Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 34 (21.8.1896)
- Date
- 1896-08-21
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 34 Dr. Vloch's Wochrnschrifi Seite 681 Wien. (Decoriru n g.) Se. Majestät d.r Kaiser hat gestattet, daß der Chefredacteur der „Osmanischen Post", Herr Dionis Rosenfeld, das Ritterkreuz des bulgarischen St. Alexauder-Ordens annehmen und tragen dürfe. Wien. (Personalnachrichle n.) Se. Majestät der Kaiser hat die von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien vollzogene Wahl des ordentlichen, öffentlichen Professors der Zoologie in Prag Dr. Berthold H a t s ch e k bestätigt. — Der Fürst von Bulgarien hat dem kaiserlichen Rath, Badearzt Dr. Gründe r g e r in Karlsbad das Commandeurkrenz des bulgarischen Civilverdienstordens verliehen. Wien. (B e r l o b u n g.) Frl. Cacilia T h e n m a n n, Tochter des Herrn Jakob Theumann, hat sich mit Herrn Dr. Julius W e i ß, prakt. Arzt, II., Praterstraße 21, verlobt. E. B. Wien. (Todesfälle.) Anfangs dieser Woche verschied in Ischl der Großindustrielle Herr Samuel T a u s s i g, Chef der Firma Samuel T a u s s i g & Söhne, im 7b. Jahre plötzlich an Herzlähmung. Der Verblichene erfreute sich seines biedern Charakters xmb seines humanen ■ Wirkens wegen allgemeiner Sympathien. Am 14. August verschied nach langem schweren Leiden in Wildungen Herr Ludwig S u b a k, Chef der Firma Cm. Subak und Sohn in Jglau, im 46. Lebensjahre. Der Verblichene erfreute sich allgemeiner Sympathien und hat fein Hinscheiden in seiner angesehenen Familie und in weiten Bekanntenkreisen tiefe Trauer hervorgerufen. Wien. (Festgottesdienst.) Aus Anlaß des Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers fand Dienstag in dem außerordentlich festlich beleuchteten Bethause „Liwias Chen" ein feierlicher Gottesdienst statt, welchem der Gesammtansfchuß mit dem Obmanne Emil Jelinek an der Spitze, viele Mitglieder dieses so wohlthätig wirkenden Vereines, sowie überaus zahlreiche Gäste beiwohnten. Nachdem die rituellen Gebete verrichtet waren, intonirte der Functionär Jacob Blaß die Volks- Hymne, welche die Anwesenden nritsangen, während die Bundeslade geöffnet wurde. Wien. (Die P r i v a t b i l d u n g s a n st a l t für Kindergärtnerinnen in Wien II. Schiffamtsgasse 15) versendet das Programm für den Jahrescurs 1896/1897 und des 29. Jahrescurses. Anmeldungen werden täglich — Samstage und Sonntage ausgenommen — entgegengenvmmen. Die Aufnahmsprüstlngen finden vom 10. bis 13. September d. I. statt. Die Anstalt steht unter der bewährten Leitung des Directors Albert S. Fische r, eines namentlich auf deni Gebiete des Kindergartenschnlwesens erprobten Pädagogen, Wien. (S y n ag o g e n - B e re i n „B et h Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus in Wien.) Anläßlich des allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers hat in der Synagoge nach polnisch-jüdischem Ritus, II., Leopoldsgasse 29, ein feierlicher Festgottesdienst stattgefunden, bei welchem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Josef Breier eine schwungvolle Festrede hielt. Nach Recitirung einiger Psalmen und dem üblichen Gebet für Kaiser und Reich,. in meisterhafter Weise vom Obercantor M. Schorr vorgetragen, schloß diese erhebende Feier mit der Absingung der Volkshymne vor der