Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 14 (1897)
- Issue
- 2 (8.1.1897)
- Date
- 1897-01-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 32 Dr. VLortz's Wochenfchrtfl. v.. 2 Redner widmete seinem im abgelaufenen Jahre aus dem Leben geschiedenen Freunde, Rabbiner und Prediger Dr. Moritz Tauber, einen seine Verdienste würdigenden Nachruf, wobei er so ergriffen war, daß er häufig inne halten und nur mit thränenerstickter Stimme fortfahren konnte. Die talmudische Abhandlung, mit welcher Dr. Grün seinen Bortrag schloß, zeichnete sich sowohl durch richtige Erklärung der schwierigen Stelle, als durch Klarheit der Darstellung aus. Die Predigt nach dem Minchagebete in der Klaussynagoge hielt Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld ab. An die Schlußworte des vorangegangenen Gebetes „Der Ewige, der ist unser Gott" anknüpfend, schilderte er in den lebhaftesten Farben den wichtigen Moment in Israels Geschichte, wo der glühendste Gottesstreiter, der Prophet Elias, diese inhaltsschweren Worte den falschen Propheten, die das Volk zum Abfall vom wahren Glauben verleiten wollten, zudonnerte. Redner beleuchtete diesen Entscheidungskampf und führte aus: Daß Jene, die nur aus Schwäche, nur unter dem ihnen unwiderstehlich erscheinenden Drucke äußerer Umstände mit dem Bewußtsein, Unrecht z u t h u n, solches ausüben, weit höher als Jene stehen, die in der trügerischen Hoffnung, dadurch die Volksgunst zu erringen, Bedeutung, die sie auf anderem Wege nicht erreichen können, zu erlangen, zum Abfalle von der positiven, geoffenbarten Väterreligion verleiten, au deren Stelle eine von ihnen neu erfundene Religion setzen wollen. Redner sprach mit Wärme und Begeisterung und es gelang ihm auch, sein Auditorium zu erwärmen und zu begeistern. . Der Predigt folgte ein vortrefflicher halachischer Vortrag. Zu den Predigten hatte sich ein ungewöhnlich zahlreiches Publicum eingestellt. Der Saal sowohl als die Synagoge waren bis auf den letzten Raum gefüllt. Unter den Anwesenden befanden sich sämmtliche Rabbiner Prags und der Vororte, Mitglieder der Gemeinde-, Synagogen- und Vereiusvorstände, Advocaten, Medicinae-Doctoren, der Director der Bürgerschule u. v. A. Die Feier erhielt auch dadurch eine erhöhte Weihe, daß der Obmann des Beerdigungsvorstandes David Lieben, der nebst reichem, talmudischeu Wissen und andern hochschätzenswerthen Eigenschaften auch eine klangvolle Stimme besitzt, den Gebetsvortrag übernommen hatte. Budapest. < I s r a e i i t i f d) e Stipendien.) Seitens dks ungarifcv-israeiiiischen Landesstipendienvereincs wird der Concurs auf folgende Stipendien ausgeschrieben: 1. auf das Baron Joseph E ö t v ö s-Stipendium mit 200 fl.; 2. auf zwei Dr. Heinrich Poll ak-Sripendieu mit 100 und 200 fl.; 3. auf zwei Moriz Wahrmann-Stipendien zu se 120 fl.; 4. auf das Karl Sv Lb-Stipendium mit 120 fl.; 5. auf zwei Jakob P o l l a k-Stipendien zu je 100 fl.; 6. auf zwei Alexander Sväb- Stipendien zu je 100 fl.; 7. auf das Baron Leopold Popper- Stipendium mit 100 fl.; 8. auf das Dr. Eduard Oesterreicher- Stipendium mit 100 fl.; 9. auf das M. L. F o ch s-Stipendinm mit 100 fl.; 10. ans das Johanna F o ch s-Stipendium mit 100 fl.; 11. auf das Moriz und Ernestine Schreibe r-Stipendium mit 100 fl.; 12. auf das Arthur Ste rnth a l-Stipendium mit 100 fl.; 13. auf das Julie und Max N e u m a n n-Stipendinm mit 100 fl.; 14. auf