Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 6 (5.2.1897)
- Date
- 1897-02-05
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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w Seite 12 t das Album überreichte und die Adresse verlas, welcher wir nur das Wichtigste entnehmen: „Wir, die Unterzeichneten, Ihre Freunde, Coüegen und Mitarbeiter auf dem Gebiete Ihrer weithinreichenden Menschenliebe, die Bewunderer des edlen Werkes, dem Sie Ihr Leben geweiht haben, entbieten Ihnen unsere aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche zum 70. Geburtstage.Wir wollen auf eine ganz befand.'re Weife darthun, daß Sie sich in den Annalen der jüdisch-englischen Geschichte einen Platz erworben haben, der ganz einzig ist in seiner Art. Gleichbedeutend als Jude und als Engländer, haben Sie sich stets durch seltene Aufopferungsfähigkeit ausgezeichnet. Als der würdige Erbe eines Namens, der in der Geschichte der Juden längst einen bedeutenden Ruf hatte, haben Sie demselben neuen Glanz verliehen, sind Sie den edlen Grundsätzen Ihres Vaters treil geblieben. ^Durch Ihre wahre Frömmigkeit und Liebe zur Freiheit haben Sie stets die Einigkeit unter allen Menschen gefördert, durch Ihre Antheilnahme an vielen öffentlichen Bewegungen, durch die Förderung der Künste und Wissenschaften, durch Ihr Streben und Wirken für die Armen und Kranken haben Sie sich ein unauslöschliches Denkmal in den Herzen aller Glaubensgenossen in England und im Ausland gesetzt. Wir hoffen inbrünstig, daß die göttliche Vorsehung Ihnen und Ihrer Frau weiter gnädig sein möge. . . ." Mr. M o c a t t a dankte gerührt und wurde riesig acclamirt; die ganze Versammlung erhob sich wie Ein Mann und bewies ihren Enthusiasmus durch Schwenken der Hüte und Tücher rc. Zum Schluffe sprachen noch Oberrabbiner Dr. Adler und Professor Marks. Unter den Briefen, die der Jubilar erhielt, befanden sich solche von Canonicus Wilberforce Sir John Suuou, Lady Rothschild, Sir Edward.Sassoon, Lord Llangattock, vom Erzbischof von Armagh, dem Fürstprimas von Irland, vom Herzog von Westminster, von Lord Derby, vom Earl os Stamsord, von Mr. P. P. Le Page Renouk, vom Bürgermeister, von Sir George Maason, Baron Horaze de Günzburg, Canonicus Barnett, Baron de Worurs, Lord Glenesk, Mr. Ernest de Buusen, Lord Frederick Fitzroy, Sir Joseph Sebag-Moutefivre, Dr. Neubauer, Oberst Goldsmid 2C. je. Vermischtes. Wie». Chemiker Dr. Paul Cohn hat sich mit Fräulein Jo!an Weiß, Tochter des Großindustriellen und Directors der Oefterreichisch-ungarischeu Bank Herrn Adolf Weiß in Budapest, verlobt. Herr Alexander P o l l a k, Vorstand der Liquidatur der k. k. priv. österreichischen Länderbank, hat sich mit Fräulein Bertha Wallisch aus Schaffa in Mähren verlobt. Der Bräutigam ist ein Enkel von R. Wolf Austerlitz aus Eisenstadt, Ungarn. Wien. Am 31. Jänner fand im israelitischen Tempel in Favoriten eine solenne Trauerfeier für das Andenken des verstorbenen Präsidenten Gustav Simon statt. Unter den Anwesenden bemerkte man die Vertreter sämmtlicher Tempelvereine Wiens, dann die Cultusvorsteher Theodor Ritter von Goldschmidt, k. k. Baurath; Friedrich Vogel, kais. Rath; Wilhelm Pollak, kais. Rath; ferner »jpercaittor I. Singer; I. Weiß, Tempelbau - Comitsobmann, Simmering; M. Adler, Tempelverein Josefstadt; Herrn Wolf, Tempelverein Weißgärber; Chacham Papo M.; Adolf Hoffmann, Tempelbau IV. und V. Bezirk; Obercantor Kläger, IX. Bezirk; Obercantor Düunmann, Mariahilf; Dr. I. M. Basch; den Gelammtvorstand des israelitischen Humanitätsvereines, X. Bezirk; D. Bloch, Vorstandsmitglied, IX. Bezirk. Gedenkrede hielt Prediger Dr. Löwy, welcher das Leben mid Wirkeil Gustav Simon's in markanten Zügen zeichnete. Die Rede hat auf die Trauerversammluug einen ergreifenden EindächtuißH^^^ den üblichen Trauergesängen schloß die Ge- Wie«. (T r a u e r f e i e r.) Der Bethausverein „Achdus Israel veranstaltet Sonntag, den 7. Februar, Nachmittags 5 Uhr, ut feinem Bethause (II., Rembrandtstraße 32) für den Hingeschiedenen Präsidenten Herrn Gustav S i m o n eine Trauerfeier, bei welcher Herr Rabbiner Moritz Kramer die Gedenkrede halten wird. Nr. 6 Wien. Die rühmlichst bekannte Concert- und Opernsäugerin Frl. Grethe M o d l i n g e r, die bereits zu wiederholten Malen deutliche Beweise ihres außerordeiltlichen Talentes gab, veranstaltet am 9. März d. I. im Festsaale des Oesterreichischeu Ingenieur- und Architektenvereines (I., Eschenbachgasse 9) unter Mitwirkung der Pianistin Frl. Jlka Lippe und des Professors