Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 49 (4.12.1896)
- Date
- 1896-12-04
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 49 Vr. Vloch's Wochrnfchrtst. Seite 979 Augarten-Sälen ein Tanzkränzchen, für welches sich schon jetzt ein lebhaftes Interesse bemerkbar macht. Mähr -Schönberg. Am 1. November l. I. fand im hiesigen Tempel die Beeidigung der jüdischen Soldaten statt. Die Fnnction nahm der Religionslehrer Herr Ignatz G e l bko p f vor. Zur Feierlichkeit waren erschienen: 1 Hauptmann, 1 Führer und 6 jüdische Recruten. Nachdem er oas „Ma t>,wu vorgetragen, recitirte er den 21. Psalm auf deutsch, trug dann bei offener Bundeslade das Gebet für das Herrscherhaus vor, richtete sodann eine ergreifende Ansprache an die Recruten und zuletzt mußten sie Wort für Wort die Eidesformel ihm nachsprechen. Nachdem er Menu und das Kadischgebet vorgetragen, war die Feier zu Ende. Der Herr Hauptmann begab sich zum Religionslehrer und beglückwünschte ihn. Bei der Feier waren der gesammte Vorstand und ein zahlreiches Publicum anwesend. Kojetein. 25. November 1896. In wie liebevoller Erinnerung das Andenken an den vor Jahresfrist verstorbenen Rabbiner Dr. Salomon Fuchs in unserer Gemeinde sortlebt, zeigte sich heute Nachmittag unverkennbar an der regen Betheiligung anläßlich der Aufstellung seines Grabsteines aus dem hiesigen Gottesacker. Der Vorstand unter Führung des Herrn Simon Rosenfeld, die Vertreter sämmtlicher Vereine mit einer ansehnlichen Anzahl der übrigen Mitglieder unserer Cnltusgemeinde, eine Anzahl von Frauen und Mädchen und die Schuljugend unter der Leitung des Herrn Oberlehrers Josef K v r nf e l d nahmen vor dem Denkmal des so früh Dahingeschiedenen Aufstellung, dem kaum ein Jahr an unserer Stätte zu wirken beschieden war. Nachdem die Grabgebete von unserem Cantor Herrn G r ü n st e i n in ergreifender Weise recitirt waren, richtete Herr Dr. S t e i n h a r t, der Nachfolger des seligen Dr. Fuchs, an die Versammelten das Wort, indem er schlicht, aber beredt die Bedeutung seines Vorgängers als eines Mannes, der der Wissenschaft so viele Früchte in jungen Jahren gebracht und noch zu bringen berufen war, seine Bedeutung als Kanzelreduer ltitb menschlich edlen Charakter hervorhob, dessen Andenken im Herzen der Gemeinde und in den Blättern jüdischer Forschung unvergeßlich sein werde. Mit einem Schlußgebete des Cantors und einem Rabbonim-Kaddisch, die auch vor dem Grabsteine des seligen Rabbiners Jacob Brüll wiederholt wurden, nahm die Feier eineu würdigen Abschluß. Budapest. Unter den ausgezeichneten Firmen anläßlich der Millenniums-Ausstellung ragt besonders hervor die Firma Steinschneider Jak ab, Budapest, VII., Kircilyutcza 79. Der Inhaber der Firma wurde wegen seiner Verdienste mit der goldenen Staatsmedaille prämiirt. Die Firma wurde 1857 gegründet und hat auf den verschiedensten Ausstellungen Medaillen und Auszeichnungen erhalten. Aus der Millenniums-Ausstellung haben ihre Erzeugnisse in besonderem Grade die Aufmerksamkeit der maßgebenden Kreise auf sich gelenkt und allgemeine Anerkennung sich erworben. Lemberg. (V e r l o b u n g.) Fräulein Sydzia S o k a l, Tochter des seligen Herrn