Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 2 (8.1.1897)
- Date
- 1897-01-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Br. Vloch's Wochenschrift. Seite 33 I. Mautner, Nachod, 5 fl.; Herrn Moses Löw Beer, Brünn, 5 fl.; Sofie Kraßni, Proßnitz, 5 fl.; Herren Brüder Hußerl, Proßnitz, 2 fl.; Josefine Künstler, Lundenburg, 2 fl.; Herrn Leo Ebenspanger, Kanizsa, 2 fl.; Herr P. Schneijer, Batusani, 6 fl. 90 kr.; Herrn Inda Schönfeld, Boryslav, 5 fl.; C h e w r a- Kadischa: Preßburg 10 fl., Hvliö 10 fl., Szoboszlo 5 fl., Thurdoßin 5 fl., Kopycznyce 5 fl., Villkovcze 5 ff., Essek 5 fl., Sarvür 5 fl., Salgo-Tarjan 5 fl., Geiring 5 fl., Ungvnr 5 fl., Gaya 5 fl., Baja 5 fl., Biecz 5 fl., Neutra 5 fl., Szegedin 5 fl., Loschitz 5 fl., Pucho 2 fl. 60 kr., Gr.-Mihalyfalva 1 fl. 30 kr., Holleschowitz 2 fl. 40 kr., Trenczin 60 kr., Bar-Pallotta 1 fl. 50 kr.; Frauenverein: Neutra 5 fl., Sarvar 5 fl., Klattan 4 fl. 45 kr., Mistet 5 fl., Czakathurn 5 fl.; Israelitische Gemeinde Pisek 5 fl.; (l. Ausweis: Chewra-Kadischa Ottakring statt Spende 6 fl. blos 5 fl. angeführt) 1 fl.; in Summa 310 fl. 85 kr. Hiezu die bereits ansgewiesenen 966 fl. 22 kr., in Summa 1277 fl. .07 kr. Indem den edlen Spendern hiemit für ihre Hochherzigkeit der innigste Dank votirt wird, ergeht an die gutherzigen Glaubensgenossen, namentlich an die frommen Brüder- und Frauenvereine, deren Satzungen in der Hilfe für die leidende Menschheit und die Bestattung der Juden nach ritueller Vorschrift gipfeln, im Hinblick auf das bisherige ungenügende Sammlungsergebniß der wärmste Appell, nach ganzen Kräften mitzuwirken, die angestrebten, von reinster Humanität eingegebenen Zwecke zu fördern, und in dem Bewußtsein den Lohn des Allmächtigen zu finden, zur Abstattung der gef hilderten erbarmungswürdigen und bejammernswerthen Scenen, welche sich alljährlich bei der Beerdigung von verstorbenen Glaubensgenossen abspielen, beigetragen und mitgewirkt zu haben, daß armen jüdischen Lungenkranken während ihrer Cur in Ro^nan, ein ivenn auch nur bescheidenes Asyl geboten werden könne. Spenden nwllen gefälligst gerichtet werden an die „Oesterreichische Wochenschrift" oder an Herrn Marcus Nenmann in Proßnitz. Dr. L. S. S k r e i n k a, Dr. Richard Oppenheim, Curarzt in Ro^nau. Cnrarzt in RoLnau. Marcus N e n m a n n, Mitglied des Cultus-Vorstandes in Proßnitz (Mähren). Jurigbrinzlau. Samstag den 2. Jänner feierte Herr Anton Beck, der allgemein geachtete und hochverdiente Präses der hiesigen Cultusgemeinde, das schöne Fest der silbernen Hochzeit. In dankbarer Anerkennung seiner vielfachen Verdienste, die er sich um die Gemeinde, um die humanitären Vereine, wie auch um den Bestand der israelitischen Schule erworben, wurden ihm ftitens der israelitischen Gemeinde vielfache Ovationen dargebracht. Am Samstage, beim Mussafgebete, fand ein solenner Gottesdienst statt; der Tempel war mit Reisig und Blumen reichlich geschmückt und erstrahlte im Hellen Lichterglanze. Der Jubilar wurde zur Thora gerufen und spendete namhafte Beträge für fämmtliche hiesigen israelitischen Wvhlthätigkeitsvereine. Nach dem Verlesen der Thora bestieg Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Klotz die Kanzel und verrichtete ein tiefergreifendes Gebet für das fernere Wohl und Glück des Jubelpaares. Nach Schluß des Gottesdienstes begaben sich die Vorstandsmitglieder mit dem Vicepräses, Herrn B. Kornfeld, unter Führung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners in die Wohnung des Jubelpaares und Letzterer richtete an dasselbe eine äußerst gelungene und feierliche Arlsprache, in welcher er besonders betonte, welche schwer auszufüllende Lücke durch das beabsichtigte Scheiden des Jubilars ans dem Amte, wie aus der Gemeinde, entstehen würde, und der Hoffnung Allsdruck verlieh, daß derselbe sein Vorhaben, die Gemeinde zu verlassen, nicht w bald realisiren werde. Hierauf beglückwünschten der Vicepräses der Cultusgemeinde, solvie die Vorstände der einzelnen Wohlthütigkeitsinstitnte und des hiesigen Gesangvereines das Jubelpaar. Auch Herr Hoffmann, als Senior der Lehrer der hiesigen israelitischen Schule, übermittelte seine Glückwünsche und stattete in einer Ansprache dem Jubilar den tiefsten Dank für das Wohlwollen ab, welches er den Lehrern stets entgegenbrachte. Und wahrlich, die allgemeine und innige Theilnahme, welche an diesem Tage dein Jubelpaare zutheil wurde, legte Zeugniß davon ab, welche vielfachen Verdienste sich Herr Beck als Präses durch seine zielbewußte, kluge und mit eminenter Arbeitslust gehandhabte Führung des so schwierigen Amtes eines Cultnsvorstehers erworben hat. Möge