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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-08-21 · 34 (21.8.1896) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
34 (21.8.1896)
Date
1896-08-21
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 682 Dr. Vloch's Wochenschrift Nr. 34 Bor dem Gotteshause, in welchem die Verblichene zumindest ein allsabbathlicher Gast war, wurde die Bahre niedergestellt, und da widmete ihr unser verehrlicher Herr Rabbiner Dr. Friedmann einen warmen und würdigen Nachruf, in welchem er das Lebensbild der edlen Hingeschiedenen treffend zeichnete und in sinnigen Auslegungen paffender Schriftcitate sowohl der Familie als unser Aller Gefühle der Trauer in meisterhafter Rede Ausdruck verlieh. M. S. Trebitsch, 18. August. Ueber Anregung der Frau Jnlie Subak, Obmännin des hiesigen „Vereines zur Betleidung armer Schulkinder ohne Unterschied der Consession", veranstalten die Trebitscher israelitischen Hochschüler am 22. d. M. einen Unrerhaltungsabend, verbunden mit einer Theatervorstellung, dessen Reinerträgniß zu Gunsten dieses Vereines bestimmt ist. Nachdem die sehr energische und durch ihre Mildthätigkeit hier allgemein bekannte Frau Julie Subak, Fabrikantensgattin, für diese Unterhaltung agitirt, so ist der Unterzeichner dieses im Vorhinein überzeugt, daß das Resultat zu Gunsten des obigen Vereines ein sehr günstiges sein wird. Ein eifriger Leser Ihres geschätzten Blattes E. S. Pollerskirchen, August. Unser Bethausverein, welcher bereits der Auflösung nahe war, ist durch die Wahl des Fabriksdirectors Herrn Alois Neu m a n it wieder in seine Fugen fest eingerenkt worden. Unter seiner Aegyde und mittelst der bereitwilligen Unterstützung der Herren Pichler, G r o ß m a n n und Czäpek ist neues Leben hier eingekehrt. Der Tempel wurde gründlich renovirt und würdig eingerichtet, auch ist die baldige Instandsetzung des israelitischen Friedhofes in Windig- Jenikau in sichere Aussicht genommen. Die Gehaltssrage des hier Verdienstvoll wirkenden Religionslehrers Herrn Ignaz Fischer wurde in günstiger Weise geregelt und der Bethausverein unabhängig gemacht. Außer diesen mit seltener Hingebung und Opferwilligkeit erreichten Verbesserungen und Einrichtungeir sind dem Herrn Neumann auch vielfache Werke der Humanität für Nothleidende jeglicher Consession nachzurühmen. Möge Herr Neninann noch lange im Dienste des Judenthmns und der Nächstenliebe wirken! Bisenz. Die in Nr. 33 vom 14. August gebrachte Notiz, betreffend den greisen 76jährigen Cantor, welcher noch bei voller Rüstigkeit seines Amtes waltet, bezieht sich auf den allgemein bekannten Obereantor der israelitischen CultuHgemeinde in Bisenz Herr Joses Kühner. i Prag. Herr Obereantor Bela G u t t m a n n aus Klausenburg ist nach höchst beifällig aufgenommenem Probevortrage an der hiesigen Klaussynagoge als Obereantor acceptirt worden und hat seine Stelle bereits am 1. August angetreten. Lemberg. Herr Emil Edler von Mises wurde beim letzten Avancement zum Oberingenieur der k. k. Staatsbahnen ernannt. Der Genannte ist auch Mitglied der Disciplinarcommission der k. k. Staatsbahndirection in Lemberg. Lemberg. Den hiesigen Antisemiten ist eine kleine Unannehmlichkeit passirt. Das Militärcommando hat nämlich der Musikcapelle des 80. Infanterie-Regimentes bis auf Weiteres (warum nicht für immer? A. d. R.) untersagt, den Lueger- Marsch zu spielen. Es heißt, die Angelegenheit sei dem Kriegsministerium Zur Entscheidung vorgelegt worden (welche wohl nicht zweifelhaft sein kann. A. d. R). Lemberg, 4. August. Die Familie des hochgeachteten Gelehrten Herrn Salanwn B u b e r und mit ihr unsere jüdische Gesammtgemeinde hat einen schweren Schlag erlitten. Herr- Max B u b e r, der ältere seiner beiden Söhne, ein im besten Mannesalter stehender blühender Mann, fiel vor zwei Tagen dem Würgengel anheim. Ein unglücklicher Sturz von seinem Wagen auf fteiem Felde hat nach einer schweren Operation den raschen Tod dieses lebensftvhen Mannes herbeigeführt. Das traurige Ereigniß versetzte fast die ganze Stadt in Trauer, kein Auge blieb trocken bei der Nachricht von bem eingetretenen Unglückssalle. Der früh Heimgegangene war ein strebsamer, strengsolider Kaufmann, sowie ein auftichtig ehrlicher Charakter, ein Menschenfreund und ein treuer Jude. Die Theilnahme am Leichenbegängnisse war eine überaus große. Der hier weilende Rabbiner Dr. Kobak hielt eine tiefergreifende Trauerrede. Im Laufe der Trauerwoche erschienen fast alle Mitglieder der Gemeinde bei den trauernden Eltern, um ihnen Trost zu spenden. Miskolez, 6. August. Bor Kurzem hat der hiesige jüdische Gewerbeverein sein 60jähriges Gründungsfest gefeiert, wobei j er zugleich auch seine neuangeschaffte Fahne einweihen ließ. An! unseren guten König giug dann ein Huldigungstelegramm ab und überschickte ihm der Verein zugleich einen goldenen Nagel. ' Diese Woche ist nun an unserem Obergespan ein Erlaß des Königs eingetroffen, der ihn beauftragte, den goldenen Nagel in die Vereinsfahne einzuschlagen. Ung.