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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1897-01-01 · 1 (1.1.1897) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
14 (1897)
Issue
1 (1.1.1897)
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Vloitz's WochrnptzrM Sette 13 Lorbeerbäumen festlich geschmückten Tempel geleitet, wo in dem Rahmen des gewöhnlichen Sabbathgottesdienstes eine besondere Festfeier angeordnet war. Nach einem Orgelprälndinm und einem Chorgesange trug der zum Probevortrag anwesende Herr Obercantor Drnjan aus Basel den Psalm Pi mit Orgelbegleitung vor, woraus die Festpredigt folgte, die Herr Dr. Bloch selbst im Anschluß an des Patriarchen Jacob Abschiedswort an seinen Sohn Josef vor der überaus zahlreich versammelten Gemeinde hielt. Ein volltönendes Hallelnjah des Chores mit Orgelbegleitung schloß die weihevolle Feier ab. Am Abend fand ein Festbankett statt, an dem sich die Honoratioren der Stadt und der Gemeinde betheiligten und das durch geistvolle Reden und treffliche Gesänge des rnit mächtiger Stimme begabten Gastes aus der Schweiz einen besonderen Reiz erhielt. Den am Jubiläumstage von Nah und Fern eingelaufenen Glückwünschen fügen wir auch unseren Wunsch an: Der Jubilar möge in Kraft und Rüstigkeit noch lange seines Amtes waltnr! Jreibnrg r. B., 19. December. Professor jnr. Dr. Heinrich Rofin (Mitglied des Großherzoglichen Oberrathes der Israeliten) ist zum Protektor der Universität für das Studienjahr 1897/98 gewählt worden. — Sicherem Vernehmen nach ist zum Sitze des F r i e d r i ch s h e i m s für israelitische Sieche und arme Greise, welcher Anstalt vor wenigen Wochen auch die Körperschaftsrechte verliehen worden sind, Gail in gen bestinimt und soll im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden. Würzbnrg. Ihre Leser dürfte es interessiren, daß 1840 der sel. Herr Hofbankier Baron Jacob v. H i r s ch, früher hier, später in München diese Nothlage der Cultusgemeinden in Bayern erkannte und in Berücksichtigung derselben in seiner Stiftung, welche n e n n Zwecke umfaßt, zwei Legate einsetzte zur Unterstützung u u v e r m ö g e u d e r Gemeinden, eines zur Erhalt u ng gute r L eh r e r und eines zu Sy n a g o g e n- und S ch u l h a u s b ante n. Wenn auch diese Unterstützung nur wenigen Gemeinden und nicht in ausgiebiger Weise gerecht werden kann, so sind die Bewerbungen darum doch alljährlich sv zahlreich, daß die Mehrzahl unberücksichtigt bleiben muß, was immerhin die Hilfsbednrftigkeit so vieler Gemeinden beweist. Angesichts dessen hat die Administration der „Jacob v. Hirsch'schen Stiftung", die ihren Sitz hier hat, Herr Baron I o s e f v. H i r s ch d a h i e r bei der königl. Regierung, als Obercuratel-Behörde, bewirkt, daß überschüssige. Renten aus den anderen Stiftnngszwecken zu obigen Zwecken zu Gunsten der Gemeinden verwendet werden dürfen. Sofia, 18. December. (EU n M i ß v e r st ä n d n i ß) hat zwei Männer ans Jerusalem, die hier für die Armen im Heiligen Lande sammelten, in Untersuchungshaft gebracht. Der Chacham Baschi in Constantinopel intervenirte für sie und schickte Herrn Navon Bey mit einem Schreiben des Großveziers hierher. Dies Schreiben empfing der türkische Eommisfär dahier, der dann beim Fürsten die Befreiung durchsetzte. Wieso aber konnten ohne jeglichen Thatbestand die zwei Männer 62 Tage im Gefängniß bleiben? Bei den Männern fand man ein großes Empfehlungsschreiben, in welchem unter Anderem stand: a*an anb m („Gebet ihnen Geld.") Die Behörde ließ das Schriftstück amtlich übersetzen und der Uebersetzer leitete a-an von ct ab und übersetzte es wörtlich: „Gebet ihnen — Blut!" Und das genügte. Constantinopel. Unter den Europäern, die hier leben, hat das Verschwinden eines jungen Mädchens von 15 Jahren aus einer wohlbekannten geadelten jüdischen Familie nicht geringe Sensation erregt. Das arme Mädchen, das eine wunderbare Schönheit sein soll, wurde entführt, als sie mit ihrer Begleiterin einen Spaziergang machte und man nennt den Namen eines hohen Staatswürdenträgers, in dessen Harem sie sich befinden soll. Die Polizei weigerte sich, die Sache zu untersuchen und die Gesandtschaft hat sich der Sache angenommen und wird hoffentlich bald Licht in das Dunkel bringen. Jerusalem, Anfangs November. Es herrscht reges Leben hier, denn mit dem langersehnten Regen trafen auch die ersten Touristen ein, und man hofft im folgenden Jahre viele Gäste hier begrüßen zu können; haben doch die Makkabäer aus London ihre Pilgerfahrt nach Jerusalem schon sicher für die Passahtage festgesetzt. Die Colonie Mischmar Hajarden bei Safet, welche schwer um ihre Existenz zu ringen hatte, ist durch das Geschenk von 90.000 