Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-10-30 · 44 (30.10.1896) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
44 (30.10.1896)
Date
1896-10-30
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021115-3021160--06131-3030399
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 44 Dr. Vloch's WortzrnfchrM Gette 881 Wien. (V c r I d t) it it g.) Herr Rabbiner Dr. I. Niemirower in Berlin hat sich mit Frl. Fanni Margülies, Tochter des Herrn Heinrich Margülies, verlobt. Wien. Der feierliche Militär-Gottesdienst vor Ablegung des Fahneneides findet Sonntag den 1. November im Stadttempel uni '/4 9 Uhr Früh statt. Wien. (B e t h a m i d r a sch Talmud-Thor a.) Die Vorträge, die Jedem zugänglich sind, haben bereits begonnen und zeigt sich ein sehr reges Interesse auch bei den jungen Leuten für dieselben. Herr Dr. Julius L ö w e n st e i n sorgt für mögliche Abwechslung bei den Vorträgen. Bon Sonntag bis einschließlich Donnerstag wird im. Bethamidrasch, II., Malzgasse 16 (Talmud-Thora-Gebäude), 1. Stock, täglich von 7 bis 8 Uhr Abends vorgetragen und um 8 Uhr die Abendairdacht verrichtet. Außerdem wird von einem zweiten Bereinslehrer an jedem Sabbath und an Wochentagen nach Mincha Thora vorgetragen. Der Verein erlaubt sich, den Herren Jos. S ch l e s i n g e r, I. M. B e l f, Jac. D n ck e s und F i n k e l st e i u für die Bücherspenden bestens zu danken und bittet Freunde und Gönner des Thorastudinms um noch weitere freundliche Bücherspenden cur die Vereinsleitung des Bethamidrasch. Wien, 27. Octvber. Ein Vierteljahrhundert wirkt Herr Ignaz H i r s ch e l in der bekannten Weingroßhandlung Heinrich A b e l e s als Kellermeister mit außerordentlicher Treue, Hingebung und Umsicht und mit letzten Sonntag feierte der Kellermeister sein 25jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlasse erhielt er von Frau Sophie A b e l e s, welche seit dem leider nur zu früh erfolgten Ableben ihres uuvergeßlicheu Gatten mit ihren Söhnen die Großhandlung leitet, ein sehr schmeichelhaftes Anerkennungsschreiben nebst einer werthvollen Ehrengabe. Auch die Bediensteten der renommirterr Firma H. A b e l e s bereiteten dem Jubilar ' Ovationen und gaben ihm auf mannigfache Weise ihre Achtung und Werthschätzung zu erkennen, die dieser Mann der Arbeit auch in vollem Maße verdient; denn nicht nur ein zärtlicher Familienvater, ein ehrenvoller Charakter ist er, sondern auch wohlwollend und rücksichtsvoll gegen seine Untergebenen, wohlthätig und gefällig gegen Jeden, der sich an ihn um Rath und Beistand wendet. Wien. (X. Ausweis. Eingegangene Spenden zum Baue eines Tempels in der Brigittenau.) Es spendeten fvlgende Herren: Mar Müller 1 fl.; A. Kummerman 5 fl.; Adolf Hofmann 5 fl.; D. Bloch 20 fl.; L. A. L. 5 fl.; C. O. C. 5 fl.; I. R. 2 fl.; H. P. 1 fl.; Dr. Brenner 1 fl.; Daubner 1 fl.; E. G. 1 fl.; Strauß 1 fl.; Schütz 2 fl.; Prager 1 fl.; A. B. P. 3 fl-; I. Fischer 1 fl.; Th. Fischer Ist.; A. I. 5 fl.; C.Fröhnelt 2 fl.; T. E. Netter 1 fl.; F. Probst 2 fl.; Paul Fickert 1 fl.; I. Hist 1 fl.; E. Gallinowsky 1 fl.; Theodor Rohm 1 fl.; Anonym 2 fl.; S. Türkin 3 fl.; Winterberg und Guttman 2 fl.; Adolf Rußman 1 .fl-; Ignaz Buxbaum 50 kr.; Jacob Fasset, Proßnitz 1 fl.; Tischgesellschaft Flußer in Prag durch Herrn Adolf