Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 35 (28.8.1896)
- Date
- 1896-08-28
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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III. Die Unterzeichneten Aerzte, die ihre Thätigkeit innertalb der jüdischen Bevölkerung ausüben, haben es mit freudiger Genugthuung begrüsst, dass dem lang projectirten Bau eines neuen allgemeinen israel. Krankenhauses dahier durch eine Irade 8. M. des Sultans endlich die behördliche Erlaubniss ertheilt worden ist. Ein jeder von uns hat in ungezählten Fällen die traurige Erfahrung machen müssen, dass sich die Ausführung der am Krankenbette getroffenen diätetischen oder hygienischen Anordnungen als unmöglich erwies, sowohl wegen der beklagenswerthen Armuth der Patienten als auch wegen der durchaus gesundheitswidrigen Wohnung derselben. Durch die bestehenden Hospitäler, wiewohl dieselben fast stets überfüllt sind, kann „dieser Notblage unzähliger Kranker nur theilweise gesteuert werden, da bei der beschränkten Zahl der Betten und der stetig anwachsenden Bevölkerungsziffer nur ein Brucktkeil der der Spitalbehandlung Bedürftigen Aufnahme finden kann. Insbesondere begrüssen wir als ein echt humanes Werk die bei dem Neubau projectirte Anlage iiner den modernen Anforderungen entsprechenden isolirten Abtheilung für infectiöse Kranke, da dieselben in den bestehenden Hospitälern nicht zugelassen werden können, während andererseits sich gerade bei ihnen die Entbehrungen entsprechender Pflege und eines zweckmässigen Krankenzimmers am scliädliebsten erweist. — Zudem ist die Gefahr der Ausbreitung einer Epidemie hierorts, wo in den einzelnen Häusern, viele kinderreiche Familien enge bei einander wohnen, eine sehr grosse, eine Absonderung in der Wohnung aus dem gleichen Grunde fast unmöglich, und doch lässt sich hoffen, dass durch die frühzeitige Isolirung eines infectiösen Kranken eine Epidemie im Keime erstickt werden kann. Im Hinblick darauf, dass so durch die baldige Errichtung eines hinlänglioh grossen allgemeinen jüdischen Krankenhauses einem dringenden Bedürfnis entsprochen werde, hoffen und wünschen wir, dass das unter der Leitung des Comitös begonnene Werk die Unterstützung weiterer Kreise finden möge, auf dass es baldigst unter des Höchsten Beistand zum Wohle der Armen zur Vollendung gelange! Jerusalem, 5. Dezember 1895. Dr. Is. Gregory D’Arbella, Directeur de PHöpital Meyer Rothschild. Dr. Adalbert Einsler, Arzt am deutsch-israel. Hosp. Bikur- Cliolim und Gerichtsarzt desKaiscrl. Deutschen Consulats. Dr. Samuel Hoffmann, Arzt am Deutschen Diakonissenhospital. Dr. Nicephore Mazaraky, Mödecin de l’Höpital Israölite Misgab Ladoch. Dr. Phoebus Puffeies, pract. Arzt in Jerusalem. Dr. M. Sandreczky, pract. Arzt und Director des Kinder- Hospitals Marienstift zu Jerusalem. Geldsendungen sind an unseren Gassi er, Herrn Michael Katzenstein (Firma Katzenstein &. Benjamin), Frankfurt a. M., ^Börsenplatz |11 zu senden. Auch sind sämmtliche Mitglieder des Central-Comite’s bereit Gaben in Empfang zu nenmen und zu befördern. Die eingegangenen Spenden werden veröffentlicht. Briefsendungen sind an unsern Schriftführer, Herrn Dr. Israel Roos, Schöne Aussicht 5, Frankfurt a. M. zu adressiren.