-Brod, 18. August. Heute fand um 10 Uhr ein feierlicher Gottesdienst aus Anlaß des Geburtsfestes Seiner- Majestät des Kaisers statt. Die k. k. Staatsbeamten waren anwesend. Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Jung hatte einen sehr glücklichen Tag, seine Rede war geistvoll und spaniteitb, Herr Obereantor Weiß trug zwei Choräle und zum Schluffe die Volkshymne in einer Weise vor, wie es hier weder Juden noch Christel: je vernommen. Alle Welt war erbaut von den Leistllngei: des polnischen Chasans und dessen Machorerim. Fleiß, Mühe und Hingebung sind dem Herrn Obereantor Weiß eigen. Madonna di Campiglio. Der Besitzer des Alpenhotels hier, Herr F. I. Oesterreiche r, ließ aus eigenen Mitteln eine neue katholische Kirche erbauen, deren Kosten sich auf 20.000 fl. beliefe::. Triest, 16. August. sW e t t s ch w i m m e::.) I:: den: heute hier abgehaltenen Wettschwimmen errang Paul N e uu: a n n aus Wiei:, Sohl: des Professors Hofrath Neumann, die Meistersch aft auf der Adria", ferner blieb er Siegerin: Dauerschwimmen und in: D a m e n p r e i s. Triest. 17. Ailgust. Be: den: gestrigen internationalen Wettschwimmei: gewann Paul Neu n: a n n von: Ersten Wiener Amateur-Schwimmclnb die Meisterschaft auf der Adria. Breslau. Am nächste:: Samstag, den 22. d. M. feiert der erste Cantor der Storch-Synagoge, Herr A. B. Spiro, sein 25jähriges Amtsjubiläum in unserer Gemeinde. Da erwögen seiner tiefen Frömmigkeit, wie wegen seiner wunderbaren Stimme sich einer großen Verehrung und Beliebtheit erfreut, so werden an diesen: Tage große Ovationen von Nah und Ferne erwartet. Berlin, 11. August. Seit einigen Tagen weilt Herr Hofrath Dr. I. A. De m b o aus St Petersburg als Gast in unserer Stadt und ist bei den: großen Kreise seiner Freunde und Verehrer Gegenstand herzlicher Ovationen. Berlin. Bei der Preisvertheilung an der hiesigen Universität errangen in der medicinischen Facultät cand. me<i. Fritz Großmann aus Glogau, in der philosophischen Facultät eauä. phiJ. Jsaac Heine m a :: n aus Frankfurt an: Main einen Preis. Frankfurt a. M, 6. August. Den Inhaber:: der hiesigen bekannten Kunst- und Antiquitätenhandlung I. und S. Goldschmidt, den Herren Meier S. G o l d s ch n: i d t, Adolf Stern und Julius Goldschmidt wurde das Prädicat als Königliche Preußische Hoflieferanten verliehen. — Dem hiesigen Israelitischen F r a u e n v e r e i n sind auf Grund des revidirten Statuts vom 31. März d. I. die Rechte einer juristischen Person zuerkannt worden. Eßlingen, 7. August. Die Witwe des Baron Moritz Hirsch hat durch Berinittlung des inzwischen ebenfalls verstorbenen Kaufmannes Salli S o n t h e i m e r hier dem israelitischen Waisenhause Mark 2000 überwiesen. Posen, 4. August. Herr Jacob F r ü h 1 i u g in Bentschen beging am 1. d. M. sein f ü :: f u n d z w a n z i g j ä h r ig e s Jubiläum als Synagogendiener. Stettin, 6. August. Das „Kirchl. Amtsblatt für Vorpommern" meldet in seiner neuesten Nummer, daß der Pastor Jaspis in Buchholz sein geistliches Amt niedergelegt und auf die Rechte des geistlichen Standes verzichtet habe. Pastor- Jaspis, ein Sohn des früheren langjährigen Generalsuperintendenten von Pommern, wurde vor einigen Monaten öffentlich beschuldigt, Wuchergeschäfte g e::: ach t zu haben. Dafür that er sich aber auch jederzeit, so noch auf der letzten Provincialsynode, durch seinen Eifer in der Bekämpfung des „jüdi scheu Wuchers, der an: Marke des christlichen Volkslebens zehrt", hervor. London, 5. August. Lord Rothschild ist zun: Präsidenten der Königlichen Commission für A l t e r s p e n s i o :: e n ernannt worden. Neapel. Die neue Oper von Franchetti ^koureeauZnae" wird am San Carlo-Theater zu Neapel im Herbste d. I. zur Aufführung gelangen. Mailand. Der vor etlichen Monaten hier verstorbene jüdische Banquier P r o s P e r o Mose L o r i a hat sein ganzes Vermögen in: Betrage von zehn Millionen Lire nach Abzug

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