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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-12-04 · 49 (4.12.1896) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
49 (4.12.1896)
Date
1896-12-04
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 982 Vr. Vloch's Wochrnkchrifl. Nr. 49 Tochter, Neschamah, versprach eine seltene Schönheit zu werden." „Sie sind todt", sagte Jankele. Diesmal wurde der Rabbi selbst so bleich wie ein Todter und legte automatisch Messer und Gabel nieder. „T—tobt", keuchte er entsetzt. „Alle?" , Alle. Die ganze Familie ist weggerafft worden von derselben Choleraepidemie/' Der Rabbi bedeckte sein Gesicht mit den Händen. Dann ist also die Frau des armen Salomon eine Witwe. Hoffentlich hat er ihr genug hinterlaffen, daß sie davon leben kann." „Nein, aber es macht nichts", sagte Jankele. „Doch, es macht sehr viel", rief der Rabbi. „Sie ist todt", sagte Jankele. „Reoekka Schwarz todt", schrie der Rabbi, denn er hatte einst selbst das Mädchen geliebt und empfand, da er sie nicht geheiratet hatte, noch immer eine gewisse Zärtlichkeit für sie. „Ja, Rebekka Schwarz", wiederholte Jankele unerbittlich. „Auch an der Cholera?" stammelte der Rabbi. „Nein, an gebrochenem Herzen." Rabbi Pöckelhäring schob schweigend seinen Teller fort und stützte in traurigem Sinnen die Ellbogen auf den Tisch, das Gesicht in seine Handflächen und das Kinn auf die Schnapsflasche. „Aber Ihr eßt ja nicht, Rabbi," sagte Jankele schmeichelnd. „Ich habe den Appetit ganz verloren", sagte der Rabbi. „Aber es ist ja schade, das Essen kalt werden zu lassen! Eßt es lieber!" Der Rabbi schüttelte mürrisch den Kops. „Dann werde ich es essen", ries Jankele empört. „Ein so gutes, heißes Essen!" „Meinetwegen", sagte der Rabbi matt. Und Jankele begann mit Blitzesschnelle zu essen, indem er nur innehielt, um dem unergründlichen Manasse zuzublinzeln, oder der unerreichbaren Schnapsflasche, auf der das Kinn des Rabbi ruhte, sehnsüchtige Blicke zuzuwerfen. Plötzlich schaute der Rabbi auf; ein Verdacht stieg in ihm auf. „Seid Ihr auch sicher, daß alle diese Leute todt sind"? fragte er. „Mein Blut soll so vergossen werden wie dieser Schnaps, wenn sie es nicht sind", rief Jankele, die Flasche an sich reißend und stürmisch den Branntwein in ein Glas gießend. Der Rabbi versank wieder in sein trübes Sinnen und blieb so sitzen, bis feine Frau eine große Porzellanfchüssel mit gekochten Pflaumen und Aepfeln hereinbrachte. Diesmal setzte sie vier Teller auf, und so beendete Jankele sein Mahl in der unangezweifelten Stellung eines Gastes erster Classe. Der Rabbi hatte sich mittlerweile genügend erholt, um in schwermüthiaem Schweigen mit zwei Tellern voll Aepfel und Pflaumen zu spielen; aber sein Schweigen brach er nicht, bis sich sein Mund unwillkürlich öffnete, um das Dankgebet zu sprechen. (sZ-onsetzung folgt.) Literatur. Veteris Testamentis Concordantiae. Die ersten Concordanzen wurden von Hugo de Sancto Caro (1244) und Arlotto (1280) nach den: Texte der Vulgata angefertigt; selbstverständlich zu theologischen Zwecken ohne jede ernste Berücksichtigung des hebräischen Grundtextes der heiligen Schrift. Der erste, welcher unter Mitarbeiterschaft gelehrter Genossen eine hebräische Concordanz verfaßte, war R. Jsaac Nathan, der Verfasser von Mibzar Jizckag, Tochachath math-e und mearutz quoacb (1437—1447); sie führt den Titel „Meir nethib" und enthält die Nomina und Verba ohne jede systematische Ordnung der Wurzeln oder der Parallelstellen. Herausgegeben wurde sie in Venedig 1523, Basel 1569, dann wieder in Venedig 1564 und endlich in Basel 1569 und 1581. Von Elia Levita (Bachur) existirt unter dem Titel „sefer liasichronotli" eine handschriftliche Concordanz in der königlichen Bibliothek zu München (1516-1521). Dieses Werk hat Elia Levita auf Befehl des Bischofs Georgius de Selbe umgearbeitet und dem Cardinal Aegidius gewidmet. Die Umarbeitung liegt als Manuscript in der Nationalbibliothek zu Paris. Im Jahre 1621 gab Marius de Calesio zu Rom eine nach Nathan's Muster gearbeitete hebräisch-lateinische