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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-02-12 · 7 (12.2.1897) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
7 (12.2.1897)
Date
1897-02-12
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 7 Dr. Vlvrtz's WochrnschrM Seite 145 ihre Gesinnung in so eigenthümlicher Weise zu documentiren für angemessen fand, und im Hinblick auf die empörende Schutzlosigkeit, welche die Minderheit in Landstube und Gemeinderath jetzt beinahe täglich zu erleiden hat, ertaube ich mir, den Betrag von 50 si. für Ihre humanitären Vereinszwecke mit der folgenden Widmung zu übermitteln: „Nur so fort in derer Dicken— gegen Rettungsgesellschaft, Bildungsinstitute, hilflose Hilfslehrer und Waisenkinder — für Protectionskinder, Kerzeltveiber, Hetzbrüderln und Herrn Thaddäus Hartriegel!" Hochachtungsvoll Wien, 9. Februar 1397. G u st a v Pacher. Frau Helene Sueß, Gemaliu des Großindustriellen Friedrich Sneß sen., übersendete den Betrag von 50 sl. mit der Bitte, denselben dem Wai'senfoild zu übermitteln. Herr Baron Leitenberger sendete 200 fl. Wien. Anläßlich des Ablebens des Präsidenten der israelitischen Cultnsgemeinde, Gustav S i m o n, sind nachstehende Condolenzschreiben eingelangt: Pesti Izr. Hitkijzseg, Elöljarosäga, Bndapesten. An den löblichen Vorstand der israelitischen Cultnsgemeinde Wien. Die Trauerkullde vom Hinscheiderl Ihres hochverdienten Präsidenten, des sel. Herrn Gustav Simon, hat auch im Kreise unserer Gemeinde die Gefühle brüderlicher Theilnahme erregt. Die liebevolle Hingebung, mit der sich der Verewigte der Vertretung religiöser Interessen rvidmete, die Verdienste, die er sich besonders um das Wohl und das Gedeihen ihres eonfessionellen Gemeindewesens erworben, lassen die Lücke, die sein frühes Hinscheiden verursacht, umso tiefer und schmerzlicher fühlen. Seien Sie bei diesem traurigen Airlasse unseres aufrichtigen Mitgefühles und Beileides versichert. Möge die Vorsehung Ihre blühende Gemeinde schützen und Sie vor jedem Schmerze und jeder Trauer bewahre». Mit glaubensbrüderlicher Theilnahme Der Vorstand der Pester israelitischen Cultnsgemeinde Sigmund K o h n er m. p. Präsident. * * * An einen hochverehrten Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien. Mit aufrichtiger, tiesempfrlndener Betrübniß haben wir von dem schmerzlichen Verluste Kenntniß genommen, der die erste Cultnsgemeinde des Reiches durch den Heimgang ihres edlen Präsidenten, des unvergeßlichen Gustav S i m o n ß A., erlitten, und wiewohl selbst des Trostes bedürftig, da nicht blos die Wiener Cultusgemeinde diesen Verlust betrauert, sondern das Gesammtjudenthum, das eine der schönsten Zierden — ein warmfühlendes jüdisches Herz — verloren, so wollen wir doch unsere traurige Pflicht der ältesten Schwestergemeinde gegenüber erfüllen, indem wir Ihnen unser innigstes Beileid zum Ausdrucke bringen. Genehmigen Sie die Beweise aufrichtiger Theilnahme und vorzüglicher Hochachtung Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Ren-Sandez. E. B. Wien. (T o d e s f a l l.) Eine der ersten Patricierfamilien unserer Gemeinde ist in tiefe Trauer versetzt. Am Dienstag verschied Herr Julius Ster n, k. k. Börserath, Bruder des Vicepräsidenten der Cultusgemeinde, Gemeinderathes, Dr. Alfred Ster n, nach längerer Krankheit im Alter von 63 Jahren. Der Dahiuaeschiedeue erfreute sich nicht nur in der Finanzwelt, sondern auch in weiten Kreisen der Residenz allgemeiner Sympathien. Ausgerüstet mit reichen Gaben des Herzens und Gemüthes, von tiefem Wissen, klaren Verstand, weitem Blick, wurde sein Rath häufig iu schwierigen Finanzfragen eingeholt. In der Börsekammer erfreute er sich einer maßgebenden Stellung trotz seiner Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit. Als wohlhabender Manu widmete er sich dennoch als Kammerrath hauptsächlich der Vertretung der Interessen der Coulisse und der „kleine Mann" der Börse fand an Stern einen aufrichtigen, hiugebenden Vertreter. Insbesondere auf dem Gebiete der Kunst stellte Stern seinen Mann, dessen auserlesene Bildergalerie besitzt einen hohen Kunstwerth. In frischer Erinnerung ist noch, daß Stern im Vorjahre deshalb seine Demission als Börsekammerrath gab, weil die Börsekammer einen Bewerber um die Concipistenstelle abwies, der die besten Zeugnisse besaß, für welchen sich der Verstorbene mit aller Entschiedenheit einsetzte, damit auch der Schein vermieden werde, als hätte die Börsekammer bei der Besetzungsfrage sich von coufessionellen Motiven leiten lassen. Dieses mannhafte Auftreten machte seinerzeit berechtigtes Aufsehen und brachte ihm allseitige Anerkennung ein. Das Börsengebäude hat zum Zeichen der Trauer eines