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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-01-29 · 5 (29.1.1897) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
5 (29.1.1897)
Date
1897-01-29
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 104 Dr. Vlvch's Wochenschrift. Nt 5 und fand dort seine Bermuthung bestätigt. Herr Werner begab sich deshalb mit dem Comptoiristen, der den Pfandschein nberbrachte, sofort zur Polizei, wo derselbe ausführliche Mitthcilungeu über den Eigenthümer des Scheines machte. Und so ward durch die Vorsicht der Firma Weiß und durch das rasche und präcise Vorgehen der Firma Werner die Verhaftung des Doppelmörders herbeigeführt. Schaffa, 26. Jänner. Gestern ist in Schaffa, Mähren, der allbekannte hochachtbare Herr Schick, Postmeister, Ehrenbürger, Mitglied des Bezirksschulrathes in Znaim, im 83. Lebensjahre, verschieden. Czernowitz. Die hiesige Handels- und Gewerbekammer hat Herrn David T i t t i n g e r zum Vicepräsidenten wiedergewählt. Preffbnrg. (Xrauun g.) Mittwoch den 3. Februar, Nachmittags um 1 Uhr, findet hier die Trauung von Fräulein Jenny, Tochter Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Adolf Friedmann aus Straßnitz, mit Herrn Josef Fried im Tempel der israelitischen Cultusgemeinde statt. Lipto-Rozsahegy. (Todesfall.) Am 13. d. M. ist Frau Hanni Gansel, geborne Freund, im Alter von 90 Jahren in Lipto-Szt.-Miklos bei vollem Bewußtsein und Geistesfrische sanft, wie sie gelebt, entschlummert. Die Verblichene, die eine sehr gottessürchtige und wohltätige Frau war, wurde am 14. unter großer Theilnahme ihrer Kinder, Enkel, Urenkel und der ganzen Einwohnerschaft tief betrauert zu Grabe getragen. Budin a. d. Eger, 20. Jänner. (L e i ch e n b e g ä n gn i ß.) Unter allgemeiner Theilnahme der Bevölkerung von Budin und Umgebung wurde am 17. d. M. die irdische Hülle des Bürgers und Kaufmannes Herrn Hermann Fanta zu Grabe getragen. Der Dahingeschiedene, welcher sich seltener Rüstigkeit und Geistesfrische erfreute, hätte gewiß noch viele Jahre sorgenlos leben können, allein der Drang nach Thätigkeit, der ihn von Jugend auf beseelt hatte, ließ ihn nicht ruhen, und in Ausübung seiner geschäftlichen Verrichtungen wurde er von einem Unfall betroffen, der nach einigen Tagen den Tod zur Folge hatte. Die allgemeine Werthschätzung, welche Herr Fanta in der Bevölkerung genoß, kam bei der Leichenfeier zum Ausdruck; der Bürgermeister und die Stadträthe, der Veteranen- und Feuerwehrverein, deren Ehrenmitglied der Verstorbene war, und eine unabsehbare Schaar von Trauergästen, von welchen viele aus weiter Entfernung herbeigeeilt waren, gaben ihm das letzte Ehrengeleite. Am offenen Grabe widmete der-Rabbiner Herr Böhm dem Verblichenen einen ehrenden Nachruf. Herr Fanta hinterläßt eine gramgebeugte Witwe, welche mit ihm in 57jähriger Ehe Freud und Leid getheilt, drei Söhne und zwei Töchter. Straffnitz. 