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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-09-25 · 39 (25.9.1896) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
39 (25.9.1896)
Date
1896-09-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 39 Sette 771 Dr. Vloch's Wochrnfchrikr. Universität als alter Mann eine junge Schauspielerin heiratete und seine alte Frau verabschiedete. Wo blieb da die sittliche Entrüstung der preußischen Regierung? Der moderne Staat soll doch endlich aufhören, den Wächter der Tugend zu spielen, Die Rolle steht ihm herzlich schlecht. Soll wirklich jeder Mediciner der subjectiven Auffassung einiger Herren erbarmungslos unterworfen werden? Wohin gelangen wir da? Das hieße doch der Willkür Thür und Thor öffnen. Der Grundgedanke, der in dieser neuen Bestrebung liegt, ist die Quelle aller Wünsche der Regierung: der Militärstaat, die Uniformirung und Disciplinirung aller Bürger ist und bleibt das höchste Ideal altpreußischer Weisheit. Stramm, fromm, schneidig und gehorsam soll Alles sein, Alles soll sich der Staatsschablone unterwerfen, Alles soll in den Händen der Verwaltung liegen, über Alles soll sie allein zu entscheiden haben. Mit diesem militärischen Geiste ist nicht zu pactiren. Daher kann es für den freiheitlich gesinnten Mann nur eine Parole geben: Hinweg mit dieser unseligen Bestimmung, sie ist ungerecht und unvernünftig, ein Hohn auf die Rechte der Menschheit! Wird das Ende des neunzehnten Jahrhunderts wirklich mit dieser Gabe der Reaction gekrönt werden? Wer mag es sagen? Wir leben in einer Zeit, in der Alles möglich ist. F. S. Die landwirthschsslliche Schule in Jaffa. Die Direction der landwirthschaftlichen Schule in Jaffa hat dem Central-Comite einen vollständigen Bericht über den ersten Theil der landwirthschaftlichen Jahresarbeit 1895—96 zukommen lassen. Die Resultate sind zufriedenstellend: man wird mit Interesse etwas Genaueres über diese Arbeit lesen. Witterungsbericht. Man weiß, daß in Palästina die wichtigsten landwirthschaftlichen Arbeiten, wie Pflügen, Säen, Pflanzen, Weinbau, größtentheils im Winter vollzogen werden und daß der Erfolg dieser Arbeiten hauptsächlich von den Witterungseinflüssen abhängig ist. In diesem Jahre hat das Wetter uns besonders begünstigt. Seit mehr als zwanzig Jahren erinnern sich die Eingeborenen nicht so günstig vertheilten Regens und eines so linden Wetters ohne Hagel und Stürme. Der erste Regen kam im November, gerade zur Zeit der dringendsten Arbeit und der Wintersaat. Denn vorher war der durch die starke Sommerhitze ausgetrocknete Boden nicht fähig, das Pflügen anzunehmen, wenn nicht reichliches Wasser ihn durchweicht hatte. Nach einem sechstägigen Regen mit genügenden Unterbrechungen erlaubte uns das glänzende Wetter die gute Ausführung der ersten Arbeiten. Das Pflügen der Gerste, des Getreides und des Futters wurde jetzt unternommen, und die Felder besäet. — Der D ec e mb er brachte uns eine neue Wasserzufuhr und dann schönes Wetter. Wir haben während dieses Monats unsere Olivenpflanzungen machen, unsere Mandelanlage erweitern, den ersten Holzbaum und die Baumpflanzungen vornehmen können, ebenso die Weinberge geräuchert und Kartoffeln gesäet. — Im Jänner machte sich die gleiche Aufeinanderfolge von Regen und schönem Wetter mit etwas Kälte bemerkbar, welche nur einige leichte Schäden aus unseren Gemüsebeeten verursachte. Die Weinbergsarbeiten nahmen den größten Theil unserer Thätigkeit in Anspruch; es ist das Beschneiden, das Pflügen und das Räuchern, das uns beschäftigt. Hie und da arbeitet. noch der Pflug in unseren Zier- und Obstgärten, ebenso der durch sechs Thiere gezogene in den niederen Gärten und auf dem Platze der alten Orangerie, einem Winkel mit Thonerde, welche wir verbessert und mit Maisfutter bepflanzt haben. — Im März strotzte unsere Cultur von Gesundheit und Kraft. Das Getreide und die Gerste gediehen aufs Beste, unsere Mandelbäume waren mit Blüthen übersäet, unsere neuen Mandel- und Olivenanpflanzungen standen prächtig; von Zeit zu Zeit gab ein leichter Regen der Vegetation neues Leben. Gegen Ende des Monats und Anfang April kam heftiger Regen, gefolgt von schwachem Scirocco ohne beunruhigende Wirkung, und damit schloß die Saison. Wir haben also glücklich die erste Periode des laufenden Jahres überschritten, und bleibt uns nur zu hoffen, daß der Sommer uns keine unangenehmen Ueberraschungen vorbehält. Weingärten. Die Reihe von Winterarbeiten, welche die Weingärten erfordern, sind