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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-12-18 · 51 (18.12.1896) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
51 (18.12.1896)
Date
1896-12-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 1022 Dr Vloch's Wochrnfchrist. Nr. 51 Der Vorsteher der Nettesten warf einen hilflosen Blick auf den Vorsitzenden des Machamad, der ebenfalls nicht wußte, was er sagen und thun sollte. „Ich will jedoch bei diesem Punkt jetzt nicht verweilen," fuhr Manafse fort, „ebensowenig will ich die Aufmerksamkeit der Versammlung auf die nachlässige und oberflächliche Art und Weise lenken, in der meine Vorladung verfaßt wurde, so daß ich, wenn ich ein Wortkrämer wäre, aus den Namen Mauasse, da Costa gar nicht zu erscheinen gebraucht hätte." „Aber Euer Namen lautet ja so!" protestirte der Kanzler. „Wenn Ihr die Armenliste durchseht, werdet Ihr finden, daß mein Name „Manasse Bueno Barzillai Azevedo da Costa lautet," sagte Manasse großartig. „Aber Ihr haltet die edlen Herren des Machamad auf", und mit einer würdevollen Miene, die die Vergangenheit wegzuschieben schien, ließ er sich auf den nächsten leeren Stuhl am unteren Ende des Tisches nieder, stützte den Ellenbogen auf den Tisch, das Gesicht in die Hände und blickte zu dem Vorsitzenden hinüber, der ihm gerade gegenüber saß. Die Räthe waren von seinem unerwarteten Benehmen so bestürzt, daß auch diese Kühnheit kaum bemerkt wurde. Der Kanzler jedoch, in seinen innersten Gefühlen verletzt, rief gereizt: „Stehet auf Herr, diese Stühle sind für die edlen Herren des Machamad bestimmt! „Und da es edle Herren sind, wird es ihnen nicht einfallen,, einen alten Alaun noch länger stehen zu lassen," fügte Manasse in vernichtendem Tone hinzu. „Wenn Ihr ein anständiger Mensch wäret, würdet Ihr das Ding da vom Kopfe nehmen," erwiderte der Kanzler. „Wenn Ihr nicht ein Amhoretz wäret," replicirte der Bettler, „so würdet Ihr wissen, daß dies nicht ein Zeichen der Unehrerbietung gegen den M a ch a m a d, sondern eines der Ehrerbietung gegen das Gesetz ist das höher steht als der Machamad. Ein Reicher darf unsere heilige Religion vernachlässigen, aber ein Armer hat nur das Gesetz. Das ist sein einziger Luxus." (Fortsetzung folgt.) Literatur. Eine Saunnlung von Gedichten unter den: Titel cnin" «ETnrn von Moriz K ü s, Wien, hat soeben den Druck verlassen. Diese Arbeit zeichnet sich durch Formvollendung, Gedankenreichthum und tiefinniges poetisches Empfinden ans. Der Verfasser verstand es Töne anzuschlagen, die im Herzen des Lesers wiederklingen, und Empfindungen allgemein menschlicher Natur zum Ausdruck zu bringen, die jedem gesunden Sinn verständlich und zugänglich sind. Unsere schöne alte Sprache scheint für Herrn Käs noch in ihrer herrlichen Gewalt und Pracht zu leben, denn er kann in ihr Alles sagen was er will und wie er es will und er hat so Vieles zu sagen! Ganz besonders zeichnen sich ^-p vx spr p? pEEis4» *mp b'p» “brr, und r'ir ““'in durch eine Fülle von farbenprächtigen Bildern aus, die durch einen sie durchziehenden leitenden Gedanken durchgeistigt und zu einem harmonischen Ganzen gegliedert und zusammengefügt siird. Wir hoffen, daß jeder Freund der hebräischen Literatur uns dankbar sein wird, ihn auf diese so schöne Arbeit aufmerksam gemacht zu haben, und rufen zum Danke für das uns Gebotene dem greisen ewig jungen Dichter ein "N2 zu. Isidor M i n tz. Studiae Piucliae olim Rabbini Piuchae Stein Halachika Responsa Appendix Ham&r Pili Sni Et Progeniei Rabbini Maximiliani Stein Halacbika Responsa in Tnreicd Sanctd Nikolad. Munkäcs MDCCCXCVl Die Geschichte der Responsen L teralur bat noch nicht ihren geeigneten Bearbeiter gefunden. — Zunächst würde ein künftiger Historiograph derselben fein Augenmerk zu richten haben auf die Qualität der Fragen und Antworten in den Responsen. Die Zahl derselben ist nach Auffassung der jüdischen Diskussion nicht unbedingt von Belang. — Sagt man ja mit Recht: Hundert Weise sind nicht im Stande, eine Frage eines einzigen Thoren zu beantworten. Die rationelle Behandlung der Themata, die logische Gedankenverbindung, die Hervorhebung solcher Themata überhaupt, die actuelles, religiöses Interesse besitzen, deren Hmeinziehung in den Kreis des täglichen Lebens, das scheint wohl das einzig richtige Ziel einer gründlich gelehrten Responsen- Sammlung. — Die Responsen von den Scheeitoth d’R Achai Gaon bis zu den T’schubath meharjah haben allesammt einen Anspruch auf