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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-08-28 · 35 (28.8.1896) · page 21

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
35 (28.8.1896)
Date
1896-08-28
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Tm Herbst 1873 haben die nachstehenden Herren den folgenden Aufruf zur zu Jerusalem D"2Tn SJjl s Lc±l yeröffentlicht: Es sind gewichtige Umstände, welche die ergebenst Unterzeichneten veranlasst haben, zu einem Comite zusammenzutreten, um den nachstehenden Aufruf an alle wohlthätigen Herzen in Israel zu erlassen. j)ie heilige Stadt Jerusalem 2"2”Y'n hat eine Bevölkerung von mehr als 10.000 jüdischen Seelen. Der grösste Theil derselben ist arm. Die klimatischen Verhältnisse, der häufige Mangel an gutem Trinkwasser, die unzulänglichen, oft auf den engsten Baum beschränkten Wohnungen — das Alles gibt häufig Anlass zu Erkrankungen, welche die Uebersiedelung der Kranken in ein Krankenhaus nothwendig machen. Wenn 'man nun bedenkt, dass das durch die Ereigebigkeit der Herren v. Rothschild gegründete und erhaltene Hospital nur 18 Betten enthält, so kann man sich leichtlich von dem Elende der vielen armen Kranken, welche daselbst keine Aufnahme finden können, eine Vorstellung machen. Zu unserm tiefsten Schmerze haben sich die Missionäre diesen Zustand bereits zu Nutze gemacht. In ihrem Hospitale finden die armen, kranken Juden und Jüdinnen die bereitwilligste Aufnahme, die sorgfältigste Pflege. Eigens dazu angestellte Aerzte besuchen im Aufträge der Missionsgesellschaft die armen Kranken unentgeltlich in deren Wohnungen und verabreichen ihnen die nöthigen Medicamente. Zu welchem Zwecke und in welcher Absicht .dies Alles geschieht? Die Antwort auf diese Frage liegt sehr nahe. Nun, Ihr edlen, glaubenstreuen Israeliten und Israelitinnen, sollen wir, dürfen wir unsere kranken Brüder und Schwestern den Missionären überlassen? Sollen wir, dürfen wir es ruhig mit ansehen, dass kranke, schwache, mit dem Tode ringende Menschen Einflüssen preisgegeben werden, an die zu denken uns mit Schauder erfüllt? Nein, das sollen, das dürfen wir nicht ^diesen schrecklichen Uebelstand werj den wir mit göttlichem Beistände durch Eure Hilfe, Ihr | edlen Wohltlräter in Israel, abzustellen uns bemühen. Haj ‘ben doch schon die asehkenasischen Gemeinden in Jerusalem, | durch die dringendste Noth gezwungen, ein kleines Lokal beschafft und zur Krankenpflege eingerichtet; aber trotz des rastlosen Eifers und der unermüdlichen Thätigkeit der uneigennützigen Verwalter desselben lässt dieses improvisirte Krankenzimmer in äusserer und innerer Einrichtung so unendlich viel zu wünschen übrig, dass es seinem Zwecke in keiner Weise genügt, und fehlt auch namentlich sofort ein jüdischer Arzt zur unentgeltlichen Behandlung und Besorgung der Kranken in ihren Häusern. Daher ist die möglichst baldige Anstellung eines tüchtigen, gewissenhaften jüdischen Arztes, sowie die Errichtung eines geräumigen israelitischen Krankenhauses der sehnlichste Wunsch aller unserer Brüder in Jerusalem; sie bezeichnen es als n’tPJO D’UIE cnmn b?, a^s das Allerwichtigste, vor allem Andern zu Berücksichtigende. Theure Brüder in Israel! Wohl sind wir uns bewusst, dass unser Unternehmen kein leichtes, dass es vieler und grosser Anstrengungen bedarf, dass grosse Beträge erforderlich sind, es zur vollen Blüthe gedeihen zu lassen, da ausser dem Ankäufe eines passenden Grundstückes, dem Aufbau des Hospitals und der inneren Einrichtung desselben, der Austeilung der nöthigen Aerzte für den Bedarf sowohl intra als extra muros, an und für sich schon belangreiche Summen absorbirend — es doch Sache der höchsten Notwendigkeit ist, zur Bestreitung der laufenden Ausgaben einen Fond herzustellen! Noch darf hierbei der Umstand nicht übersehen werden, dass durch die zu diesem Zwecke zu spendenden Gaben, die gewöhnlichen, zum Behufe des Lebensunterhaltes unserer armen Brüder gesteuerten Beiträge in keiner Weise beeinträchtigt werden dürfen. Denn den regelmässigen Liebesgaben Abbruch zu thnn,

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