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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-12-04 · 49 (4.12.1896) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
49 (4.12.1896)
Date
1896-12-04
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 978 Dr. Vloch's Wochenfrtzrifi. Nr. 49 Winterschuhwerk zur Vertheiluug an Bedürftige, gütigst übersandte. Das Bewußtsein, die zarten Kinderglieder nicht nur vor dem Erfrieren bewahrt, sondern durch die schützende Hütte vielleicht auch schwere Krankheit von den armen Kleinen ferngehalten zu haben, gewährt jenem Edlen sicherlich höhere Befriedigung, als sie unser Dank im Verein mit dem Tank jener Unglücklichen, denen die Wohlthat bereits zu Theil wurde, hervorzurufen vermag. Der Wunsch des ungenannt bleiben wollenden Spenders ist, daß sein Beispiel reiche Nachahmung findet, auf daß nach Möglichkeit der bittersten Noth gesteuert werde. Wien. Die Stettiner Blätter berichten von den großen Erfolgen, deren sich der Baritonist S. S z e n g e r y (Sohn des Obercautors Singe r) am dortigen, unter der trefflichen Leitung des bekannten Directors G o l d b e r g stehenden Stadttheaters, erfreut. In den Opern „Tannhäuser", „Troubadour", „Fidelio", „Faust", „Evangelimanu", „Lohengrin", „Awa" und „Traviata" sang der junge Künstler die Baritonpartien unter außerordentlichem Beifalle des Publicums und vollster Wertschätzung der Kritik. Letztere rühmt die überaus warme, kräftige, in allen Lagen leicht entsprechende Stimme, wie nicht minder das lebendige Spiel und sachgemäße Darstellung S z e u g e r y's welcher sich namentlich in den drei letztgenannten Opern neben den gastirenden Künstlern Signor A d d i n y, P r e lu v st y und Dr. Seidel überaus wirkungsvoll behauptete. Als bemerkenswerthe Kennzeichnung deutsch-soeialer Zustände sei noch erwähnt, daß Herr Szengery in Folge einer Aufforderung des Stettiner Oberkirchenrathes in einem geistlichen Concerte in der Johanueskirche mitwirkte und der ehrenden Auszeichnung seitens der Oberkirchenbehörde theilhaftig wurde Wien. Obercantor Philipp Kläger vom Tempelverein im IX Bezirke wurde zum Gesangslehrer am L. D. Königsberg'schen Müdchen-Erziehungs-Jnstitut ernannt. Wien. lN i a g a r a f a l l.) Es dürste von allgemeinem Interesse sein, zu erwähnen, daß die Idee der elektrischen Kraftübertragung des Niagarafalles zuerst von eine ui O e st e rr eiche r, dem Ingenieur Josef Popper, klar erfaßt und in einem versiegelten Manuscript der Akademie de r Wissenschaften in Wien mitgetheilt wurde. Erst viele Jahre später traten Siemens in Deutschland und D e p r e z in Frankreich mit ihren Versuchen hervor, die bald Beachtung fanden und zu den vornehmsten Ruhmestiteln dieser beiden Gelehrten gehören. Wien. Die größt goldene Millenniums-Medaille für Schwimmen erhielt der Handelsakademiker aus Wien Otto W a h l e. Derselbe ist der Sohn einer guten Prager Familie, noch nicht 17 Jahre alt. Wien. (C h a n u k a f e st.) In M. Gut h's Restauration, II. Stefaniestraße 6 findet diesen Freitag den 4. Dec e m b e r ein Chanukafest unter Mitwirkung des beliebten Komikers Fischer und dessen Gesellschaft statt. Das Programm ist dem Abend entsprechend sehr komisch. — In demselben Locale findet S a m st a g, beit 5. Decembe r, um 7 Uhr Abends die vom Wohlthätigkeitsverein „Stefanie-Bund" veranstaltete Bekleidungsfeier armer Schulkinder, der ein Vergnügungsabend mit Vorträgen folgen wird, statt. Gäste herzlich willkommen. Wie«. (Cha nuka - Fei er im israelitischen W a i s e n h a u s e.) Sonntag, den 29. November, 5 Uhr Abends, fand im Mädchen-Waisenhause in Döbling die übliche Channka- Feier statt, zu welcher sich eine stattliche Anzahl von Verehrern und Gönnern der Anstalt einfand. Die Jnftitntszöglinge versammelten sich im hell erleuchteten Turnsaale und boten in ihrer schmucken Bekleidung ein liebliches und herzerhebendes Bild und zugleich durch ihre fröhlichen Mienen und blühendes Aussehen den besten Nachweis, wie gut sie in dieser, von der geschätzten Jnstitutsleiterin Frau Flora Bruck trefflich geführten Anstalt geborgen sind. Nach dem durch den langjährigen Gesanglehrer der Anstalt, Herrn Obercantor Singer, entzündeten Chanuka- Lichtlein stimmten die Mädchen einen zweistimmigen Festchor an, woraus die Vorstandsdame Frau Ottilie B o n d y eine ergreifende Ansprache an die Kinder richtete, deren Inhalt sicherlich noch lange im Herzen der Kinder nachtönen wird, worauf die Schülerin Irma G o l d st e i n mit schöner Stimme und gutem Vortrage ein Liedchen sang, dessen Refrain vom Gesammtchore wiederholt und allgemein beifällig aufgenommeu wurde. Nach dem Vortrage eures vierhändigen Clavierstückes wurden die Kinder in andere Säle geleitet, allwo eine Jause und