Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 42 (16.10.1896)
- Date
- 1896-10-16
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 840 Dr. Bloches WochenfchrM Nr. 42 Majestät, meinem erhabenen Herrscher vorgelegt wurde. Ich bin beauftragt, durch Sie dem Cultusvorstande und der jüdischenglischen Allianz mitzutheilen, daß Seine Majestät die Adresse mit großem Interesse und vieler Befriedigung entgegenzunehmen geruht hat und ihren besten Dank für die freundlichen Wünsche ausspricht. Ich bin ferner beauftragt, Ihnen die Versicherung auszudrücken, daß Seine Majestät den festen Wunsch und Willen hat, das Glück und die Wohlfahrt aller seiner Unterthanen, ohne Unterschied des Glaubens und der Race, zu fördern. Womitich die Ehre habe, zu zeichnen Ihr gehorsamer Diener 30. September 1836. M. Ali. Fes. (A u s d e m Ghetto von Fe s.) Wir haben kürzlich über eine verheerende Feuersbriuist berichtet, welche im Jndenviertel von Fes gewüthet hat. Die Blätter aus Tanger enthalten noch folgende Details: Das Feuer entstand in der vergangenen Woche während des Laubhüttenfestes, um welche Zeit im engen Ghetto (Mellah) von Fes Hunderte von aus Zweigen und Laub errichtete Hütten dicht nebeneinander stehen. Eine dieser Hütten gerieth nun in Brand, und im Nu standen auch schondie anderen in Flammen. Das Feuer theilte sich nun auch den zumeist aus Holz erbauten Dächern der Wohnhäuser mit. Der Sultan hatte wohl 200 Askaris (Soldaten) zum Löschen ins Jndenviertel geschickt, die meisten derselben mußten jedoch zur Bewachmlg des in der Nähe stehenden Pulverthurms verwendet werden, sonst wäre eine furchtbare Katastrophe erfolgt. Fünfhundert Häuser liegen nun in Asche. Zwei Frauen sind verbrannt, achtzig Personen liegen an Brandwunden darnieder. Vermischtes. E B. Wien. (B e r m ä l u n g.) Am 25. October findet im Tempel der Scitenstettengasse die Bermälnng des Frl. Marie Hirsch, Tochter des Großindustriellen und bekannten Wohlthäters Herrn Moritz Hirsch, mit dem Großindustriellen Herrn Robert Perutz statt. Wien. (Auszeichnung.) Dem Erfinder und Fabrikanten der patentirten hygienischen Closets Herrn Leopold Guttmann, Wien, I., Bäckerstraße Nr. 1 wurde von dem hohen k. k. Handelsministerium der Staatspreis verliehen. Wien. (Israelitischer T e m p e l v e r e i n für Bö s lau in Wien.) Dieser Verein hat für Donnerstag den 30. O c t o b e r 1836, 3 U h r N a ch m i t t a g s, in das Vereinslocale in Wien, Schottenring Nr. 23 (Mezzanin 10) die diesjährige G e n e r a l v e r s a m m l u n g seiner Mitglieder einberusen. Auf der Tagesordnung befindet sich als wichtigster Punkt Beschlußfassung über die vom Vorstände beantragte Ä n fl ö s u n g des Vereines. Wien. Die Verlagsbuchhandlung M. B r e i t e n st e i n (Wien und Leipzig) hat, so wie die k. u. k. Hof- und Universitätsbuchhaudlung B r a u m ü l l e r, von der Jury der II. Internationalen pharmacentischen Ausstellung in Prag für die Werke ihres Verlages (Breitenstein's Repetitorien für Aerzte und Pharmaceuten und?bLrwaeopo6L au8triaes) das Diplom der silbernen Medaille zuerkannt erhalten. Budapest. Am 7. d. M. fand im „Theologischen Verein" des Landes-Rabbiner-Seminars die Neuwahl der Bereiusleitung statt. Es wurden gewählt die Herren: Dr. Adolf L ö w i n g e r, Präses; Arthur W e i ß k o p f, Vicepräses; Desider Klein, Secretär; Dr. B6la Rappaport, Cassier; Berthold Edelst e i n, Bicesecret'är. Protzuitz. (Vermählung.) Am 18. d. M. findet im hiesigen Tempel die Trauung des Herrn Lle,i. vr. Friedrich Ter sch in Kleiu-Mohrau, eines gebürtigen Proßnitzers, mit Fräulein Adele Abel statt. Dem Brautpaare, welches hiesigen angesehenen Familien angehört, folgen die Glückwünsche der Gemeinde auf ihren künftigen Lebensweg. E_ B. Protznitz. (Obercantor Epstei n.) Anläßlich des Hinscheidens unseres allverehrten Obercantors Herrn Ignaz Epstein hat der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde nachstehende Todesanzeige ergehen lassen: „Die israelitische C u l t u s g e m e i n d e P r v ßnitz gibt hiemit geziemend Nachricht von dem Ableben ihres hochgeachteten Obercantors, des Herrn Ignaz E p st e i n, welcher nach dreiundvierzigjährigem, hingebungsvollem und , pflichtgetreuem Wirken im Dienste der Gemeinde heute Abend . gottergeben, wie er gelebt, im Alter von 83 Jchren sanft entschlafen ist. Das Leicheubegängniß findet Dienstag, den 6. October d. I., um 4 Uhr Nachmittags, vom Teuipel aus znm israelitischen Friedhofe hier statt. Der Vorstand der israelitischen Cnltusgemeinde Proßnitz." Poysdorf, 12. October. Am Sonntag.den 