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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-12-18 · 51 (18.12.1896) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
51 (18.12.1896)
Date
1896-12-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 1008 Vr. Vloch's Wochenschrift Nr. 51 I. von 497 Betheilten — männl. und — weibl. II. ,, 3.342 ,, 29 ,, ,, 36 „ UL „ 2.142 „ 3 „ ,, 1 „ IV. ,, 842 „ — „ ,, 1 „ V. „ 2.947 „ 6 ' „ „ 3 „ VI. „ 717 „ 1 „ „ 1 „ VII. „ 1.567 „ 1 „ „ — „ VIII. „ 1.601 „ 2 „ „ 1 „ IX. ,, 2.187 „ — „ „ — ,, X. „ 1.209 „ — „ „ — „ XI. „ 152 ,, — „ ,, — „ XU. ,, 2.047 ,, - 1 „ ,, 2 „ XUI. „ 1.275 „ — „ „ 3 „ XIV. „ 749 ,, 1 „ „ — XV. „ 834 „ 2 „ ,, — „ XVI. ,, 6.907 „ 8 ,, ,, 5 „ XVII. ,, 8.191 ,, 3 ,, „ 2 XVIII. „ 1.836 „ 1 „ „ 1 " XIX. „ 593 „ 1 „ „ \ d Im Armendepartement des Magistrates (für außerhalb des Wiener Armenbezirkes wohnhafte Arme) wurden betheilt 9195 Personen, darunter 61 Juden (36 männliche, 25 weibliche). Vom Bürgerspitalfond 1104 Personen, darunter keine Inden, vom Waisenfond 72 Personen, auch keine Juden, von Legaten und Spenden 3310 Personen, darunter 80 Juden (48 männliche, 32 weibliche). Dauernd (mit Pfründen) aus Mitteln der öffentlichen Armerrpflege wurden im Jahre 1894 betheilt 21.136 Personen, davon waren 20 männliche und 15 weibliche jüdische Bittsteller, und zwar waren in den Bezirken: I. Gesummtzat,l der Betheilten 902 männliche, weiblich! jüdische Betheilte. 1 — II. 1194 3 7 UI. 1497 2 — rv. 649 1 1 V. 1761 2 — VI. 1064 1 — VII. 1125 1 1 vm. 1070 1 1 IX. 1218 — 1 X. 803 1 — XL 197 — —. XU. 833 2 1 XIII. 547 1 — XIV. 846 — — XV. 720 1 1 XVI. 1898 1 1 XVII. 1259 1 1 XVffl. 811 1 — XIX. 283 — — Im Armendepartement des Magistrates wurden betheilt 716 Personen, darunter kein jüdischer Bittsteller, vom Bürgerladfond mit 162, dem Bürgerspitalfond mit 1578 und Landwehrfond mit 3 Personen keiner. Im städtischen Asylhause wurden 1894 ausgenommen 1464 Personen, darunter 10 Juden; Im städtischen Werkhause befanden sich 1894 unter 329 Arbeitern 11 männliche und 2 weibliche Personen. Im Anschlüsse hieran seien auch die -Daten über die unentgeltliche Verpflegung im Spitale der Wiener israelitischen Cnltusgemeinde im 18. Bezirk angeführt: es wurden 448 männliche und 319 weibliche Patienten verpflegt und überdies 2297 Personen ambulatorisch behandelt; die Zahl der Verpflegstage betrug 25.509 und die Summe der Auslagen im Jahre 1894 57.874 fl., es war dies nach dem Spitale der Barmherzigen Brüder der größte Aufwand, welcher von einer Privatanstalt gemacht wurde; während aber bei dieser ein Verpflegstag auf circa 90 kr. zu stehen kam, kostete in er st er er jeder Tag über 2 fl. Von den aus den Mitteln der öffentlichen Armenpflege bestrittenen Auslagen für Armenkinderpflege außerhalb der Anstalten wurden im Jahre 1894 an Unterstützungsbeiträgen 102.499 fl. ausbezahlt, an Waisenpftünden 99.032 fl., an Kostgelder für Kinder 152.354 fl. Bezüglich der ersteren zwei Gruppen ist aus dem Jahrbuche ersichtlich, daß unter den 5978 unterstützten Personen gar keine jüdischen Kinder sich befinden, ob unter den Kostkindern Juden sind, ist nicht zu ersehen und deshalb nicht bekannt, ob an der Hauptsumme von 353.876 fl. auch Juden participiren. In der Liste der Privatwaisenhäuser finden wir auch das israelitische Waisenhaus für Mädchen im 19. Bezirke, welches 53 Zöglinge mit einem Aufwande von 16.485 fl. erhält. Unter den sonstigen Anstalten für Armenkinderpflege sind das israelitische Taubstummeninstitut in Wien