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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-02-19 · 8 (19.2.1897) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
8 (19.2.1897)
Date
1897-02-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 8 Vr Vloch's Wochenschrift Seite 165 schaftlich angestimmt wurde und die Begeisterung kein Ende finden zu wollen schien. Sodann begrüßte Herr Anton Schneider, Vicepräfes der Cultusgemeinde und Vorsteher der Chewra-Kadijcha, die Festversammluug, insbesondere aber die erschienenen Ehrengäste, die Herren Dr. M. Spitzkopf, k. k. Rathssecretär; I. Schischa, Präses der Cultusgemeinde Wr.-Neustadt; Jacob Wolf und Dr. W. Wolf aus derselben Gemeinde; Herrn G. Knepler, Stationschef in Neunkirchen und Präses der dortigen Cultusgemeinde; die Herren M ach a u f und K o h n aus Liesing; den ehrwürdigen Bruder unseres Herrn Rabbiner. Prediger des IV. und V. Bezirkes in Wien; den ehrwürdigen Herrn Rabbiner aus Mödling; den in Baden wohnhaften sehr verehrten Gymnasialprofessor S. Handel; schließlich die beliebten Badener Aerzte Dr. Josef Schwarz, Dr. Emil Raab und Dr. W. H a y. An diese Begrüßung schloß sich ein Toast unseres in geistvollen Reden unermüdlichen Herrn Rabbiners, der im Laufe des Festmahles von den Anwesenden noch fünfmal das Wort zu ergreifen bemüssigt wurde und immer stürmischen Beifall erntete. Eine gehobene und animirte Stimmung beinächtigte sich der ganzen Versammlung, die aus mehr als hundert Personen bestano. Besonders mit Humor gewürzt waren die Toaste des Herrn Rabbiner H. L. Reich ans Wien und des Herrn I. S ch i s ch a aus Wr.-Neustadt, welch Letzterer meinte, er wäre als Präses seiner Gemeinde hauptsächlich deshalb der ehrenden Einladung gefolgt, um den hiesigen Cultusvorstand zu bitten: »Hodienu nu es derochechu!* Zeige mir, wie man in so kurzer Zeit so Großes leisten kann. Er fand jedoch die Antwort in den an dieser Stelle angegebenen göttlichen Eigenschaften: »Rachum wechanun, raw cheset weemes.4 Wenn man Werke der Barmherzigkeit und der wahren Milde in so ausgiebiger Weise übt, wie die Badener Cultusgemeinde, dann kann der Erfolg nicht ausbleiben'. Sehr geistreiche und gediegene Toaste folgten in Fülle von den Herren: Rabbiner in Mödling; Professor H an d e l; Dr. Spitzk o P f; Dr. I. Schwarz; Vorstandsmitglied Julius P h ilipp; Dr. R aab; Julius Braun, Beamter der Cultusgemeinde in Wien; Dr. M. Goldberger; Jacob W e i ß m a n n und noch ungezählte wilde Trinksprüche, die einen schönen Abschluß in dem unvergleichlich humorvollen „Kiddusch" des Herrn Simon Bergrr fanden. Sehr interessant gestaltete sich die Schneeball-Licitation für den Erhalt des „Benschen", welche von den Herren David L e itn e r, Vorsteher d-r Chewrc-Kadischa, und H. F l a s ch n e r eingeleitet wurde; dieselbe ergab die stattliche Summe von fl. 261 zum Besten des Vereines. Herrn B. R osner erstand das Recht zur Recitation des Tischgebetes, mit welchem er unseren ehrwürdigen Herrn Rabbiner beehrte. Budapest. (I s r a e l i t i s ch e s K n a b e n w a i s e nh a u s.) Für das Bethaus des Pester israelitischen Knabenwaisenhauses spendete Herr Julius Adler eine werthvotle Thorarolle und ein weißseidenes, reich mit Goldstickereien geschmücktes