Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 48 (27.11.1896)
- Date
- 1896-11-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 Dr. Vloch's Moarenfltzrtp Seite 955 Meinung zu sein, ein Schriftsteller dürfe auch die Kunst des Lefens verschmähen. Wir wollen dies sofort beweisen. In der „Oesterreichischeu Wochenschrift" veröffentlichte vor Monaten Herr Arthur E i b e n s ch i tz, unser einziger Mitarbeiter dieses Namens, ans Krakau einen Artikel, in welchem er sich entschieden a l s G e g n e r d e s Z i o n i s m u s bekenn t. Wir wiederholen , Herr A r t h u r Eiben s ch i tz ans K r a k a u, schrieb einen Artikel g e g e n den Zionismus. Was thnt Herr S ch w e i n b u r g-E i b e n s ch i tz'? Herr Samuel S ch w e i n b u r g-E i b e n f ch i tz ans Wien schreibt einen geharnischten Artikel, in welchem er als Gegner des Zionismus sich verwahrt, mit Herrn Arthur Eibenschitz verwechselt zu werden, „der in der B l o ch'sche u Zeitung ans Leibeskräften s ü r den Z i o n i s m ns p r v p a g i r t." Eigentlich sollten wir Herrn Samuel S ch w e i n b n r g- E i b e n s ch i tz sagen, daß 'es schon über den Spaß geht, in so leichtfertigter Weise mit den Lesern eines Blattes umznspringen. Herr Samuel S ch w e i n b u r g-E i b e n s ch i tz kann entweder nicht lesen, oder er weiß nicht worin der Unterschied zwischen dem Bekämpfen und dem Prvpagiren einer Jd"e besteht — oder aber er hat nur die Absicht um jeden Preis seinen Namen in einer Zeitung gedruckt zu sehen. Mit einem solchen Wunsche wären allerdings die sogenannten Berichtigungen erklärt, ) mit denen uns Herr Samuel S ch w e i n b n r g - E i b e n s ch i tz? ans Wien — nicht zu verwechseln mit Herrn Arthur Eiben- I s ch i tz aus Krakau — seit einiger Zeit erheitert. Wir j halten nun bei der dritten. Die erste zwang selbst unseren Papierkorb zu Heiterkeitsausbrüchen. Daraus sicherte sich Herr Samuel S ch w e i n b u r g-E i b e u s ch i tz aus Wien — nicht zu verwechseln mit Herrn Arthur E i b e n s ch i tz aus Krakau — die Mithilfe eines Rechtsgelehrten und sendete uns eine zweite Berichtigung. Wir legten auch diese lächeln? ad acta. Herr Samuel Schweinbn r g-E i b e n s ch i tz aus Wien — nicht zu verwechseln mit Herrn Arthur E i b e n s ch i tz aus Krakau — ging hieraus, geleitet von seinem Advocaten, zu Gericht. Der Herausgeber der „Oesterreichischeu Wochenschrift" war verhindert, der Verhandlung beiznwohnen, und Herr Samuel S ch w e i n b n r g-E i b e n s ch i tz aus Wien — den hoffentlich jetzt Niemand mehr mit irgend einem Menschen in der Welt verwechseln wird — war in der Lage, ganz ungehindert und unwidersprochen seine Sache zu vertreten. Mit welchem Erfolg'? Nun, der Richter sagte ihm so beiläufig mit der alten Anekdote: „Wre Sie erzählen, haben Sie Unrecht"! und wies ihn mit seiner Berichtigungsklage ab. Herr Samuel S ch w e i n b u r g-E i b e n s ch i tz läßt sich aber nicht beirren, er sendet uns eine dritte Berichtigung. Wir reproducireu dieselbe nur aus dem Grunde, damit die Leser sehen, tvas dieser von einem Advocaten beratheile Schriftsteller, der schon wegen seines heiteren Talentes mit 'Niemand verwechselt