Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 41 (9.10.1896)
- Date
- 1896-10-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Vir. 41 Vr. Vwltz's WvaLrnMrifr. bezüglich an den Präses des Bet-Hamidrasch-Vereines, Herrn Simon Buchwald, avrstrte Bücher-Schenkungen von den betreffenden Herren Spendern dankend abholen zu lassen. Wien. (Todesfall.) Vorige Woche verschied nach langer schmerzhafter Krankheit Herr Samuel Reschowsky im Alter von 52 Jahren. Der Verblichene war ein liebevoller Gatte und zärtlicher Vater. Seinen Heimgang beklagt eine tiefgebeugte Witwe, trällernde Kinder und ein großer Kreis von Verwandten und Bekannten. Möge ihm die Erde leicht fein! «sie». Der rühmlichst bekannte Director der jüdischen Kinderbewahranstalt im II. Bezirke, Herr A. S. Fischer, hat nach einer ununterbrochenen mühevollen und gewissenhaften Amtsthätigkeit von nahezu 34 Jahren die Leitung dieses Humanitären Institutes, das der Philantrop Josef Ritter v. Wertheimer, seinerzeit Präses der Cultusgemeinde, ins Leberl gerufen, den jüngern Kräften seines Sohnes, Herrn Max Fischer, übergeben, der fortan die Direction inne haben und im Geiste seines Vaters fvrtsühren wird. Die ausgezeichneten Verdienste des erholungsbedürftigen, alternden Direktors sind bekannt und anerkannt und wurden auch an allerhöchster Stelle durch die Verleihung des Franz Joses-Ordens gewürdigt. Herr A. S. Fischer kann ans eine pädagogische Lehrthätigkeit von vielen Decennien mit gehobenem Bewußtsein zurückblicken. An den Stätten seiner früheren Wirksamkeit, wie in Lundenburg, Totis, wo er Oberlehrer gewesen, wird seiner noch immer ehrenvoll gedacht. Bon seinen reichen Erfahrungen und seinem abgeklärten Wissen zeugen' die von ihm veröffentlichten Werke, von denen manche 4 5 Auflagen erlebten. Der biblischen Mahnung folgend: „Säe am Morgen deine Saat, lasse aber auch am Abend deine Hand nicht völlig ruhen", wird er nach wie vor die von ihm 1869 geschaffene Schule zur Heranbildung von Kindergärtnerinnen weiter führen und leiten. Möge der scheidende Director das Gedeihen der Anstalt unter seinem tüchtigen Sohne und Nachfolger noch recht lange sehen und sich dessen erfreuen können. Wien, 1. October. VorigeWoche wurde, wiebereits gemeldet, Herr I. Leop. Wulkan im Alter von 39 Jahren bei sehr zahlreicher Betheiligung zur Erde bestattet. Nach dem Bortrage des Haz zur durch Calltor Schiller, widmete Oberrabiner Dr. Güdemann dem edlen Verblichenen, der von kleinen Anfängen als Handwerker zur angesehenen Stellung sich emporgeschwungen, einen warmen Nachruf, in welchem er dessen Redlichkeit, Rechtschaffenheit und religiöse Gesinnung rühmend hervorhob, den nach redlich vollbrachtem Tagwerk „die Hütte des Friedens" aufnimmt und richtete an die trauernde, tiefgebeugte Witwe Worte des Trostes. Wie.