dieses schöne Fest die Veranlassung sein, daß Herr Beck uns auch ferner an der Spitze der Gemeinde zu ihrem Wohle und Gedeihen erhalten bleibe. H. Berlin, 30. December. Gestern ■ itb vorgestern waren hier nahezu vierzig Rabbiner aus allen Theilen Deutschlands zu einer Conserenz versarnmelt, welche den Zweck hatte, den im Jahre 1884 begründeten, inzwischen aber thatsächlich ansgelösten „Verband deutscher Rabbiner" ans neuer Grundlage zu constituiren und einer gedeihlicheren Wirksamkeit zuzuführen. Die sehr eingehenden Verhandlungen fanden unter Ausschluß der Oessentlichkeit statt, doch wurde eine officielle Berichterstattung beschlossen und der Schriftführer, ein Rabbiner in Baiern, mit der Ausarbeitung des betreffenden Referats für die Presse beauftragt. Die Berathnngen beschäftigten sich vorwiegend mit der Frage, ob und unter welchen Modalitäten die dem „Verband" bisher ferngebliebenen gefetzestreuen Rabbiner sich demselb.m anzttschließen bereit fein würden. Hannover, im December. In unserer Nachbarstadt Linden ist Herr Leopold Fischer vom Magistrat und Bürgervorsteher- Collegium als lebenslänglicher Vertreter der Stadt in die Calenberg-Grnbenhagen'sche Ritterschaft gewählt worden. Es ist das erste Rial, daß ein Jude in dieses Collegium eintritt, und wenn diese Wahl einerseits eine Anerkennung der Thätigkeit des Gewählten in seinem Amte als Bürgervorsteher bekundet, so ist sie andererseits als ein Zeichen der Toleranz und Unparteilichkeit, die in unseren Tagen so selten gesunden werden, ganz besonders auzuseheu. Petersburg, 23. December. Unter den Deputirten und Vertretern der verschiedenen Gouvernements, welche gegenwärtig hier weilen, um den Gefühlen der Treue und Ergebenheit anläßlich der am 14. Mai d. I. stattgehabten Krvnnngsseier Ihrer Kaiserlichen Majestäten vor den Stufen des Thrones Ausdruck zu verleihen, befindet sich auch eine Abordnung unserer Glaubensgenossen, welche ans folgenden Delegirten der größten jüdischen Gemeinden Rußlands besteht: Baron H v r a c e v o n G n n zb u r g-Petersburg; Rechtsanwalt O. H a r k a v y-Moskau; Lazar B r o d s k y-Kiew; Ingenieur W a i ir st e in-Odessa; Rabbiner Puche r-Riga und B e r g s o h n-Warschan. Vorgestern wurde diese Deputation von denk Herrn Minister des Innern in Audienz empfangen. Petersburg. Die Stadt Tomik in Sibirien zählt 3000 jüdische Bewohner, eine kleine Gemeinde von wenig begüterten Leuten und ehemaligen Vernrtheilten. Indessen kann man dem Eifer und der Pflichttreue dieser Inden nicht genug Bewnndernng zollen, die sie, sobald es sich um Wohlthätigkeitswerke oder um ihre Schulen handelt, zeigen. Im vorigen Jahre haben sie eine Schule aufgebaut, über die der Cnrator für vsfentlichen Unterricht im Ost-Sibirien folgendes Urtheil gesprochen: „Diese Schule soll den anderen Schnlanstalten meines Ressorts als Muster dienen " Die Herren Gebrüder Fuxmann haben dieser Schule ein großes Grundstück geschenkt. , Tie Gebäude wurden auf Kosten der Inden errichtet. Diejenigen, welche kein Geld hergeben konnten, arbeiteten unentgeltlich an dem Bau. Die Privatgeschenke -nr inneren Einrichtung strömten nur so herbei. Die jüdischen Schreiner, die Anstreicher und Tapezierer weigerten sich, Geld anzunehmen. Am Tage der Eröffnung gestattete es der Casferest von 1920 Rubel, 53 Knaben aufzunehmen; die Aermsten unter ihnen erhielten noch obendrein Kleidungsstücke: alle wurden auf Kosten der Schule gespeist. Ter erste Jahresbericht ist sehr fesselnd, und es läßt sich sehr viel von einer Anstalt erwarten, die unter so günstigen Umständen beginnt. London. Mit tiefem Bedauern melden wir Ihnen den Tod des Präsidenten des Metropolitan Hospital, des 87jährigen Mr. Joseph Fry. Er war der würdige Sohn einer würdiger: Mutter, der bekannten Mrs. Elizabeth Fry, die ihr ganzes Leben in großherzigster Weise dem Wohle der Armen und Elenden, den Verworfenen und Gefangenen widmete. Zu Essex 1809 geboren, hat Mr. Joseph Fry von früher Jugend an in menschenfreundlichster Weise für die Armen und Kranken gelebt. Er hat vor 50 Jahren im Vereine mit feinem Bruder, dem verstorbenen John Gnrney Fry, das städtische Krankenhaus (Metropolitan Free Hospitals in Devonshire Square, Bishopsgate, gegründet. Die jüdischen Patrioten wurden dort immer mit größter Aufmerksamkeit behandelt, und in dem Comite dieser Anstalt sind stets einige Inden Mitglieder gewesen. Als die Uebersiedlnng nach Kingsland Road stattfand, wo viel mehr Raum zur Verfügung stand, wurden zwei besondere Krankenfäle für jüdische Patienten und eine koschere Küche l,mit einem jüdischen Koch) eingerichtet. Bis vor einigen Monaten besuchte