Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 5 (29.1.1897)
- Date
- 1897-01-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 5 Dr Vlvrtz's Wochen) chrlfr Seite 1 03 New-Aork. Als Antwort auf die Behauptung eines hiesigen Blattes, daß Sonneuthal ein Christ sei, veröffentlicht ein anderes Blatt folgenden Brief des großen Künstlers: Sehr geehrter Herr! Wollen sie den betreffenden Journal in meinem Namen sagen, daß ich nie und zu keiner Zeit daran gedacht habe, meinen jüdischen Glauben abzuschwören und bis an mein Lebensende auch nie daran denken werde. Hochachtungsvoll A. S o n n e n t h a l. New-Iork. Ein neuer Verein hat sich soeben hier constituirt, der „New-Iorker Deutschamerikanische Waiseu-Äusstattungsvereill (New York Germaa-Awericav Nou-Stctariau Orphaa , Doway Society). Der Gründer desselben, Lazurns Morgenthau, betonte in einer kurzen Rede, daß alle jene würdig befundenen Waisen eine Mitgift von 1000 Dollars erhalten, welche die Bedingung des Vereins, sich civil trauen zu lassen, erfüllen. Vermischtes. Wien. Im Nachhange zu den in der vorletzten Stummer unseres Blattes angeführten Stiftungen der Wiener Cnltnsgemeinde sei bemerkt, daß die Dr. Adolf Sacks'schen Stiftungen mit Rücksicht auf cinzelne Schwierigkeiten, die sich bei der Activirnng ergaben, noch nicht im Jänner des heurigen Jahres zur Ausschreibung gelangen können. Ferner sei erwähnt, daß bei der im April und October zur Verleihung gelangenden Josef und Cäcilie Adler-Stiftung der Stiftungszweck richtigerweise mit „Unterstützung für die Miethezahlung" anzuführen wäre, wobei insbesonders Angehörige der Stifterin, hilflose Witwen und Mädchen, endlich Lehrpersonen den Vorzug haben. Wien. (Verlob u n g.) Fräulein Ernestine Klein, Tochter des Herrn Moritz Klein, I., Augustengasse 2, hat sich mit Herrn Jur. Dr M. Hand, verlobt. Wien, 25. Jänner. Frau Baronin H i r s ch in Paris hat dem Allgemeinen österreichischen israelitischen Taubftummeninstitute in Wien für dieses Jahr den Betrag von 10.000 st. gespendet. Wien. (O r d e n s d e c o r a t i v n eines Gefreite n.) Se. Majestät der Kaiser hat dein Gefreiten Nathan Edel m a n n in Anerkennung besonders hervorragender Leistungen anläßlich der im Jnngebiete stattgehabten Hochwasser- Katastrophe das silberne Berdienstkreuz verliehen. Der Decorirte ist der einzige Combattant des Mannschaftsstandes, der sich bei der erwähnten Katastrophe betheiligt hat, und da heißt es immer, den Juden mangle es an persönlichem Miltb und an Tapferkeit. Wien. Unsere Leser dürste die Nachricht interessiren, daß Herr Dr. W. Herzberg, der Verfasser der „Familienpapiere", am 30. Jänner d. I. in Brüssel seinen 70. Geburtstag begeht, (kraxelles, rue forestiere 11.) Wien. Der „Verein zur Hebung der Gew e r b e" in Wien veranstaltet Sonntag, den 31. Jänner d. I. in Ronacher's Ballsälen, unter dem Protectvrate des Herrn H o f r a t h e s und Reichsraths - Abgeordneten P ro f. Dr. Ed. Wilhelm Exn er einen Festball. Das Reinerträgniß dieses Festes ist zum Theile dem Fonde zur Errichtung eines Gewerbeheimes bestimmt. Das Fest-Comitee besteht ans 150 hervorragenden Wiener Industriellen und Gewerbetreibenden und verspricht dieser Festball bezüglich des Arrangements und der Betheiligung vieler, im öffentlichen Leben hervorragenden Persönlichkeiten den besten derartigen Veranstaltungen der heurigen Saison sich würdig anzureihen. Wien. Ter Humanitäre Gese lligke its verein „Humor" veranstaltet am 4. Februar d. I. in G. Gschwandtner's Etablissement XVII., Hernals, Hauptstraße 41 einen geschlossenen Maskenball, dessen Reinerträgniß den israelitischen Armen des XVI. u. XVII. Bez. zufällt. Die Eintrittskarten lauten auf Namen und sind bei allen Comitömitgliedern erhältlich. Gruppenanmeldungen täglich von 8—10 Uhr Abends im Clublocale, XVI., Hellgasse 7. Wien. (Hvftitel.) Dem Inhaber der Firma Brüder Engel, Herrn Alexander Engel de Janosi, wurde der Titel eines k. und k. Hof-Parquettenfabrikanten verliehen. Herr v. Engel hat seinerzeit die Villen Jhr>'r Majestäten in Lainz und Cvrsu parquettirt und auch seitdem verschiedene größere Arbeiten für die Mitglieder des Allerhöchsten Kaiserhauses ansgeführt. Wien. (Spenden für das Inserat: „Inständigste Bitte!") Eine arme Familie, deren Oberhaupt brustleidend ist und deshalb keinen Erwerb findet, um seine 9 Kinder zu ernähren, sind uns zu den bereits ausgewiesenen fl. 33*20 als Ergebniß einer Sammlung bei einer Tischgesellschaft im R e st a u r a n t Fluss e r in P r a g, veranstaltet von H. A. Schreiber und B. K n i n a v. W. st. 20*70, und zwar von Schreiber Adolf 1 fl., Knina Benedikt 1 fl., Stein, Cafetier im Continental 1 fl. 50 kr., Faubers 1 fl., Winter 1 fl., Ungenannte 3 fl. 70 kr., S. Tanssig 50 kr., Haas 50 kr., Raudnitz 50 kr., Dr. Ansch 50 kr., Heinrich Freund 50 kr., Carl Ohrenstein 50 kr., Belz 50 kr., Federman 50 kr., Preißler 50 kr., Flufser 50 kr.