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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-11-20 · 47 (20.11.1896) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
47 (20.11.1896)
Date
1896-11-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 47 Vr. VLoch's MochenlchrM feit. Sehr gelungene Borträge, unter 'Anderem die Teclamationen der Damen Frl. Bauer und Art. Stärk, die Couplets der Herren Brüder Großmann und die Gesangspwce des Herrn Obercantors Bauer brachten die anwesenden Cvmitömitglieder, sowie Gäste in eine sehr freudige Stimmung. 9ln die Borträge schloss sich ein sehr gemüthliches Tänzchen an, welchem Jung und Alt in ungezwungenster Weise huldigte. W.eir. Der humanitäre Geselligkeitsclub „Flotte Geister" veranstaltet am 21. d. M. im Theresiensaale des Hotels „Englischer Hof", V!., Mariahilferstraße 81, eine grosse Wohlthäügkeits-Akademie mit anschließendem Tanzkräuzchen, welche einen sehr günstigen Verlauf verspricht, da die hervorragendsten Künstler der Wiener Theater ihre Mitwirkung bestimmtest zugesagt haben. Die Tendenz dieses Clubs ist eine äußerst humane und wird Heuer, wie in den Vorjahren eine größere Anzahl armer Schulkinder mit Winterkleidern betheilt und ist daher dem Club ein günstiger Erfolg zu wünschen. ^rrieu, 13. November. Der Verein „Zion" in Wien gibt hiemit seinen Mitgliedern und Freunden bekannt, daß das Vereinslocal sammt Lesesaal und Bibliothek, sowie die Kanzlei des „Verbandes der österreichischen Vereine für Colonisation Palästinas und Syriens", II. Bezirk, Rembrandtstraße 11, Thür 5, sich befindet. Sprechstunden: T ä g l i ch von 6 b i s 8 U h r Abend s. Wien. (Der olympische Sieg er P a n l N e il - m a n n.) Das griechische K ö n i gs p a a r und der Prinz G e o r g von Griechenland besuchten gestern Abends incognitv den Circus Schumann. Als während der Zwischenpause die Herren im Begriffe waren, die Stallungen zu besichtigen, begegnete innen der olympische Sieger im Wettschwimmen, Herr Paul Neu mann vom Amateur-Schwimmclub. Prinz Georg erkannte ihn sofort, reichte ihm die Hand und richtete an ihn einige freundliche Worte. Wren. (V an d e r F i r m a M a t h i a s Salche r's Söhn e). Letzte Woche wurde der bei der Firma Mathias Salcher's Söhne, 1., Werderthorgasse Nr. 2, bedienstete Commis Carl H i l l e b r a n d in dem Augenblicke betreten, als er aus einem in der ihm zugewiesenen Abtheilung verwahrter! Cartvn zrvei Knäuel Wolle im Werthe von 30 Kreuzern zu sich nahm. Zur Rede gestellt, gestand er sofort, daß er einen Diebstahl habe verüben wollen. Eine hieraus vorgenommene Nachschau in der betreffenden Abtheilung ergab, daß auch aus vielen anderen Cartons Zwirn, Handschuhe u. dgl. fehlen. Der junge Alaun wurde verhaftet. Bei einer in seiner Wohnung vvrgenommenen Hausdurchsuchung fand mau zwei große Kisten und einen Sack mit verschiedenen Waaren gefüllt im Werthe von mindestens 1200 st. Die Waaren wurden als Eigenthum der erwähnten Firma agnvscirt. Hildebrand gestand dann auch, daß er seit dem Jahre 1804 fast alltäglich Diebstähle im Geschäfte seiner Chefs verübt und die gestohlenen Waaren zu Hanse nnfbewahrt habe. Ter junge Mann war seit Juli dieses Jahres verheiratet. Da Gründe zu der Annahme vvrliegen, daß auch seine junge Frau Keikntniß von den Diebstählen hatte, wurde dieselbe gleichfalls in Haft genvnnnen. Das Ehepaar ist heute dem Landesgerichte eingeliefert worden. Festzustellen wäre, daß die bestohlene Firma grundsätzlich keinen Juden anstellt, trotzdem der überwiegende T h e i l ihrer Kunden sich ans Glaubensgenossen r e c r u t i r t. Brünn, 16. November. Bei der technischen Hochschule in Brünn haben sich in letzter Zeit Ereignisse abgespielt, die einen würdigen Abschluß der von den Wiener Studenten ausgegangenen Satisfactionsverweigerung den Juden gegenüber bilden. Der Verein deutscher Techniker „Sudetia" hat nämlich beschlossen, den Juden keine Satisfaction mehr zu geben. Es ist bezeichnend für den Liberalismus der deutschen Presse in Brünn, die dieser Thatsache keinen Raum in ihren Blättern geben wollte, und erklärlich von dem praktischen Standpunkte, daß während dieser Zeit Brünn und mit ihm das ganze Mähren vor den Landtagswahlen stand. Die hiesige erbindung „V e r i t a s" erhob gegen diesen Beschluß Protest beim R e c t o r a t e, worauf dasselbe Erhebungenp flog und den Bericht hierüber an die Statth a l t e r e i leitete. Diese Behörde erklärte die „Sudetia" f ü r a u f g e l ö st. Die Vereinsbücher wurden von der Staatspolizei mit Beschlag belegt und das Local versiegelt. Dagegen wirkte der heroische Entschluß der „Sudetia" ernüchternd auf die jüdische Technikerschast. Wie