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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-12-18 · 51 (18.12.1896) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
51 (18.12.1896)
Date
1896-12-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 51 Pr. VloH's WortzenschrtlL Seite 1015 Generalsecretär Dr. Josef B a n o c z i legte einen Bericht über; die zukünftige Thätigkeit der Gesellschaft vor. Hierauf verlas! Oberrabbiner Dr. Armin P e r l s eine sehr bemerkenswerthe und beifällig aufgenoinmene Abhandlung unter dem Titel „Ahasver". Die ziindendste Wirkung erzielte Dr. Arnold Klein mit dem Vortrag feines gedankenreichen patriotischen Gedichtes: „Der Millenniumsgesang der ungarischen Israeliten", in welchem die begeisterte Liebe der ungarischen Juden für ihr Vaterland verherrlicht wird. Zum Schlüsse las Professor Dr. Moriz K a r m a n eine philosophische Studie über „das nationale und confessionelle Leben". In der hierauf folgenden Generalversammlung legte Dr. Franz Szokely den Cassebericht vor, welchem zu entnehmen ist, daß die Gesellschaft über ein Vermögen von 12.225 fl. verfügt. Auf Antrag Paul Tencer's wurden sodann Dr. Samuel K o h n zum Präsidenten, Doctor Philipp W e i n m a u n zum Vicepräsidenten wiedergewählt und die Mitglieder des Ausschusses neugewählt. Der Antrag auf Gründung einer Bibliothek und eines öffentlichen Lesesaales wurde der Dirertion hinansgegeben. Brünn. (Versammlung der israelitische n R e l i g i o n s l e h r e r an den ö st e r r e i ch i s ch e n Mittelschule n.) Im Saale der Brünner Cüliusgemeinde wird am 27. d. M., Abends 6 Uhr, und am 28. d. M., Vormittags 10 Uhr und Nachmittags 4 Uhr, eine Versammlung der israelitischen Religionslehrer der Mittelschulen abgehalten werden. Dieselben gedenken einen Verband zu gründen, der die Ausgabe haben wird, die Standesinteressen der Mittelschullehrer zu vertreten und Schritte in Betreff der Rechtsstellung derselben bei den Behörden zu machen; ferner über die pädagogisch-didactischen Fragen, über Lehrpläne und Einrichtungen des Religionsunterrichtes zu berathen und fachmännische Gutachten abzugeben, endlich die Herausgabe geeigneter Lehrbücher für den Religionsunterricht zu fördern. Die Tagesordnung dieser Versammlung enthält folgende Punkte: i a) Begrüßung der Versammlung durch das vorbereitende Comitö; b) Berichterstattung über den zu gründenden Verband der israelitischen Religionslehrer an den Mittelschulen, eventuell Wahl des Verbandsausschnsses; c) Bericht über die in Betreff der Rechtsstellung der Mittelschnllehrer zu ergreifenden Schritte; <!) Bortrag des Dr. Adolf Weiß (Wien): „Ueber die Stellung des israelitischen Religionsunterrichtes an den österreichischen Mittelschulen; e) Vortrag des Rabbiner Dr. Alexander Kisch (Prag): „Der israelitische Mittelschul-Religionslehrer im Verhältnisse zur Cnltusgemeinde und zum Gemeinderabbiner." t) Vortrag des Dr. Max Grünfeld (Brünn): „lieber den Judengottesdienst". z) Anträge der Versammlungstheilnehmer. Als Einberufer dieser Versammlung zeichnen sich die Herren: Rabbiner Dr. D. F e u ch t w a n g (Nikolsburg); Rabbiner M. Fried m a n n, Mitglied des k. k. oberösterreichischen Landesschulrathes (Linz); Rabbiner Dr. M. Grün (Prag); Dr. Max G r ü n f e l d (Brünn); Rabbiner Dr. Alexander Kisch (Prag); A. K o l l e k (Wien); Dr. Leopold San gselber (Wien); Rabbiner Dr. Adolf Leimdörfer (Teschen); Dr. Heinrich P o l l a k (Wien); Dr. Heinrich R e d i s ch (Brünn); Rabbiner Dr. Jacob Reiß (Wien) und Dr. Adolf Weiß (Wien). Wir begrüßen diese Versammlung mit aufrichtiger Befriedigung und erwarten von derselben die wärmste und kräftigste Förderung des Religionsunterrichtes und die Belebung des öffentlichen Interesses an den religiös-jüdischen Angelegenheiten. Wie wir hören, dürfte die Betheiligung an dieser Versammlung seitens der Fachkreise eine allgemeine werden. Vag-Ujhelh. (Aufruf an d ie S ch ü l e r d e r israelitischen Realschule in Vag-Ujhely.) Die israelitische Realschule in Bag-Ujhely hat während ihres 35jährigen Bestandes ihren nach Tausenden zählenden Schülern durch Ertheilung gründlicher, wissenschaftlicher Bildung und edler, moralischer Grundsätze die Basis zu ihrem spätern, erfolgreichen Fortkommen gelegt. 