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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-11-27 · 48 (27.11.1896) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
48 (27.11.1896)
Date
1896-11-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr- 48 Vr. Bloch'« WochenlchrM. Sette 957 schen Blättern, die der Aufruf im Zusammenhänge mit dem geplanten Hausbauunternehmen nennt, wird doch sonst immer stramm die Meinung vertreten, daß „Juden und Judengenossen", das heißt Liberale, keineswegs als „Volksgenossen" anzusehen sind. Wenn sich die Herren ein Haus bauen wollen, um unter sich zu sein, so ist das sicherlich ihr gutes Recht. Aber so viel Stolz sollen sie doch haben, die Unterstützung dieser heiligen Sache nicht auch von Juden und Judengenossen erbitten zu wollen, und so viel Scharfsinn, vorauszusehen, daß jene, von denen sie sich sonst immer feindselig absondern, sich schönstens für die Ehre bedanken, in diesem Falle blechende „Volksgenossen" zu sein." Prag, 13. November. Unser Kaiser hat mittelst allerhöchster Entschließung vom 25. September d. I. gestattet, daß der Caudidat der Medicin Herr Emil Fischl, der seine sämmtlichen Prüfungen mit allgemeiner Auszeichnung abgelegt hat, an der hiesigen deutschen Universität snb anspiciis promovirt werde. Es ist seit dem Bestände der Prager Universität zum ersten Male der Fall, daß ein Mediciner sub srwpieiis promovirt wird. Die Promotion findet in diesem Monate statt. Prag, 11. November. (Der C e n t r a l v e r e i n zur Pflege jüdischer Angelegenheiten) hat vorgestern seine Generalversammlung abgehalten. Der Thätigkeitsbericht des Geschäftsleiters vr. jnr. Friedrich Duschen e s hebt hervor, daß der Bereinsausschuß auf zwei Punkte sein besonderes Augenmerk gelenkt hat: erstens auf die großen, vitalen Tagesfragen der jüdischen Confession und die sociale Stellung der Juden, und zweitens auf die Cvnsolidirung und Festigung der vom Vereine ins Leben gerufenen verschiedenen Einrichtungen. Der Geschäftsleiter der Handwerkerabtheilung Herr Alexander L i e b e r l s berichtete, daß zu Anfang des Vereinsjahres 51 Knaben unter der Aegide des Vereines standen, von denen im Laufe des Jahres 17 freigesprochen wurden; dieselben sind bei verschiedenen Handwerkern untergebracht. Die Auslagen dieser Abtheilung betragen im abgelaufenen Vereinsjahr fl. 1803. — lieber die Thätigkeit der Section zur Heranbildung israelitischer Krankenpflegerinnen erstattete Frau Julie Leihen Bericht. Die Krankenpflegerinnen, die all dem Josesstädter allgemeiuen Krankenhause im modernen Sinne ihre Ausbildung erlangen, haben 446 Nächte und 625 Tage in der Krankenpflege zugebracht. Größere Spenden ermöglichten die Gründung eines eigenen Heinis, in welchem die Krankenpflegerinnen unter der Beaufsichtigung einer tüchtigen Hausmutter stehen. — Für die „Studentenabtheilung" erstattete Herr Prof. Wertheimer Bericht und bat um eifrige Unterstützung dieser Institution. — Der Cassabericht, erstattet vom Vereinscassier Herrn Heinrich D e n h o f, beziffert die Einnahmen mit 4096 fl., die Ausgaben mit 3909 fl. Das Vereinsvermögen besteht aus einem Fond in der Höhe von 11,350 und beweglichem Vermögen in der Höhe von 6746 sl. 69 kr. Sämmtliche Berichte wurden mit Beifall zur Kenntniß genonnnen. Budapest. (A u s z e i ch n u n g e n.) Unter den von der Ausstellungs-Jury ausgezeichneten Ausstellern befinden sich, wie vorauszusehen war, sehr viele Glaubensgenossen, sowie zahlreiche Unternehmungen, deren treffliche Leitung Glaubensgenossen anheimgegeben ist, die, wie die Thatsachen beweisen, sich die Anerkennung der maßgebendsten Factoren zu verdienen wußten. So erhielt die „Erste Ungar, landwirthschaftliche Maschiueusabriks- Actien-Gesellschaft, welche Herr Director Keller zu solch großer Ausdehnung und Blüthe brachte, die große Millenniums-Medaille, außerdein erhielt der Secretär Bela Tenner die Medaille für eifrige und vorzügliche Mitarbeiterschaft. Die Ungarische Elektricitäts-Actien- Gesellschaft hat dem Unternehmungsgeiste und der vorzüglichen Leitung ihres Direktors, des Herrn Bela Fischer, die silberne Staats medaille zu verdanken. Von der S ch l i ck'schen Maschinenfabrik und Eiseugießerei- Actien-Gesellschaft erhielt der geschäftliche Leiter Herr Bela V a j d a für seine vieljährige eifrige und vorzügliche Mitarbeiterschaft, ebenso der Oberingenieur A. Winter die Mitarbeiterschafts-Medaille. Die goldene Medaille erhielten: Die Weltfirma S. F. G o l d b e r g e r's Söhne, die „Ungarische allgemeine Kohlenbergbau-Actien-Gesellschaft", deren Director Sigm. Herz de Kirald ist, die „Ungarische Fluß- und Seeschiffahrts-Actien-Gesellschaft." Ferner die Spitäler der Pester israelitischen Religionsgemeinde. Conservenfabrik Berthold u. Manfted Weiß (de Csepel). Julius Wolfner u. Co., Lederfabrik, Neupest. Herr Dr. Samuel K o h n, Rabbiner und Prediger der Pester israelitischen Religiousgemeinde erhielt die Aussteüungsmedaille für seine Verdienste um die historische Ausstellung, die Pester israelitische Religiousgemeinde, die Altosner israelitische Gemeinde und die Chewra-Kadischa. Die Landes-R'abbinerschule, die israelitischen Gemeinden in F ü n s k i r ch e n, N.