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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-01-15 · 3 (15.1.1897) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
3 (15.1.1897)
Date
1897-01-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3 Seite 49 Vr. Vlortz's Wochrnlrhrifl. gehoben. Die Sitze find eine Pertineuz der Synagoge, daher steuer- und gebührenfrei. Betreffend die Stiftungen wurde die Beschwerde abgewiesen. Cultuszwecke und Humauikätszwecke seien nicht identisch und können ganz verschieden erreicht werden. Budapest. 3. Jänner. (Für die P r äp a ra nde n. — Antisemitisches „W i tz" - B l a t t.) Für die Zöglinge der israelitischen Landeslehrer-Präparnndie veröffentlicht der „Pester Lloyd" einen warmen Aufruf, eine Bitte um einmalige Unterstützung angesichts der Jahreszeit, in der man neben dem Hunger auch der Kälte wehren muß. Aus dem Ausruf geht das Elend hervor, das in den Kreisen der Präparaudeu — zur Ehre unserer „Großen" — herrscht. Die veröffentlichte erste Spendenliste zeigt, daß die Armen noch lange nicht vor drückender Nokh geschützt sind. — Seit einem Jahre erscheint hier ein antisemitisches „Witz"-Blatt, das an Scheußlichkeit in Illustration und Geistlosigkeit im Text unerreicht dasteht. , Härko Päter" nennt sich der Wisch, und in seiner letzten Nummer bringt es an der "'Spitze des Textes das Facsimile einer Zuschrift des Ungarnfressers Karl Lueger's, der verspricht, keine Ungarn mehr zu fressen, wenn „Herko Päter" werde die magyarisirten Juden gefressen haben. Budapest. 8. Jänner. (I ü d i s ch e K i r ch e n v erfass u n g.) Die „Blldapester Correspondenz" meldet: Die israelitischen Gemeindedistricts-Präsidenten Ungarns beschlossen eine dringliche Eingabe an den Cultusminister in Angelegenheit der Einberufung eines Congresses, welcher den Entwurf einer Sr. Majestät behufs Sanctionirung zu unterbreitenden Kirchenverfassung der Juden Ungarns seststellen soll. In der Versammlung wurde mitgetheilt, daß der anläßlich der Reception der Inden initiirte israelitische Landessonds bereits die Höhe von 417.753 fl. erreicht hat. Budapest. (Versammlung der israelitischen Gemeinde-Districts-Pr äsi d en ten.) Die israelitischen Districtspräsidenten hielten in dem Sitzungssaale der Pester israelitischen Gemeinde eineBersammlnng, bei welcher seitens der Districts- Präsidien anwesend waren : Emanuel Donath (Trencsen), Bernhard P o l ic s e r, (Rozsahegy), Martin Schweiger (Budapest), Dr. Philipp Szilasi (Sabatka), I. M. Deutsch (Szombathely), k. Rath Wilhelm Gutmann de Gelse (Nagp-Kanizsa). Alexander Leopold (Szegszard), Dr. Bernhard e n m a n n (Szekesfehervar), k. Rath Ignaz S ch r erbe r (Györ), Albert Schütz (Nagyvarad), Dr. Jzso R o s z a, de Varhely (Szeged), Salvmvn Sternthal (Temesvar), Samuel H v r o w i tz (Kolozvar) und Victor Schul (Szaßvaros); ferner waren anwesend die Abgeordneten Dr. Franz Chor in und Dr. Moriz Mezei, Präsident der Pester israelitischen Cultusgemeinde Sigmund Ko hner und k. Rath Dr. Josef Simon als Referent. Znm Präsidenten der Versammlung wurde Martin S ch w e i ge r, znm Präsidenten-Stellvertreter Dr. Jzso Rosa gewählt. Den ersten Gegenstand der Berathung bildete die Frage der Einberufung des C v n g r e s s e s. Als die Districtspräsidenten am Anfänge des verflossenen Jahres in einer ähnlichen Angelegenheit an den Cultusminister eine Ünterbreitung richteten, erklärte der Minister, es sei nichts natürlicher, als daß nach der erfolgten Recepkion der israelitischen Religion die Mitglieder dieser Religion sich bestreben, deren A u t o n o m i e zu organisireu und sicherzustellen, daß die Regierung selbstverständlich diesem Streben beipflichte, daß jedoch das Millenniumsjahr nicht als die geeignete Zeit zur Einberufung des Congresses betrachtet werden könne. In Folge dieser Erklärung des Ministers unterblieb im vorigen Jahre die Einberufung des Congresses. Da nun das Millenniumsjahr zu Ende ist und die Interessen der israelitischen Cultusgemeinden und deren Angestellten dringend erheischen, daß die Kirchenverfassung der Israeliten geschaffen werde, haben die Districtspräsidenten eine neuere Uuterbreitung an den Cultusminister sestgestellt, in welcher sie die Bitte vortragen, der Minister möge es möglich machen, daß der israelitische C o n g r e ß e h e st e n s z n s a mm e n t r e t e n könne zu dem Zwecke, um die der allerhöchsten Genehmigung Sr. Majestät zu unterbreitenden Entwürfe sestzustellen, nach welchen die Anhänger der gesetzlich recipirten israelitischen Religion ihre gesammten consessionellen Angelegenheiten und Institutionen durch ihre eigenen Organe selbstständig verwesen und leiten können. Mit der Einreichung dieser Unterbreitung wurde das Präsidium betraut. Um jedoch die gegenwärtige Cultusgemeindeordnung keinen Tag lang unbeschützt zu lassen, wurde die israelitische Landeskanzlei betraut, an den Cultus- und Unterrichtsminister eine dringende Ünterbreitung zu richten, damit bis zu dem Zeitpunkte, da eine berufene Körperschaft der israelitischen Eonsessivn .die gesammten consessiouellen 'Angelegenheiten regeln wird,.die mittelst Erlaß Z. 35,501 v. I. 18!)') ansrechterhaltenen Normativen Präs.