^. Zuckerbäcker 50 kr., Arnstein 50 kr., Rauchberg 50 kr., Seiß 50 kr., Bernard 50 kr., Popper 50 kr., Ludw. Ernst 50 kr., Karl Sein 50 kr., Franz Schneider 50 kr. Heinrich Eisner 50 kr., L. Roth 50 kr., Schweiuburg 20 kr., Herling 20 kr., Werner Prag 30 kr., Birnbaum 40 kr., in Summa ö. W. fl. 53*90 welche wir der Bestimmung zugeführt haben. Wien. (Friedrich Goldscheide r.) Vor einigen Tagen ist in Nizza der bekannte Wiener Großindustrielle Friedrich G o l d s ch e i d e r einem Herzschlage erlegen. Der Verblichene, ein geborener Pilsener, besaß in Währings eine Kunst.erracvttafabrik und betrieb auch eine Bronzewaareufabrik in Paris. Die ans den G o l d s ch e i d e r'scheu Etablissements hervorgehenden Artikel genießen ans dem internationalen Markte einen trefflichen Ruf, wie denn der Verblichene als Specialist in der keramischen Branche geschätzt und angesehen war. Ans sehr bescheidenen Anfängen arbeitete sich G o l d s ch e i d e r, der mit rastlosem Fleiße große Intelligenz verband, empor. In den Leuten Jahren hatte G v l d s ch e i d e r in Berlin^ rtnd Leipzig Filialen errichtet. G v l d s ch e i d e r, der vier Söhne hinterläßt, erreichte ein Alter von 51 Jahren. Wien. (Todesfall.» Anfangs der Woche ist der «15jährige Kaufmann Moriz K o h n in Folge Herzschlages plötzlich gestorben. Herr Kohn war der Vater des Advocaturscvncipienten Dr. Koch«, welcher zrl Weihnachten 1893 mit zwei Collegen auf dem Großglockner verunglückt ist. Seit dem tragischen Ende dieses seines einzigen Sohnes litt Herr Kohn arl einem Herzleiden, dem er nun erlegen ist. Proeetz Sedlatzek. Unterm 18. Jänner d. I. >vird geiueldet, daß der Redacteur des „Deutschen General-Anzeigers", Sedlatzek, in dem gegen ihn anhängigen Gotteslästernngsprvcesse bei der ersten Verhandlung am 14. d. vor dem Reichsgericht in Lei p z i g durch seinen Vertheidiger ein Gesuch ans Ablehnung von Richtern jüdischer Abkunft, in diesem Falle des Vorsitzenden Senatspräsidenten Toctors L ö w e n st e i n» überreichen ließ. Wie nunmehr aus Leipzig geschrieben wird, hat das Reichsgericht das A b l e h n u n gs gesu ch gegen den Senatspräsidenten Löwensteiit als unbegründet z u r ü ck g ewiesen, nachdem der Abgelehnte sich amtlich dahin geäußert hat, daß er sich nicht befangen fühlt. Ein neuer Termin ist ans den 29. d. M. angesetzt worden. Buchhandlung Bermann und Altmann. Vom k. k. Handelsgerichte wird bekannt gegeben, daß die Firma Bermann und Altmann in Folge Ablebens des offenen Gesellschafters Herrn David Bermann für die Dauer der Abhandlung der Verlafsenschaft und für Rechnung derselben von der erblasserischen Witwe Frau Emma Bermann mit dem zweiten offenen Gesellschafter Herrn Alfred Bermann fvrtgeführt wird; diese Firma wird außer von dem letztgenannten Gesellschafter auch von Frau Emma Bermann selbstständig gezeichnet. Das Testament des verstorbenen Buchhändlers David Bermann enthält theils Legate für Personen, welche dem Verblichenen in alter Freundschaft angehörten, theils solche für allgemeine humanitäre Zwecke. Den Buchhandlungsgehilfen-Unterstützungsverein „Buchfink" hat Bermann gleichfalls mit einem Legat bedacht. Wien. Ein wesentliches Verdienst hat sich bei der ganzen Action gegen den Raubmörder T o l e z a l der Pfandieihanstaltsbesitzer G. W e r n e r, Hnndsthurmerstraße Nr. 18, bei welchem T v l e z a l die der Stöger geraubten Lose verpfändete, erworben. Herr W e r n e r erinnerte sich, als der Coniptoirist der Wechselstube L. W e i ß u n d Co m p. bei ihm wegen der ominösen Pfandscheine nachfragte, sofort daran, daß zwei ähnliche Lose seinerzeit bei der Stöger geraubt und bei ihm verpfändet worden waren. Er forschte dann in seinen Büchern nach