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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-09-11 · 37 (11.9.1896) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
37 (11.9.1896)
Date
1896-09-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 742 Dr. Vloch's Wochenrchrist. Nr. 37 s ch i l d das G r o ß k r e u z des Franz Josef- Ordens verliehen. Man dürfte nicht fehlgehen, wenn diese allerhöchste Auszeichnung auf die wiederholten Widmungen des Barons zu Humanitären Zwecken der Heeresverwaltung und insbesondere auf die Schenkung des Schlosses in Reichenau zu Gunsten der Armee-Angehörigen zurückgeführt wird." Wien. Das Unterrichtsministerium hat die in Vorschlag gebrachten Lehrkräfte für die Lehrerbildungscurse am Wiener Conservatorium bestätigt und wurden ernannt: Prof. S. Bachrich, Unterrichts-Methodik für Violine; Professor A. Prosniz, Musik-Literatur und Geschichte der Musik; Dr. N. Hirschfeld, Aesthetik der Tonkunst. E- B. Protznitz. Herr Nabbinatscandidat Dr. Josef Hoff, Sohn unseres verehrten und verdienten Herrn Rabbiners Dr. Emil Hoff, wird, einer Einladung des Cnltusvvrstandes Folge leistend, am ersten Neujahrsfeiertage im Tempel predigen. E. B. Prag. (W etts chwimm e n in P r a g.) Sonntag den 30. August fand in der Moldau nächst Prag ein internationales Wettschwimmen statt, an welchem sich drei Wiener : Siegfried L ö w i n, Simon O r l i k und Eugen Wolf betheiligten. Die Meisterschaft von Böhmen gewann Wolf (Erster Wiener Amateur-Schwimmclub) nach einem Kampfe gegen Orlik (Wiener Schwimmclub „Austria"). Im Gästeschwimmen siegte Siegfried Löwin (Wiener Schwimmclub „Austria") gegen Max H i r f ch f e l d (Breslau). Bei allen seit Jahr und Tag veranstalteten Wettschwimmen bleiben Juden erste Sieger. Möge sich unsere Jugend nach wie vor dem edlen Sport körperlicher Gymnastik hingeben, ohne ins Extrem auszuarten. Sana mens, in corpore sana. Selbstverständlich halten wir dafür, daß der ethische Standpunkt im Auge behalten werde uckd die geistige Ausbildung mit der physischen gleichen Schritt halten müsse. Dobruschka. (Todesfall.) In der hiesigen Cultusgemeinde — die seinerzeit durch den Namen Wolf Wertheimer weit bekannt war — wurde am 1. d. M. der im 85. Lebensjahre verstorbene, beliebte und geachtete Cantor Herr Seligmamr N e u m a n zu Grabe getragen. Sein Nachfolger Herr Fischer, der bereits feit 3 Jahren in der Gemeinde thätig ist, hielt vor dem Gotteshause, in dem der Dahingeschiedene seit 51 Jahren wirkte, einen würdigen, warmempsundenen Nachruf, in dem er die Bescheidenheit, das gottesfürchtige Leben und den biedern Charakter des in allen Kreisen der Bevölkerung geschätzten Mannes hervorhob. Man konnte dies auch an der Betheiligung am Leichenbegängniß ersehen, denn trotz strömendem Regen hatten sich zahlreiche jüdische und christliche Mitbürger, wie auch Freunde und Bekannte aus der Umgegend zusammengefunden, um dem ehrwürdigen Greise auf dem letzten Wege das Geleite zu geben. Ehre seinem Andenken! K. Aus Dresden wird berichtet: Die am 5. d. erfolgte erste Aufführung von G o l d m a r k's Oper „Heimchen am Herd" erntete starken Beifall seitens des großen Publicums. Die mitwirkenden Künstler und der anwesende Componist wurden wiederholt gerufen. Frankfurt am Main. Man schreibt uns aus Frankfurt am Main: Vor wenigen Tagen feierte unser Glaubensgenosse Herr Jacob Gvldschmidt, Begründer der altreirommirten Fellfirma Goldschmidt und Comp., in vollster Rüstigkeit das seltene Fest des 80. Geburtstages. Der Jubelgreis, dessen zahlreiche Nachkommenschaft, Kinder, sowie auch der in Wien lebende Schwiegersohn Herr Banquier Bioritz Freund, Enkel und Urenkel, sich aus diesem Anlasse in Frankfurt am Main eingefunden hatte, erhielt aus weitesten Kreisen Zeichen der Verehrung und Liebe, die er sich durch tadellosen Lebenswandel, sowie durch seine weitgehende Wohlthätigkeit erworben hat. Möge es demselben vergönnt sein, sich noch viele Jahre seiner guten Werke zu erfteuen. Moskau. Unter den Delegirten des Internationalen Medicinischen Congresses befanden sich 196 Juden. 