ihrer hervorragendsten Vorstandsmitglieder Trauer angelegt. Der trauernden Familie sind von weitesten Kreisen Sympathiekundgebungen zugekommen. Wien. (S y n a g o g e n v e r e i n „B e t h I s r a e l.") Anläßlich des Hinscheidens des verewigten Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde, veranstaltete der Vorstand des Synagogenvereines „Beth Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus am verflossenen Donnerstag eine erhebende Trauerfeier. Es hatten sich nebst den Familienangehörigen des Verblichenen seitens des Vorstandes unserer Cultusgemeinde eiugesu'.iden: die Herren Jos. Hieldbnrgh ä u s s e r, Baurath Theodor Ritter v. Gvldschmidt, Dr. Adolf Stein, Dr. Marcus Spitzer, Dr. Alfred B e r g e r und Fabrikant Jacob K v h n, außerdem waren seitens der Bethaus- und Humanitären Vereine zahlreiche Deputationen erschienen. Die erhebende Trauerfeier nahm ihren Anfang mit der gesanglichen Reproduction einiger Psalmen, intonirt von Herrn Obercanlvr M. S ch o r r. Se. Ehrwürden Rabbiner Herr Josef B reue r feierte iu zündender Rede die Verdienste des Verblichenen und besprach sodann in geistreicher Weise die Stellung in der Sturm- und Drangperiode unserer Gemeinde in der sich die Parteien feindselig gegenüberstanden. Seine Devise war „Friede mit der Vergangenheit aber auch Friede mit der Gegenwart. Tie tiefdurchdachte und gedankenreiche Rede hatte bei allen Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck hervorgerufen. Hierauf stimmte Herr Obercautor Schorr das Ei molch rachmim an. Der Cantor riß das Publicum durch sein wohltöuendes, klangvolles Organ hin und rührte die Anwesenden durch seine ergreifende Vortragsweise. Mit einem Kadisch für den Verewigten schloß die weihevolle Trauerseier. Wien. (Ball des Vereins z n r He b u n g der G e w e r b e.) Man kennt den vornehmen und eleganten Styl dieses Festballes zur Genüge. Zur Hebung der Gewerbe mag der Verein noch manches Verdienstvolle und Ersprießliche zu leisten haben — auf dem Ballgebiete hat er schon Alles erreicht, was man füglich nur verlangen kann. Ueber den heurigen Festball, der Sonntag so erfolgreich im Ronacher-Saale arrangirt wurde, hatte Hofrath Dr. Wilhelm Exuer das Protectorat übernommen. Von den fördernden Mitgliedern waren erschienen: Abgeordneter Constantin Roske, Gemeinderath W e i ß w a s s e r, Bezirksvorsteher Picker und Architekt Max Fleischer. Unter den übrigen zahlreichen Gästen bemerkte man die Bezirksausschüsse Dr. Hein und S a lt e r, die Architekten G a r t n e r und Mode r n, die Industriellen B e ck, W e r t h e i m, R o s e n t h a l und Andere. Ein überaus zahlreiches Cvmitä von Herren und Damen hat sich um das Gelingen des Festballes, dessen Einnahmen für die Errichtung eines Gewerbeheimes bestimmt sind, bemüht. Wir nennen an erster Stelle die Damen Johanna B e ck, Hermine D u n k e l bl a u, Ernestine W e r t h e i m, Hermiue B e r n s e ld, Eveline R o s e n t h a l :c.. den Präsidenten S. B r o d, Herrn Gut m a n n, Obmann des Execntiv-Cvmitss, Joses Rose nt h a l und I. K a u to r, Cassaverwalter, und Herrn Dr. Max Tugend hat, den Obmann des Jnng-Herren-Comites, der für das Arrangement und die sonstigen Arbeiten besonderen Dank verdient. Die zierlichen Tanzspenden, Phantasie-Anhängsel aus Bronce, fanden reichen Beifall. Besonders zu erwähnen wäre noch eine Widmung des Stud. med. S. Blumberg an denHofrath Dr. Wilhelm Exner; es war dies ein gefälliger Walzer: „Das Gewerbe hoch!", rvelcher von der Capelle des 4. bosnischen Infanterie- Regiments vortrefflich zur Geltung gebracht wurde. Den Ball eröffneten folgende Paare: Fräulein Brod mit Herrn Doctor Freu li d, Fräulein G u t m a n n mit Herrn Dr. Tuge n dh a t, Fräulein Beck mit Herrn G o l d s ch l ä g e r, Fräulein Schwa r z mit Herrn V o g e l h u t, Fräulein V o g e l h u t mit Herrn S ch w a r z, Fräulein Färber mit Herrn Weiß, Fräulein M i e st o mit Herrn F as a l, Fräulein Ä u s p i tz mit Herrn G e i r i n ge r, Fräulein T u g e n d h a t mit Herrn Schwär z, Fräulein Schwarzwald mit Herrn Mütz, Fräulein Kausm a n n mit Herrn Greine r, Fräulein B i tt n e r mit Herrn F ri e dm a n u, Fräulein Weiß mit Herrn Brod, Fräulein Frieda K o h n mit Herrn Maximilian Steiner, Fräulein Irma Lichtblau mit Herrn P l a c z e>k, Fräulein Regine Weiß mit Herrn Carl B e r g e r, Fräulein M ie st o mit Herrn 5-tnd. Jo nasz, Fräulein Josefine Weiß mit Herrn Li e bl, Fräulein Jonasz mit Herrn Otto S chattel :c. Einen besonders glücklichen Abend hatte wieder einmal Professor R a b e n st e i n e r zu verzeichnen, der ans den 120 tanzenden Damen mit seiner gewohnten Eleganz das Wort

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