Heinrich S o k a l (Bankhaus Sokal u. Lilien), hat sich mit Herrn Dr. Bernhard G o t t l i e b, Sohn des Landesadvocaten Herrn Dr. Heinrich G o t t l i e b, verlobt. Nikolsburg (T o d e s f a l l.) Am 30. November erfolgte hier die Bestattung des Herrn Sigmund Bla u, welcher durch mehr als drei Jahrzehnte Cultusvorsteher und Bürgermeister der politisch selbstständigen Jsraeliten-Gemei cde war. Alle Corporationen, die Schuljugend ohne Unterschied der Coufession, die Veteranen und Feuerwehr, endlich Leidtragende aus der ganzen Bevölkerung erwiesen dem Verstorbenen, welcher durch sein humanitäres und amtliches Wirken sich große Verdienste erworben hat, die letzte Ehre. Die Stadtrepräsentanten und die Vertreter der anderen Aemter, mit dem Bezirkshauptmanne an der Spitze, gaben dem Dahingeschiedenen bis zum Friedhofe das Geleite. Die ganze Trauerfeier für beu fortschrittlich gesinnten Mann bot ein schönes Bild bürgerlicher Eintracht. Der Verstorbene hat einen großen Theil seines Vermögens wohlthätigen Stiftungen legirt und vergaß nicht der Armen und Elenden, die ihren Wohlthäter dennoch so schwer vermissen werden. Von verschiedensten Aemtern, Corporationen, hervorragenden Persönlichkeiten, darunter Abgeordneten, kamen Zuschriften und Telegramme an die Hinterbliebenen und die Cultusgemeinde, welche trotz des Wunsches des Dahingeschiedenen, welcher die höchste Einfachheit verlangte und sich Trauerreden verbat, es sich nicht nehmen ließ, ihren Ehrenbürger, den Schöpfer des heutigen Gemeinwesens zu ehren und zu betmuent. Prag, 30. November 1896. (V erein der j ü d i s ch e lt H o ch s ch ü l e r in Pr a g.) Der Samstag den 28. d. M. im großen Saale der Productenbörse veranstaltete Festabend nahm einen überaus glänzenden Verlaus; zuerst begrüßte der Obmann des Vereines, I. U. C. Gustav Popper die zahlreich erschienenen Gäste, unter welchen man insbesondere den Präses der Prager Cnltusgemeinde-Repräsentanz Dr. Arn. Rosenbacher, den Präses der Weinberger Cultusgemeinde Tr. Hamburger, die Herren Dr. Bendieuer, Dr. Löbl, Dr. M Fischer, Dr. Kohner, Bunzl- Federn, die Rabbiner Dr. Grün und Dr. Stark, ferner die Vertreter des israelitischen Landeslehrervereins, des Smichover und Weinberger Tempelchorvereius und des Vereines Astke- Jehuda bemerken konnte. Sodann entwickelte der Obmann in kurzen Zügen die Tendenzen des Vereines und ertheilte dem Schriftsteller Herrn S. Kvhn das Wort zu der Vorlesung seiner humorvolleil Erzählung: „Conseffionslos". Lebhaft von der Versammlung acclamirt, begann Herr Kohn seine Vorlesung, die bei den Zuhörern ein ungemein reges Interesse erweckte. D e u hieraus folgenden Unterhaltungsabend eröfsnete der vollzählig erschienene Smichover Chorverein mit Mendelssohn's„Abschied vom Walde". Unter der bewährten Leiticng seiires Dirigenten Herrn Seissert brachte derselbe das stimmungsvolle Lied meisterhaft und exact zum Vortrage, das mit brausendem Beifall ausgenommen wurde. Einen wahrhaft künstlerischen Genuß bot Fräulein Nt. Pick mit Liszt's Rhapsodie U. Aeußerst gediegen war auch die Leistung des Tenoristen H. Gotthvld Friedländer, der Lieder von Mendelssohn und Jensen verständnisvoll