171 Herren hielten Vorträge, darunter 32 Juden. Odessa. Hier starb im Alter von 112 Jahren eine Frau Freide Pampuschka. Sie hinterließ 2 Söhne, von denen einer 90, der andere 65 Jahre alt ist. Frankreich. In Gerardmer wurde das Denkmal enthüllt, welches dem Andenken der zu dem District gehörenden Soldaten errichtet wurde, welche im Kriege 1870/71 gefallen waren. Nach der Enthüllung auf dem Stadtplatze fand zuerst in der Kirche und dann in der Synagoge ein Gottesdienst statt, an welchem sämmtliche Civil- und Militärbehörden theilnahmen. In der Abwesenheit des italienischen Gesandten, Grafen Tornielli, leitet Signor Polacco als Bevollmächtigter die Geschäfte der italienischen Botschaft. — Bei dieser Gelegenheit fällt uns ein, daß ein anderer Glaubensgenosse, Graf Hirsche! di Minerbi, oft gleiche Obliegenheiten bei der italienischen Botschaft in London erfüllt hat. Kimberley. Der philantropische Unterstützungsverein hielt feine 11. Generalversammlung ab. Im letzten Jahre sind zu wohlthätigen Zwecke:: 166 Pstmd Sterling ausgegebeu worden. Für das folgende Jahr wurden folgende Wahlen vorgenommen: S. Stone, Präsident; A. Hyam, Cassier; Alfted H. Cohen, Secretär; die Herren Lewis, Bronde, Sagar, Trieber, Harris und Hirschberg Comitemitglieder. London. Die Verleger von Joseph Jacobs' Jüdischem Jahrbuch (Jewish Jear Book) haben Gladstone ein Exemplar desselben gesandt und darauf ein Dankschreiben des greisen Staatsmannes erhalten, der das Buch, wie er schreibt, „mit außerordentlichen! Interesse" durchgesehen hat. London. Mit tiefen! Bedauern werden die Schüler und die zahlreichen Bewunderer des Fräuleins Alexandra Leah Ehrenberg, Gesangsmeisterin an der Guildhall Musikschule, die Nachricht von ihrem Tode vernehmen. Sie starb, erst im 33. Jahre stehend, an einem'Herzleiden. Ursprünglich Pianistin, erhielt sie die Bronce-Medaille für Clavierspiel in der königlichen Musikakademie, wo sie eine Schülerin Eyre's und des Sir George Alexander Macfarren war. Später erst zeigte sich, daß sie einen ausgezeichneten Mezzo-Sopran besaß, und sie wurde die Schülerin Bandegger's. In der königlichen Akademie erhielt sie ferner die broncene, silberne und goldene Medaille für Gesangskunst und wurde zum Mitgliede der Akademie ernannt. Als sie jünger war, sang Fräulein Ehrenberg in vielen Oratorien und anderen Concerten, in der letzten Zeit widmete sie sich ganz dem Unterrichte. Ihre Classe in der Guildhall Musikschule war eine der bestbesuchten der ganzen Anstalt; sie hatte inehr als hundert Schülerinnen. Die Londoner Tagesblätter widmen der verstorbenen Sängerin Nachrufe einstimniiger Ehre und Anerkennung. London. Fräulein Paula Lunzer, Tochter des Herrn Julius L u n z e r, hat sich mit Herrn Jak ob G e st e t t n e r verlobt. Tuchel, 28. August. Dem hiesigen Kreisphysicus Dr. Med. Aron Priester wurde der Charakter als Sanitälsrath verliehen. Baron Hirsch. Baron Hirsch hat doch die Unsterblichkeit erreicht. Die jüdischen Ansiedler in Argentinien, welche ihm ihr Glück verdanken, haben nämlich beschlossen, daß bis zur Wiederkehr des Todestages des Barons jeder nengebvrne Knabe Moses Hirsch genannt werden soll. Indien. In der Versammlung der Directoren der Bank von Bombay wurde S. M. Moses vyn der Firina David Sassoon und Comp, einstinnnig zum Bicepräsidenten des Verwaltungsrathes gewählt. Es ist dies derselbe Herr Moses, der jungst zum Friedensrichter ernannt wurde. Feuilleton. Lea. Erzählung aus dem Ungarischen. Herbstabend. Grane Nebel, schwer hinwandelnde Wolkenmassen und kalte Regenschauer. Zu undurchsichtigen Schleierstreifen zusammengeronnen, legen sich die dichten Nebelschichten auf die alten, baufälligen Gebäude des Marktfleckens, denselben alsbald in tiefe Nacht hüllend. Bleierne Düsterniß. Der Marktplatz, in dessen Mitte sich die altehrwürdige Synagoge erhebt, ist still und verlassen. Hie und da durchdringt ein hellrother Schimmer die Nebelgebilde, es ist dies der Schein der angezündeten siebenzackigen Lampen und der Feiertagskerzen, welche mit ihrem Glanze den Einbruch des Jom-Kippur, des Sabbathes der Sabbathe, verkünden. Ueberall tiefe, berückende Ruhe. In den Wohnungen herrscht Ferertagssümmnng. Die Söhne sind mit ihren Vätern im Teinpel, die Heranwachsenden Jungfern sind daheiin und stammeln inbrünstige Gebete, die Kleinen ziehen sich erschreckt

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