Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 35 (28.8.1896)
- Date
- 1896-08-28
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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Zuschriften der Spital-Vorsteher, Oberrabbiuen und Aerzte in Jerusalem. I. Jerusalem, 8. Kislew 5656. Mit lauter Freude haben wir die Botschaft vernommen, dass nach langjähriger Arbeit und Mühe, der Sie sich zur Erreichung Ihres Hochziels unterzogen haben, hier in Jerusalem ein grosses, allgemeines Hospital zu errichten, dass endlich nach vielen Kämpfen, mit Hindernissen und Erschwerungen aller Art, die sich Ihnen in den Weg gestellt haben, Gott cs Sie endlich gelingen Hess, alle diese Hindernisse zu beseitigen und Sie Ihr hohes Ziel endlich erreichen zu lassen. So wird denn die Absicht jener Edlen zur That, indem auch unsere mächtige, liebevolle Regierung n,,T1 Ihrer Thätigkeit wohlwollend entgegenkommt und Ihnen die Erlaubniss eingeräumt wurde, das Gebäude zu errichten, i Hochzuverehrende Herren! Wohl wissen wir, wie Sie { -auch bis dahin nicht ruhten und nicht rasteten, um das Wohl der Kranken Jerusalems zu fördern, so weit nur Ihre Kraft reicht. So schulden wir Ihnen grossen Dank dafür, dass Sie den Armenarzt Herrn Dr. Wallach hierher entsandt haben, der seines Berufes mit Hingebung und redlicher Gesinnung wartet, sowohl bei den Kranken, die an ihr Lager gefesselt sind, als bei denjenigen, die hilfesuchend zu ihm kommen. Wir müssen der Wahrheit gemäss erklären, dass!; sich seine Wirksamkeit in überaus segensreicher Weise geltend macht. Aber Sie wissen es so gut als wir, dass damit Ihre ursprüngliche, eigentliche Absicht nicht erreicht werden kann. Wohl ist es für den armen Kranken eine überaus grosse Wolilthat, in seinem Hause Arzt und Medicameute kostenlos zu haben. Aber ist ihm damit allein geholfen y Mehr als den Arzt und seine Heilmittel braucht der Kranke eine gute Verpflegung, eine aufmerksame Aufwartung, gesunde Luft und saubere Betten, oft auch Bäder und vieles ■dergleichen, was selbst ein wohlhabender Kranker in seinem Hause nur schwer haben kann, und nun gar der gedrückte Arme! Unsere Krankenhäuser steilen nun Armen'dieser Art jederzeit offen; aber wir müssen selber zugeben, dass sie für die grosse Zahl der Kranken nicht ausreichen. Viele dieser Kranken pochen an die Thiiren unserer Spitäler und müssen betrübten Gemiiths wieder fortgehen, weil kein Platz für sie da ist. Hesshalb sind die Spitäler der Mission ungefüllt mit jüdischen Kranken und wir haben keine Mittel diesem schlimmen Missstand zu steuern, der eine so grosse Entweihung des göttlichen Namens nach sich zieht. Ein anderer Missstand, den wir nicht abstellen können, ist der Umstand, dass wir die mit ansteckenden Krankheiten behafteten Kranken nicht in gesonderten Räumen unterzubringen in der Lage sind. Wir müssen gegen unseren Willen alle Kranken unterschiedlos in einem Raume unterbringen. Im Namen der Gesammtheit, deren sanitären Interessen wir vertreten und im Namen des allerbarmenden Gottes nahen wir uns Ihnen, verehrte, edle Herren, mit der inständigen Bitte: Wollen Sie nicht säumen mit der Verwirklichung dieser Liebespflicht, die nunmehr in Ihrer Hand ruht. Nachdem es Gott nun so gefügt und Sie die staatliche Genehmigung und ebenso einen geräumigen, für den Bau geeigneten Platz besitzen, wollen Sie nicht zögern, diesen hohen Gedanken zur That werden zu lassen. Wenn voraussichtlich Ihre Mittel nicht ausreiclien, so rufen Sie die Edlen im Volke um ihre Mithilfe an. ihre Spende diesem Heiligtlnun zu weihen. Es wird sich einem solchen Rufe keine Hand verschliessen, damit Sie rasch aus Werk schreiten, je rascher, desto besser. Der gütige Gott möge Ihr Vorhaben gelingen lassen! Mögen Sie dafür des Glückes gewürdigt werden, den Wiederaufbau Zijons und Jerusalems zu schauen, nach dem Wunsche der Ihr bestes Wohl erflehenden und verehrenden Verwalter und. Vorsteher des Spitals Bikkur Cholim und. Misgab Ladoch. Jacob Meir. Mordechai Israel. Scheine Mewalkowisk Jizchak Aschkenasi. 'Chajim Abraham Robinsohn. Menachem Cohen. Samuel Pinchas. Joel Moscheh Salomon. II. Dankbaren Herzens und freudigen Gemiiths sprechen auch wir Unterzeichnete Gottes Lob aus, für die grosse Gnade, die er der Gesammtheit der Gottosgemeinde Zijons! im Allgemeinen und den Kranken und Schwachen m Hir ms-! besondere erwiesen hat. Ihnen ist ein Retter entstanden in i dem hochzuverehrendon Comite, das sich auf der Höhe seiner | Aufgabe -erwiesen hat durch Errichtung eines Spitals in! unserer heiligen Stadt. Grosses haben Sie bereits geleistet | durch Entsendung eines Armenarztes, der jeden Armen und j Unglücklichen kostenlos behandelt, sowie durch Ankauf j eines grossen, geräumigen Platzes, der bereits die obrigkeitj liehe Bestätigung erhalten hat.! In zutreffender Weise haben die obengenannten Herren i Verwalter und Leiter der Hospitäler Jerusalems bereits die j Sachlage geschildert. Wir fschliessen uns dem Segen und! der Bitte derselben au, die aus der Tiefe edler Herzen fliessen, welche die unglückliche Lage Hilfloser, armer Kranken in ihrer ganzen Grösse mitfühlen. Wir wiederholen ihren Dank für alles Bisherige und ihre grosse Bitte für das zu Erreichende.! Namens der gesummten Gottosgemeinde Zijons bitten i wir inständig Ew. Wohlgeboren, wie Sie bis dahin Grosses I geleistet haben, dass Sie nun mit neuer, gesteigerter Kraft 1 an den Beginn dieses heiligen Werkes herantreten, und das! Begonnene nicht unvollendet lassen mögen! I Von unsern Brüdern vom Hause Israels bitten wir die Edlen, dass die Macht ihrer Liebe sich in reichen | Spenden bewähren möge, um dieses Liebeswerk möglichst! bald zu vollenden. Es wird ein Quell des Heils für die; Armen Zions in materieller und ideeller Beziehung werden.! Sie alle aber mögen dafür den Segen Gottes hinnehmen, i Erleuchtung und Freude nach der innigen Bitte, mit der wir unseren Segen für Sie erflehen. Samuel Salant, Jacob Saul Eljaschar, Oberrabbiner der Aschkenagrand Rabbin de Jerusalem simgemeinde in Jerusalem. et de la Palestine.