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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-11-20 · 47 (20.11.1896) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
47 (20.11.1896)
Date
1896-11-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 938 Vr. Vloch's WochenschrM Nr. 47 Correspondenzen. Maler Horowiü Ritter der Eisernen Krone. Im Grunde kann fs ja demjenigen, der nach hohen Auszeichnungen strebt, so ziemlich gleich sein, aus welchem Orte das Deeret datirt erscheint, laut welchem ihm die sichtliche Anerkennung zu Theil wird. Immerhin aber ist es auffällig, daß in jüngster Zeit Künstlern, welche ruhmreich in Wien wirken, nicht hier, sondern in Unga r n der verdiente Orden verliehen wird. Nor einigen Wochen mußte sich der berühmte Compvnist Karl G o l d m a r k, der seit dem Jahre 1844 in Wien lebt und hier seine bedeutendsten Werke geschaffen hat, nach Budapest begeben, um dort eine seiner neuesten Opern aufführen zn lassen und mit dem Leopold-Orden wieder heimzukehren. Goldmark ist allerdings ein geborener Ungar, nmr aber schon als Knabe nach Wien gekommen, hatte hier das Cvnservatorium absolvirt, war hier als Violinspieler und Capellmeister an verschiedenen Bühnen, thätig und hatte in Wien seine Meisterwerke geschaffen und zuerst aufsühren lassen. In diesen Tagen erfolgte, wie ans Budapest gemeldet wird, dort die Auszeichnung eines anderen in Wien wirkenden Künstlers. Dem hervorragenden Maler Herrn Leopold H o r v w i tz wurde nämlich der Orden der Eisernen Krone dritter Classe verliehen. Allerdings ist auch Herr Hvrvwitz ein Ungar: er hatte im Jahre 1843 in Kaschan das Licht der Welt erblickst Aber auch er verließ seine Heimat als ganz junger Mensch und bezog schon im Jahre 1837 die W i e n e r Kunstakademie. Er ging später nach Paris, wirkte sodann in Rußland und als Meister kam er vor einigen Jahren nach Wien zurück, wo er sich dauernd niederließ, um hier zn wirken und eine Reihe tunt Porträts zu schaffen, die zu den trefflichsten Bildnissen der Gegenwart zählen. Eines seiner neuesten und bestgelnngensten Werke ist das Porträt des Kaisers, das er heuer int Sommer in Ischl begonnen hat, wo ihm der Monarch wiederholt gesessen war. Hier in Wien wurde das Bild vollendet und in -- Budapest wurde dem Künstler die kaiserliche Auszeichitnng verliehen. Wir begnügen uns dantit, die Thatsachen festzustellcn, ohne irgend welche Bemerkungen daran zu knüpfen, denn wie gesagt, es kommt ja nicht darauf an, u> o ein Mann, der die höchste Würdigung verdient, ausgezeichnet wird. Wien, am 16. November. (I sraelitischer Betrau s v e r e i n B r i g i t t e n a n.) XI. Anstveis eingegangener Spenden zum Baue eines Tempels in der Brigittenau: Herr Moritz Edler von K u s s n e r 50 sl., Herr Satn. F. Goldberger Söhne 25 sl., Herr Aug. Blumberg 1 sl., Herr Dr. Jacob Z i l s e l 2 sl., Herr Max S ch l e si n g e r 5 fl., Herr Anton v. Eisen st ä d t e r 10 sl., Herren S ch w a r z und Weil 5 sl., Herren Brüder S e l i n k o 5 sl., Herr S. Kary 10 sl., Herr Hermann H v n i ch ö sl., Herr Dr. Max Peters 1 sl., Herr Moriz W i n t e r st e i n 1 sl., Herr Jacob G o l d - st c r n 3 sl., Herr Moriz P o s z o