch einen für zwei Jahre giltigen Contract, den er nicht freiwillig lösen will. Geziemt es sich für einen Vorstand, solche Ersparungspolitik zu treiben? Kann man Achtung von Anderen fordern, wenn man sich selbst so wenig achtet? N. N. Breslau, 15. Februar. Am 10. Februar fand, wie alljährlich, anläßlich seines Jahrzeitstages, die Trailerfeier für den verewigten Directvr Dr. Z. Frankel in der Synagoge des jüdisch-theologischen Seminars statt. Die Gedächtnißrede Hielt auf Veranlassung des Lehrercollegiums Herr Rabbiner Dr. F i n k e l s ch e r e r, der in gediegenen rmd gewandten Ausführungen Frankel's Stellung zur Reformfrage beleuchtete. Die Palästina-Ausstellung, über die unser Blatt am 5. Februar berichtete, erfreut sich weiter eines großen Besuches, die ausgestellten Producte finden — auch in liichtjüdischen Kreisen — Anerkennung und Absatz. Ein Comite angesehener Damen sucht den Besuchern Interesse für die gute Sache einzuflößen. Diesem Comito haben sich in geradezu aufopfernder Thätigkeit die Herren Rabbiner Dr. F i n k e l und Drd. T u r o s f zur Verfügung gestellt, die keine Mühe und kein Opfer an Zeit scheuen und sich ganz dem edlen Zwecke gewidmet haben. Beiden Herren gebührt die höchste Anerkennung. Breslau, 15. Februar. (P a l ä st i n a - A u s st e l l u n g.) Die Wünsche, daß die Bemühungen des Esra-Vereines und des Ausstellungscomites von Erfolg gekrönt sein mögen, welche irr Nr. 6 Ihrer Zeitung im Anschluß an einen Bericht über die hiesige Palästina-Ausstellung ausgesprochen wurden, sind zur größten Freude aller Betheiligten schon heute in Erfüllung gegangen, der materielle Erfolg ist schon nach diesen drei Wochen ein so bedeutender, daß die kosten des Unternehmens fast gedeckt sind mrd man aus dem Ertrage der künftigen Wochen mit Sicherheit auf eineir erklecklichen Ueberschuß rechnen kann, der den Juden in Palästina zu Gute kommen wird. Die Schnitzereien, Handarbeiten und sonstigen Gegenstände des Gewerbes werden ebenso eifrig gekauft, wie die Landesproducte: Mandeln, Apfelsinen, Honig, Rosenwasser u. s. iv. Sehr beliebt sind die verschiedenen Weinsorten und Fruchtsäfte, welche in einem geschmackvoll decorirterr Saale verabreicht werden. Da besonders die Weine und der Cognac gut und preiswertst sind, so sind an den Verein sogar größere hiesige Weinhändler mit dem Ersuchen herangetreten, ihnen den Verschleiß zu übertragen. Allabendlich kann man ganze Farnilien in der Probirstnbe sitzen sehen, die sich an dem köstlichen Naß erfrischerr und den belehrenden Vorträgen über Wesen und Bedeutung der Colonisationsidee mit großem Interesse lauschen. Auch die hiesigen Tageszeitungen aller Parteirichtungen bringen ausführliche, die Bestrebungen anerkennende Berichte. So ist neben denr materiellen ein nicht minder bedeutender ideeller Erfolg zu erwarten. Weite Kreise werden für die gute Sache gewonrren und die Anzahl der Mitglieder und Spenden für den hiesigen Esraverein ist ganz erheblich gestiegerr. Wenn das Interesse so sehr gewachsen ist, so ist das hauptsächlich dem Umstande zuznschreiben, daß den ganzen Tag über und selbst bis spät irr die Nacht hinein Herren in der selbstlosesten mib aufopferungsvollsten Weise durch belehrende und erläuternde Vorträge über die ausgestellten Gegenstände und über Entstehung und Entwicklung der Colonien für die Sache wirken. Besonders verdient machen sich hierbei die Herren Redacteur T u r o f f und Herr Rabbiner Dr. F i n k e l, Beide in den betheiligten Kreisen als treue Mitarbeiter und Vorkämpfer der Colonisationsidee in Palästina und Syrien rühmlichst bekannt. Durch Schrift und Wort sind sie seit Jahren unablässig thätig, in Deutschland dieser Idee Anhänger zu verschaffen. Ihren Lesern wird Herr Rabbiner Dr. F i n k e l aus den hebräischen Zeitschriften „Haiwri" und „Hamagid" bekannt sein, und dürfte es dieselben' auch interessiren, zu erfahren, daß er aus Oesterreich ist. Diesen Herren ist die Freude über den Erfolg der Ausstellung zu gönnen, sie wird ihnen genügender Lohn für den Aufwand an Zeit und Mühe sein und sie anspornen, auch fernerhin für den Esraverein zu wirken, bis ihr und Aller, die es mit dem Judenthnm gut meinen, Wunsch in Erfüllung gegangen ist, den böswilligen und heimtückischen Gesellen zeigen zu können, was Israels Söhne auf eigenem Grund und Boden zu leisten vermögen. Möge Palästina bald von jüdischen Ackerbauern bewohnt und immer unabhängiger von den Unterstützungen ihrer Brüder werden! Berlin, 7. Februar. Die heutige Repräsentanten- V e r s a m m l n n g wurde vom Vorsitzenden mit einem warmen Nachruf eröffnet, den er dein letzthin verstorbenen Mitgliede Siegfried L e i ch t e n t r i t t widmete. In die erledigte Stelle von Martin Simon ist Herr Isidor Sachs, in diejenige von Siegfried Leichten tritt Herr Moritz N e n f e l d eingerückt. Die durch den Tod des Herrn Leichten tritt ebenfalls erledigte Stelle eines stellvertretenden Schriftführers erhielt Herr Rechtsanwalt A p o l a n t. Die Versammlung nimmt dann zu Punkt 2 der Tagesordnung von einem Schreiben des Gemeindevorstandes Kenntniß, daß bei der Neuconstituirung des Vorstandes Herr Julius I a c o b y zum ersten uno Herr Dr. L a ch m a n n zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden sind. In die gemischte Commission zur Borberathung der Rabbinerwahl werden an Stelle des ansgeschiedenen Herrn Martin S i m o n und des verstorbenen Herrn Leichtentritt die Herren I. Oppenhei m und Prof. Senator , abgeordnet. Die Wahl wird von der Versammlung mit großer Majorität bestätigt, ebenso die der Herren Prof. Baginsky und Geheimrath M a r c u s e als Vorstandsmitglieder der Ephraim-Stiftung an Stelle der ausgeschiedenen Herren I s a c und S i m o n. Nachdem dann die Vorlage, betreffs Festsetzung der Höhe der neuen Auflage des ersten Theiles des Gebetbuches für die neue Synagoge in die geheime Sitzung zur Berathung überwiesen war, gelangten die Satzungen der Commission für die F r i e d h o f s a n g e l e g e n h e i t e n wieder zur Verhandlung. Eine lebhafte Debatte knüpfte an den Absatz 2 des Artikels 7 an, auf Grund dessen in der Reihe der Rabbiner auch andere hervorragende Männer begraben werden dürfen, worüber der Gemeindevorstand nach Anhörung eines der G e m ei n d era b b in er zu bestimmen hat. Beanstandet wurden die durch den Druck hervorgehobenen Worte und Strei-

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