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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-02-19 · 8 (19.2.1897) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
8 (19.2.1897)
Date
1897-02-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 164 »Jti s . 'TaBUMftrXfe Dr. Vloch's Wochensürrtp Herr Max Ritter von Gutmann 100 fl., Herr. Leopold Auspitz 200 fl. , Von dem seligen Herrn Hermann Freiherrn von Springer wurden der Anstalt 10.000 fl. behufs Gründung eines Zoglingsfreiplatzes und von Frau Emilie Singer, geb. Baumgarte». 20.000 fl. behufs Gründung zweier Stifmngsplätze für taubstumme Kinder armer Eltern legirt. Die in den Familienwohnungen ausgestellten Sammelbüchsen ergaben den Betrag von fl. 615 39. Den Herren Dr. I. Lackenbocher und Dr. Ornstein wird für ihre den Zöglingen mit großer Sorgfalt! gewahrte ärztliche Hilfe, Herrn Dr. A. Mittler für den den Anstalls-! Pfleglingen geleisteten unentgeltlichen zahnärztlichen Beistand, sowie der Verwaltung des Spitals der israel. Cultusgemeinde für das den kranken Kindern bewiesene Entgegenkommen der Dank ausaesprochen, ebenso den Directionen der k. k. Donau-Dampfschifffahrts Gesellschaft, der Zahnradbahn auf den Kahlenberg und der Wiener Tramway- GeseMchast für die den Zöglingen der Anstalt gewährten unentgeltlichen Vergnügungsfahrten während der Ferien. Die Justitutsverwaltung wählte Herrn Max von Portheim zum Milgliede des Vorstandes und dieser hat die aus ihn gefallene Wahl bereitwillig angenommen. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien.) Am 13. d. M. eröffnete der Präses, Herr S. Brod, die Plenarversammlung des Vereines bei voll gefülltem Saale und unter Anwesenheit vieler hervorragender Persönlichkeiten, wie: Hofrath K a r e i s, Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, Professor Richard Singer, Gemeinderath Weiß Wasser, Architekt Max Fleischer, Kammerrath S ch e f f t e l, Commercieurath S t i a ß n y, Prediger Dr. G e l b h a u s, Bezirksausschuß W a l d st e i n, der Industriellen: Q u i t t n e r, G ö tz e l, Mayer, H u p k a re., indem er die w i r t h s ch a s tl i ch e Politik, die in diesen Kreisen seit Jahren mit großem Erfolge cultivirt werde, für die praktischeste halte. Die Versammlung gab ihren allgemeinen Beifall der Mittheilung des Präses, daß Herr H o f r a t h E x n e r, obwohl er auf ein Reichsrathsmandat für jetzt nicht reflectire, nach wie vor Ehre »Präses des Vereines zur Hebung der Gewerbe verbleibe. Sodann hielt Herr H o f r a t h Kar eis einen l'/.stündigen, geradezu meisterhaften Vortrag „Ueber d i e V e r k e h r s m i t t e l einer G r o ß st a d t". Wien ist gegen alle großen Städte zurück. Der Verkehr in Berlin z. B. hat sich von 1893 bis 1896 von 6 auf 14 Millionen Personen und die Zunahme des Geschäftsverkehres von 62 6 auf 104 Milliarden Mark erhöht. Ein bekannter Philosoph hat jedem Staate drei folgende Dinge empfohlen: guten Boden, sehr fleißige Fabriksstätten und gute Wege, auf welchen man die Arbeiten günstig befördern könne. (Allgemeiner Beifall.) Sodann betrat Herr Professor Richard Singer die Rednertribüne und hielt einen von Beifall unterbrochenen gediegenen Vortrag „Ueber die Ausstellung in Wien 1898". Diese Ausstellung", von welcher er ein klares und deutliches Bild vorführte, „wird kein Jahrmarkt fein, sondern eine wahre Darstellung unserer Leistungen seit einem Decennium. Nur mit großer Genauigkeit geprüfte Objecte werden zugelassen und eine strenge Gruppirung, wie: Jugend-, Wohlfahrts-, Landwirthschasts-, Gewerbe-Abtheilung rc., wird beobachtet werden. Ich hoffe, daß durch diese Ausstellung ein Zusammenwirken aller politischen,- nationalen und confessionellen Gegensätze erreicht werden wird." Der Vortragende wurde allseitig beglückwünscht. Nachoem sich noch Herr Sigmund Mayer und Herr Bezirksausschuß W a l d st e i it an der Debatte betheiligten, ergriff unter freudigen Zurufen der F i n a n z-O b m a n n der Ausstellung, Herr Kammerrath Schefftel, das Wort: „Ich ertheile dem Präses die Versicherung", so schloß er seine sachlichen Ausführungen, „dem Vereine zur Hebung der Gewerbe, dessen Mitglied zu sein auch ich die Ehre habe, eine gewünschte Vertretung in der Ausftellungscommission zu erwirken, weil die Bestrebungen und Leistungen dieses Vereines eine solche Interessenvertretung niit vollstem Rechte verdienen. Sie können auf meinen Einfluß daselbst voll rechnen." (Allgemeines Bravo!!) Um V-.12 Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung. Wien. Die Verfolgungen, welchen die Juden in einigen Staaten ausgesetzt waren, zwangen viele derselben, ihren heimatlichen Herd zu verlassen. Rath- und hilflos standen diese Armen einer ungewissen Zukunst gegenüber. Bei edlen Glaubensgenossen wurde nun, wie allgemein bekannt, der Gedanke wachgerufen, diesem armen Vertriebenen und Verlassenen eine neue Heimat in Palästina und Syrien gründen zu helfen. Der nach und nach gereiste