25. Jänner 1897. Die im Jänner d. I. nach dem neuen Statute vorgenommene Cultuswahl in hiesiger Gemeinde, ergab folgendes allgemein beftiedigendes Resultat: Cultusvorsteher: Herr Max Reiß, welcher bereits seit October 1885 als tüchtiger und verständnißvoller Vorsteher sich bewährt; Beiräthe: die Herren sur. Dr. Ignaz Robitschek und Dr. Heinrich Deutsch; Ausschüßmänner: die Herren Zadik Kohn, Jacob Rebenwurzel, Adolf Müller, Leopold Mandler, Salomon Morgenstern und Wilhelm Glück. — Die Wahl der politischen israelitischen Gemeindevertretung fand ebenfalls im Verlaufe dieses Monats statt, in welcher der Cultusvorsteher, Herr Max Reiß, zum Bürgermeister acclamirt wurde. F. Driesch. Vergangenen Sabbath, am 23. Jänner, feierte der älteste Sohn unseres allgemein verehrten Herrn CultusvorsteherS des in weitesten Kreisen hochangesehenen Tuchsabrikanten Herrn Berthold Münch seine Bar-Mizwah. Aus weiter Ferne und auch aus Wien und Prag waren vornehme Angehörige der Familie zur Theilnahme an diesem Feste herbeigekommen. Herr Vorsteher Münch und dessen Gemalin Frau Olga Münch zeichneten auch im besten Sinne israelitischer Tradition dieses Fest ihres Erstgeborenen durch Spendung einer neuen höchst kostbaren Altardecke für die Synagoge aus. Dieser neue Schmuck des Gotteshauses, Ansprache und Segenerlheilung des Rabbiners und die schöne gesangliche Leistung des Herrn Cantor Lewin beim Gottesdienste machten allgemein einen nachhaltigen Eindruck. Die illustre Gesellschaft, welche am Abend in dem gastfreundlichen Hause des Herrn Vorstehers bei einem Festmahle versammelt war, bot ein erhebendes Bild von der in jüdischen Kreisen herrschenden Intelligenz. Kojetein, 22. Jänner. Eine ehrwürdige Matrone, im besten Sinne ein Typus der guten, alten Zeit unserer Judengaffe, ist mit der im 84. Lebensjahre dahingeschiedenen Frau Sali, vuleo Zerele Blum heute unter großem auszeichnendem Trauergefolge zu Grabe getragen worden. Was sie, die unansehnliche, kleine Frau, in den Vordergrmrd unserer localen Größen rückte, war das erhebende Schauspiel einer Persönlichkeit, die unter eigenen Entbehrungen mit selbstloser Aufopferung stets Wohlthun und Milde zu üben gewohnt war. Fronnn, bescheiden und edeldenkend, theilnehmend an den Geschicken Anderer, war sie, die Kinderlose, eine liebende Mutter der Armen und eine von den humanen Bessersituirteu gerne beratheue Fürsprecherin in allen Fällen, wo es zu helfen galt, eine brave Annehmerin von Waisen und Witwen, aufopfernd in der Pflege von Kranken und bei Sterbenden und Todten von werkthätiger altjüdischer Gemilaß- Chasodim-Freudigkeit. Von den drei Principien, die für den Bestand der Welt von Wesenheit nach den Sprüchen der Väter sind, besaß sie die für Frauen genügenden zwei letzteren Tugenden in vollkommenem Maße, Aboda und Gemilaß-Chasödim, hierin gleich den Traditionen ihres vor zwölf Jahren verstorbenen Gatten Philipp, vulgo „Reb Liepme", dessen ausgezeichneter Charakter in unvergessenem Angedenken in unserer Gemeinde fortlebt. Wenn man die Besten unserer an edlen Erscheinungen in der Vergangenheit nicht Mangel habenden Judengasse nennen wird, das Ehepaar Sali und Philipp Blnm, es wird einen Ehrenplatz unter ihnen einnehmen, Zengniß gebend für die Ehre des Judeuthums, das Rechtschaffenheit und Humanität zu ihren traditionellen Vorzügen stets gezählt hat und zählen wird. Unser ehrwürdiger Herr Rabbiner Dr. Nathan Steinhardt hat sich auch diesmal durch seine treffliche Leichenrede als ein tüchtiger Redner bewährt, so triftig und gehaltreich und den Zuhörern wie aus dem Herzen sprechend war Alles, was er über die ehrwürdige Hingeschiedene zu sagen hatte. Ung.