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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-02-19 · 8 (19.2.1897) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
8 (19.2.1897)
Date
1897-02-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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i-j-ic-Ka*üm'isokr . ***La<ni**ii»: r.-r. j»:»«g^riiaaaMtai«i j «jn'<nap“'i.wv3’a Seite 158 Vr Vloch's Mvchrnfchrist Nr. 8 Jener offene Separatismus, den unsere .Zionisten" predigen, hätte die unheilvollsten Folgen für unsere hierländischen Glaubensgenossen. Herr Eibenschütz ist aber auch nicht für eine „aufdringliche" Assimilation eingetreten, vielmehr hat er sich entschieden dagegen ausgesprochen, und n u r ein kluges, vorsichtiges Verhalten gegenüber den christlichen Mitbürgern anempsohlen, bis die antisemitische Seuche verschwunden sein werde. Es muß daher Wunder nehmen, wenn Herr Leo Herzberg-Fränkel in Teplitz in seiner in Ihrem geschätzten Blatte vom 12. d. M. gebrachten Erwiderung auf den Artikel des Herrn Eibenschütz diesem vorwirft, daß er der Assimilation das Wort rede, während merkwürdigerweise Herr Herzberg-Fränkel selbst in der Hitze des Gefechtes in einen Widerspruch mit sich selbst geräth und zuletzt sogar mit der Ansicht des Herrn Eibenschütz völlig übereinstimmt. Herr Herzberg-Fränkel hat nämlich alles das, was er anfangs gelegentlich seiner Definition des Wortes Assimilation (Aneignung von Sprache, Sitte, Tracht und Benehmen) perhorrescnte, schließlich im Laufe seiner weiteren Ausführungen als entschieden nothwendig dargestellt, denn er sagte ausdrücklich: „Sie — die Juden — sollen die Sprache des Landes. Cultur und moderne Sitten studieren, sich bestreben, in der äußeren Erscheinung gefällig und manierlich zu sein, — aber weiter Nichts." — Mehr hat ja Herr Arthur Eibenschütz doch auch nicht verlangt; der Unterschied besteht nur darin, daß Herr Herzberg-Fränkel die Aneignung aller dieser modernen Eigenschaften, ohne Annäherung an die christliche Gesellschaft fordert, etwa wie Einer, der schwimmen lernen will, jedoch eine unüberwindliche Scheu vor dem Wasser hat. Man hat aber genug Beweise, daß man selbst intimen Verkehr mit Christen haben, europäische Sitten sich vollständig aneignen, und dabei gleichwohl und trotzdesfen ein „g u t e r" Jude bleiben kann. Dr. Th. U. Das Mädchen - Comikö des „Ferienheim". Es gibt Dinge und Begriffe, deren Namen einen so guten, volltönenden Klang haben, daß es genügt, sie ohne jeden Weiteren Commentar auszusprechen, um in unserem Innern eine Fülle von angenehmen Vorstellungen, schönen Erinnerungsbildern und lockenden Zukunftsträumen zu wecken. Einen solchen Vollklang bilden die vier Silben „Ferienheim", denn wo immer wir diese aussprechen hören, stets werden lebhafte Sympathiekundgebungen erfolgen : Sympathie, die sich oft blos durch ein erwartungsvolles Lächeln oder eine gespannte Miene kennzeichnet, immer aber in jenem tiefgehenden Interesse wurzelt, das wir nur empfinden können, wenn unser Herz und unser Gemüth in Mitleidenschaft gezogen wurden! Feriercheim! Wie ein ganzes Panorama schöner, farbiger Bilder taucht es vor unserer Seele auf. Im Märchenzauber erstrahlende Ballsäle, blendende Lichtfülle, schöne Frauen und liebenswürdige Männer, Träger illustrer Namen, Sterne am Himmel der Kunst und allerlei Lieblinge des großen Publicums, das da zu wohlchätigen Zwecken tanzt und lacht und sich amusiren will. Der herrliche Accord, aus Walzertacten, Veilchenduft, Gluthblicken, Lorbeeren zusammengesetzt, ist verrauscht, verblaßt der herrliche Festesglanz — aber der glänzende Erfolg ist da, ist ein früchtetragender, und auf ihn gestützt, beginnt das eigentliche Schaffen, die rechte Thätigkeit des Vereines. Andere Bilder zeigt uns diese Phase, nicht mehr in den früheren Farben erstrahlend, denn die handelnden Personen sind nicht anmuthige, glückliche Menschenkinder, sondern bleichwangige, hungrige und sieche Kinder der Armuth des Elends; aber auch über diesem Bilde liegt ein eigener Glanz, dank der Göttin Humanität, die den kranken Geschöpfen mit ihrem milden Schein ins Herz leuchtet und die bleichen Wangen wunderbar belebt. Ja, das ist ein Triumph, ein Hochgefühl, wenn es geglückt ist, solche heimatlose, im Finstern ausgewachsene Kinder für einige Zeit ihrem Elend zu entreißen und sie am Herzen einer schönen Natur zu gesundem, geistigen und körperlichen Leben erwachen zu lassen; aber je tiefer und gewaltiger die Freude, desto größer auch das Bedauern, nicht noch mehr Bedürftige von dem belebenden Quell der Wohlthätigkeit trinken lassen zu können. Und je vielseitiger der Verein seine Thätigkeit also auszugestalten sucht, desto mehr Arme sind nothwendig, um überall hilfreich vorzudringen, lindernd einzugreifen, destomehr werden auch der Streitkräfte