werden kann, sich unter einer „Berichtigung" vorstellt. L>ie lautet. B e r i ch t i g u n g. An die Redaetion der periodischen Druckschrift „Tr. Bloch's Oesterreichische Wochenschrift" W i e u. Im Sinne des § 19 des Preßgesetzes fordere ich Sie am, nachfolgende Berichtigung in die nächste oder zweitnächfte Nnmmer Ihrer periodischen Druckschrift „Dr. Bloch's Oesterreichische Wochenschrift" anszunehmen Es ist nicht richtig, daß in dem in Wien erscheinenden jüdischen Blatte „Die Neuzeit" von mir behauptet wird, daß der Literat und Pnblicist, Herr Arthur Eibenschütz in Krakau in der Bloch'schen „Oesterreichischeu Wochenschrift" für den Z i o n i s m u s p r v p a g i v t. Richtig ist vielmehr, daß in dem in Wien erscheinenden deutschen Blatte „Die Neuzeit" von mir behauptet wurde, daß ein Herr Eibenschitz in Krakau in der Bloch'schen Zeitung aus Leibeskräften für den Z i o n i s m u s p r o p a g i r t. Es ist nicht richtig, daß die Redaetion der „Neuzeit" sich von meiner Eitelkeit dupireu ließ. Richtig ist vielmehr, daß die Redaetion der „Neuzeit" von meiner Eitelkeit durchaus nicht dupirt wurde. Samuel S ch w e i n b u r g - E i b e n s ch i tz Schriftsteller in Wien, ll., Wasnergasse Nr. i:->. W i e n, 18. November 189(5. Hoffentlich hat Herr Samuel S ch w e i n b u r g-E i b e ns ch i tz nach Abdruck seiner Berichtigung die erwünschte Erleichterung gefunden. Oder fürchtet Herr S ch w e i u b u r g - E i b e us ch i tz noch immer eine — Verwechslung? Eingesendel. Euer 33 o h l g e b o r e n! Unter der Chiffre L. W. brachten Sie in Ihrem geschätzten Blatte vom 13. d. M. ein Elngeseiidel, welches die Anregung bilden sollte, die P. T. Damen und Herren von den Borständen unserer Wvhlthäligkeilsvereine mögen heuer von der Veranstaltung non Ball- und Akademie-Abenden absehen und EnischädigungcAarten dafür in Verkehr setzen. Dieser wohl sehr vereinzelt dasiehcnden M.stnuiig rraien in Ihrer letzten 'Nummer von 20. d. Bi. bereits 2 hochverehrte Damen, Meisterinnen ans dem Gebiete der wahren Wohlihätigkeit, mit Recht entgegen, da diese Meinung wohl von Riemanden ernst genommen, aber von Vielen als Ausrede benützt werden könnie. indem sich viete Familienhäupter den Anschauungen dieses Herrn werden fügen wollen, ohne aber die Grundbedingung des Herrn L. W. zu ersüllen. Ich unterlasse es auch, alle werteren Momente gegen die Anschauung des Herrn L. W. in's Lresfeii zu führen uns überlasse dies dem schönen Geschlecht, das hoffentlich auch in diesen Pup.kl das starke sein und bleiben wird. Aber so ganz ohne Echo soll die Znich'.isi des Herrn 8. 33. nicht bleiben für unsere Vereine und Glaubensgenossen, indem sie alle gerade heu-r all' die Veranstaltungen von uns und nur von uns besuchen, dafür Propaganda matzen und durch kleverzahlungen ihr Möglichstes leisten und nicht in den Iehler verfallen, untere 'Abende als Indenversammlungen geringschätzend zu declassiren uitd nur jene Abcnve als sein zu ballen, wo lauter arische Z-amitien erscheinen. Unsere P. T. Ballmütter, Vater unl, jungen Herren sollten heuer solchen Veranstcltlungsn ferne bleiben, die als Woblthärigkeiisabende ohne Unterschied der Consession proclamirt sind, wo man aber in der besten Unterhaltung au solchen 'Abenden sehr oft die Bemerkung hören imii!, io eine Judengesellschaft oder lauter Juden sind da. Diesen P. D. Comitöd ul es ja nur um das 3lubringen der Karten zu thuu und deren Ueberzahlnngen grosimürhig anznnehmen, die persönliche Betheilignng wünsch.'