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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-12-04 · 49 (4.12.1896) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
49 (4.12.1896)
Date
1896-12-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 49 Dr Vlvch's »vchenschrM Seite 977 und keine Kränze an seinem Sarge niederlegen." Das verdient auch bei Juden Beherzigung. Wreschen, 19. November. Welchen Einfluß die Rabbiner in Rußland auf ihre Glaubensgenossen haben, zeigt folgende Thatsache. Zur Ehre unserer Glaubensgenossen muß man sagen, daß Trunksucht unter ihnen nur in äußerst geringem Maße verbreitet ist, und wo in einzelnen Füllen dieses Laster austritt, sucht man es mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu beseitigen. So stöhnte dem Laster der Trunksucht ein israelitischer Kaufmann, der trotz aller Ermahnungen und selbst Drohungen der Verwandten der lasterhaften Neigung nicht entsagen wollte. Jetzt wandte man sich an den Rabbiner, der über den Trunksüchtigen das Cherem (Bann) aussprach. Infolge dessen sagten sich nicht nur die Frau und Kinder von dem in den Bann getanen Kaufmann los, sondern auch alle israelitischen Kanflente brachen alle Beziehungen zu ihm ab. Das brachte den Trunksüchtigen zur Vernunft; er schwor vor denk Rabbiner, nicht mehr dem Laster zu stöhnen, und nach, einer einjährigen Probezeit wurde der Bann aufgehoben. Hermann Wolfs. Hessen-Nassau, 21. November. Die Petition, bet r e f f e n d A u f h e b u n g der jüdischen Cultus- Verfassung in Nassau, ist von der Provinzialregierung zurückgewiesen worden. Württemberg, 20. November. Der König hat den Ministerialrath von F i n k h von der Stelle eines Regierungscommissärs und Vorstandes bei der Israelitischen Oberkirchenbehörde enthoben und diese Stelle dem Ministerialrath Kern beim Ministerium des Kirchen- und Schulwesens übertragen. Die württembergischen Israeliten sehen Herrn Director von F i n k h sehr ungern aus diesem Amte scheiden, da er darin stets Wohlwollen und Liebe für die jüdischen Interessen au den Tag gelegt hat. Die Oberkirchenbehörde zählt gegenwärtig zu Mitgliedern: Regierungsrath Kern als Vorstand, Kirchenrath Dr. K r o n e r als geistliches Mitglied, Regierungsrath Dr. S ch m a l, Commercienrath Alexander von P f l a u m, Commercienrath L. Elf aß, Bankdirector E. Benzinger, Privatier M. G. Goldschmidt und Secretär E. Rothschild, Rendant. Kopenhagen. In Kopenhagen wurde jüngst dem Arzte Dr. Ludwig Israel Brande s, einem Onkel des berühmten Gelehrten Dr. Georg Brandes, seitens der Bürgerschaft ein Denkmal gesetzt. Das Monument steht gegenüber dein von dem Verstorbenen gegründeten und geleiteten Krankenhanse. Die Enthüllungsfeier hatte eine große und ausgezeichnete Gesellschaft herangezogen und eine außerordentlich zahlreiche Volksmenge angelockt. Die Weiherede hielt der dirigirende Arzt des Krankenhauses, Dr. O r u m, worauf alle Anwesenden ihr Haupt entblößten und das Denkmal enthüllt wurde. Herr Shaw, Advocat des höchsten Gerichtshofes und Präses der Spitalverwaltung, trat in der goldgestickten llnisorm seines hohen Amtes hervor, nahm im Namen des Instituts das Denkmal in Empfang und versprach, nicht nur dasselbe zu beschützen und zu bewahren, sondern auch den Geist zu pflegen, in welchem die Anstalt gegründet wurde und wovon die Büste des Dr. Brandes das Symbol bilde: den Geist der Herzensgüte und Nächstenliebe. Paris. Edmond de Gonconrt erzählt ans reizende Weise, wie M. Lafontaine die Bekanntschaft der Baronin Adolphe de Rothschild machte. Lafontaine hatte dem Baron einen Rnysdael verkauft, und der Baron wollte ihn seiner Frau vorstellen. Sie trafen die Baronin mit dem Abstauben ihrer Curiositäten beschäftigt. Lafontaine stieß, als er wieder fortging, an den Tisch an und mehrere Vasen fielen zu Boden. Tragische Stille herrschte einige Augenblicke, dann hob ein Lakai die erste Base auf und reichte sie der Baronin, sie war nicht zerbrochen, ebensowenig die anderen. „Mein Lieber", sagte der Baron, indem er Lafontaine rasch aus dem Salon zog, „mit Ihrem Glück sind Sie die größte Curiosität im Zimmer." Nom. Der neuernannte Senator Signor Giacomo M a l v a n o, Secretär im Ministerium des Innern, ist der sechste Jude im Senat. Die anderen fiinf sind: der ehemalige Minister Jsaac Artom, der berühmte Sprachforscher Graziadio Ascoli, der Dichter, Maler und ehemalige Vicepräsident der Deputirteukammer Tullo Massarani, ferner die Herren Enrico Fano und Cesare Parenzo. Greilfell (Neu Süd-Wales). Aldermaun Shackel ist zum Bürgermeister von Grenfell