Thoramüntelchen und Herr Jacob Deuts ch die kunstvollen silbernen Geräthe. Diese Thorarolle wurde nun beim jüngsten Sabbath-Nachmittags-Gottesdienste vom Cantor S. Lewandofsky im Beisein eines zahlreichen Publicums feierlich geweiht. Als Erster wurde zur neugeweihten Thora der edle Spender derselben, Tempelvorsteher Herr Julius Adle r, welcher einen vom Obercautor Professor Adolf L a z a r n s verfaßten, höchst ehren- und würdevollen Mischeberach erhielt, gerufen. Hierauf sprach Director Bela C s a j a g y ein tiefempfundenes Gebet, tit welchem er den Segen des Himmels für Julius Adler, für dessen Gattin und dessen Tochter, sowie für den verdienstvollen Präsidenten Jacob Deutsch herabflehte. Dem feierlichen Acte lvohnteu an: Reichstagsabgeordneter Dr. Soma V i s o u t a i, Obercautor Professor Ad. L a z a r u s, die Tempelvorsteher Arthur Bloch und Berthold Beer, Comitemitglied Josef G a l i tz e n st e i n, Dr. Jzor G l a ß, Dr. Wilhelm Grane r, Reservelientenant Emil Groß, ein zahlreiches Damenpublicum und noch Andere. In Verbindung mit dieser Festlichkeit fand die Coufirmation von vier Waisenknaben statt. Nach der Feier wurde den Jnstitntszöglingen — 680 an der Zahl — die Jause verabreicht, wobei zwei Zöglinge Ansprachen hielten. Hierauf richtete Abgeordneter Soma Visontai einige herzliche Worte der Ermahnung an die Waisenknaben, sie mögen sich stets vor Augen halten, daß sie berufen sind, gute Patrioten und treue Söhne des Judenthums zu werden. Budapest, 10. Jänner. Herr Koloman Kürz hat der orthodoxen Cultusgemeinde in K ö s m a r k einen Stiftungsbrief über 10.000 Kronen übergeben, aus deren Zinsen die armen Kinder der dortigen Schulen Kleidung und arme Waisenkinder eine sorgfältige Erziehung erhalten. — In H o m o n n a winde Dr. M o s k o w i tz zunk B ü r g e r m eiste r gewählt. — Dem greisen Pädagogen Abraham Lederer wurden anläßlich seines 70. Geburtstages herzliche Ovationen dargebracht. Cultusminister W l a s s i c s, Staats secretär Z s i l i n s k y und viele andere Notabilitäteu sprachen dem verdienstvollen Manne ihre Glückwünsche aus. Budapest. (R a b b i tt e n-P romotio u.) Vor einigen Tagen fand im Tempel der Landes-Rabbinenschule die feierliche Promotion der Herren Dr. M. Licht mann, Dr. G. Schwarz, Dr. Ni. Weiß und Dr. I. W e l l e ß zu Rabbinen statt, nachdem die genannten Candidaten die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen vor der aus den Professoren der obigen Abtheilnng der Lattdes-Rabbinenschllle, ferner dem Großbecskereker Oberrabbiner Dr. M. Klein und dem Werschetzer Oberrabbiner Tr. A. S i d o n bestehenden Prüfnngscommission abgelegt hatten. Bei der Feier waren anwesend die Herren Martin Schweige r, Dr. Josef S i m o n, Rabbiner Dr. Samuel K o h n. Rabbiner Dr. Ni. Klei n, Rabbiner Dr. A. S i d o n, Rabbiner Tr. R. Goldber g, Samuel Deutsch, Alexander W a h rm a n n, Director Josef B a n o c z i, das Professorencollegium der Rabbinenschule und ein zahlreiches Publicum. Tie Feier begann mit einem Choralgesang, vorgetragen von den Schülern der Anstalt unter der Leitung des Professors A. L a z a r n s. Im Rainen der Prüfungscommission hielt Herr Rabbiner Tr. Ni. Klei n eilte ungarische Ansprache an die Candidaten, in deren