it t) i 2 sl., Herr Dr. Moriz Lichte n st e i u 5 sl., Herr Dr. Eniil F r e u n d 1 sl., Herr Josef Hi ller's Sohn 25 sl., Herr Moriz Fü rst 1 fl., Herren Brüder 3! o s e n t h a l 2 fl., Herr Bernhard S t i a ß n y 1 sl., Herr Professor Adam P o l l i tz e r 5 sl., Herr Julius Bis ch o fsw erd er 1 sl., Herren Gebrüder Zs v s e n z w e i g 10 sl., Herr- Herr Ludwig B n k o w i tz 2 sl., Herr Leopold H a r p tt c r 5 sl., Herr Gustav W e i n b e r g 1 fl., Herr Leopold von Popper in Pest 23 sl., Herr Dr. Jacob O r it stein 5 sl., Herr Jacob S. S r r a ß b e r g 5 sl., Herr Carl S e l i g tit a it n 5 sl., Herr Oberbaurath I. K a r e i s 2 sl., Herr H. Ellenberger 3 sl., Herr Ludwig Bock 10 sl., Herr Adolf G u irre u tt d 1 sl., Herr G. Herrmann 30 kr., Herr S. Weinberger 50 kr., Herr Adolf Hebe r 50 kr., Frau Charlotte K r a k a u e r 2 fl., Frau Manni K o h n t 50 kr., Sammlung durch Herrn A. Schreiber: Herr W. F e i g l, Prag 50 kr., Herr Richard S t r a n s k y, Deutsch-Brod 50 kr., Herr Josef R a ns b u r g, Wien, 50 kr., Herr Josef Liebest! y, Wien. 50 kr., Herr Carl Brei ch a, Wien, 1 sl., Herr M. 3! eben Wurzel 50 kr., Herr Ad. B e ck, Prag, 1 fl., Herr Carl Berg l, Proßnitz, 50 kr. Herr 3Aax Brüll, Bielitz, 1 fl., Herr Hermann M e i s l, Bielitz, 1 fl., Herr D. Beer, Holleschau, 1 fl., Herr F. Siegel, B r ü n n, 50 kr. Wien. (So w c i 1 d a r f e s in Wien nicht k o m m e n.) Eine Verhandlung beim Bezirksgerichte L e o p o l d st a d t, die kürzlich ftattsand, gibt eine recht hübsche Illustration, wie weil die confessionelle Heye, der politische confessionelle Boycotl, den unlängst der Oberste Gerichtshof in scharfer Weise als g e s e tz v e r l e tz e n d gegeißelt hat, in Wien gediehen ist. Interessant war hiebei die Aeußeruug des Strafrichters Dr. B i eh al, der den „Kauft nicht bei Juden!"-Standpnnkt energisch zurückwies. Es handelte sich um folgenden Vorfall: Am 16. Oktober wollte der Hausbesitzer im zweiten Bezirke Johann G a i b l i u g e r seiner Gattin eitten°neuen Hut kaufen, weshalb cr in ein in der Taborstraße befindliches Modistengeschäft trat. Er rief die im Geschäfte befindliche Frau Fanny K o h n heraus und vor der Thür des Locals entspann sich folgender Dialog: G a i b l i n g e r: Sind Sie von dem Geschäfte da? — Frau K o h n: Jawohl! G a i b l i n g e r: Sind Sie eine Jüdin? — Frau Kohu: Ja! G a i b l i n g e r: Guten Tag! Bei Juden k a u f' i ch nichts! Hierauf drehte er der Frau mit höhnischem Lachen den Rücken und entfernte sich. Frau K v h n war ganz verdutzt und in ihrer mächtigen Aufregung rief sie ihm eine beleidigende Aeußerung nach. Gaiblinger notirte sich die Firma, die „I da K o h n" lautet, und brachte unter diesem Namen eine Ehrenbeleidigungsklage ein. Bei der Verhandlung vor dem Richter des zweiten Bezirkes, Adjuncten Dr. B i e b a I, gab der Vertheidiger der irrthümlich geklagten I d a Kohn, Advocat Doctor Tauber, den oben geschilderten Sachverhalt bekannt und derselbe wurde auch vom Kläger gar nicht bestritten. Derselbe erklärte nun, daß er die Klage zurückziehe, da er die Tochter statt der Mutter geklagt habe. Erstere wurde hierauf freigesprochen, woraus der Richter (Adjunct Dr. Biehal) dem Kläger bedeutete, seine Klage wäre auch dann höchst merkwürdig, wenn sie gegen die richtige Person eingebracht wäre, e r h a b c j a ganz unerhört p r o v o c i r t, und es dürfe in Wien denn doch nicht so w e i t k o m m e n, daß man die Inhaberin eines Geschäftes Herausrufe und sie utn ihre Conf e s s i o.n frage und verletze. Wien. (Biblische Talmud-Thora im XV^III. Wiener- Bezirk.) Seit dem letzten Berichte über die am 6. März 1895 abgehaltene Prüfung hat der löbliche Wiener Cultusvorstand in Folge der günstigen Erfolge beschlossen, die jährliche Subvention von 80 fl. ans 100 fl. zn erhöhen und die Schule in die Verwaltung der Gemeinde zu übernehmen. Das Bibelschul-Comite, an dessen Spitze der um die Cultuseinrichtungett und tun das Unterrichkstvesen im XVlll. Bezirke hochverdiente Obmann, Herr E m a n u e l Hoff nt a n n, steht, hat durch seinen rührigen Eifer, sotvie die praktische Organisation in dieser kurzen Zeit das Institut der Bibelschnle derart populär geutacht, daß die Frequenz von 48 Schülern am Schluffe des Schuljahres 1895796 im heurigen Schuljahre auf 72 Knaben, auch den besten Gesellschaftsclassen augehörend, gestiegen ist. Diese Zahl ist umso überraschender, weil Währing überhatlpt von der 4. Classe auflvürts bis zur 3. Bürgerschulclasse blos 96 Knaben zählt. Die Schule besteht ans drei Abtheilungen mit je dreistündiger wöchentlicher Unterrichtszeit. Die erste Abtheilung vermittelt in erster Linie das Hebräischlesen, den Bibelstoff der 4. und 5. Vvlksfchnlclasse, Gebetübersetzungen und die einfachsten Kenntnisse der Gramntatik. Die zweite Abtheilung setzt das Hebräischlesen fort, übt die Einrichtungen des Gebetbuches, das heißt die Gebete für die Wochentage, den Sabbath und die drei Hauptfeste, ferner den Bibelstoff der 5. Volksschulclasse wiederholend und den Lehrstoff der 1. Bürgerfchnlclaffe auf erweiterter grammatikalischer Grundlage. Die dritte Abtheilung fetzt die Orientirung im Gebetbuche fort (besonders die Gebete von Rosch-Haschonoh und Jom-Kipur), nintmt den Bibelstoff der 2. und 3. Bürgerfchulclasse auf streng grammatikalischer Grundlage durch, ferner eine entsprechende Anzahl Haftorahs, insbesondere jene, welche die Barmizwahknaben der Bibelschnle während des laufenden Jahres vorzutragen haben; die zweite und dritte Abtheilnng müssen meistens die hebräische Currentfchrift üben. Schließlich werden die Barmizwahknaben im Tefilinlegen unterwiesen und iiberhaupt für die Barmizwah vorbereitet. Das Bibelschulcomite hat also sein Hauptaugenmerk darauf gerichtet, den Religionsunterricht, für welchen ja bekanntlich das Gesetz sehr wenig Zeit bestimmt hat, zu unterstützen und das so viel als möglich gut zu machen, was leider heute vom Hause aus sehr wenig gepflegt wird, nämlich die Angewöhnung der Kinder zu beit häuslichen und öffentlichen religiösen Uebungen. Und da zugleich in dieser Bibelschule strenge ans Disciplin gesehen wird, so tvird sie auch weiter zum Segen der israelitischen Jugend gedeihen. rf. Troppau. (An die Adresse der Tesche ner I s r a e l i t e tt.) Vor einigen Wochen ingg durch die Blätter die

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