erwählt worden. Die Grenfeller Zeitung sagt von ihm, daß in der Geschichte der Stadt noch nie ein Aldermann seine Pflichten im Stadtrathe und bei allen öffentlichen Angelegenheiten gründlicher und treuer erfüllt hat als er. Shackel hat sich um den Zweigverein^der jüdisch-englischen Allianz (Anglo Jewish Association) in Sidney sehr verdient gemacht. Klerksdorp (Transvaal'. In der letzten Versammlung der hiesigen jüdischen Gemeinde in der Börsenhalle (Exchange Hall) berichtete das (Sonnte, daß ihre Anstrengungen _ endlich trotz der vielen Hindernisse und Schwierigkeiten von Erfolg gekrönt worden seien. Zwei Bauplätze sind bereits zu dem Zwecke erworben worden, eine Synagoge und eine Schule zu erbauen. Ganz besondere Verdienste hat sich in dieser Allgelegenheit der Präsident Mr. H a n s v n erworben, der auch einstimmig wiederqewählt wurde." Vicepräsident ist Mr. S u m m e r, Cassier Mr. F. M. Joseph. Bombay. Mr. E. Ri. Ezekcel mit» Mr. Hvsevh Ezekiel, sowie Dr. M. A. S t e i n sind zn Prüfungscommissären an der hiesigen llniversität ernannt worden. Leo H i r s ch, ein Wiener Kind, hat das erste medicinische Rigorosum an dieser Universität bestanden. Frl. Rosa H i r s ch, seine Schwester, hat die Aufnahmsprüfung in die Universität bestanden. _ Vermischtes. Wien. iE r n e n n n n g.i Der Minister-Präsident als Leiter des Ministeriums des Innern hat im Stande der Polizei- Direction in Wien den Polizei - Commissär Mvriz S t n k a r t zum Polizei-Obercoinmissär ernannt. Wien. (T r a u'u n gst Sonncag den 0. December l. I., 72H Uhr, findet im israelitischen Tempel, Fünfhaus, Tnrnergasfe Nr. 22, die Trauung des Herrn Heinrich K u h n e r, Obercantor in Austerlitz, mit Fräulein Cäcilie W a ch s m a n n, statt. WieN'Mariahilf. (C h a il n k a - I n g e n d g o t t e sd i e n st.) Der Vorstand des T a l m u d - T h v r au n d B e t h a u s - B e r e i n e s, VI., Srnmpergasse 42, veranstaltet Sonntag den 6. December um 4 Uhr Nachmittags anläßlich des Chanukafestes einen feierlichen Gottesdienst für die Jugend, wobei die ebenfalls für die Jugend bestimmte Predigt der Vereins - Prediger Se. Ehrwürden Herr Dr. Julius Max Bach halten wird. Wien. (Verein zur Hebung der G e >v e r b e in W i e n.) Am Samstag den 5. December, Y28 Uhr Abends, findet in Khuner's Restaurant, I., Schottenring Nr. 19, eine Plenar- Versammlung des Vereines statt, zn welcher auch Nichtmitglieder, Damen und Herren, Zutritt haben. Tagesordnung: I. Vortrag unseres Mitgliedes, des Herrn Naumann S ch e s s t e l, Asphaltsabrikant: „Eine Wanderung durch die Berliner A n s st e l l u n g 1896". II. Ausstellung und Demonstration unseres Mitgliedes, des Herrn AdolsSp itze r, Kunst- und Möbeltischler über dessen „ jf u n st- und M ö b e l e r z e u g n i s s e". III. Ausstellung und Demonstration unseres Mitgliedes, des Herrn I. Brau n, über dessen eigenartige „s e! b st t h ä t i g e T b ü rschließer". IV. Ausstellung unseres Mitgliedes, des Herrn Gustav Bereu garte n, Spänglermeister, über seinen „a n t omalischen B e h ä l t e r". V. Freie Discussionen. Wien. Dec e r st e B r i g i r t e n a n e r israelitische Frauen - W o h l t h ä t i g k e i t s v e r e i n veranstaltet am 0. Jänner 1897 im „Hotel Continental" einen B a l l a b e n d, für welchen sich schon heute ein äußerst reges Interesse kund gibt. Wien. Der H n m a n i r ä r - g e s e l l i g e V e r e i n „Z w a n g l v s" veranstaltet Sonntag, den 0. December 1896, im Festsaale des kaufmännischen Vereines, I., Johannesgasse 4, eine W o h l t h ä t i g k e i r s -A k a d e m i e, verbunden mit Tan.zkränzchen, deren Reinertrag dein Humanitären Verein „Zwanglos" zur Bekleidung armer Schulkinder zuiällt. (S p e n d e.) Tie Herren Brüder T a u b e r aus Mistet sandten uns fiinf Gulden für arrne Kinder zur Chanuka-Feier. Den edlen Spendern sei hiemit der Dank ausgesprochen. (S p e n d e). Für den Brigittenauer Tempelban sind bei uns von Herrn Adolf Spitzer Wien, IX.. Liechtensteinstraße Nr. 1, 25 fl. eingegangen. (S P e n d ei. Der Winter mit allen Unbilden der Witterung hat wiederum seinen Einzug gehalten. Jedem Denkenden kommt es wohl zum Bewußtsein, wie schwer die Gefolgschaft des Winters, der schneidende Frost, jene Unglücklichen trifft, die kein Feuer anzünden tonnen, sich zn wärmen, kein Gewand haben, ihre Blößen zu bedecken. Aber nicht jeder Denkende besitzt zugleich die Barmherzigkeit jenes Menschenfreundes, der uns, sowie ' im vergangenen Jahre auch gestern wieder eine größere Partie

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