die von den Vorstandsdamen gespendeten Geschenke ihrer harrten. — Außer einer stattlichen Anzahl illustrer Gäste waren noch erschienen der Begründer der Anstalt, Herr David Ritter von Gut m a n n nebst Frau Gemalin Sofie von Gutmann, Herr Vorsteher Moriz Hirsch nebst Frau Gemalin; die Vorstandsdamen Baronin v. Königswarte r, Frau Hofräthin von Pfeiffer, Herr und Frau Weiß von W e l l e u st e i n, Frau vou W o l l h e i m rc., welche insgesammt dem lustigen und fröhlichen Treiben ihrer Schützlinge folgten und mit Genugtuung die Festesfreude der Kinder theilten. . . . . f. Wien. (Die Wohlthätigkeits-Akademie des Humanitären Geselligkeitsclub „Flotte Gei st e r"), welche am 2l. v. M. im Hotel „Englischer Hof" stattfand, bewies neuerdings, welch großer Popularität sich dieser Club in besseren Gesellschaftskreisen Wiens erfreut. Das aus nahezu 6l>0 Personen bestehende Auditorium, zollte dem von der artistischen Leitung zusammeugestellten Programme stürmischen Beifall. Nach einer vom Protector des Vereines Herrn Moriz Ritter von G u 1 m a n n zu Herzen gebenden Ansprache und nach Vortrag mehrerer von ihm selbst verfaßter Gedichte, welche mit lebhaftestem Beifall ausgenommen wurden, betrat Frau Z e l l-S t r a ß m a y e r die Bühne und erzielte ebenso wie die Opernsängerin Frl. F i l i c i a n i stürmischen Beifall, ebenso holten sich Herr Straßmayer mit seinen Coupletvorträgen, Herr Klein mit seinem Cellosolo, die Opernsängerin Frl. Malvine Schwarz lebhaftesten Applaus. Die nun folgenden Vorträge der Herren Werner und Felix und Frl. Neichsberg vom Theater a. d. Wien entfesselten derartige Beifallsstürme, nue sie noch selten gehört wurden und als schließlich Herr Director Blasel die Bühne betrat, wurde er so bejubelt, daß er selbst überrascht war. Die in jeder Weise glänzend verlaufene Akademie schloß mit einem animirten Tanzkränzchen, welches bis zum späten Morgen währte und dürfte ein namhaftes Re'nerträgniß erzielt worden sein, was gewiß in Anbetracht der Betheilung 50 armer Schulkinder, welche am 13. December l. I. von diesem Club veranstaltet wird, zu wünschen ist. — Clublocal H o P f n e r's Rcktanration, VI, Mariahilferüroße 30. Wien. (B e t-h amidrasch Tal m u d-T h v r a.) Montag, den 29. v. M., fand im Bethause, II., Malzgasse 16, die Gründungsfeier des Vereines „Bet-Hamidrasch Talmud- Thora" statt. Die Festrede hielt vor einem dichtgedrängten Publicum Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Krame r, der auf die Nothwendigkeit solcher Lehrhäuser in unserer, dem hartbedrängten Judenthnme so gefährlichen Zeit hinwies. Herr Rabbiner K r a m e r verstand es, sowohl durch sinnreiche Ideen, als auch durch meisterhaften Styl und Vortragsweise seiner Rede die zahlreichen Anwesenden in hohem Grade zu fesseln und anzuregen und versprach, mit seinen besten Kräften dahin zu wirken, die Jugend im jüdischen Geiste zu belehren und aufzuklären. Die bezüglichen Borträge finden jeden Samstag Vor- 'mittag von 11 bis 12 und Sonntag Nachmittag von 5 bis 6 Uhr statt. Außerdem hält Herr Dr. L ö w e n st e i u jeden Abend von 7 bis 8 Uhr daselbst Vorträge, zu denen auch Nichtmitglieder stets willkommen sind. Wien, 30. November. (Todesfall.) Heute wurde Herr Friedrich B u n z l, Lieferant der k. u. k. Armee, zu Grabe getragen. Der Verblichene war eine Reihe von Jahren Vorsteher der Zigeuner - Synagoge in Prag, wo er eine segensreiche Thätigkeit entwickelte. Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus widmete demselben einen in dem Ceremoniensaal vorgetragenen tiefergreifenden Nachruf. Herr Obercantor Kläger trug die Trauergesänge mit tiefer Empfindung vor. 8. B. Prosnitz. Vorige Woche beging unser hochgeschätzter Mitbürger, Herr meä vr. Leopold S ch n e i d e r sein siebzigstes Wiegenfest in größter Zurückgezogenheit im Kreise seiner Familie. Dennoch gingen dem Jubilar von allen Seiten aus Nah und Fern Glückwünsche zu. Ueber die großen Verdienste, welche sich Dr. Schneider als Gemeinde- und Armenarzt während einer nahezu vierzigjährigen Berufsthätigkeit erworben, existirt allseitig einstimmiges Lob. Troppau. (Israelitische Cu l t u s g e m e i n d e.) Dienstag den 8. December findet hier die Einweihung des neuen Tempels statt. Aus diesem Anlasse veranstaltet die Cultusgemeinde am selben Tage ein Bankett (ftir Herren) und hierauf einen Ball. Brünn. Die jüdisch-akademischen Verbindungen „Veritas" und „Zephira" in Brünn begehen S a m st a g den 19. December l. I. im Gartensalon des Restaurant Libesny, Adlergasse, das Fest ihrer Gründung und verbinden damit eine Makkabäer-Feier. — Aus demselben Anlasse veranstalten die genannten Verbindungen am Sonntag den 20. December in den

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