Schreiber u. zw.: Tandler, Brünn, 1 fl.; Nathan Löw 1 fl.; Ludwig Straßer 1 fl.; Sigm. Winter 50 kr.; A. Schreiber, Wien, 2 fl.; Emil Joste, Berlin, 1 fl.; Leon Haber, Wien, 1 fl.; Emil Neumann, Carlsbad, 50 kr.; Em. Beer, Wien, 50 kr.; Gustav Basch 50 kr.; Körner, Olmütz, 50 kr.; L-rner, Olmütz, 50 kr.; M. Pollak, Prag, 50 kr.; Schürmacher, Prag, 50 kr.; Carl Behal, Prag, 1 fl.; 3 Glaubensgenossen 1 fl. 50 kr. Krems, 26. Octvber. (Ein interessanter F.rei s p r u ch.) Der Hausirer Moses Breie r, welcher angeklagt war, eine Religionsstörung dadurch begangen zu haben, daß er in Horn ein Christusbild verunglimpfte, wurde heute freigesprochen. Die Vertheidigung führte Dr. S ch n e e b e r g e r. Raab. Ein altehrwürdiger Bürger unserer Stadt und Nestor unserer Wohlthätigkeitsvereine hat das Zeitliche gesegnet. Herr Marcus Stern, ein 80 Jahre alter Greis, die personrficirte Ehrlichkeit, Charakterfestigkeit, Sittenreinheit und ungefälschte, tolerante Frömmigkeit. Er war stets eine Zierde der Gemeinde und ungemein beliebt bei allen seinen Mitmenschen ohne Unterschied der Confession. Die Sympathien seiner Mitmenschen gewann er hauptsächlich durch sein conciliantes freundliches Benehmen. Welch ungetheilte Hochachtung und Verehrung man ihm zollte, bewies das ihm zu Theil gewordene imposante Leichenbegängniß, an welchem sich die ganze Gemeinde und auch viele Andersgläubige betheiligten. Als Ehrwürden Herr Doctor Julius Fischer an der Bahre dessen puritane Einfachheit, ungefälschte Frömmigkeit und seine in der tiefsten Stille ausgeübte Wohlthätigkeit mit tieferhabenen Worten schilderte und diese von Jedermann nachahmungswerthen ethischen Eigenschaften durch mehrere herzerquickende Episoden aus dem Leben des selig in Gott Entschlafenen classisch illustrirte, da blieb kein Auge trocken, und die Herzen der Alten waren wieder einmal angenehm berührt und die der jüngeren Generation angeeifert, jenen altehrwürdigen, das Leben zu einem Eden gestaltenden Eigenschaften nachzustreben. Prag. (Verein der jüdische n H o ch s ch ü l e r in Prag.) Am 25. d. M. fand im Hotel „zum Prinzen" die Eröffnung des Wintersemesters 1896 -97 statt. Der Obmann des Vereines, Jur. Cand. Popper leitete den Abend mit einer schwungvollen Ansprache ein, in welcher er die Zwecke und Ziele des Vereines klarlegte und die Anwesenden aufforderte, für die Verbreitung derselben nach Möglichkeit Sorge zu tragen. Redner wies auf die Zerfahrenheit unter den Juden, speciell unter den jüdischen Studenten hin und erachtete es als Hauptaufgabe des Vereines, diese für das Judenthum zu interessireu und sie zu einstigen Verfechtern und Vertheidigern desselben heranzubilden, um den Kampf mit der von Tag zu Tag wachsenden Zahl der Gegner erfolgreich bestehen zu können. Mit Genugthuung constatirte er, daß das Interesse für den Verein nicht nur in den Reihen der Studentenschaft sondern in den jüdischen Kreisen überhaupt immer reger werde, worauf auch die Zahl der neu eingetreteueu Mitglieder sowie der erschienenen Gäste hindeute. Prag. (Der „F r e i t i s ch v e r e i n" i n P r a g.) 37 Jahre besteht bereits dieser segensreich wirkende Verein in Prag und aus dem soeben erschienenen Rechenschaftsberichte desselben geht hervor, daß derselbe einen steten Aufschwung und