-Z. 1024 v. I. 1884 und Präs.-Z. 1 Ü'I v. I. 1888, ans welchen die gegenwärtige Gemeindevrdnung beruht, strenge Llnwendung finden dort, wo dies von den vitalsten Interessen der Eonsessioil erfordert tvird. Namentlich: n) mögen die Sprengel der israelitischen Muttergemeiuden auch in Zukunst ansrecht erhalten-werden;!') möge jeder Mnttergemeinde zur Pflicht gemacht werden, insvserue sie keine Rabbiner besitzt, den Rabbinensitz binnen sechs Monaten zu besetzen; ch die Rabbiner der Mnttergemeinden mögen in ihrem Recht, daß in ihrem Rabbinat ohne ihre Einwilligung Niemand eine Trauung nach israelitischem Ritus vollziehen kann, auch fernerhin geschützt werden. Die Versammlung stellte sodann ein Statut für beit ö s - seutlichen Fond fest, welcher bis zu dem Zeitpunkte, da derselbe von dem Congreß übernommen wird, eingehender über die Verwaltung des Fonds verfügt, als dies der vorjährige Beschluß that, der damals, in Angelegenheit der Schaffung dieses Fonds erbracht wurde. Tie gesammten Zeichnungen betragen 417.753 sl.!)7 kr., von welcher Summe bereits 145.384 sl. 20 kr effectiv eingeslossen sind. Einen ferneren Gegenstand der Tagesordnung bildete die Verfügung, betreffend die E r h ö h n n g der St a a t s - s n b v e u t i o n für i s r a e l i t i s ch e k i r ch l i ch e Zwecke und für die Unterstützung der Rabbiuen. Gegenwärtig entfallen von den für die gesammten Cousessionen in das Budget eingestellten 350.000 fl. auf die israelitische 5000 fl. und von den für die Unterstützung der geringer dotirten Geistlichen der verschiedenen Kirchen präliminirten 2001)00 fl. bewilligte das Ministerium den gesammten uugarländischen Rabbiuen und Rabbiner-Stellvertretern eine Unterstützung von blos 30t »o sl. Die Versammlung hat nun im Interesse der in ihrem Einkommen geschädigten Rabbiuen zwei Verfügungen getroffen. Tie Tistrictspräfidenten tvnrden anfgefordert, die Gesuche der eine Unterstützung in Anspruch zu nehmen wünschenden Rabbiuen mit ihren betreffenden Vorschlägen bis Ende März an die israelitische Landeskanzlei zu senden, ferner wurde die Landeskanzlei betrank, an den Cnltns- und Unterrichtsminister Unterbreitungen zu richten, damit sowohl die für israelitische kirchliche Zwecke aufgenommene Itaatssnbvention, wie auch die für die Unterstützung der geringer dotirten Rabbiuen bestimmte Summe in Gemäßheit der sich zeigenden Nvthwendigkeir und im Verhältniß zu den Bevölkerungsverhältnissen erhöht werde. -- Schließlich votirte die Versammlung der Pester israelitischen Cnltusgemeide Tank für die Ueberlassnng des Sitzungssaales. Prag. (Israe liti sch er La ndes l e hrerv ere i n Gr Böhmen.) Unter Vorsitz des Obmannes Herrn Oberlehrer S. Springer hielt der Vorstand am 27. v. M. eine Sitzung ab, in welcher mehrere Anfnahms- und Tarlehensgesuche erledigt wurden Tie weiterenProgrammpnnkre betrafen Berathungen über Förderung der Darlehenscassa, des Jnbilänmsfondes und anderer Vereinsinteressen. Ta der bisherige Schriftleiter des Vereinsorganes ans sein Amt verzichtet hat, wurde dasselbe dem Schriftführer des Vereins Herrn Rabbiner M. Freund in Bodenbach übertragen und demselben ein Redacrionscvmitö zur Seite gestellt. Am 2. Februar l. I. werden die Telegirken der israelitischen Cultusgemeinden Böhmens über jene Anträge zu beschließen haben, welche anläßlich des 5t nährigen Reglernngsjnbilänms des Kaisers zur Ausführung gelangen sollen. Tie Vereinsmitglieder wurden deshalb anfgefordert, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Cultusgemeinden ihre Spenden znm Ausbau der schon bestehenden Kaiser Franz Jnbiläums-Stiftuug fürisraelitische Lehrer, deren Witwen und Waisen voriren. Weiters soll der israelitische Gemeindebnnd in Böhmen angegangen werden, ehestens au die Ausführung seines Programmpunktes zu schreiten, der die Heranbildung und Förderung der israelitischen Religionslehrer ins Auge faßt. — Tie Cultusgemeinde Theusing votirte über Fürsprache ihres Cultnsvorstehers W. Wo'llner eine Spende von 10 fl. dem Lehrerpensionsfvnde. Der Vorstand sprach für die munificente Spende dem Herrn Cultusvorsteher und dem Gemeindeausschuß den wärmuen Tank ans. Bezüglich der „Mittheilnngen" wurde beschlossen, die Jäunernnmmer Nr. 1 noch au alle bisherigen 'Abonnenten zu versenden, und falls die Abonnementsgebühr von 2 sl. für 1 2 Jahre tut Lause des Monats Jänner nicht einlauft, die Zu-

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