vortrug. Ebenso verdient auch das Flötensolo des Herrn Arth. Lederer rühmende Erwähnung. Reichen Applaus ernteten ferner die humoristischen Vorträge des Herrn T. Jmgk, Mitglied des deutschen Dilettantenvereines und die Couplets des Herrn Emil Grab. Einen durchschlagenden Erfolg erzielten die Männerchöre des Smichover Chorvereines. An diese Vorträge schloß sich ein äußerst animirtes Kränzchen, das Herr M. U. C. Rud. Fuchs in musterhafter Weise leitete. Den Salvuslügel hatte die Firma B. Kvhn in gewohnt liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt. Freistadt (Oesterr.-Schlesien), 30. November 1896. Unsere junge Cultusgemeinde zeigt, wie wahr jenes alte Sprichwort, „bi lo alman Jisroel“ fei. Seit ihrem kaum 3jährigen Bestände, hat sie sehr viele humanitäre Anstalten ins Leben gerufen. Unter der wackeren und energischen Leitung unseres verehrten Vorstehers des Herrn I. U. Dr. Moriz Korn blüh, ein würdiger Sohn des bekannten sel. Rabbiners Samuel K o r n b l ü h aus G a y a, gedeiht unser Cultusw« n von Tag zu Tag. Insbesondere machten sich hierbei die Frau Dr. K o r n b l ü h und Frau Wilhelmine D e u t s ch verdient. Ihren Mühewaltungen gelang es, eine ansehnliche Summe herbeizuschaffen, um unsere ärmeren Schulkinder mit gutem Schuhwerke und gänzlicher Bekleidung versehen zu können. Die Feier nahm einen sehr würdigen Verlauf. Zu derselben fanden sich sämmtliche Gemeindemitglieder sammt den Damen ein, wie auch die Schulleitung der hiesigen Simultanschule. — Unser Cantor und Religionslehrer Herr Max G r z y b executirte einen von ihm einstudirten gemischten Chor, unter Harmoniumsbegleitung des Fränlein Sidonie Mährer, nebst einem Na torvu und ein auf die Feier bezughabendes deutsches Einleitungslied, sodann sprach er ein erbauliches Festgebet. Nach Beendigung des Gottesdienstes fand sich die gesammte Schuljugend in Begleitung der verehrlichen Gemeindemitglieder im Hause unseres verehrten, stets opferwilligen Mitgliedes, Herrn Adolf Deutsch ein. Hier bewirtheten die Damen die Kleinen aufs Beste. Nachher fand die Betheilung der armen Kinder in Gegenwart der Gäste statt, wobei der verehrte Herr Vorsteher die Idee anregte, einen Frauenverein in unserem Bezirke zu gründen. Cr. Kreuz» 30. November 1896. Gestern wurde im hiesigen israelitischen Tempel das Chanukasest in solenner Weise in Anwesenheit aller Gemeindemitglieder, sowohl Herren als Damen, und vieler Gäste anderer Coniessionen gefeiert. Herr Bezirks-Rabbiner Dr. M. Engel hielt eine diesem Feste angemessene, gediegene Rede. Berlin. Der Ezra-Verein, dessen Zweck die Utiterstützung jüdischer Ackerbauer in Palästina ist, bat in seiner letzten Versammlung 8200 Mark für die palästinensischen Colonien gezeichnet. In den letzten zwei Jahren hat dieser Verein zu demselben Zwecke bereits 42.000 Mark gezeichnet. - München. Baronin Clara H i r s ch hat für die Errichtung des Reconvalescentenheims 100.000 Mark gespendet. Paris. Der hiesige Correfpondent des „Daily Telegraph" berichtet, daß das Palais des verstorbenen Baron Hirsch, Ecke Avenue Gabriel und Rue de l'Elysee, verkäuflich ist. Während des zweiten Kaiserreiches bewohnte es der österreichische Gesandte