Plan dieser Colonisation ist ein wohl bedachter; Gewerbe und Landbau, eifrig und rationell nach einem wohlerwogenen System betrieben, sollten es den Angefeindeten ermöglichen, sich selbstständig zu erhalten m.b zu entwickeln. Nicht um den Vorwurf, der den Juden allerorten gemacht wird, daß sie nur vom Schacher leben, zu entkräften, sondern um den Aermsten des armen Volkes Israel, den von Haus und Hof Vertriebenen, Heimatlosen, Flüchtigen im Lande ihrer Väter Unterkunft zu schaffen und ihnen durch die Wiederbelebung des Ackerbaues auf heiligem Boden die Quellen eines autochthonen, urwüchsigen Wohlstandes zu erschließe», wurde vor anderthalb Jahrzehnten die Colonisirung Palästinas in Angriff genommen. Dieser Versuch, das alte Erbland Israels durch jüdische Ansiedler zu verjüngen, sie selbst aber durch die Rückkehr irr dieses Land und solcherart durch die Rückkehr zur Natur zu regeneriren, hat bereits die glänzendsten Resultate ergeben. Zeuge hiesür war die allgemein bewunderte Exposition der palästinensischen Landesproducte auf der Berliner Gewerbeausstellung; Zeuge hiesür sind die staunenswerth florirenden Unternehmungen in Berlin und Warschau, die den Vertrieb dieser Landesproducte besorgen. Nicht mehr, als fünfzehn Jahre sind verstrichen und über zwanzig jüdische Acker- und Weinbau-Colonien sind aus heiligem Boden emporgeblüht. Dies ist das Werk des „unprodnctiven Judenschachers", dies ist die Leistung der „geborenen Psänderleiher", dies ist die Frucht ihrer „angestammtest Arbeitsscheu?! Ist der Weg, der zu solchen Erfolgen führt, nicht verlockend? Wenn auch nicht für die Uebersättigten, so doch wohl für jene sehnsuchtsvoll Hoffenden, der Begeisterung Fähigen, welchen Jsrae s Zukunft am Herzen liegt! Ihnen sollen und müssen die Mühen und die Kämpfe unserer Pionniere im fernen Osten von größtem Interesse sein; ihnen soll und muß es als ein Gebot der Pflicht erscheinen, die rastlose Arbeit der jüdischen Colonisten durch werkthätige Unterstützung zu fördern. Eines der Mittel, um zum Aufschwung der jüdischen Ansiedelungen beizutragen, ist die von französischen und deutschen Glaubensgenossen gegründete, in Nummer 48 dieses Blattes vom 27. November 1896 erwähnte Banque Hypothecaire et agricole, bereit Zweck es ist, unsere Brüder in Palästina durch Gewährung billigen Credits zu unterstützen. Auch in Wien hat diese Unternehmung bereits das Interesse angesehener Persönlichkeiten erregt; insbesondere sind hiesür nachgenannte Herren gewonnen worden: Landesschulrath Dr. Gustav Koh n, k. k. Baurath W. S t i a ß n y, Cultusvorstand Dr. Maximilian Steiner, Cultusvorstand Arthur Edler v. Mises, S. M e i s e l s, Vorsteher des orthodoxen polnischjüdischen Bethausvereines „Beth Israel", Bankier Landau und Bankier Langer. Herr M. Back, ein Sohn des wohlbekannten ehemaligen; Consuls in Palästina, der mitgewirkt hat, das in Rede stehende Institut ins Leben zu rufen, weilt gegenwärtig in unserer 1 Mitte und widmet sein ganzes Wissen und Können dem Bestreben, weite Kreise unserer Glaubensgenossen für dieses große Unternehmen zu interessiren, um so dessen Durchführung zu ermöglichen. Das edle Project, welches nicht nur einen philantropischen Zweck verfolgt, sondern auch praktisch aus einer gesunden commerciellen Basis gegründet ist, verdient in vollstem Maße die Sympathien und die Betheiligung der österreichischen Judenschaft. Baden. Nach einer Pause von 8 Jahren veranstaltete die Chewra-Kadischa Dienstag am 7. Adar ein Vereinsfest, welches seiner würdevollen Ausführung wegen als Muster solcher Veranstaltungen dienen kann. Die solenne Feier fand in der Restauration R a u s n i tz statt. Der geräumige Speiscsalon war mit goldgestickten Tempelvorhängen und silbernen Thora-Ornamenten reichlich verziert und bot in glänzender Beleuchtung ein Meisterwerk der Dekoration. Das Fest, welches präcis um 8 Uhr Abends begann, eröffnete unser ehrwürdiger Rabbiner. Herr Wilhelm Reich, mit einer meisterhaften Ansprache an die Versammlung, in welcher er schwungvoll und begeisternd die Bedeutung des Festes ausemandersetzte und der verstorbenen Vereinsmilglieder pietätvoll mit Namen gedachte. Die Rede selbst klang — die gegenwärtige traurige Lage der Juden streifend — in den schönen Satz aus: »Sos kaumossech domso latamar.« Bist Du, Israel, irgend wo auf Erden umbraust vom jagenden Sturme, so sei dies Deine Größe, die Dich hervorhebt, daß Du der Palme gleichst, deren Blattstiele immer gen Himmel zeigen. In diesem jüdischen Bewußtsein finden wir uns immer, die Nahen wie die Fernen. Hierauf begann das eigentliche Festmahl. Als Erster erhob sich Herr Moritz Lettner, Präses der Cultusgemeinde und Chewra- Kadischa, und brachte in kernigen Worten ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser Franz Josef I. aus, in welches die Versammlung stehend mit frenetischem Jubel einstimmte, worauf die Volkshymne gemein-

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