Namen Tr. I. W e l l e ß Worte des Tankes und des Abschiedes an das Profesforencotlegium und au das leitende Comite richtete. Prof. Moses Bloch überreichte sodann in Begleitung einer hebräischen Rede den Candidaten die Diplome und ertheilte ihnen die Weihe. Mit dem Absingen des Hymnus schloß die schöne Feier. Pilnikau, 11. Februar. Gestern hielt hier der socialdemokratische Reichsrathscandidat Wilhelm K i e f e w e t t e r, Redacteur ans Reichenberg, eine Volksversammlung ab, in welcher eine Resolution in dem Sinne gefaßt wurde, den socialdemokratischen K i e s e w e t t e r als Reichrathsabgeordneten für die fünfte Curie zu wählen. Cr entwickelte ein ziemlich reichhaltiges Programm und erwähnte unter Anderem:„.... wir Socialdemvkraten sind international und iilterconfesfionell, uns ist der Jude gerade so lieb wie der Christ, wir wollen Freiheit und Gleichheit Aller vor dem Gesetze . . . ." Krakau. Die diesjährigen Handelskammerwahlen haben wiederum die schon oft erwiesene Thatsache bestätigt, daß die Inden durch geschloffenes nnd mnthiges Vorgehen sich ihre Rechte behaupten und wahren können. Seit Monaten wurde hier aus Anlaß der Handelskammerwahlen von den Antisemiten mit den verwerflichsten Mitteln gegen die Inden gehetzt, doch die friedliebende christliche Bürgerschaft hat sich von diesen Hetzereien ferne gehalten. Das jüdische Wahlcomitö, an dessen Spitze die bewährten nnd muthigen Führer der hiesigen Juden standen, hat es sich zur löblichen Aufgabe gestellt, den Besitzstand der Juden in der Handelskammer zu erhalten, har aber dabei, tactvoll wie immer, auch den Christen die bis nun innegehabten Mandate gewahrt. Am 5. d. Ai. wurde hier das Mitglied der hiesigen Cultusrepräsentanz Herr Feiwel P a m m zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der seit einer langen Reihe von Jahren Mitglied des Vorstandes war, hat sich große Verdienste um die Hebung unserer Cultusgemeinde erworben. Vor längerer Zeit wurde derselbe mit der Verwaltung des Friedhofes von der Repräsentanz betraut und hat dabei großen Fleiß und Ausdauer an den Tag gelegt. Der Vorstand der Cultusgemeinde war zum Leichenbegängnisse in corpore mit dem Präsidenten Tr. Leon H o r o w i tz und dem Bice-Präsidenten Hirsch Landau an der Spitze erschienen. Ter Rabbiner-Stellvertreter Herr Ch. L. H o r ow i tz widmete am Friedhofe dem Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf. Krakau, 15. Februar. Sonntag den 14. d. M. fand hier eine jüdische Versamnllnng statt, um die Abwehr in der bedrohlichen Lage des Judenthums zu organifiren. Erster Redner war Dr. F r ü h l i it g, welcher die düstere Situation zeichnete, die Versäumnisse, welche sich die obersten Vertreter des Judenthums zu schulden kommen ließen, in markanten Zügen zeichnete, um die Nothwendigkeit der Bildung einer neuen Partei zu begründen. Es ergriff sodann das Wort Herr Dr. Cohn, welcher gegen den Pessimismus des ersten Redners sich aussprach, er wurde aber gründlich abgeführt durch die Herren Dr. S e i n f e l d, Dr. Korn h ä u s e r und H i m m e l b a n. Der Antrag des Dr. F r ü h l i n g fand einstimmige Annahme und es wurde ein provisorisches Comit« von 33 Personen eingesetzt.

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