18. October veranstaltet die Familie Eisiuger aus Poysdorf einen musikalische» Abend, bestehend aus Gesangsvorträgeu und Tauzkräuzchen im Hotel „zur Kaiserin Elisabeth" in Kostel, dessen Gesammterträgniß zur Heiratsausstattung einer armen Waise verwendet wird. In Anbetracht des humanen Zweckes wird um recht zahlreichen Zuspruch gebeten. Bournemouth. Sonntag starb hier die wegen ihrer Güte und Liebenswürdigkeit allgemein verehrte Frau Lewis- Barned. Sie gehörte einer interessanten Familie an. Als die Enkelin des Baron de Symvns war sie mit der Goldsmid'schen Familie verwandt. Sie war ferner die Nichte jenes Israel Barned. eines Bankiers in Liverpool, dessen seltene Menschenfreundlichkeit den Bischof von Chester veranlaßte, ihn als ein Muster aufzustellen, dem Christen nachzustreben sich bemühen sollten. Mährisch - Weitzkirchen. An der k. und k. Militär- Oberrealschule iir Mährisch-Weißkirchen ivnrde der k. k. Landwehrrabbiner Herr Dr. Rabbinowicz zum Religionslehrer bestellt. Troppau. (Jüdisch-literarischer B e r e i n.) Nach kurzer Thätigkeit in den alten, etwas beschränkten Räumen war der Verein Sonntag den 4. October in der angenehmen Lage, die neuen geräumigen, elegant möblnten Localitäten einzuweihen. Nachdem der Obmann Herr Dr. Eibuschitz mit freudigem Stolz auf das Wachsthum des Vereines hingewiesen, das so rasch den engen Rahmen gesprengt, schloß er, im Hinblick auf den Namenstag Seiner Majestät, dessen Zusammenfallen mit dem Eröffunngsabende ein günstiges Omen sei, mit einem Hoch auf den Kaiser seine beifällig aufgenommene Rede. Hierauf folgte ein geistvoller Vortrag des 8tuä. zur. Emil Marburg über „Die Juden in der lyrischen Poesie". Stürmischer Beifall lohnte die durchdachten und gemüthvollen Ausführungen des Redners. Ein Toast auf die Leitung des Vereines, sowie auf die Damen bildete den Uebergang zum gemüthlichen Theil, der bei einer Reihe gelungener Vorträge die Gäste bis Mitternacht beisammen erhielt. Freudige Zustimmung erweckte ein herzliches Telegramm des verdienten Vicepräsidenten und Stifters Herrn Hermann Kulka, welcher durch seine Abreise verhindert war, zu erscheinen. Peinlich berührte nur. daß, obwohl die Judenschast Trvppaus sonst fast vollzählig erschienen war, mit Ausnahme des verehrten Herrn Cultusvorstandes Dr. Sonnenschein, sich die übrigen Vertreter der Cultusgemeinde- Repräsentanz consequent von allen Veranstaltungen fernhalteu. Vielleicht belehren die nächsten Wahlen in die Cultusgemeiudevertretung, sowie der Vorschlag für den Landesschulrath die Herren darüber, daß es noch genug jüdische Männer in der Gemeinde gibt, die sich nicht schämen, ihr Judenthum auch außerhalb Amtsstube und Tempel offen zu zeigen. Raudnitz a. d. Elb ', 6. October. Unsere Cultusgemeinde hat durch den Tod des Herrn Salomon Mestitz einen herben Verlust erlitten. Im kräftigsten Mannesalter und bei einem blühenden Aussehen barg er den Keim einer tückischen Krankheit, die ihm ein jähes Ende bereitete. Herr Mestitz, der Sohn eines Talmudgelehrten, verlor seinen Ernährer im Kin'cesalter und lernte früh auf eigenen Füßen stehen. Rastloser Fleiß, strenge Rechtlichkeit und ein praktischer Sinn, gepaart mit dem Segen des Himmels, verhalfen ihm zu einer geachteten Stellung und einem bedeutenden Vermögen, von dem er gerne sein Scherflein für die leidende Menschheit und die wohlthätigen Institutionen unserer Cultusgemeinde mit wahrer Herzensfreude leistete. Die zahlreiche Betheiligung von Nah und Fern au seinem Leichenbegängnisse zeugte für die große Beliebtheit, deren er sich erfreute. In beredten Worten entwarf unser hochverehrter Herr Rabbiner Dr. Julius Reach ein Lebensbild des Verewigten und ermahnte die Söhne und Töchter desselben, die gleiche Liebe dem Judenthum entgegenzubringen. Belovar. (Hochherzige Spende.) Der hier allverehrte Advocat Dr. Bernhard Reh berge r spendete anläßlich des Aufrnfens zur Thora am Jom-Kipur-Tage znm Andenken an seinen kürzlich in Essegg verstorbenen Vater ein paar prachtvolle silberne Girandols für den hiesigen Tempel und wurden selbe am Simchas-Thora-Abend feierlichst im Tetnpel überreicht. Herr Dr. R e h b e r g e r und seine liebenswürdige Frau Gemalin haben schon zu wiederholten Malen dem Gotteshause schöne Spenden gemacht. Der Vorstand hat mich in feiner am 7. d. M. abgehaltenen Sitzung einstimmig beschlossen, obgenanntem Herrn den Dank protokollarisch zu votiren. Stratzburg. (F amilie M e y e r b e e r.) Ein Besucher des Straßburger Münster theilt ints mit, daß er soeben i auf einem Steine iir dem Thurme des Müirster folgende In-