angeführt, welches 25 männliche und 20 weibliche Zöglinge mit einem Aufwande von 19.657 fl. verpflegt, und das israelitische Blindeninstitut, welches 29 männliche und 16 weibliche Zöglinge unentgeltlich verpflegt und im Jahre 1894 20.028 fl. verausgabte. In den städtischen Versorgungshäusern befanden sich im Jahre 1894 4072 Personen, darunter 14 männliche und 9 weibliche Personen mosaischer Confession; im Altersversorgungshaus der israelitischen Cultusgemeinde im IX. Bezirke befanden sich 53 Männer, 64 Frauen; die Auslagen ihrer Verpflegung betrugen 24.132 fl. vr. 4. A. Die Sensationslust des Haffes. In den antisemitischen Blättern nimmt dieser Tage eine peinliche Affaire einen hervorragenden Platz ein. Diese Journale, die sonst nur sür die Vorgänge jenseits der schwarzgelben Grenzpfähle Interesse an den Tag legen, wissen nunmehr über die Affaire des Eingehenderen, ja des Eingehendsten zu berichten, die unser Kaiserhaus betrifft. Ganz ausnahmsweise geben sie sich den Anschein, als würden sie thatsächlich in — O e st e r r e i ch erscheinen. Das befremdet den Kenner der Verhältnisse, das gibt zu denken. Und sieht man näher zu, so ^wird einem der Grund dieses befremdenden, ungewöhnlichen Verhaltens sehr schnell klar. Die antisemitischen Zeitungsburschen schmatzen vor Vergnügen, weil sie aus einer Affaire Capital schlagen wollen, in welcher der Name unseres verewigten unvergeßlichen Kronprinzen genannt wird. Es handelt sich um eine Erpressungsgeschichte. Der edle Prinz, der aus seinen wahrhaft demokratischen und wirklich modernen Anschauungen niemals ein Hehl gemacht hatte, war mit einem einfachen, bürgerlichen, fortschrittlich gesinnten Journalisten in reger Correspondenz gestanden. Diese Briefe sind in unbefugte Hände gekommen und ihr unrechtmäßiger Besitzer soll angeblich mit der Veröffentlichung dieser Schriften gedroht haben, würden sie ihm nicht um eine beträchtliche Geldsumme abgekauft werden. Nun ist es auf den Höhen der menschlichen Gesellschaft nicht anders, wie in jenen Niederungen, in denen wir gewöhnliche Sterbliche hausen. Scheibet ein theurer Angehöriger plötzlich, unter traurigen Umständen, aus dem Leben, dann holten wir sein theures Andenken in Ehren, mit wehmüthiger Rührung flüstern wir uns seinen Namen zu; aber wir suchen es zu vermeiden, daß die Erinnerung an ihn in den wüsten, pietätlosen Lärm der Gasse hineintöne. Das ist auch jetzt der Fall. Diese Briese, die von der edlen, freiheitlichen Sinnesart, seinem schönen Freimuth, seiner gesinnungsfesten Ueberzeugung erzählen, sind kein Gemeingut der Oeffentlichkeit. Wir wissen, was wir an diesem echten Enkel Kaiser Josefs, des Volkskaiscrs, besessen, wir beweinen, was wir an ihm verloren haben; aber ferne liegt es von uns, die Emanationen des Tobten zu Partei - zwecken auszunützen. Wir möchten es mit ihm senken in sein frühes Grab, sind wir doch der sieghaften Auferstehung seiner herrlichen Ideen sicher. Unsere Antisemiten aber setzen ryren Maulwurfskampf fort. Auch die Majestät des Todes thut ihrem tückischen Haß keinen Einhalt. Es ist bezeichnend, daß diese Burschen, die am offenen Sarg sich und ihre wahre Meinung so unverhohlen zeigten, auch jetzt nicht zur Ruhe kommen. Was anläßlich dieser Affaire in den Spalten der antisemitischen Presse sein schamloses Unwesen treibt, ist die Sensationslust des Hasses, sie sprechen von einem Erpressungsversuch an der kaiserlichen Cabinetskanzlei,- woran es ihnen aber in Wirklichkeit gelegen ist, das

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