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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-12-04 · 49 (4.12.1896) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
49 (4.12.1896)
Date
1896-12-04
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Vloch's Wochenfchrifr Seite 983 Alle diese Fehler und noch manche andere hat Mandelkern in seiner Concordanz gründlich beseitigt; er hat eine eingehende Säuberung vorgenommen und mit bewnndernswerthem Fleiße alle Schäden ausgebessert, welche den Gelehrten beim Gebrauche des Fürst'schen Werkes so oft Unannehmlichkeiten bereiter haben. Die Pronomina und das Relativum, die Concordanz der aramäisch-chaldäischen Wörter, die Eigenamen und das Tetragramma hat Mandelkern separat behandelt. So mußte das Mandelkern-- sche Werk, welches thatsächlich ein völlig neues Opus ist, bedeutend umfangreicher werden, als alle vorhergegangenen. Die neue Concordanz ist aber auch, soweit ich dies nach mehrmonatlichem Gebrauche derselben behaupten kann, überaus correct und verläßlich — ich habe bis nun einen Fehler darin gesunden — und man kann den Verfasser zur Vollendung seines Werkes herzlich beglückwünschen; er hat sich ein Denkmal gesetzt. Höchste Anerkennung verdienen alle Förderer des Unternehmens und auch' bie Leipziger Osficin und der Verlag von Veit & Comp, daselbst haben sich durch herrliche typographische und sonstige Ausstattung wirklich ausgezeichnet. Das Opus wird nicht nur ein unentbehrliches Hilfsmittel des gelehrten Bibelforschers, sondern auch ein wahrer Schmuck einer jeden großeil Bibliothek sein. Nikolsbnrg im November 18ff6. D. F e u ch t lv a n g, Eot8 Midroschaus, Sammlung kleiner Midraschim und alter Manuseripte, von Salomon Aaron Wertheimer gesammelt und mit Noten versehen. Jerusalem 5655. „Verum gutta eavat lapidem", dieser Ausspruch Ovid's diente eigentlich unserem großen Akiba zur Grundlage seines ruhmbekränzten Lebens. Er ist also unser ureigenes Besitzthum und besagt, daß der Wassertropsen der Geisteswissenschast, mit dem die Thora verglichen ist, in der schönen Sage des Papu's, Sohn Jehnda's, den harten Kiesel des feindlichen Menschenherzens erweicht und erweichen wird. Männer, wie Wertheimer, der übrigens von seinem „Darkoh schel Thora“*) her bekannt ist, die abgewendet von dem Getriebe der Welt und allein folgend den leuchtenden Spuren der classischen Pfadfinder unserer Geistesschätze, im Dienste der jüdischen Wissenschaft leben, sie participiren zum nicht geringen Theil an der Würdigung des Judeurhums und dessen Wiederachtung nach langer Schmähung durch rohe Volksversührer. Ehe wir die Fülle des von Werlheimer Gebotenen anführen, möge hiugewiesen werden auf die persönlichen Verhältnisse des gelehrten Verfassers, der auf geheiligtem Boden, in unserer Väter Stadt Jerusalem, und zwar nicht auf Rosen gebettet, sein wissensreiches Leben fristet. Fast kein Jahr vergeht, in welchem nicht eine köstliche Gabe Wertheimer's den jüdischen Büchermarkt zierte. Seinen von uns in diesen Blättern angezeigten „Ginse Jerusalem" .reiht sich würdig sein vorliegendes Werk an, das fast ganz im Jellimk'schen Genre gehalten ist, vielleicht mit dem einen Untersu ied, daß Wertheimer's Arbeit einem weit ärmlicheren Autor sein Dasein verdankt und darum um so achtunggebietendererscheint.Jn den Hierprobeweise folgenden Midraschim: Midrasch Jelandenu, Midrasch Toledoth Aharon u Mosche, Mischnas maseches kalia, Perek zedokaus rc., figuriren als Gewährsmänner unseres Autors zu wiederholten Malen Luzatto, Neubaur, Berliner u. A. m., wobei wir allerdings den Nestor der jüdischen Bibliographie, Steinschneider, vermissen. Sollte dem Meister unser Autor unbekannt sein, der seiner Förderung am Meisten bedürfte? Wir erfahren bei Wertheimer, Seite 15, daß irrtbümlich ein Sefer Jezirah identificirt wird mit Sgfer Maasse Bereschith. Unter dieser Voraussetzung entfallen mehrfache Widersprüche in den midraschischen Kosmogeuien, deren Lösung Wertheimer emsig nachspürt. Zu dem vor einigen Jahren in den Fachblättern besprochenen Falsificate eines „Arsilai bar Bargilai" nimmt auch Wertheimer Stellung und führt auch Neubaur an, als einen der Erkenner jener Fälschung. So lange einer der Aermsten unter den Armen des Judenthums solcherart mit dem Ergründen von Wahrheit und Falschheit sich beschäftigt, wie es in Vorliegendem der Fall ist, so lange ist die Javective einer „Indenmoral" in dem Munde eines gallsüchtigen Demagogen eine Blasphemie, die ihn selbst verurtheilt, trotz der kettengeschmückten Brust. So lange ist es auch Pflicht eines jeden halbwegs Bemittelten, diesen Wasserquell der Thora durch Spenden zu unterhalten, auf daß derselbe die Steinherzen