das Lorenz S v Lb-Stipendium mit 100 fl.; 15. auf das Abraham Schwarcz und Frau-Stipendium mit 100 fl.; 16. auf das Salomon und Josepha K o h n-Stipendium mit 100 fl.; 17. auf das Dr. Joseph v. R ü z s ay-Stipendium mit 100 fl.; 18. auf das Dr. Jakob B ö h m-Stipendium mit 100 fl.; 19. auf das Wilhelm Singer- Stipendium mit 100 fl.; 20. auf das Gerson und Julie Spitzer- Stipendium mit 100 fl.; 21. aus das Dr. Adolf Goldberger- Stipendium mit 100 fl.; 22. auf das Julius Wolfner- Stipendium mit 100 fl.; 23. auf das Dr. Ignaz H i r s ch l e r- Stipendium mit 100 fl.; 24. auf das Ignaz und Fanny Schreiber- Stipendium mit 100 fl.; 25. auf das Moriz und Marie S chmidl- Stipendium mit 100 fl.; 26. auf das Samuel Schwarz- Stipendium mit 100 fl., 27. auf das Bernhard Deutsch de Hatvan- Stipendium mit 100 fl.; 28. auf das Sigmund Gomperz - Stipendium mit 100 fl.; 29auf das Ignaz Stern- Stipendium mit 100 fl.; 30. auf das Adolf M a ch l u p - Stipendium mit 100 fl.; 31. auf das Adolf und Marie Brachfeld- Stipendium mit 100 fl.; 32. auf das Moses Bloch-Stipendium mit 100 fl.; 33. auf das Philipp A. B a u m g a r t e n - Stipendium mit 100 fl.; 34. -42. auf neun Vereins-Stipendien zu je 100 fl., von welch letzteren eventuell fünf in Stipendien zu je 50 fl. verliehen werden. Concurriren können mittellose ungarische Studirende israelitischer Religion, die an einer höheren Lehranstalt Ungarns sich durch Fleiß und gute Sitten auszeichnen. Als solche höhere Lehranstalten gellen: die Universität, das Polytechnikum und die Landesrabbinerschule. Die Bewerber werden angewiesen, ihren Gesuchen Geburtsscheine und authentische Atteste über ihre Mittellosigkeit sowohl als auch über den Fortgang ihrer Studien im letzivergangenen und laufenden Schuljahre beizufügen. Ferner haben die Bewerber ihre Gesuche eigenhändig zu schreiben und in denselben zu erwähnen, ob sie bereits prämiirt wurden oder derzeit im Genüsse eines Stipendiums sind. Die solchermaßen ausgestatteten Gesuche sind bis 10. Februar l. I. an den Herrn köu. Rath Dr. Josef Simon, Budapest, V. Bezirk, Badgasse Nr. 10 Portofrei einzusenden. Budapest. (Preisfrage.) Die Israelitische int arische literarische Gesellschaft stellt folgende Preisfrage: Darstellung und Würdigung der bestehenden Organisation der Inden in den einzelnen Staaten Europas auf geschichtlicher Grundlage. Die Preisschrift kann in ungarischer, deutscher, französischer, englischer oder italienischer Sprache abgefaßt werden, es tvird jedoch ausdrücklich bemerkt, daß bei eventueller Veröffentlichung die Gesellschaft nur die ungarische Sprache gebraucht, dem Verfasser es jedoch unbenommen bleibt, sein Werk in einer ihm beliebigen Sprache zu veröffentlichen. Einzureichen ist bis zum 30. April 1898 bei dem Präses der Gesellschaft, Rabbiner Dr. Samuel Kohn, Budapest, Hollo-utcza 4, Preis eintausend Kronen. Wag - Beßtercze» (T e m p e l e i n w e i y u n g .) Am 14. December 1896 fand die Einweihung des neuen Tempels in Vag-Beßtercze um halb 2 Uhr Nachmittags statt. Die Gemeindemitglieder verfammelten sich im alten Gotteshanse, um von der mehr als ein Jahrhundert stehenden Stätte in pietätvoller Weise Abschied zu nehmen. — Nach Anlangen des vom Lehrkörper geleiteten Festzuges der Schuljugend, recitirte der Cantor Herr Ad. Joanovski unter Begleitung eines vom Gefertigten dirigirten Mannerchores einen Psalm, worauf der Rabbinctsver