'Diese Verdienste knüpften Bande zwischen Schüler und Schule, welche selbst Decennien nicht zu lockern vermochten. Diese Ueberzeugung bewog den ungarischen i s r a e l i t i-; schen M i tt e l s ch ulv e r e i n, gegenwärtigen Ausruf an Euch, * einstige Schüler dieses Institutes, mit der Bitte zu richten. Euren dankbaren Gefühlen in der Weise Ausdruck zu verleihen, indem I h r E u ch als Mitglieder d i e s e s V e r e i n e s incorporiren lasset. Der Verein hat sich zur Ausgabe gestellt, durch Sammlung eines Fondes diese einzige israelitische Realschule unseres Vaterlandes aus die Höhe einer modernen Mittelschule zu bringen. Denn trotz der dem Baterlande und der israelitischen Consession geleisteten Dienste, trotz der von Jahr zu Jahr steigenden Schülerzahl, har diese Realschnle ans Mangel eines Schulsondes nm ihren Bestand zu kämpfen und ist ihre Zukunft, trotz allerseits lobend anerkannter Wirksamkeit heule noch nicht gesichert. Die Cnltusgemeinde — ihre Erhalterin — ist mit Ausgaben für ihre consesstonellen und communalen Institutionen so sehr belastet, daß sie der Realschule nur sehr geringe materielle Unterstützung gewähren kann. Tie jährliche Subvention der hohen Regierung genügt ebenfalls rü^t den Bedürfnissen der Realschule. Die Gründung des ungarischen israelitischen Mittelschulvereines war nicht nur eine Nothwendigkeir, sondern eine Ehrensache, und die einstigen Schüler tragen eine Ehrenschuld ab, indem sie den Verein thatkräftigst unterstützen. Zur Orientirung mögen folgende Taten dienen: Ter Verein besteht aus g r ü n d e n d e n M i t g l i e d e r n, die ein für alle Mal 50 sl. an die Vereinscasse zahlen; ferner aus o r d e n t l i ch e n M i r g l i e d e r n, die eine jährliche Mitgliedstaxe von mindestens 2 sl. entrichten; endlich aus u n t e r st ü tz e n d e n Mitgliedern, welche dem Vereine eine beliebige Unterstützung spenden. Gegenwärtiger Vermögensstand des Vereines ist' 5000 sl. B e i t r i t s e r k l ä r u u g e u sind an das Präsidium. Geldbeträge an Herrn Dr. B. Sonnenseld zu senden. Die Namen der Mitglieder und Spender werden im Jahresberichte der Realschule veröffentlicht. Schüler der i s r a e l i t i s ch e n R e a l s ch u l e zu B a g - Uj h e l y! U n t e r st ü tz e t u n s in u n s e r e m selb stlosen, hu m alten Wirken! Fördert das Wohl Eurer Schule, die Euch erzogen. Gottes Segen und die W e r t h s ch ä tz un g Eurer Mitbürger sei Euer Lohn! Bezirks-Rabbiner Joses Weis s e, Ehrenpräses; Dr. L. Bortstieber, Präses; Director I. A l t nt a n n, Vice-Präses; Dr. B. Sonnenseld, Vorsteher der Cnltusgemeinde, Cassier; Professor M. Szal a i. Schriftführer. Ätgram. (Der Antisemitismus in Crvatien.) Zu diesem unter obigen Titel in der Nr. 48 unseres Blattes erschienenen Artikel erhalten wir von unserem Agramer Cvrresvondenten folgende Zuschrift: Die hiesigen Blätter beschäftigen sich noch immer mit der croatischen Judensrage. Es vergeht kein Tag, wo nicht das clericale Sudelblatt „Obzor" über die Inden hersällt, um sie aus die gemeinste Weise zu beschimpfen. Die hiesigen Blätter, „Narodine Novine", „Agramer Zeitung" und das oppositionelle „Hrvatska Pravo" verurtheilen das Vorgehen dieser schwarzen Sudelpartei aus das Schärfste, das scheint jedoch die Wnth des clericalen Blattes nur zu erhöhen. Wie weit die Hetze schon gediehen, beweist folgender Fall: Vor einigen Tagen saßen mehrere jüdische Bürger in einem hiesigen Restaurant ersten Ranges. An einem zweiten Tische saßen einige vor nicht Langem e i ngewanderte Katholiken, welche nichts anderes zu thun hatten, als die jüdischen Bürger unfläthig zu beschimpfen. Nur dem besonnenen, ruhtgen Benehmen der Letzteren war es zu danken, das es nicht zu Thätlichkeiteu kam. Wie in höhe r^e n Kreisen über die Inden geurtheilt wird, dafür sprechen folgende Daten: Ein jüdisches Mädchen aus Kopreinitz hat voriges Jahr mit ausgezeichnetem Erfolge ihre Prüfung als Lehrerin absolvirt und begab sich zu dem damaligen — jetzt in Pension befindlichen — Sectionsches v. Krllljavi, mit der Bitte um Anstellung als Lehrerin in irgend einer Schule. „W e n n S i e s i ch t a u s e n lassen, dann werde ich Sie a n st e l l e n", war die Antwort. Diese Affaire hatte seinerzeit große Indignation hervorgerusen und wurde auch von Sr. Ehrwürden dem Oberrabbiner Dr. Jakobi anläßlich der vorjährigen Jomkipur-Predigt besprochen. Der „Hrvatska Pravo" brachte vorige Woche einen scharfen Artikel gegen'den „Obzor", in welchem u. A. gesagt wurde, daß selbst die Seminaristen sich gegen den vom „Obzor" gebrachten Artikel „Zidovstvo" (das Judenthum) wenden mußten. Was thaten nun die Jünger des Psaffenthums, welche doch die Nächstenliebe stets vor Augen sich halten sollen? In

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