Herrn Emil Weeber einen Liederabend, wobei sie die selten gehörten Lieder Franz Schubert's als Nachtrag zur Schnbertseier zum Bortrage bringen wird. Gemäß ihres Programmes wird die Sängerin auch die Ballade „Der Stock" von Carl Löwe, sowie Einiges von Schumann, Goldmark, Pergolese, die „Gartenarie" aus Mozart's „Figaro's Hochzeit" und die „Avanera" aus der Oper „Carmen" vortragen und sich bemühen, den Besuchern einen wahren Kunstgenuß zu bereiten; der Künstlerin darf daher ein zahlreiches Auditoriiim empfohlen werden. Kartenausgabe in der Musikalienhandlung des Herrn A. Rosäe, I., Kärntnerring 11. - Wien. (B a h n h o f s d o l m e t s ch.) Herr H n s s e r l, ein gebürtiger Proßnitzer, Beamter der Schlafwagengesellschaft, welcher die meisten europäischen Sprachen beherrscht, wurde vom Eisenbahnmiuisterimn zum Bahnhofdolmetsch mit dem Amtssitze in Ischl ernannt. Wien. (Spenden für das Inserat: „Inständigste Bitte!") Eine arme Familie, deren Oberhaupt brustleidend ist und deshalb keinen Erwerb findet, um seine 9 Kinder zu ernähren, sind uns zu den bereits ausgewiesenen 53 fl. 90 kr. unter Chiffre „L. K. Wien" 5 fl. und von Herrn B e r n f e l d, Wien, I., Bauernmarkt 7, 5 fl., in Summa 63 fl. 90 kr. zugekommen, welche wir der Bestimmung zngeführt haben. Wien. (S p e n d e.) Frau Baronin Clara Hirsch hat dem Israelitischen Frauen-Wohlthätigkeitsvereine im II. Bezirke, unter dem Präsidium der Frau Dr. S. K o h n, II., Stefaniehof, 1000 fl. gespendet. Wie«. (Zum Iu bil äu m d es Expo rtv erei n es) apostrophirte Kammerrath von L i n d h e i m die Anwesenden zu einer Vereinigung aller kaufmännischen Kräfte gegen den überhandnehmenden Zug der Zeit, der die edelsten kaufmännischen Bestrebungen zunichte mache, weil er Unfrieden nach Innen und Außen stifte. Zu spät gelangte man leider in maßgebenden Kreisen zur Einsicht, wohin die herrschende Strömung führt und zu welchen Consequenzen dieselbe führen wird. Wie«. Am 1. Februar l. I. wurde Frau Johanna I a h o d a, die Gattin des Herrn S. Jahoda, Verwalters des Humanitätsvereines „Union" zu Grabe getragen. Die Verblichene war eine Frau von seltener Herzensgüte und edlen Charaktereigenschaften; sie war der Mittelpunkt einer sehr zahlreichen Familie, geehrt und geschätzt von allen Mitgliedern derselben, sowie von den zahlreichen Freunden des Hauses. Sie hinterläßt 5 Söhne, d?ren ältester Herr Dr. med. Emil Jahoda ist. An ihrer Bahre trauerte neben dem tiefgebeugten Gatten und den Kindern auch ein Bruder der Verblichenen Herr Dr. Buchh e i m, Chefarzt des Allgem. Beamtenvereines, und der große Kreis der Angehörigen. Das Andenken der Verewigten wird bei Allen, die sie kannten sortleben! Friede ihrer Asche! Mähr.-Weißkirchen, 2. Februar. (Todesfall.) Unsere Gemeinde ist in tiefe Trauer verfehl. Gestern Nachts verschied der Ehrenbürger unserer Stadt, Herr Noe S t r o ß, im hohen Alter von 75 Jahren. Der Dahingeschiedene bekleidete viele Jahre hindurch in unserer Gemeinde das Amt des Bürgermeisters, des Cultnsvolstandes und befand sich auch in Folge des hohen Vertrauens, das ihm entgegengebracht wurde, in leitender Stellung aller unserer Humanitären und geselligen Vereine. Der Verblichene war auch Mitglied der Olmützer Handelskammer und Curator des mährisch-jüdischen Landesmassefonds. Ausgezeichnet durch klaren Verstand, richtiges Urtheil und weiten Blick, brachte es der Verewigte von kleinen Anfängen zu bedeutender Stellung im industriellen Leben und zu hohem Ansehen in der Geschäftswelt. Unsere Gemeinde beklagt in seinem Hingang den Verlust eines weisen Rathgebers, die Armen einen Wohlthäter und dessen Familie einen zärtlichen, fürsorglichen Partriarchen. Noch lange wird in der Gemeinde sein Andenken fortleben ,nnd spätere Generalioneil werden seiner in Ehren gedenken. Möge ihm die Erde leicht sein. Ein Wiener Industrieller. Von fachmännischer Seite wird uns geschrieben : Friedrich Goldscheider, dessen in Nizza erfolgtes Ableben Sie bereits meldeten, ist vorigen Donnerstag auf dem Döblinger Friedhöfe begraben worden. Der Tod ereilte ihn jetzt, da er eben von der mühsamen Arbeit eines ganzen Lebens ausruhen und in der Vollendung seines Werkes Genugthunng hätte finden können. Sein hervorragendes künstlerisches und industrielles Talent und seine schöpferische Begabung bahnten ihm den Weg, welcher eine neue Aera für die Terracottensabrikation bedeutete. Weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus hat er die Wiener Kunstindustrie zu Ehren und Vr. Vloch's Wochenschrift