-Vrod, am 25. Jänner. Unser ehrwürdiger Herr Rabbiner D. M. Jung hielt gestern am 24. d. M. in dem von ihm vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Literaturverein „Chorew" einen Vortrag über das Thema: „Der Kaufmann von Venedig und Nathan der Weise", der mit großem Beifaüe ausgenommen wurde.. Herr Oberlehrer Riesenield dankte dem Redner, der außer der Erfüllung seiner Berusspflichlen sich Zeit genommen, so Vorzügliches zu leisten, und beantragte, daß der Vortrag, welcher die weiteste Verbreitung verdient, in Druck gelegt werde, was auch die Versammlung einstimmig beschlossen hat. Ich enthalte mich daher, Ihnen von dem Inhalte des gedankenreichen Vortrages, der von allgemeiner Bedeutung ist, auch nur einen Auszug mitzutheilen. Im genannten Vereine werden im Lause dieses Winters noch folgende Herren sprechen: Die ehrwürdigen Herren Rabbinen Dr. Funk—Boskowitz über „Judas II. Heimat", Dr. Flesch—Kanitz über „Nationaleigenthum und Jvdenstaat", Dr.Mandl—Koste!über„Jehnda-Halevi", Dr. Bock, Rabbinatscandidat hier, über „Maimon, ein jüdischer Philosoph des 18. Jahrhunderts", Dr. Wolssohn—Lomnitz über ,.Josef Nassi, ein jüdischer Herzog des 16. Jahrhunderts" und Dr. med. Neufrld über „Biblische Hygiene". Die Vereinsbibliothek zählt 260 Werke über jüdische Geschichte und Literatur. Krakau, 10. Jänner. In einer hiesigen Anstalt für unheilbare Kranke ist der einzige jüdische Insasse gestorben. Wie die Leichenschau ergab, ist der 90jährige Mann den Mißhandlungen eines Wärters zum Opfer gefallen. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet worden. Angesichts dieses Vorkommnisses erscheint es doppelt erklärlich, daß unsere Glaubensgenossen sich sträuben, in dieser Anstalt, welche unter Aufsicht der hiesigen Commune steht, Zuflucht zu suchen. Malaczka. Diese Woche wurde hier ein Mann zu Grabe getragen, dessen Hinscheiden von allen Schichten der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung unseres Comitates tief empfunden wurde. Herr Simon Spitzer, der Wohlthäter der Malaczkaer jüdischen Gemeinde, hat das Zeitliche gesegnet. Bieder an Charakter, edel an menschenfreundlicher Gesinnung, war er es, der der Gemeinde zu ihrer jetzigen Blüthe verholfen. Wo es galt, den jüdischen Gemeinsinn zu fördern, religiöse Institutionen ins Leben zu rufen, waren der Verstorbene und seine edle Gattin, die Gott noch lange erhalten möge, die Alleinigen, welche mit freudiger Opferw'lligkeit, ihr jüdisch frommes Herz bekundeten. Aus eigenen Mitteln ließ er vor einigen Jahren einen Tempel erbauen, der jeder Großstadtgemeiade zur Zierde gereichen würde. Dieser hochherzigen Spende folgten in kurzer Reihenfolge Gaben in Form eines Sepher-Thora, Poroches, Kle-Kodesch, Menorah, Todtenwagen u. v. A. Die Repräsentanz der Malaczkaer jüdischen Gemeinde drückte in dankbarer Anerkennung der Verdienste des Verblichenen ihr Beileid in einer ihrer würdigen Weise ans, indem sie beschloß, den Todten als den Ihren zu betrachten, den Sarg in die Synagoge zu überführen und der Witwe corporativ das Beileid auszudrücken. Unter Betheiligung der Gesammteinwohnerschaft der Stadt und der umliegenden Rachbargemrinden wurde der Sarg des Verblichenen in die Trauerlchmuck tragende Synagoge überführt, woselbst Herr Dr. M.

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