«. Am 27. «eptcuibtr t)ieü bei lileiaiijche iSkjeUig.sSSeic n jüdischer Mädchen „Moria" seinen ersten literarischen Nachmittag im heurigen Wintersemester ab. Nach einer, kurzen Ansprache der Präsidentin, sprach Fräulein Ernestine Bretholz. In ihrem Thema „Was will der Verein „Moria" legte sie in formvollendeter und erschöpfender Weise die Tendenzen des Vereins klar. Es entspann sich bald eine rege Discussion, welche die zahlreich erschienenen Gäste über die Principien des Vereins aufklärte, insoweit dies nicht schon durch den Vortrag selbst geschehen war. Der nächste literarische Nachmittag findet Sonntag, den 21. d. M., p r ä c i se 3 Uhr, statt und ist für denselben ein Bortrag des Herrn Dr. Proßnitz angemeldet. Gäste (Damen) herzlich willkommen I., Schottenring 23. N. Budapest. Die erste Aufführung von Goldmar k's Oper „Das H e i m ch e n am Herd" an der hiesigen Oper hatte einen glänzenden Erfolg. Schon das Antrittslied der „May" gab Anlaß zu stürmischem Applaus, der sich im Lause des Abends sehr oft wiederholte. Goldmark, der hier als Landsmann gefeiert wurde, mußte nach dem ersten Acte nicht weniger als zwölfmal erscheinen. Nach dem zweiten Acte und dem Zwischenspiele brachen neue Beifallsstürme aus. Das Zwischenspiel mußte über stürmisches Verlangen wiederholt werden; das Auditorium wollte sogar eine nochmalige Wiederholung erzwingen. Goldmark wurde sodann nach dem zweiten Acte Vierzehnmal, nach dem letzten zehnnial gerufen. Die Aufführung unter Leitung Alexander Erke l's war eine vorzügliche, Chor und Orchester waren ausgezeichnet. . PrzemyÄI, 4. October 1896. Gestern, am Sabbath Bereischith, fand hier die feierliche Einweihung des von denr hiesigen „Neuen Synagogen-Bauvereine" in jüngster Zeit fertiggestellten und allen Anforderungen entsprechend eingerichteten Bethauses statt. Es erschienen zu dieser Feierlichkeit sehr viele Gäste aller Parteischattirungen und eine große Anzahl von Deputattonen. Unter Anderen erschien eine Abordnung des hiesigen Cultusrathes, die Herren: Ch. G r o ß m a n n und A. Abele s, der Ausschuß des Tempelvereines, geführt vom Obmanne Herrn Leon cii r 821 Schwa r z t h a l und viele Andere. Der Obmann des Synagogen- Bauvereins, Repräsentanzmitglied und Gemeinderath, der verdienstvolle Herr Moses S ch e i n b a ch, empfing die Gäste und geleitete sie zu den für sie bestimmten Sitzen. Seine Ehrwürden Rabbiner Gedalje S ch m e l k e s hielt eine tiesdurchdachte, in Form und Inhalt vollendete, sehr geistreiche Festrede, wofür er den großartigsten Beifall erntete. Rabbiner S ch m e l k e s wurde von allen Seiten beglückwünscht. Ten gesanglichen Theil besorgte Cantor Schapira mit gutem Erfolge. Wir wollen hoffen, daß die würdige Feier sehr lange in Erinnerung der Gemeinde- Mitglieder bleiben wird. Lemberg, 20. September. (T o d e s s a l l.) Die hiesige Judenschaft hat einen schweren Verlust erlitten. Der langjährige Handelskammerrath und Gemeinderath Herr Salomon C Hajes ist nach langem schweren Leiden in ein besseres Jenseits berufen worden. Der Heimgegangene, der Sohn einer hochgeachteten Patricier- und gelehrten Rabbinersamilie, welche der Geschichte des Judenthums goldene Blätter gegeben hat, war selber ein Mann von hohen Geistesgaben, ein edler Charakter und treuer Jude. Er war langjähriger Cultusrath, Obmann der israelitischen Allianz in Brody, Mitglied des Baron Hirsch-Executtv-Comitö in Lemberg. Bernsen, als Nachfolger seines großen Vaters, zum Rabbin.r von Zolkiew, fand er sich veranlaßt, diesem ehrenden Rufe keine Folge zu leisten und zog es vor, in unabhängiger