Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 36 (4.9.1896)
- Date
- 1896-09-04
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 38 Dr. Vloch's Wochrnkchrist. Seite 731 Wie». Im Bethause „Liwias Chen", II., Obere Donaustraße 89, nächst der Stefaniebrücke, wird Herr Rabbiner Dr. S. Rubin an den hohen Feiertagen Predigt halten, und zwar am ersten Neujahrstage vor dem Minchagebet, ‘/2:-> Uhr Nachmittags, und am Vorabende des Jom-Kippur. Die cantoralen Functionen sind übernommen von den Herren W. Hering und Josef M ä r z und findet der Betsitzkartenoerkauf Sonntag von 2 ll h r N a ch m i t t a g s an statt. Wien. (S p e n d e.) Für beit Tempelba ii in der Brigittenau sind uns von K a l l i n a (Cast- Ruthmayer) ö. W. fl. 2.50 zugekommen, welchen Betrag wir seiner Bestimmung zugesührt haben. Wien. (6. ''Ausweis d e r g e s a m m e l t e n G e l d e v z u m Baue e i u e s T e m p t l s in der B r i g i t t e n a u.) Herr Lazar Lampet fl. 25.—; Herr A. Kuuuuerman fl. 5.-; Hcr: Director Otto Bondy fl.10.—; Herr Direktor Gustav Frisch fl. 10.—; H r> Leopold Hermann fl. 5.—; Herren Engel & Co. fl. 10.—. Durch Herrn Anton Blaha, Stadtbnumeister: Herr Anton Blaha fl 5.—; Herr Josef/Hekler & Co. fl. 10.—; Herr Proyman fl. 1.—; Herr Silberman fl. 1.—; Herr Richter fl. 1.—; Herr Mayer fl. 1.—; Herr Steingraber fl. l.—; Herr Ingenieur Kicieky fl. 1.—; Herr Popp r fl. 2.—. Ferner durch die „Oesterreichische Wochenschrift" von Kallina, IX/1, (Cafe Ruthmayer) fl. 2.50. L. 8. Wien. (P e r s 0 n a l n a ch r i ch t e n.) Kaiserlicher Rath Herr Gustav Lederer, Oberinspector und Zugförderungs-Chef der österreichisch-ungarischen Staatseiseubahu- Gesellschaft, feierte vorigen Monat sein vierzigjähriges Dienstjubiläum und wurde anläßlich dessen mit Ovationen bedacht. — Herr Jur. Dr. Sandor L o s ch i tz wurde zum Gerichtsdolmetsch für die ungarische Sprache-bestellt. — Der außerordentliche Professor Herr Dr. Robert Z u ck e r k a n d e l wurde zum ordentlichen Professor der politischen Oekonomie. an der Prager Universität ernannt. — Die „Wiener Zeitung" meldet die Ernennung des Prager Landesadvocaten Dr. Salomon F r e u n d zum Landesschulrathe für das Königreich Böhmen. Wien. Nicht Aron Pollak, wie wir in der vorigen Nummer unseres Blattes irrthümlich berichtet, sondern Aron Kollek heißt der unter uns wirkende Religionslehrer an Mittelschulen, der nach dem uns zugegangenen Berichte am 5. d. Ai. in Nagy-Bitse seine silberne Hochzeit feiert. Brünn. Samstag den 29. August hat sich in Brünn der jüdische Verein constituirt, und ist damit eine neue Aera im gesellschaftlichen und öffentlichen Auftreten der Brünner Jndenschaft angebahnt worden. — Durch die Gründung dieses Vereines ist einem längst gehegten Wunsche vieler Juden Brünns entsprochen worden, nämlich einen Sammelpunkt zu schassen, in dem allen Juden Brünns, ohne Unterschied des Standes, Gelegenheit geboten werden soll, ihr Interesse für die jüdische Sache zu bethätigen. Der erste Vereinsabend, verbunden mit Borträgen über das Judenthum tangirende Fragen, findet Samstag den 5. September statt. Brünn. Lebhaftes Interesse hat hier der Umstand erregt, daß, sicherem Vernehmen nach, von jüdischen Akademikern an die Gründung einer jüdisch-akademischen Ferial-Vereinigung, die den Namen „Hazephira" führen wird, geschritten wurde. Dolny-Tuzla, 26. August. (G r ü n d u n g eine r jüdischen C u l t u s g e m e i n d e.) Die Landesregierung für Bosnien nnd die Herzegowina hat mit Erlaß vom 18. April dieses Jahres die Statuten der israelitischen Cultusgemeinde in Dolny-Tuzla genehmigt. <Kurahumora, den 24. August 1896. (Verlob n n g.) Fräulein Rosa Mittelmann, Tochter des Herrn Moriz Mittelmann, Mitgliedes des k. k. Bezirksschulrathes in Gurahumora, hat sich mit Herrn Israel M. Gold stein, Kaufmann in Czernowitz, verlobt. Ogulin sCroatienj. (T v d e s s a l l.) Frau Ernestine Neuberger de Hlinik, die Mutter des Herrn Dr. Ignatz Nenberger de Hlinik, königlich ungarischer Eurialrichter, ist im Alter von 76 Jahren nach langem, schweren Leiden gestorben. Die Verblichene wurde nach Fiume transportirt, im hiesigen israelitischen Friedhofe beerdigt, wobei Dr. Gerloczi einen warmen Nachruf der frommen Frau hielt, welche ihrer Frömmigkeit und Wohlthätigkeit halber allgemein bekannt war. Berlin. V i r ch o w, der Präsident des Reichs-Comitüs für den nächsten internationalen medicinischen Congreß in Moskau meldet aus