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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-02-05 · 6 (5.2.1897) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
6 (5.2.1897)
Date
1897-02-05
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 6 Dr. Vloch's Wochenschrift. Seite 123 Man wird auch jeues ergreifende Lied fingen: Alls der Tiefe flehe ich zu dir, Herr! . . . . Auch dieses Lied dichtete der Jude König David. Und alle jene erhabeueu Psalmen, welche die Katholiken in der Charwoche singen, wer dichtete sie? Etwa „ekelhafte Sclaven"? Die Propheten, dann Salomon und Job, einer der größten Dichter, find dies vielleicht die „ekelhaftesten Selaven?" Die Benrühungen Jener, die früher den Dr. Frank feierten und jetzt ihn verketzern, zeichnete er sehr treffend, indem er die hinterlistige Art dieses Vorgehens charakterisirte. „Dieser Dr. Frank", so sprachen die Edlen, „soll so lange in unserer Mitte bleiben, bis er unser Blatt gehoben hat lmd wir ihn ansgesaugt haben werden, dann Wersen wir ibn lvie eine ausgepreßte Citrone auf beu D ü nge r- Haufen." Ich habe den Talmud nicht gelesen, aber ich zweifle, daß man in einem Glauben, selbst in Afrika unter den verkommensten Wilden, eine solche Moral finde n würde! „Der Jude ist gut genug, solange man ihn wie eine Citrone auspresseu kann!" Kumieic schloß: „Ich bin weder ein Semit noch ein Antisemit. Ich ehre jeden Glaubell und den lneinen liebe ich. Ich beurtheile die Menschen nach ihren Thaten und nicht nach dem Glauben. In jedem Glauben gibt es ehrliche lmd uliehrliche Leute, aber auf eine so unwürdige Weife das Volk gegen Leute zu Hetzen, welche sich hier niederließen und nach und nach Croateil werden — viele haben sich schon ganz croatisirt — das ist unwürdig gebildeter Leute, das ist eine Schmach. — Diese Rede wäre, mntatis mutandie, auch im — niederösterreichischen Landtage ganz am Platze gewesen. Breslau. (Palästina- A u s st e l l u n g.) Die vvlll hiesigen Esra-Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien veranstaltete Ansstellnng der Producte jüdischer Dörfer im heiligen Lande wurde Soicirtag den 24. d. in Anwesenheit einer Anzahl jüdischer Notabelu nub Zivnsfreunde officiell eröffnet. Um 11 Uhr Vormittags versamlllelten sich viele Anhänger und Förderer der Colonisationsidee in den festlich geschmückten Räumen des in einem der belebtesten Stadtviertel gelegenen Hauses (Ohlauerstraße Nr. 12), um der feierlichen Eröffnung beizuwohnen. Herr Professor Dr. B a d t, der Vorsitzende des geilannten Vereines, begrüßte die zahlreich Erschienenen mit dem üblicheil Schalom ahkem und schilderte in warm empfundenen Worten, begeistert und begeisternd, die verschiedenen Mühsale und Leiden, die unser Volk in den verschiedenen Zeitläuften durchgemacht hat. In seiner Ansprache betonte er besonders die Verfolgullgeu in der neuesten Zeit, die unsere im Osten Europas lebenden Brüder gezwungen haben, ihr ihnen liebgewordenes Vaterland zu verlassen und sich in der Fremde eine neue Heimat zu suchen. Biele unserer unglücklichert, aus Rußland vertriebenen Brüder ergriffen den Wanderstab und zogen nach dem einstigen Heimatlaude unserer Väter. Daselbst gelang es ihnen, durch Energie. Fleiß und Ansdauer die durch Jahrtausende verwahrlosten und verödeten Gegenden in lachende Fluren und fruchtbare Gefilde zu verwandeln und sich Nährerwerb und Heimat zu gründen. Diese jüdischen Bauern aber verpflichten uns zu großem Danke, da sie durch ihr rastloses Arbeiten, durch ihr eifriges Bemühen aller Welt zeigen, daß der Jude nicht blos für Handel und Industrie, sondern auch für Acker- und Gartenbau geeignet ist. Mit einem Appell an die Versammlung, den Esra-Verein in seinen Bestrebungen zu unterstützen, um auf diese Weise unseren Brüdern im heiligen Lande unsere Sympathien zu zeigen und sie bei ihren schweren Arbeiten zu ermuthigen und allzueifern, schloß Herr Professor B a d t seine Begrüßungsrede und ersuchte den Herrn Dr. med Holz in a n n aus Palästina, den erschienenen Zivusfreunden die einzelnen Gruppen der ziemlich innfangreichen und überaus interessanten Ausstellungsräume zu erklären. Die Ausstellungsräume, deren Decoration das Comitemitglied Herr Hermann Leipziger in liebevoller Weise übernahm und sie auf's Prachtvollste ausführte, sind mit orientalischen Originalgeweben geschmackvoll ausgestattet. An derc Wänden befinden sich hebräische Bibelverse, die auf das heilige Land Bezug haben. Die Ausstellung selbst ist übersichtlich und nach Gruppen systematisch geordnet. Im ersten Saale, den die Kaiserbüste ziert, unter der der Psalmvers 72, 17 sich befindet, erblickt man die Erzeugnisse des Ackerbaues, die verschiedenen Getreidearten der Colonie Rosch Pinah. Rechts davon sehen nur ein aus Holz gezimmertes, aus vieler! Fächern und Abtheilungen bestehendes