Concordanz heraus, in welcher er sämmtlichen hebräischen Citaten den Vulgatetext beifügte. Diese Concordanz wurde zu Cöln (1664), London (1648) und Rom (1657) gedruckt. Im Jahre 1632 gab Johannes B u x t o r f zu Basel eine Concordanz heraus, welche alle vorhergehenden weitaus übertraf und für alle Zukunft mustergiltig geblieben ist. Er ordnete sie nach Sprachwurzeln, die Verba nach Conjugation, Modus und Tempus, die Nomina nach Genus und Numerus, berücksichtigte die Prä- und Suffixe. Den Wurzeln gab er lateinische Uebersetzung und Nathan's hebräischen Commentar bei. Buxtorf der Sohn fügte dem großen Werke seines berühmten Vaters dann die aramäische Concordanz bei und versah sie mit einer ausführlichen Einleitung und einer gründlichen Abhandlung über die Masorah. Im Jahre 1734 gab zu Jena Christian Noldins eine Concordanz für die Partikeln, welche in den vorhergehenden Werken fast gänzlich fehlten und 1754 Johannes Taylor in London eine allgemeine Concordanz heraus. Alle diese genannten Arbeiten wurden von der Concordanz übertroffen, die Julius Fürst im Jahre 1840 in Leipzig bei Tauchnitz erscheinen ließ. Dies war und ist ein Meisterwerk. Fürst ging wohlgerüstet ans Werk. Als Grundlage Buxtorf's Arbeit benützend, verbesserte und erweiterte er es nach allen Seiten, so daß es eine völlig neue Gestalt erhielt. Die Fürstsche Concordanz befindet sich ja in der Hand eines jeden Bibelforschers und wird bis zum heutigen Tage allgemein hochgeschätzt. Er gab allen Vocabeln lateinische und griechische Version und neuhebräische und lateinische Commentars bei, versah sein Werk mit einem etymologischen Lexikon der hebräischen und aramäischen Sprache, einem Onomasticon, einem Verzeichniß der phönicisch-punischen Eigennamen, einem System der hebräischen Fornienlehre, einer Einleitung in die Masorah, einem vergleichenden Lexikon der semitischen Sprachen und einer Geschichte der hebräischen Sprache. Bei seiner Riesenarbeit wurde Fürst von dem berühmten Franz Delitzsch unterstützt. Im Jahre 1861 hat B. Baer die Buxtorf-Fürst'sche Concordanz mit deutscher Uebersetzung zu Stettin edirt; 1876 besorgte Davidson in London eine Ausgabe mit englischer Version und Erklärung. Die trotz der vielfachen und äußerst tüchtigen Bearbeitungen noch immer hervorstechenden Fehler, welche sämmtlichen genannten Concordanzen anhaften, veranlaßten den überaus gelehrten vr. jur. et phil. S. Mandelkern in Leipzig, eine völlige Umarbeitung und Neugestaltung vorzunehmen, eine neue Concordanz zu verfassen*). Die Fehler, welche Mandelkern seinen Vorgängern vorzuwerfen hat, sind hauptsächlich folgende: 1. Die Citate aus den heiligen Schriften werden in der Reihenfolge der Vulgate und nicht in der traditionellen Ordnung der hebräischen Ausgaben gebracht. 2. Die Citate sind nicht sinngemäße Excerpte, sondern abgebrochen, oft unverständlich und entstellt. Die Quellen der Citate sind an unzähligen Stellen falsch angegeben. 3. Die Eigennamen sind in den früheren Concordanzen fast ganz unberücksichtigt und nur hie und da an unrichtiger Stelle angeführt. 4. Die Citate widersprechen häufig der masoretischen Ueberlieferung. 5. Verba werden oft unter falscher Wurzel angeführt. 6. Sechshundert Worte, darunter bapax legomena, sind ausgelassen. 7. Eine große Menge von Vocabeln wird, den grammatischen Gesetzen zuwiderlaufend, angeführt; es werden verwechselt: Status constr. mit absol., Interrogative mit Artikeln, Singular mit Plural, Maskuline mit, femininen Suffixen, Adjectiva mit Appellativen, Nomen mit Verb rc. 8. Die Partikel sind höchst mangelhaft behandelt, zumeist ausgelassen. 9. Gewisse Worte sind unter Wurzeln gebracht, unter denen sie Niemand suchen kann, wie: barset unter dal, gorol unter gur. Fürst hat durch allzugroße Berücksichtigung des Sanskrit und anderer indogermanischer Sprachen die semitischen Dialecte vernachlässigt. * i Veteris Testamenti Concordantiae Hebraicae atque Chaldaicae etcetc. Salomon Mandelkern. Lipsiae Veit & Comp. MDCCCXCVI. XV und 1532 SS. Fol. (150 Mark).

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