Au»rkeunuug seitens sämmtlicher Verständigen, sofern sie die Cnlturinteressen mit den geheiligten Lehren Israels erfolgreich in Einklang zu bringen im Stande sind. Wir sahen neulich den Gebrauch eines Sprachrohres am Sabbath in den alten Responsen Schebut Jakob erörtert, indeß uns beispielsweise eine gründliche Klarlegung der Anwendung des elektrischen Telephons am Ruhelage, deren Bewandtniß mit Nolath, Mekach und Minckar rc. noch immer erheblich mangelt. Erfreulich ist es daher, in der vorliegenden Responsen-Sammluug eine Abwechslung nach der gedachten Richtung hin zu finden. Deren entschlafener Autor ist als talmudische Autorität ersten Ranges vortheilhaftest bekannt. — Nebst der stupenden Gelehrsamkeit offenbaren dieselben eine bedeutsame orientirende Würdigung vieler actuellen Gebiete des religiösen Lebens. Unter Anderem das Gebahren mit den Philaktericn, deren und der Thora-Rollen Behandlung hinsichtlich des Freiliegenlassens (p. 9 f.) die Eignung eines mit Fiugerüberzahl behafteten Cohens zum priesterlichen Segen (p. 15 t) die Pflicht des eigenen Vaters zur Circumcision des Kindes (p. 43). — lieber dieses Letztere verbreitet R. Abr. Danzig in seinem Rinas Adam*) klares Licht, welches unserem seligen Autor entgangen, denn unter dem Scheine desselben entweicht die Frage gegen Chasam Soser (a. a. O.). Die Pflicht der Circumcision des eigenen Kindes unterliegt nämlich weder Law, noch auch Koros, sondern hat lediglich den Charakter eines „Alias Mizwah", wie dies Danzig geistreicb darthut, an der Hand des Punktes 215 in Maimonides' Minjan hamizwoth. — Bei sorgfältiger Behandlung der Danzig'schen Theorie entfällt somit Stein's Beleg aus Schulchan-Äruch Joreh Deah, § 261 (s. ä. a. O.). Das Gerichtscollegium mitsamnu dem Vater haben eben lediglich Sorge zu tragen, aber auch angelegentlichst, für die Bunoesvollziehung am Kinde. — In unserer indifferenten Zeit ist eine Klarstellung dieser heiligen Obliegenheit des israelitischen Bnndesreichens keine unwillkommene Gabe. Dieselbe, sowie andere höchst interessante, überaus lehrreiche Darlegungen, gereichen dem Buche zur Zierde. Für deren Veröffentlichung, sowie für die in der Einleitung paffend wiedergegebenen Briefe Hildesheimer's an den Autor, die einen lesenswerthen Beitrag zum ungarisch-jüdischen Congreß bilden, zollen wir dem strebsamen Sohne Dank und Anerkennung. Koste!, im December 1396. Rabbiner Dr. S. Mandl. Briefkasten. L. Sch., New-Uork. Besten Dank für Ihre freundliche Zusendung. Doch ist das Thema ein solches, das unseren Lesern wirklich zu ferne liegt. A. B. Wenn der deutsche Abgeordnete Gras Mirbach über die urgermauische Heldengestalt Ludwig Bamberg e r's witzelt, so können wir dem conservativen Herrn Grasen in der That nur gratuliren, daß die von Hammerstein, von Lützow rc. wirklich gar nichts Jüdisches in ihrem Aenßeren haben. Dr. S. K. Warum sollten die antisemitischen Journalisten besser sein als antisemitische Parteiführer. Das wäre zu viel verlangt. 51. L. Wenn der von Größenwahn bis zum Platzen erfüllte Dr. Lueger einem so ruhigen, bescheidenen Manne wie es Dr. Grübt ist, Größenwahn vorwirft — dann liegt wohl ein pathologisches Moment vor. i. Der Abgeordnete Schneider nannte sich wirklich selbst einen „D i ck h ä u t e r." Das zeigt schon von einiger Selbst» erkenntiiiß. Dr. B. G. Die antisemitischen Blätter in Deutschland besolden die Methode des Bergani-Blattes. Sie erfinden Schandthaten, die siefingirten jüdischen Personen in die Schuhe schieben. So hetzt und verleumdet man, ohne daß Jemand klagen könnte. Koblatt, Bisenz. Wir können Ihr Vorgehen nur billigen. S. D. Leid-r derzeit keine Aussicht. Dr. A. R«, Alexandria La, U. S. A. Besten Dank. Julie Wiala. Für uns ungeeignet. A. S. D. in Amstetten. Zum kostenlosen Abdruck zu umfangreich. Langjähriger Abonnent Krakau. Der Schriftsteller Sachor- Masoch war arischer Abstammung. Frauenverein «Frauenhort". Herzlichen Dank für die freundliche Zuschrift. Veritas und Zephira, Brünn. Herzlichen Dank für die freundliche Einladung. 5l. Hammerstein/Lützow, v. Tausch, Stöcker re. rc. beriefen sich im Gerichtssaale alle auf — Gott. Das zeigt aber kaum von einer besonderen Gottesverehrung. N. B. Der Landrath in Nagy-Szeben, der an der Frontseite den Tisza-Eszlarer Proceß mit Illustrationen und Commentar anbrachte, wurde wegen Aufreizung zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. * ‘) 3te Pforte, Abschnitt 7.

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