.: selbe nicht, auch die 'Betheilung anJndenist ihnen Nebensache und höchstens wird dem einen oder andern Glaubensgenossen, der Form und Namens wegen, etwas gegeben. Die hochverehrten Ballmütter, Vater, junge Herren und P. T. Co mite 5 mögen aber auch heuer be: Bedarf und Anschasiungen zu Verguügungsabenden das Dchlatztengeschrei der Herrschaften rein arischer Herkunft sitz zu eigen machen „kaust nur bei Juden" und dann wird die 'Anregung des Herrn L. 33. von 'Nutzen sein, in anderer Weite, wie er sich es dachte. Ich kenne einen Kalt, wo ein hervorragender Glaubensgenosse anläßlich eines Picknik- 'Abendes Damenspenden bei einen arischen G.werbsmann machen ließ und der mit Wonne dies in: Krei'e seiner Gesinnungsgenossen bekannt gab mit den Worten „Siegst, der Jud hat mir doch einen 'Auftrag gegegeben". Ist das nothwendig. Ich will nicht pro domo sprechen, aber erlaube mir die kleine Schlnßbemerknng, das; ich seit 11 Jahren meine Erzeugung habe, mit Stolz sagen kann, der einzige Jude zu sein, der ans dem Gebiete der seinen und s-inslen Ledergalanleriewaaren hier besteht, aber ich habe weder 1 Stück, sage ein Stück noch sonst die mindeste 'Arbeit, wie 'Adressen, Enveloppes oder Damenspenden für einen Glaubensgenossen oder Verein von uns gemacht, aber wie viele Damenspenden, Adressen in feinster Ausführung oder sonstige Gegenstände lieferte ich für Andersgläubige direct, theils durch die feinsten Geschärte von 33ien und den Provinzen, obtvohl ich Heuer von Wien sehr mäßig beschäftigt werde, bei selbst vieljährigen Verbindungen. Jcb will gerne meine persönlichen Kenntnisse nicht nur für 'Arbeiten, sondern auch durch Empfehlung von Glaubensgenossen, an 3llle, die sich an mich wenden, zur Verfügung stellen, woraus ich mir ein Vergnügen mache. Unsere Devise soll nicht Entsagung sein, sondern Abschließung vor unseren Jemden, bis die Cloake verschwunden sein wird, die uns umgibt. Indem ich Ihnen, hochverehrtst Herr Redacteur, für die gütige 'Ausnahme und Veröisentlichung dieser Zeilen bestens danke, zeichne mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst B. Bnchwald, VII., Lindengasse 16. Correspondenzen. Tvien.! I f r a e i i t i f cf; c Cult u s g e nt e t n d e W i e n.> K u li d m a ch u n g. 'Auf Grund des 3 >.m des Statutes der israelitischen Cultnsgemeinde in Wien erfolgt die A-cn stellmig der Voranschläge der Eimrahmeu und 'Ausgabe-! der Cultnsgemeinde, sowie sänimtlicher unrer der Verwaltung der Cultnsgemeinde stehenden Sonde und Austalkeu iu allen Eiunahms-- und Ausgabsposten für das Verwaltuugsjahr!^'>7 in öffentlicher Vorstandssitzung S v u u r a g, d e u 2!>. N v v e mb e r 1896, Ä o r m i t t a g s 10 U b r, im S i t; u n g ss a a l e der Cultnsgemeinde, l., Seite nst e t t e n g a s s e 4, ll. S t o ck. Wien, am 24. November 189«;. Ter Vieepräsidenl.