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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-11-20 · 47 (20.11.1896) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
47 (20.11.1896)
Date
1896-11-20
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Veite 942 Dr. Bloches Wmhrnfrtzrift Nr. 47 Budapest. Der Cultusminister hat die schöne Bronzestatne „Letzte Liebe" (vrolsü srerelem) des jüdischen Bildhauers Joses Roma für das ungarische Museum getauft. Prestburg. Wie alljährlich wurde auch am 12. d. M. eine Deputation der isralirisch-vrthodoxeu Cultusgemeiude in Preßburg, bestehend aus dem Vorstande Herrn Ivel Wolf, den Herren Bö. B e t t e l h e i m und Israel R o s e n b a u m, von Sr. Majestät in Audienz empfangen, wobei Herr Joel Wolf, eine feierliche Ansprache hielt, die Se. Majestät entgegenzunehmen und sich um die Verhältnisse in Preßburg in der huldvollsten Weise zu erkundigen geruhte. Szenicz (Ungarn).. Vor einigen Tagen verstarb hier das allgemein geachtete Mitglied unserer Cultusgemeiude, Herr Salvmon Feldbauer. Derselbe war eine lange Reihe von Jahren hindurch Vorstand der Zedokah und der Chewra-Kadischa und hatte besonders in der letzteren Eigenschaft in Bezug auf Pflege der armen Kranken trotz seines hohen Alters Erstaunliches geleistet. Er war ein Mann, jederzeit bereit, Noth zu mildern, an dem man sich nie vergebens um Hilfe gewendet hat. Er hat auch erhebliche Legate zu wohlthätigen Zwecken gestiftet, so der Chewra-Kadischa,Talmud-Thora, Masdi ei 4«! und Schaß-Chewra. Der Armen vergaß er auch nicht, indem er zu Gunsten derselben einen namhaften Betrag testirte, so auch nach dem heiligen Lande sandte er eine größere Summe. Anläßlich seines Leichenbegängnisses erwies ihm die ganze Gemeinde die letzte Ehre bis zum fern gelegener! Friedhose, woselbst Ehrwürden Herr Rabbiner M a m o r st e i n in beredten Worten seine Verdienste schilderte, wobei er aus die Lücke hinwies, die durch sein Hinscheiden nach jeder Richtung hin in der Cultusgemeiude entstand. Auch Rabbinatsassessor F e u e r hielt ihm einen warmen Nachruf. Seine Erben haben pietätsvvll seinen bei Lebzeiten geäußerten Wünschen in jeder Beziehung Rechnung getragen und haben vollkommen seinen edlen Intentionen entsprochen. Er erreichte ein Alter von 80 Jahren. E. B. Graz. «V o m akademischen Verein „H um a n ita s".) Hier ist soeben der Jahresbericht pro 1895/96 erschienen. Demselben ist zu entnehmen, daß der Verein 25 ordentliche, 2 Ehrenmitglieder, 4 Gründer und 78 unterstützende Mitglieder zählt. Als Protector ftmgirt Ehrwürden Rabbiner Herr Dr. Samuel M ü h s a m in Graz. Der Verein entfaltet eine besonders ersprießliche Thätigkeit, indem er mittellosen Studirenden durch Gewährung von unverzinslichen, nach acht Jahren rückzahlbaren Darlehen die Vollendung ihrer Studien ermöglicht. Berlin» 18. November. Der Director der laryngologischen Klinik der Charitß, Professor Bernhard F r a e n k e I, einer der frühesten wissenschafllichen Bearbeiter der Laryngologie, erfuhr gestern anläßlich seines 25jährigen Docenten - Jubiläums zahlreiche Ehrungen. Professor v. Leyden, Professor Senator, Generalarzt Coler, Geheimrath Althoff beglückwünschten ihn namens der medicinischen Gesellschaften und der militärärztlichen Bildungsanstalten; sein ältester Assistent Dr. Albert Rosenberg überreichte ihm eine Festschrift, an welcher die angesehensten Laryngologen der Welt, darunter die Prosefforen Stoerk und Chiari in Wien, Moriz Schmidt in Frankfurt, Semon in London, Massei in Neapel, Rauchfuß in Petersburg, Dr. Schmiegelow sin Kopenhagen mitgearbeitet haben. Namens der hiesigen Docenten des Faches gratulirte Dr. Paul Heymann; zahlreiche Glückwünsche, darunter ein herzliches Schreiben des Reichskanzlers Hohenlohe, dessen Arzt der Jubilar ist, waren brieflich und telegraphisch eingelaufen. Melbourne. Bor Kurzem starb hier die einst berühmte Opernsängerin Frau Fanny Simousen. An Jom-Kipur nahm sie nach dem Gottesdienste in der St. Kilda-Synagoge theil, und am nächsten Morgen war sie todt. Bulgarien. Der Posten eines Oberrabbiners von Bulgarien ist dem Rabbiner Dr. Kisch in Prag angetragen worden, der Persona yrata beim Fürsten Ferdinand sein soll. Paris. M. Ferdinand Cremieux hat unmittelbar nach der Wahl in das jüdische Centralconsistoriüm von