Weser Herr Joachim Grün eine ergreifende Abschiedsrede hielt, in welcher er die Pietät hervorhob, welche die Gemeinde dieser heiligen Stätte gezollt hat. Nach Ausheben der Thorarollen setzte sich der Festzug in Bewegung. Voran ging die Schuljugend, von welcher zwei weißgekleidete Mädchen den vergoldeten Schlüssel und die Urkunde trugen. — Unter dein Baldachin gingen die anwesenden Rabbinen mit den Thorarollen am Arm. — Am Wege wurden mehrere Choralgesänge vorgetragen. — Bor dem neuen Tempel angelangt, richtete der anwesende Trencsiner Districtspräses, Herr Advoc^t M. Donath, an den Oberstuhlrichter Herrn Karl v. Baross eine kurze Ansprache mit dem Ersuchen, das Gotteshaus zu öffnen. — Der An gesprochene nahm das Anerbieten an und dankte der Borstehung, daß es ihm in seinem vorgerückten Alter noch gegönnt sei, diese dem Gottesdienste geweihte Stätte zu eröffnen, worauf die Urkunde durch Herrn Dr. Martfeld in deutscher, durch Herrn Hugo Grün in ungarischer Sprache verlesen . wuroe. — Unter den Klängen eines Choralgesanges im neuen Tempel angelangt, bestieg nach Verrichtung des üblichen Abendgebetes der aus Turocz-Szent-Marton berufene Bezirksrabbiuer, Heir Dr. Moritz Schwartz die Kanzel und hielt eine vom patriotischen Geiste beseelte ungarische Festrede, in welcher er in schwungvollen Worten Aller gedachte, welche sich um das Zustandekommen dieses monumentalen Werkes Verdienste erworben haben. — Nach dem Anzündeu des ewigen Lichtes verrichtete er das Gebet für das allerhöchste Herrscherhaus und das Vaterland, worauf von der Schuljugend unter Leitung des Gefertigten der „Hymnus" abgesungen und damit die erhebende Feier geschloffen wurde. — Abends fand ein Bankett aus 100 Gedecken und hierauf eine gut besuchte Tanzunterhaltung statt, welche durch Ueberzahlung edelgesinnte Gäste de» Tewpelbaufond wesentlich vermehrt hatte. Angenehm überrascht wurde die Gemeinde durch die Anwesenheit zahlreicher Fremder und Deputationen der Schwestergemeinden, nicht minder durch die aus der Ferne eingelaufenen zahlreichen Telegramme und schriftlichen Gratulationen solcher Gemeinden und Privatpersonen, die sich an dieser schönen Feier persönlich nicht betheiligen konnten. Der Opferwilligkeit der Gemeivdemitglieder, wie auch der namhaften Spende des Baron Armin Popver, nicht minder dem unermüdlichen eifrigen Bestreben des Gemeindevorstandes Herrn Karl Grün und Leopold Knöpfelmacher ist es zu verdanken, daß in dem von zumeist schlichten Bürgern bewohnten Städtchen, der neue,, im erhabenen Style erbaute prachtvolle Tempel mit seiner schönen Kuppel als Zierde der Stadt emporragt: Samuel Rosen st ein, Lehrer und Secretär der israelitischen Cultusgemeinde, Nag-Beßtercze. RoLnair. (Zweites S p e n d e n - B e r z ei ch n i ß.) Zur Errichtung eines israelitischen Friedhofes und eines Afylhauses für lungenkranke arme Glaubeitsgenossen im Curorte RoLnau (siehe Aufruf in der Nummer 50 der „Oesterreichischen Wochenschrift" vom Jahre 1896) sind weiters nachstehende Spenden eingegangen von: Herrn David Schwarzmann (D. Schwarzmann & Co.) Wien, 30 st.; Ungenannt ein wollenden Wiener Verein durch Herrn Dr. Oppenheim, Meran, 50 fl.; Philip Wermer, Wien, 25 fl.; Rabbiner Dr. Frankl, Kremsier 2 fl.; Herrn Regierungsrath v. Hahn, Wien, 10 fl.; Herrn Leo Karol, Prag, 10 fl.; Herrn Landesrabbiner; Placzek, Brünn. 5 fl.; Herrn Rabbiner Hillel, Leipnik, 1 fl.; Herrn