Hänschen; ein Modell einer Zuchtanlage, das uns die Seidenraupenzucht im Dorfe Rischon le Zion erläutert. Diesem Häuschen gegenüber befinden sich die Seidencocons, in denen noch die getödteten Raupen sichtbar sind, die Rohseide, wie auch andere gewebte Stoffe. Aus derselberr Colonie, die auch die größte und älteste ist, sind ferner ausgestellt: Weintrauben in Spiritus, deren Beeren, obgleich sie sieben Wochen vor dem Reifwerden gepflückt worden sind, durch ihre Größe uns überraschen und uns an die Trauben der Kundschafter in der Bibel (4 M. 13, 23) erinnern, Orangen- und Euealyptushonig, Feigen» Mandeln, Russe und andere Banmfrüchte. Ans der Colonie Sichron Jacob »früher Samaria) sehen wir Gemüsearten und Caetussrüchte in Essig eingelegt, die beim Fleischgenusse gebraucht werden, wie etwa bei uns die Senfgurke und die Melone. Im zweiten Saale bewnudern wir die technischen Handarbeiten unserer Brüder. Dieser Raum umfaßt sehr viele zierliche Arbeiten und stvlvoll und sorgfältig ausgeführte Arbeiten aus Olivenholz, wie: Sederschüsseln, Ethrogbüchsen, Handschnhkästen, Schmuckschreine, Nadelbüchsen und Nadelkissen, Cigarren- und Cigarettendvsen, wie auch Terraeotta-Modelle und Sculpturen aus der Lava des Todteu Meeres. Auch gefüllte Flaschen und Fläschchen mit Fruchtsästen, Fruchtweinen, Ligueuren und Parfnmes erfreuen hier unser Auge, während photographische Abbildungen der einzelnen Colonie«, der Kellereien, der Betriebsstätten, der Unterrichtsaustalten, Schülerzeichnungen, sowie Proben von Volksschulbüchern und anderen literarischen Erzeugnissen in der heiligen Sprache das Gesammtbild vervollständigen, das uns die Ausstellung bietet. Nachdem der Besucher sich matt und müde gesehen hat, begibt er sich in den dritten Ausstellungsraum, der wie eine gemüthliche Prvbirstube eingerichret ist und läßt sich die verschiedenen Weine und Getränke des gelobten Landes schmecken, die ihm hier zu mäßigen Preisen verabreicht werden. Mögen die Bemühungen des Esra-Vereius, wie die des Ansstellungseomites von Erfolg gekrönt sein. Berlin. (Wieder Ei n e r.) Ter Verlagsbuchhändler F i n k i n g, der, wie wir gemeldet haben, wegen des Schwindels, den er mit dem Verkauf seines „patriotischen Werkes" getrieben hat, zu Gefänguiß vernrtheilt worden ist, w a r e i n e de r H a u p t st ü Yen d e r a n t i s e m i t i s ch e n Partei und hat auch zu Herrn von T a u s ch enge Beziehungen unterhalten. Finking hat bereits früher wegen Betruges recht erhebliche Vorstrafen erlitten. Das „Patriotische Institut", wie Herr Finking seinen Verlag bezeichnete, war recht vielseitig. Während des Jahres 1830 mit seinen zahlreichen Siegesfeiern ließ er „patriotische Werke" durch seine Reisenden vertreiben. Als die Kriegs-Gedenktage vorüber waren, suchte er religiöse Werke zu vertreiben, so zum Beispiel für Protestanten „Die Chronik von Palästina und das Leben Jesu Christi" mir dem „r i ch t i g e n Bilde unseres Heilandes" und für Katholiken „Mit Gott und allen Heiligen! Stoßgebete in allen Lagen des Lebens an die Heiligen des Benedietiner-Ordens", v erfaßt v o n H e i n r i ch H a a ck e, e h e m a l i g e m P o l i z e i - L i e u t e n a n t. Belgrad. (V v r st a n d s w a h l.i Die serbisch-eskenasische israelitische Cnltnsgemeinde in Belgrad nahm, wie man uns schreibt, am 17. d. die Wahl für den Vorstand in der genannten Gemeinde auf eine dreijährige Periode vor. Mit großer Majorität wurden gewählt: Herr Alexander H i r s ch l, Cbef der Firma Heinrich Hirschl, zum Präsidenten; Herr Bernhard R a p a p v r t, General-Repräsentant des „Anker", zum Vicepräfidenten und die Herren Isidor Neumann, Tr. S. Schräg a, S. H v r ov i tz, S. Land a u, L. B r e s laue r, B. G o l d st e i n und S. S ch e i n e s s v h n in den Vorstand. London. (T e r 7i>. G e b u r t c-1 a g?Jc r. F. D. Bi oeatta's.i Dienstag fand die feierliche Ueberreichung der Glückwunsch-Adresse an Mr. F. T. M o e a t t a in der jüdischen Armenschule statt. Gegen neunhundert Einladungen waren ansgegeben worden, und die großen Räume waren dicht gedrängt. Trotz des schlechten Wetters waren viele Vertreter von Gemeinden aus der Provinz erschienen. Unter den Anwesenden befanden sich: Lord Rothschild, Lord Torchester. Sir Israel und Lady Hart, Sir Samuel Montagu, Sir Philip und Lady Magnus, Lieutenant Knose, Professor Meldola, Mr. R. T. Sassoon, Tr. Gaster, Lueien Wolf und viele Vertreter christlicher und jüdischer Woblthätigkeiisvereine. Zuerst hielt Lord Rothschild eine Ansprache, in der er seine Freundschaft zu Mr. M v e a t t a berührte und dessen seltenes Wirken zum Wöhle der Menschheit würdigte. Tann hielt Mr. William Bonsfield eine längere Rede, und nach ihm sprach Lord Dorchester, worauf Lord Rothschild Mr. Bi o e a t l a

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