Petersburg, die russischen Consuln sind autorisirt, die Pässe aller christlichen oder israelitischen Aerzte zu visiren, welche den genannten Congreß besuchen. Es ist wohl die Frage gestattet, weshalb den israelitischen Aerzten nicht im Allgemeinen sondern nur als Mitglieder des medicinischen Congresses der Eintritt in Rußland gestattet sein soll, ferner, ob es der Würde indischer Mediciner angemessen ist, unter Ausnahmsverhältnissen, die nicht ihrer Person gelten, das heilige Rußland ,;n betreten. Berlin. Der jugendliche Wiener Schachmeister Schlechter der bereits in Hastings und auch soeben wieder in Nürnberg bei den internationalen Meisterturnieren Proben seines ungewöhnlichen Talentes abgelegt hat, veranstaltete unlängst in der (großen) Berliner Schachgesellschast ein Blindspiel. Die Vorführung fand im Wirthshaus zum Pilsner, Ecke Zimmer- und Eharlottenstraße, statt. Berlin. Der Kammergerichts-Assessor a. D. F. A. Oppenheim hatte der Stadtgemeinde Berlin zur Unterstützung Hilfsbedürftiger jeden Geschlechtes und Alters ein Capital von 20.00<> Mark überwiesen. Zur Annahme dieser Schenkung ist jetzt die landesherrliche Genehmigung ertheilt worden und es sollen nunmehr nach Beschluß des Magistrats-Collegiums die Zinsen des Capitals an Hilfsbedürftige vertheilt werden. Jassy. Einer der bedeutendsten hiesigen Aerzte starb hier zu Beginn des Monats, Dr. Bernhard Taussig. Sein Ruf ging weit über die Grenzen Rnmäniens hinaus: in Jassy selbst war er wegen seiner seltenen Menschenliebe allgemein geschätzt nnd verehrt. 15.000 Glaubensgenossen folgten als Leidtragende seinem Sarge. Serbien. Nach dem Berichte des Statistischen Bureaus leben in Serbien — die ganze Bevölkerung beträgt 2,161.961 Seelen — 4510 Inden, 2261 männliche und 2249 weibliche; davon leben 4493 in Städten und nur 17 in Dörfern. Parts. Air. Osiris, ein Mitglied der portugiesischen Gemeiude in Paris, hat, wie Madame Furtado-Heine, dem Staate wiederholt fürstliche Geschenke gemacht. Er hat soeben das berühmte Schloß „Malmaison", das ehemals der Kaiserin Josesine gehörte, augekaust und will dasselbe, nachdem es restanrirt sein wird, dem Staate zum Geschenk machen. Palästina. Herr Lazar Pvliakoff aus Moskau soll der jüdischen Colonie „Mishmar Hayarden" ein so großes Geldgeschenk gemacht haben, daß dadurch die Zukunft dieser Cvlonie gesichert erscheint. Jerusalem. Es ist der Plan zu einer Ausstellung iu Jerusalem ansgetaucht, und zwar ist derselbe von Herrn E. Honore, dem Präsidenten der philosophischen Gesellschaft in Kairo, ansgegangen. Die Ausstellung soll sämmtliche Äckerbau- und industriellen Erzeugnisse Palästinas umfassen. Die Vorarbeiten sind weit gediehen, Herr Nissim Behar, der tüchtige, energische Director der Lionel de Rothschild-Schule, ist Mitglied des Comites, in welchem er die jüdische Gemeinde vertritt. Argentinien. Um ihren unvergeßliche» Wohlthäter Baron M. Hirsch zu ehren, faßten sämmtliche argentinische Ansiedlersamilien folgenden Beschluß: Jedes Kind männlichen Geschlechtes, das in dein Zeiträume bis zum ersten Jahrestage des Todes des Baron Hirsch geboren werde, erhalte den Namen Moses Hirsch. “_ Das Nadirat Heilmittel meiner Mutter Wir hatten unseren Hausarzt, der bei dem geringsten Unwvhlseiu eines der Familienglieder gerufen wurde, in kritischeren Fällen auch zweinnd dreimal des Tages kam, obwohl er bei unserer Armuth von den Visiten nicht viel herausschlagen konnte; aber er war der Typus eines jüdischen Arztes von ehedem — human und fromm, daß er sogar für seine Patienten täglich einige Capitel Thilim sagte. Dieser Arzt hatte bei uns jedoch nichts weiter zu thun, als die Ordination meiner Mutter gutzuheißen, die der eigentliche Arzt unseres Hauses war. Sie verstand die Heilknnst trotz eines gelehrten Arztes, wußte nicht nur alle im Talmud sich vorfindenden Mittel gegen Krankheiten, sondern berief sich auch in ihren diätetischen Regeln aus den „Rambam", daß man z. B. nicht viol aus einmal, sondern wenig, aber mehrmals des Tages esse, und citirte Hufe land, daß der Kops kühl und die Füße warm gehalten werden müssen. Gewiß hattx sie weder den Talmud und Maimonides noch die Makrobiotik gelesen, sie besaß die Kenntniß von diesen aus zweiter Hand. Mein Großvater war ein Gelehrter der Mendelssohn'schen Zeit, der außer der Theologie noch andere Disciplinen betrieb. Meine Mutter hatte jedoch auch ihre eigenen ärztlichen ' Ideen. So construirte sie mit dem Satze: Der Mensch ist,