Frankreich erklärt, daß er dieselbe nicht annehme. Eine neue Wahl muß nun stattfinden. London. Samstag starb hier Mrs. David Mocatta, eine Nichte des Sir Jsaac Lyon Goldsmid und Witwe des einstigen Mitbegründers der Reform-Synagoge. Los Angeles. Der ftühere Rabbiner von Wabash, S. Eisenberg, ist zum Rabbiner der hiesigen B'uai Brith-Gemeinde ernannt worden. In England und Wales gibt es 100.000, in Bombay 13.475, in Schottland 2060, in Irland 1879, in Gibraltar 1000, in Trinidad 31 Juden. New'Aork. Dr. Robert L e v y ist zum Präsidenten der Gesellschaft der Aerzte (Colorado Medical Society) und des Medicinischen Vereines von Arapahoe (Arapahoe County Medical Institution) gewählt worden. Cincrnnati. Dr. David P h i l l i p s o u ist wieder zum Rabbiner am Mount Street-Tempel für die Dauer von 5 Jahren mit dem Gehalte von 6000 Dollars gewählt worden. Pittsburg (Peunsylvanien). Baronin Clara Hirsch hat dein hiesigen und dem Unterstützungsverein von Alleghauy ein bedeutendes Geldgeschenk gemacht. Es wird eine Schule errichtet werden, um russische, polnische, österreichische und italienische Juden in der englischen Sprache, wie auch in der Geschichte Amerikas, der Verfassung der Vereinigten Staaten und den Grnndzügen der Nationalökonomie zu unterrichten. Die Schule wird wahrscheinlich den Namen der Baronin Hirsch (Baroness Hirsch Patnotic School) führen. Bayonne (New-Jersey.) Vergangenen Sonntag wurde der Grundstein zur neuen Synagoge gelegt. Amsterdam, 13. November. Mme. Sigrid Arnolds o h n, „die schwedische Nachtigall", und der Claviervirtuose Roderich Baß, ein Oesterreicher, veranstalten gegenwärtig in den verschiedenen Städten Hollands Concerte. Nach Berichten der Presse reißt die außerordentliche Künstlerin Arnoldsohn ihre Zuhörer durch ihren Gesang zu stürmischem Beifall hin. Herr Roderich Baß erntet für seine ausgezeichneten Solovvrträge reichliches Lob. Er verfügt über eine glänzende virtuose Technik, einen schönen, farbenreichen Anschlag und über eine vornehme poesievolle Auffassung. Dr. K l i n g e n b e r g. Feuilleton. Der König der Schnorrer. Von I. Z a n g w i l l. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Da seht Ihr, wozu die Arbeit führt", rief Manasse. „Sie verlockt Einen, auch am Sabbath zu arbeiten. Der Epikuräer dort entweiht den heiligen Tag. Kommt fort! Nein, entschieden gebe ich meine Tochter nieder einem Arbeiter noch einem Schnorrer, der unrechtmäßige Einnahmen hat." „Aber es sind ja doch Einnahmen", beharrte Jankele. „Ja heute — aber morgen? Sie sind nicht sicher. Eine jede Arbeit ist schon an und für sich unverläßlich. Ein Geschäft kann jeden Augenblick zu Grunde gehen. Die Leute können weniger fromm werden und dann verliert Ihr Euer Schulklopfen — oder frömmer und dann brauchen sie keine Minjan-Leute. „Aber es entstehen immer neue Synagogen", warf Jankele ein. „Neue Synagogen sind noch voll Begeisterung", entgegnete Manasse. „Die Mitglieder sind ihre eigenen Minjanleute". Jankele schmunzelte schelniisch. „Ja zuerst, aber der Schnorrer wartet seine Zeit ab", gab er zu. Manasse schüttelte den Köpft „Schnorren ist die einzige Beschäftigung, die das ganze Jahr geht", sagte er. „Alles Andere kann zu Grunde gehen — die großen Handelshäuser können fallen, wie es geschrieben steht: „Er demüthigt die Stolzen". Aber der Schnorrer ist immer sicher; uiag fallen wer will, es bleiben immer genug übrig, die für ihn sorgen. Wenn Ihr ein Vater wäret, würdet Ihr meine Gefühle verstehen. Wie kann Jemand das künftige Glück seiner Tochter auf einer so unsicheren Grundlage aufbauen, wie die Arbeit ist! Nein, nein! Was verdient Ihr durch das Besuchen der Privathäuser? Davon hängt Alles ab." „Fünfundzwanzig Schillinge wöchentlich." „Wirklich?" „So wahr wie das Gesetz Moses! In Sixpence, Schillingen und halben Kronen. In Houndsditch allein gehören mir zwei Straßen mit Ausnahme von ein paar Häusern." „Aber sind die auch sicher? Es wird viel umgezogen. Straßen, die einmal gut waren, nehmen ab. „Diese fünfundzwanzig Schillinge sind so sicher wie Mocatta's Geschäft. Ich habe zu Hanse Alles notirt — Ihr könnt die Bücher einsehen, wenn Ihr wollt." „Nein, nein", sagte Manasse mit einer großartigen Bewegung des Stockes. „Wenn ich Euch nicht glauben würde, würde

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