nothwendig sein, um den edlen Kampf siegreich auszufechten, das schöne Werk mit Erfolg zu krönen. Und wie mit vereinten Kräften Erfahrung, Vernunft, praktisches Können und Thatkraft, all die weisen Feldherrn, deren Zusammenwirken den Sieg bedingt, erfolgreich dem Ziele zusteuern, hat sich plötzlich ein Verbündeter zu ihnen gesellt, der mit Freude von Allen begrüßt, schnell einer der ihrigen wird. Es ist dies der Wagemuth der Jugend! Und es zeigt sich, daß die Wahl eine gelungene war und man sich nicht umsonst gewandt hatte an die Jugend, die mit einem reichen Fond von Kraft, Begeisterung und ernstem Wollen unter dem stolzen Panier der Hoffnung einzog, um ihre jungen Anne anzubieten. Und so entstand das Mädchen-Comito des „Ferienheim", eine tapfere Hilfstruppe der großen Heilsarmee. Wie erwartet, begegnete man den neuen Pionnieren zu Anfang etwas mißtrauisch. Mein Gott, junge Mädchen! Dieses leichtfertige Volk, dessen Kopf unfehlbar von Tanzen, Hofmachen, Theater und ähnlichen eitlen Dingen ganz erfüllt sein muß — und eine so ernste Sache! Das sind ja zwei schroffe Gegensätze, was kann nur Ersprießliches daraus werden? Aber das Wunder geschah, und das Ersprießliche entstand, und zwar so bemerkbar, so lebenskräftig und selbstbestimmt, daß man mit lauten Anerkennuugsrufen nicht mehr zurückhalten konnte und heraus mußte mit der Achtung, die dieses neue, in aller Stille und Bescheidenheit, aber sicher und zielbewußt arbeitende Unternehmen beansprucht. Dem großen Verein war plötzlich ein Tochterverein geworden, eine junge, hoffnungsvolle Kraft, der Muth und Vertrauen aus dem Auge lacht, aber der auch Ernst und Energie auf der Stirne geschrieben steht. Eine Vereinigung, die so ernst arbeitet, kann nicht anders als ernst genommen werden und man wird sich gewöhnen müssen, an das Wunder zu glauben: Junge Mädchen sind es, der besten Gesellschaftsclasse angehörend, die sich als Hilfstrnppen zusammengeschaart haben und sich allwöchentlich einmal zu ernstem Zwecke um den ernsten grünen Tisch versammeln. Wenn sonst junge Mädchen in solch stattlicher Anzahl beisammen sind, so ist es, um in lustiger, amüsanter Weise den Nachmittag todtzuschlagen. Lautes Lachen ertönt dann und kleine Jntriguen, unbedeutende Erlebnisse bilden das Thema zu den wichtigen Staatsaffairen. Am Mittwoch Nachmittag aber ist nicht Zeit zu so müßiger Unterhaltung. Das Mädchen - Comitö hat sehr vernünftige Statuten, deren eine Bestimmung lautet, jedes Mitglied habe ein bestimmtes Pensum von Arbeit zu erledigen. Die Mädchen haben ferner aus ihrer Mitte eine Präsidentür gewählt, die, unterstützt von zwei umsichtigen und tüchiigen Vicepräsidentinnen, durch ihr ernstes Beispiel anfeuernd und anregend auf die Versammelten wirkt, ferner eine Schriftführerin, deren Feder- Absenzen und Entschuldigungen mit Eifer registrirt. Da gibts endlich eine Cassierin. die das kleine aber stetig wachsende Vermögen des „Jugendbundes" verwaltet und in Ordnung hält, endlich zwei Verwalterinnen, die in die Arbeit System gebracht haben, indem sie alle Hände passend zu beschäftigen wissen. Und über noch etwas verfügt diese junge Vereinigung, ein Etwas, das das Zusammenwirken erst ergänzt und harmonisch gestaltet, das die Mitglieder veranlaßt, alle Arbeit richtig anzugreifen und alle fehlende Erfahrung und Routine ersetzt; es ist dies der gute Wille, der heilige Eifer, der sie alle gleicherweise beseelt; dieser gute Wille, der Eifersüchteleien, Sonderintereffe und alle ähnlichen Elemente, die oft zu finden sein sollen, wo Jugend und speciell weibliche Jugend sich vereinigt, fernhält. Es ist, als ob dieser heilige Eifer, das gemeinsame Hinarbeiten auf d e» edlen Zweck sie auf ein höheres Niveau gehoben, ihre Gedankenwelt vertieft hätte. Welch ein Bild solchen Fleißes so ein Mittwoch doch bietet! Aber was da auch alles zu thun und zu bewältigen ist, das wird auch der minder erfahrenen Hausfrau klar, denn es ist, wahrhaftig keine Kleinigkeit, 350 Kinder vollständig zu kleiden, mit allem Nothwendigen complet auszustatten. Und die Finger, oft geübter in kunstvoller Nadelmalerei und filigranzarter Häckelei, zeigen sich den weniger schwierigen, aber sicherlich auch reizloseren Arbeiten des Flickens, Märkens, Waschlappennähens, Tüchersäumens rc. entschieden gewachsen. Und der Haufen von aus gebesserten Stücken, der sich im Laufe des Nachmittags vor dem Platz jedes Mitglieds aufthürmt, gibt den deutlichen Beweis für die Leistungsfähigkeit der Mädchen. Und wie viele der Nachmittagsstunden, die sonst in lustiger Gesellschaft auf dem Eise oder bei Jours so angenehm zu verplauschen sind, ernsten Berathungen gewidmet wurden, zeigt das Programm, der Feldzugsplan, den sich das Mädchen-Eomite des Ferienheim ent* worfen und der da lautet: UL ii

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