Francs zu neuem Leben erweckt worden. Dasselbe ist der Fall mit der Colonie Wad il Chanin bei Jaffa, für welche eine Summe von 65.000 Francs gezeichnet wurde. Die Cnratoren der Hirsch-Stiftung haben beschlossen, noch viel mehr für die Colvnisation in Palästina zu thun, da sie sich davon überzeugt haben, daß Auswanderer viel mehr geneigt sind, nach Palästina als nach Argentinien zu gehen, wo die Schwierigkeiten auch nicht geringer sind, als in Palästina. Die Vorarbeiten zum Bane des Hospitales in Jerusalem werden, Dank der ergiebigen Sammlungen in Deutschland, die in einigen Monaten eine Summe von 120.000 Mark erreicht haben, mit Eifer fortgesetzt. Im Frühjahr wird mit dem Baue des Hospitals begonnen. Ein Comits von fünf Mitgliedern überwacht die Arbeiten. Es heißt, daß in Bälde ein Mädchenwaisenhaus errichtet werden wird, dessen großmüthiger Urheber Baron Alphonse de Rothschild in Paris ist. Das Frankfurter Cvmite des Vereines zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina hatte längst die Absicht, ein solches Waisenhaus zu errichten, aber es war aus Mangel an den erforderlichen Mitteln bis jetzt unmöglich gewesen, denn die Erhaltung des Knabenwaisenhauses mit 26 Insassen und die Unterstützung der von Löwel'schen Schule hat alle seine Mittel erschöpft. London. Seine königliche Hoheit der Prinz von Wales, eröffnete am vergangenen Dienstag das Davy-Faraday-Laboratorium in Albemarle Street, welches Dr. Ludwig Mond mit einem Kostenaunvande von 100.000 Pfund (ungefähr 1 Million Gulden), dem Staate geschenkt hat. Dr. Ludwig Mond, der in Deutschland geboren ist und sich in Heidelberg gründliche Kenntnisse in der Chemie erworben hat, kam vor etwa 30 Jahren hieher. Er trat in Compagnie mit Sir T. I. Brunner, einem deutschen Schweizer, und die Firma Brunner, Mond und Compagnie wurde bald ein erstes Hans unter den Firmen für chemische Erzeugnisse in Großbritannien; sie beschäftigte sich hauptsächlich mit der Erzeugung von Langensalz, und man schätzt nun ihr Capital auf viele Millionen Pfund Sterling. Aus Dankbarkeit gegen eine Nation, die stets in liberalster Weise Bestrebnn.gen begabter Männer unterstützt, hat Dr. Ludwig Mond dem Davy-Faraday-Labvratorinm ein so hochherziges Geschenk gemacht. Alle englischen Blätter find des Lobes voll über den freigebigen Spender, und eines der vornehmsten Tagesjvnrnale, der „Daily Chronicle", schließt seinen Bericht über Dr. Mond's Schenkung folgendermaßen: „Großbritannien besitzt so viele Millionäre tute drei oder vier andere Länder zusammengenommen, und doch sind Schenkungen dieser Art so selten, daß eine solche als eilt Ereigniß von nationaler Bedeutung betrachtet werden muß. London. Das Execntiv-Comitö, welches dem Victoria- Institut eine nationale Basis verleihen will und dem, wie wir Ihnen bereits gemeldet haben, Lord Rothschild und der Oberrabbiner Dr. Adler angehören, hat ein Capital von 70.000 Pfirnd (mehr als 850.000 Gulden), zur Verfügung gestellt. Das Institut verfolgt den Zweck, neue Krankenpflegerinnen-Vereine zu gründeit und schon bestehende Vereitle zu subventioniren, damit eine größere Anzahl von Krankellpflegerinnen erzogen werden kann. Alle Pflegerinnen, lvelche cntf Kosten des Instituts herangebildet werden, sind verpflichtet, wenigstens zwei Jahre lang Arme ulld Kranke zu pflegen. Dem Institut ist die Religion der Mitglieder lind Pflegerinlien absolut gleichgiltig. „Wir haben mit der Religion nichts zu rhnn," sagt der Präsident. „Wir erziehen Krankenpflegerinnen, und Keiner von ihnen ist erlaubt, mit ihrem Beruf etwa den der Proselytenmacherei zu verbinden". Das Jltstitnt hat bereits 450 Krankenpflegerinnen herangebildet. London. Mr. D. N. Nabarro ist zum Lehrer der Anatomie und Histologie am University College ernannt worden. Der Bürgermeister, begleitet von seiner Gemalin, vom Stadtmarschall, dem Schwertträger und den Pedellen, eröffnete Montag die Volksküche für jüdische Arme in Fashion Street, Spitalfields. Der Bürgermeister hielt eine längere Anrede, aus welche der Präsident Mr. Alfred L. Cohen erwiderte. Es sprachen ferner: Der Oberrabiner Dr. Adler und Dr. Gaster. Die Frau Bürgermeisterin nahm die Verabreichung des Brodes an die Armen vor und sprach zu denen, die es verstanden, englisch, zu Jenen, denen die englische Sprache fremd war, deutsch. Ihre Liebenswürdigkeit machte auf Alle großen Eindruck. Als sie mit dem Bürgermeister die Volksküche verließ, folgten dem Paare zahlreiche Hochrufe. London. Dienstag hielt das russisch-jüdische Comit« seine Sitzung ab. Anwesend waren Sir Samuel Montagu, der Oberrabbiner, die Herren Singer, Cohen, Montefiore, Simon u. A. m.

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