bekannt. Eine erste Beackerung, eine Lüftungsbeackerung mit vorheriger Düngung wurde im December vorgenommen. Dann wurden die Wurzeln untersucht, sowohl um die Jnsecten zu zerstören, wie um die überschüssigen Wurzelfädeu zu entfernen. Im Jänner und Februar hat das Beschneiden stattgefunden, welches unsere Zöglinge schnellstens ausgeführt haben. Im März waren die zweite und dritte Beackerung an der Reihe zur Zerstörung des Unkrauts. Zu gleicher Zeit wurden die Muskatreben vervollständigt, die in der Nähe des Cremieux-Weingartens liegen; alsdann wurden Pfropfungen und eine Zeit lang Jätungen vorgenommen. Im April wurde die erste der drei Schwefelungen vorgenommen, ein Mittel gegen die Brigtoganische Krankheit; wo sich einige Flecken von Mildew zeigten, wurde die bordetesische Brühe angewandt. Zu Anfang der Jahreszeit haben wir, da es uns an Dünger mangelte, zwischen die Reben des Berges Jsaai, woselbst ein dürrer und kalkreicher Boden ist, Lupinen gesäet, die wir später als Dünger vergraben haben. Mes dies hat einen Kostenaufwand von 3242 Francs verursacht. Unsere Reben sind ini blühendsten Zustande, sie sind tadellos und mit Früchten beladen. Wenn wir später nicht von Sciroccos heimgesucht werden, wird unsere Ernte zweifellos zufriedenstellend sein. Bis jetzt hat derselbe nur mäßig geweht, und ohne Schaden anzurichten. Neuer Orangen garten. Dieser Garten ist eine der werthvollsten Gründungen, die bis jetzt im „Mikweh Jisrael" vorgenommeu wurden. Er besteht aus 4 Hektar Orangenbäumen, worunter 2'/, Hektar mit den feinsten Obstarten bepflanzt sind, darunter Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche, Ananas und Bananen; das Ganze wird einen wohlbestellten Obstgarten bilden, der von einer dreifachen Hecke, von Mimosen, Eukalyptus und Granatbäumen umgeben ist, die ihn vor den heißen Winden schützen. Es ist schon erwähnt worden, daß die Gesammtausgaben, welche diese Schöpfung veranlaßt hat, 30.000 Frcs. nicht überschritten haben. Wenn wir bis zur Erntezeit noch 5000 Francs hinzurechnen, so wird dies im Ganzen 35.000 Francs ausmachen, eine verhältnismäßig geringe Summe gegenüber den Erträgnissen, die wir von dem Garten zu erwarten berechtigt sind. Wenn wir einen Vergleich anstellen mit dem Garten „Monte fiore", dessen Größe nur 1'/, Hektar beträgt und der nach der niedrigsten Berechnung 4000 Francs ergibt, kann man den Ertrag unseres Gartens auf 10.000 Francs annehmen, also ein Nutzen von mehr als 25 Perzent und dies bei der gewohnten Pflege: die Bewässerung im Sommer, einmaliges Durchhacken oder Ackern, zu Zeiten etwas Dünger, desgleichen Jäten und eine geeignete Behandlung im Krankheitsfall. In diesem Winter haben wir, außer dem Beackern, dem Schließen der Löcher und dem Jäten auch noch die Anpflanzung des niedrigen Theils fortgesetzt, einige Stöcke frisch gepropft und zwischen den Orangenreihen etwas Kartoffel gepflanzt. Die Ausgaben für diesen Garten betragen bis heute, ohne die Arbeit der Gespanne hinzuzurechnen, 1412 Francs. M a n d e l b ä u m e. Diesen Garten haben wir in diesem Jahre um einen Hektar vergrößert. Die Anpflanzung besteht zum größten Theile aus Sämereien, die an Ort und Stelle aufgegangen sind, da wir in unserer Baumschule nicht die nöthigen Stöcke besaßen. Das System ist uns gelungen, indessen die besseren sind immerhin die, welche in der Baumschule erzogen wurden, da sie kräftiger sind und ihr Wachsthum stets ein sicheres ist. Gemüsegarten. Im Gemüsegarten hat die Bebauung der Wintergemüse den größten Theil der verausgabten 2050 Francs in Anspruch genommen. Wir hatten darin Bohnen, Schoten, Kohlarten, Runkelrüben, Mohrrüben, Artischoken, Pataten, Gurken, Salate, Spinat, Radieschen 2c.; eine Anzahl anderer Gemüsearten haben wir für den Sommer vorbereitet. Es ist bekannt, daß unsere Zöglinge, wir selbst die Hauptconsumenten dieser Producte sind. Eine Absatzquelle in der Nähe von „Mikweh Jisrael" würde der Gemüseeultur großen Werth verleihen. Unsere Kundschaft besteht heute aus etwa 10 Abnehmern — die einzigen Gourmands in Jaffa. Der Araber ist enthaltsam und zieht es vor, sich für einige Pfennige zu versorgen, als von unseren vorzüglichen Erzeugnissen Gebrauch zu machen. Im Mgemeinen sind alle Producte, die sich schwer aufbewahren oder auch schlecht fortschaffen lassen, bei den hier zur Verfügung stehenden Verbindungsmitteln nicht zur weiteren Entwicklung geeignet. Sv lange in unserer Nachbarschaft keine neuen

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