ein Mann erschien sie bei den Wahlen in den Technikerausschnß, in den Dank der strammen Organisation der jüdischen Techniker auch zwei Äveite 941 Jiidischnationale gewählt wurden, und zwar wie ln? znm ersten Male geschah — mit czechischen Stimmen. Al-? von deutscher Seite der Antrag gestellt wurde, daß in Zukunft der czechische Verein „Zorn" seine Anschläge auch in deutscher Uebersetzung bringen sollte, erklärte der Präses der Jüdisch-akademischen Verbindung „Veritas", Herr T i n t n e r, daß die Juden toleranter als die Deutschen wären, um ihre czechischen Cvmmilitionen um ihr gutes Recht zu bringen. Die Chargirtenwahlen der Jüdisch-akademischen Verbindung „Veritas" hatten folgendes Ergebniß: Lad. ine eh Arthur T i n tn e r, Präses; cand. nieeh. Emil E f r a n, Präses-Stellvertreter; sind, mech Ignaz H a i e k, Schriftführer. Am 10. Tecember findet der Gründnngscommers der Verbinduug, verbunden mit einer Makkabäerfeier, stark, zu dem bereits sämmtliche jüdisch-akademische Verbindungen in Wien und viele andere Wiener Persönlichkeiten ihr bestimmtes Erscheinen zugesichert haben. Am 20. Tecember findet tu den Augartensälen ein Couleurkränzchen statt, das, nach den lebhaften Nachfragen der jüdischen Frauen und Mädchen zu schließen, den animirtesten Verlauf zu nehmen verspricht. Jglau, 16. November. Unter überaus zahlreicher Betheilignng fand gestern das Leichenbegängniß der von einem tragischen Geschicke ereilten Frau Eva B o n d i statt, welches sich zu einer imposanten Kundgebung rückhaltloser Werthschätzung der Verblichenen und aufrichtiger Sympathien für deren schwer heimgesnchte Familie gestaltete. Nicht blos die mannigfaltigen Geschäftsbeziehnngen der altbewährten und wohlrenommirten Speditionsfirma A. Bond i, sondern auch die ehrenämtliche Stellung der Tahingeschiedenen, als C a s s i e r i n des israelitischen Frauenvereines, und nicht minder deren weibliche Tugenden, deren seltene Lebensklugheit, Geschäftstüchtigkeit und Herzensgüte verschafften ihr einen Bekanntenkreis von ungewöhnlichem Umfange, der es gestern für feine unabweisliche Pflicht zu erachten schien, der vortrefflichen Frau, die in der vollen Lebenskraft plötzlich und nnvermuthet von der eisernen Hand des Todes erfaßt und vom Schauplatz des Daseins ■ jählings hinweggerafft wurde, das letzte Ehrengeleite zu geben. Au dem Sarge der verewigten Frau B v n d i trauert ihr gramgebeugter Gatte, Herr 'Abraham Bond i, Ansschußmitglied der Jglauer Cultnsgemeinde; trauern deren Sohne, der junge aber hochbegabte 'Augenarzt, Dr. Max B o n d i, Demonstrator und Operateur an der Augenklinik des Professors Dr. Schnabel, in Wien, und der nicht minder begabte, angehende Arzt Dr. Otto B o n d i in Prag; trauern zahlreiche Anverwandte, die sie innig verehrt und geliebt haben; trauert endlich der israelitische Frauenverein, dessen Interessen von der Verblichenen mit Wärine und Begeisterung, mit Geschick und Uinsicht jederzeit gewahrt und gefördert ivurden. Friede ihrer 'Asche und Ehre ihrem Andenken! — u. Prag. Der Verein der jüdischen Hochschüler i n P r a g veranstaltet am Samstag, den 28. d. M., im Saale der neuen Prodnctenborse einen Festabend, an welchem der allseits bekannte Schriftsteller F. S. Kohn einzelne seiner beliebten Erzählungen vvrzulesen gedenkt. Außerdem hat der rührige Ausschuß siir ein ansgewähltes Unterhaltungs-Programm gesorgt, so daß der Abend, für den sich jetzt schon ein reges Interesse in den Kreisen der Prager jüdischen Gesellschaft kundgibt, ein ungemein erfolgreicher zu werden verspricht. Etwaige Reclamationen ninrmt bis 24. d. M. der 'Ausschuß im Vereinslocal, Stadtpark Nr. 17, entgegen. Falkenau a. d. Eger Im Auschlnsse an den Bericht ans Hartmanitz ersucht uns Herr Bananier Leopold Mohr zu constatiren, daß sich um das Zustandekommen des hiesigen Tempelbaues nachfolgende Herren hohe Verdienste erworben haben: Joh. Steiner, Karl Pollak, Alfred Fischer, Ignaz Kohn, Simon Rosner, Ernst Steiniger und Se. Ehrwürden Rabbiner Kohn, sämmtliche in Falkenau. Ebenso sei an dieser Stelle der hochherzigen Spenden für diesen Zweck von Seite der Herren Gebrüder Gutmann in Wien, des Herrn Tirector Alois Low in Unterlaa und der löbl. Cultnsgemeinde in Karlsbad besonders gedacht. Krakau. Am 24. November d. I. wird die Trauung des Herrn David E p ft e i n, k. k. Pvstassistenten in Jaroslau, mit Frl. Augusta G e s a n g, Tochter des Herrn S. Gesang, Maschinenfabriksbesitzer in Berlin, stattfinden. Budapest. (V e r l o b n n g.) Frl. Vilma L a n g f e l d e r hat sich mit Herrn Sandn A. E s ch e n a s y aus Crajova verlobt.

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