Stellung zu wirken. Die Mitbürger seiner Heimatsstadt Brody wußten seine Bedeutung zu würdigen und überschütteten ihn mit allen Ehren. Besonders hervorragend war seine Thätigkeit während der großen Judenemigratton im Jahre 1881 und 1882. Um diese Zeit trat er mit allen bedeutenden Männern, die sich für diese große Sache interressirten, in enge Fühlung, stand in regem Briefwechsel mit Baron Hirsch und jahrelang mit dem edlen Vertreter desselben Beneziani. Besonders fteundschaftlich gestaltete sich sein Verhältniß zum bekannten ftanzösischen Schriftsteller Julien See, mit dem er bis an sein Lebensende eine ständige, literarische Correspondenz unterhielt. Derselbe beschäftigte sich vielfach und in der anerkennendsten Weise mit seiner Thätigkeit in seinen Notes de Bogage. Holleschau, 5. October 1896. Der am 15. October 1895 in Wien verstorbene Hof- und Gericht-Advocat Herr Dr. Hermann G r ü n b a n m hat der Holleschaner israelitischen Cultusgemeinde, seiner Muttergemeinde, letztwillig den Betrag von 20.000 fl. bestimmt, zu dem Zwecke, daß die Interessen desselben zur Unterstützung der Witwen und Waisen der obigen Cultusgemeinde verwendet werd n sollen. Das Sttstungs-Curatvrium, bestehend aus den Herren: Carl Beer, Cultusvorsteher, Dr. Salomon Auspitz, Cultusrath und Adolf Skranika, hat am 4. d. M., am Jahrzeitstage des edlen Stifters, die ersten halbjährigen Interessen im Betrage von 400 fl. an 30 würdige Arme, Witwen und Waisen vertheilt. Einer der Betheilten hat das Kaddisch-Gebet verrichtet. Bei der gestern, aus Anlaß des Namenssestes Sr. Majestät des Kaisers, vom Herrn Oberlehrer Sigmund Honig veranstalteten solennen Schulfeier haben einige Schüler patriotische Gedichte sehr würdig vorgetragen, dieser Feier haben auch der k. k. Bezirkshauptmann Zedenko Wacha und k. k. Commissär Kleppik und mehrere Andere augewohnt. Battela» (Jglauer Kreis, Mähren). 4. October. Am Montag vor.dem Bersöhnungstage bewegte sich ein großer Trauerzug nach dem bald 300 Jahre alten, aus der Spitze eines Berghügels gelegenen, weithin sichtbaren „Guten Ort" unserer Gemeinde. Eines unserer ältesten Mitglieder, der durch sein großes theologisches und allgemeines Wissen, durch wahre Frömmigkeit, durch Menschenfreundlichkeit und Wohlthun in unserem Orte und in der ganzen Umgebung bekannte und sehr verehrte 80 Jahre alte R. Ascher (Adam) An ts ch e rl, wurde zu Grabe getragen. Se. Ehrwürden Herr Dr. M. L. Stern aus Triesch und der älteste Sohn des Verewigten, Herr Ober-Schulrath Moritz Antschert, Religionslehrer und Exhortator der Wiener israelittschen Cultusgemeinde, gaben in beredten Worten ihrem und der großen Trauerschaar tiefen Schmerze an heiliger Stätte Ausdruck. Rcubistritz, 2. October 1896. Unsere bisher im besten Einvernehmen lebende Bevölkerung wurde, um einem „modernen" Bedürfnisse zu entsprechen, dieser Tage durch die Gründung einer Deutschvolklich-anttsemitischen Ortsgruppe unter der Gevatterschaft der Herren Dr. Hans Miller, Stadtarzt, Johann Grausam, Fabrikant, Franz Merth, Fabrikant, Johann Garhoser, Fabrikant, Josef Mader, Bäcker, beglückt. Zur Verherrlichung des Tages verschrieben sich obige Herren den neu ausgegangenen politischen