der Widersacher erweiche. Kostet, im November 1896. Rabbiner Dr. S. Mandl. Briefkasten. „Ein Abonnent". Sie haben Recht; diese Politik, welche jetzt leider viele Vertheidiger hat, dürfte großen Schaden stiften. Eine öffentliche Erörterung vertragt der Gegenstand nicht. G. in Wien. Von uns aus darf diese Zusendung nicht erfolgen. ÄI. T. (Aew-Aork). Besten Lank für Ipre freundliche Zuschrift. Arthur B. VS qr eben traurig, daß auch die albernsten, den Stempel der Erfindung tragenden Beschuldigungen der Juden ein gläubiges Publicum finden. M. A—n. Auch wir finden es unbegreiflich, daß Herr T i a b e r t dre das SchicklichkeitSgesühl arg verletzenden Verse des verstorbenen Monsignore W i e s i n g e r in einer auch vom Frauen besuchten Versammlung vorlas. ül. L. Das „Deutsche Volksblatt" drückt sich um die jüngste Aeußeruug des Erzherzogs Rainer verlegen herum. Das Blatt will den Anschein erregen, als ob es etwas dagegen gesagt habe. Z. L. Sie irren sich. Bergan: mitzyandelte die deutsche Sprache auch zur Zeit, wo er sich noch als Deulsch-Natronaler gerrrte, L. St* Wenn es unter den Aurisemilen ehrenhaft denkende Menschen gibt, jo müßten sie schon durch die blutrünstige Polemik, die die antlsemrtlichen Blätter unter einander führen, zur Erkenntiuß gelangen. Aber Sie sehen, das alles nützt nichts. H» L. Das zermalmeiidste Ilctheil über Lueger, Vergani rc. tonnen Sie in den deulichuationattn Antisemiteiiblätteru lesen. H. 9t. Was fällt Ihnen ein'? Für clericate Vereine hat unser Geineiiioeralh Geld in Hülle und Fülle, dazu ist auch das Geld der jüdischen Äieuerzahler gut genug. H. Grünbaum, Wien. Der 1. Januar 1873 war Mittwoch am 2. Tyebety 5633. S—s. Verfasser ist ein Jude, nach seinem Berufe Arzt, und wie Sie aus der Schrift ersehen, Vertreter und Vertheidlger der Assimilation. Israelitische Cultusgemeindfe in Wien. Kundmac hung. Der vorn Cultusvurstaude iu der öffentlichen jitzimg vom 29. November 1896 festgestellte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Cuitusgememde, sowie sämmtlicher unter der Verwaltung der Cuitusgtmeinde stehender Fonde und Anstalten iür das Verwaltungsjahr lp97 liegt vom heutigen Tage ab durch 14 Tage nu Secretariate der Cuitusgemeimte, I., Seitens:etteugasse 4, II. Stock, zur Einsicht der Geuieindemitglieder auf. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei ütm Cultusvor&tamle schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Wien, 30. November 1896. D.r Secretär: Der Vice-Pi äsident: Dr. Theodor Lieben. Gustav Simon. Das Unterzeichnete Curatorinm verlautbart hiermit, dass die jährlichen Erträgnisse der Jacob Fischei’schen Stnt; g im Betrage von ö. 210 ü. W. an bedüritige und würdige Pers nen jüdischer Gonfession, welche mit dem am 18. Mai 1893 verstorbenen Herrn Jacob fischet, oder mit einem Bruder oder mit einer Schwester desselben in absteigender Linie blutsverwandt sind, zur Verleihung gelangen. Die Bewerber haben ihre mit Documtnlen über diese Verwandtschaft und mit einem legalen Armuthsz.eugnisse belegten Gesuche bis 31. December 1896 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultnsgemeinde in Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Gesuchsbianquette uuengeltlich ausgefolgt werden, zu überreichen. Bewerber, welche ihre Verwandtschaft und ihre Bedürftigkeit nicht entsprechend nachweisen können oder verspätet einschreiten, werden nicht berücksichtigt. Wien, am 1. December 1896. Das Curatorium der Jacob fischet sehen Stiftung. __ Isaak Loeb. . und Lea Weinberg’sche Stiftung. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien verlautbart hiermit, dass aus den Zinsen der obengenannten Stiftung 3 Plätze, jeder im Betrage von ff. BuO ö. W., zur Verleihung gelangen. Competenzberechtigt sind mittellose Israeliten des jüdischdeutschen Ritus, welche in Wien an der Universität, oder an der Technik, oder an der Akademie der bildenden Künste ihre Studien mit günstigem Fortgange betreiben und ihre Vorstudien an einem öffentlichen Gymnasium oder an einer öffentlichen Realschule mit gutem Erfolge absolvirt haben. Unter den mit den angezeigten Erfordernissen versehenen Studierenden gemessen in Rumänien, in erster Linie in Bukarest geborene den Vorzug. Die Bewerber haben die, 1. mit dem Geburtszeugnisse, 2. mit dem von der zuständigen Behörde ausgestellten detaillirten Ausweise über die Arinuth der Eltern, 3. mit sämmtlichen Mittelschul- und Hochschulzeugnissen versehenen Gesuche bis zum 31. December 1896 in dem Einreichungsprotokolle der Cultusgemeinde in Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr Vormittags zu überreichen. *) Jerusalem 1890. 9184

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