eine erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen hat. Die Mitglieder des Vereines haben neuerlich eine ansehnliche Vermehrung erhalten (er zählt heute 2578 Mitglieder gegen 2449 im Vorjahre) und besitzt derselbe ein Vermögen von 65.411 fl. Die Interessen erreichen eine Höhe von 2634 st. 45 kr., wodurch der Bestand des Vereines gesichert erscheint. Man kann dem von den edelsten Intentionen geleiteten Vereine nur vom ganzen Herzen ein ferneres Gedeihen und Prosperiren wünschen. Marienbad. Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. E. G o i t e i n aus Marienbad ist, wie wir vernehmen, für die Bezirksämter Lichte rrfels und K r o u a ch des Königreiches Bayern zum Districtsrabbiner mit dem Sitze in B u r g k u n d ft a d t ernannt worden. Die Wahl erfolgte seitens sämmtlicher Districtsgemeindeu, und zwar Altenkundstadt, Burgkundstadt, Culmbach, Kronach, Lichtenfels, Redtwitz, u. a. mit Stimmeneinhelligkeit. Wir gratuliren Herrn Dr. Goitein zu dieser Ernennung aufrichtig, da sich derselbe in der Zeit seines hiesigen Wirkens durch seine hervorragende Bildung, seine glänzende Rednergabe, seine hingebende Pflichttreue und insbesondere durch sein ernstes Streben, sein Amt ganz und voll auszufüllen, die Sympathien nicht nur aller objectiv urtheilenden Mitglieder der hiesigen Cultusgemeinde, sondern auch aller Marienbad besuchenden Curgäste in vollstem Maße erworben hat. Posen. Herr Moritz Rohr, der erst vor zwei Jahren ein jüdisches Spital mit einem Kostenaufwands von mehr als einer halben Million Mark errichtet hat, gedenkt zum Andenken an seine Eltern ein Heim für altersschwache Juden zu errichten. Er hat den erforderlichen Grund und Boden bereits angekauft und widmet gleich zu Beginn eine Summe von 300.000 Mark für die Errichtung der Anstalt. Hamburg. Man berichtet uns: Am 15. d. M. wurde im hiesigen Theater Brüll's neue Oper „Gloria" (Text von Menasci und Specht) zum erstenmale mit glänzendem Erfolge aufgeführt. Der Componist und die Hauptdarsteller wurden vor ausverkauftem Hause in stürmischer Weise Vierzehnmal hervorgerufen. Um die Aufführung machte sichCapellmeister Mahler besonders verdient. London. Seit einiger Zeit widmete der „Jewish Chronicle" der Discussiorr jüdischer Arbeiterbewegung seine Spalten. Der „Londoner Beobachter" (East London Observer j ist dem Beispiel gefolgt und bringt jede Woche eine Spalte „Jüdische Notizen". Petersburg. Der Czar hat Dr. Dembo den Titel eines Staatsrathes verliehen. London. Das russisch-jüdische Comite hielt am 20. d. M. eine Sitzung ab, bei welcher die Herren Sir Samuel Montagu, der Größrabbiner Dr. Adler, Dr. Singer, Dr. Wolff, N. S. Joseph, I. Seligman und Isidore Spielmann anwesend waren. Dem Secretär Joseph Jacobs wurde ein zweimonatlicher Urlaub bewilligt. 100 Pfund jährlich wurden für die Anstellung eines russisch-jüdischen Gerichtsdolmetsch ausgesetzt. London. Zwei Männer mißhandelten zwei Juden, die harmlos ihres Weges gingen. Beide wurden zur Tragung der Kosten und zehn Schilling Reugeld, ferner zu einen Monat und zwei Wochen Gefängniß verurtheilt. Paris. Der bisherige Privatsecretär des Polizeipräiecten von Paris, M. S ch r a m e ck, wurde zum Cabinetsdirector der Präsectur ernannt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.