-Kanizsa, sowie Dr. H. Schuschny und der Lehrkörper der Steinamanger israelitischen Schule erhielten Anerkennungsdiplome. Pracht-Diplome erhielten die „Ungarische Asphalt- Gesellschaft", an deren Spitze Herr Stephan Popper und als leitender Director Al. v. Hetzer stehen; die Collectiv-Ausstellung der Zuckerfabriken unter denen, diejenigen der Weltfirma Jgn. Deutsch u. Söhne (de Hatvan), die Gr.-Suranyer und die Ungar. Zuckerfabrik-Actten-Gesellschaft an erster Stelle stehen. Die Goldene Medaille erhielt der Pester isr. Frauenverein. Die Ausstellungsmedaille der Ungar, israel. Handwerker- und Ackerbauverein, ferner die 9! a s ch i tz'sche öffentliche höhere Mädchenschule für bahnbrechende Arbeit und besonderen Eifer. Die goldene Millenniums-Medaille erhielten: die Herren A d. E n g e l u. S ö h n e in Fünfkirchen für Concurrenz- und Exportfähigkeit, die Nordungarische Vereinigte Kohlenbergbau-Actien-Gesellschaft und die Ungvarer Porzellan- und Thouindustrie-Actien-Gesellschaft. Und so könnten wir noch lange sortsahren, wenn es der beschränkte Raum unsere^ Blattes gestatten würde. Neutra. (B r u t a l i t ä t.) Am 16. November stand der Advocatursschreiber Kopcsanyi J<>zsef in der Kaufmanngasse und sprach den vorübergehenden Zimmermaler Blau Rezsö an, daß er sich mit ihm zu seinem Herrn, denk Advocateu Dr. Szulyovßky Dezsö. in ersten Stock begeben möge, wo eine Arbeit seiner harre. Nichts Böses ahnend begab sich der alte gebrechliche Mann hinauf in die Kauzlei, wo ihm anstatt eines Auftrages Kopcsänyi vier derbe Ohrfeigen versetzte und ihn schließlich zur Thüre hinauswars. Blau erstattete gegen Kopcsänyi die Strafanzeige. Tarnopol. In Tarnopol besteht seit dem Jahre 1879, demnach volle 17 Jahre, ein humaner Verein umer dem Namen „Frauen- oder Suppenverein", der seiner stillen wohlthätigen Ausübung wegen nicht nur der näheren Becchtung und vollster Anerkennung würdig ist, sondern auch allenthalben Anspruch auf Nachahmung verdient. Wie eine im dichten Gebüsch sprudelnde Quelle geräuschlos und ungesehen den schmachtenden Waldgeschöpsen ihren erfrischenden Labetrunk reicht, so labt auch der obgenannte Verein seit vielen Jahren viele Arme und Verlassene zur Zeit der hier herrschenden strengen Wintermonate. (Von Chanuka bis Pessach ) Die Gründerin dieses Vereines war die weil. Advocatensgattin Frau Therese Frühling. Das Elend und die Noth, welchen hier die großen Massen von Armen ausgesetzt sind, gingen ihr zu Herzen und berathschlagend mit ihrem hochherzigen, edlen Gemal Herrn Dr. Alexander Frühling versuchte sie mit dessen Unterstützung durch die Gründung eines Suppenvereines für jüdische Arme, dem ausschließlich Frauen Vorstehen sollten, dem Uebel zu steuern. Der Versuch gelang glücklich. Viele Frauen schlossen sich der guten Sache an und schon nach einigen Monaten konnte man mit Vergnügen betrachten, wie jüdische Arme mit Portionen Suppe und Laiben Brot versehen, das Vereinslocal behaglich verließen. Nach einigen Jahren stärkte sich der Verein so weit, daß man nicht nur jährlich einige Hundert Arme mit Brot und im eventuellen Falle auch mit Geld versehen, sondern auch sich ein eigenes Local anschaffen konnte. Im Jahre 1882 rief plötzlich der Tod die Gründerin des Vereines ab. Aber was die edle Stifterin großmüthig begann, setzte ihr edeldenkender Gemal in einem noch höheren Grade fort. Mit unermüdlichem Fleiße und Ausdauer widmete er sich dem von seiner Frau begonnenen Werke ganz. Er führte Ordnung und Norm ein, ernannte Verwalter und Funktionäre und ließ überhaupt keine Gelegenheit aus dem Auge, die für den Verein nutzbringend und ersprießlich werden konnte. Als gebrechlicher Greis, schon halb gelähmt an Händen und Füßen, arbeitete er noch unverdrossen an dem ihm zum Heiligthum gewordenen Vereine fort. Keine Sitzung, keine Versammlung ließ er vorübergehen, ohne an derselben theilgenommen zu haben. Als ihn endlich die Kräfte so weit verließen, daß er außer Stande war, die Manipulation weiter zu führen, nahm er Herrn Philipp Lieblich, Oberlehrer an der Perl'schen Schule in Tarnopol, in Anspruch, welches Opfer derselbe der guten Sache gerne brachte. Seit dem Jahre 1892 besorgte ihm derselbe alle erforderlichen Arbeiten, welche zur Erhaltung des Vereines nöthig sind. Um nun ein kleines Bild von den Leistungen des Vereines zu geben, fei hinreichend, zu bemerken, daß jährlich vom Vereine über 20.000 Laibe Brot ä 50 Dekagramm, 18.000 Portionen nahrhafter

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