offenen Bundeslade. Wien. (Unfall des O b e r c a n t o r s G o l d st e i n.) Alls Baden wird gemeldet: Der hier zum Curgebrauche weilende Obercantor Josef Goldstein wurde auf der Straße von einer tiefen Ohnmacht befallen und mußte in seine Wohnung transportirt lverden. Seilt Zustand ist heute allerdings ein lveit besserer, doch dürfte Herr Goldstein seine Functionen in nächster Zukunft nicht versehen können. Wien, 21. August 1896. (I u b i l ä u m.) Wenige Stunden, nachdem diese Blätter in die Häirde der zahlreichen Leser gelangt sein werden, feiert ein im Dienste des Allmächtigen in des Wortes vollster Bedeutung stehender Mann ein schönes Jubiläum, denll morgen lverden es 25 Jahre, daß der bestrenommirte Obercantor des Bethauses, große Schiffgasse, Herr I. W i t t m a n n, zum erstenmale die gottesdienstlichen Functionen selbstständig leitete. Nach kurzem Aufenthalte in Gyöngyös kam W i t t m a n n in den Tempel der Orthodoxen nach Budapest, um einem ihm gewordenen Rufe Folge zu leisten, woselbst er durch 10 Jahre zur vollsten Zufriedenheit frmgirte, und wurde vor 13 Jahren von deni Borstande obigen Bethauses engagirt, um in diesem ehrwürdigen Raume die daselbst stets anwesenden zahlreicheli Andächtigen durch den gehaltvollen Bortrag, der W i t t m a n n in besonderen! Maße eigen ist, in die gottesfürchtige Stimmung zu versetzen. Möge es dem allseits beliebten Manne beschieden sein, noch viele, viele Jahre feinem frommen Berufe obliegen zu können, in vollster Gesundheit zur Verherrlichung des Allgütigen, zur Ehre des Judenthums und unserer heiligen Religion, sowie zur Freude der Familie des Jubilars, dem wir hierdurch unsere besten Glückwünsche zu dem schönen Feste darbringen! E. I. Floridsdorf. Unser ehrwürdiger Bezirksrabbiner Herr Dr. Reich folgt einer Berufung des Tempelvereines für Wieden- Margarethen in Wien. E. B. Ischl. Das Vergnügungscomite der titi Kaltenbacher Thale gelegenen Wasserheilanstalt der Doctoren H e r z k a und W i n t e r n i tz, an deren Spitze die Herren Dr. I r m e nb a ch und E n r i q n e z stehen, veranstaltete jüngst ein Wohlthätigkeits-Concert unter Mitwirkung der Damen P r o ch a s k a, Back, H e r z k a, Kraus, S ch a l e k und des Herrn W v h lm u t h, das den besten Verlauf nahm und dem wohlthätigen Zwecke eine stattliche Summe zuführen konnte. Ischl, 14. August. Se. Ehrwürden Herr Dr. Adler aus London, Oberrabbiner von England und Schottland, ist hier angekommen und im Hotel „Austria" abgestiegen. Beiden. (B e r l o b u n g.) Frl. Alice H a u s e r hat sich mit Herrn Alexander L ö w i t aus Wien hier verlobt. E. B. Protznitz. (Todesfal l.) Unsere ganze Gemeinde ist in tiefe Trauer versetzt. Einer ihrer würdigsten Söhne ist verschieden. Herr Joachim P o l l a k, Chef der gleichnamigen Großindnstriellenfirma, hat das Zeitliche gesegnet. Ter Verblichene, welcher, so lange es seine in der letzten Zeit tief gefunkenen körperlichen Kräfte nur irgendwie gestatteten, die verschiedensten Ehrenämter in unserer Gemeinde bekleidete, war ein biederer, in jeder Richtung integrer Charakter und mit Leib und Seele dem Judenthum, welches hier an demselben die festeste Stütze verliert, zugethan. Von sprichwörtlichem Wvhlthätigkeitsfinn erfüllt, machte er in seiner Humanitären Wirksamkeit keinen Unterschied bei Jnd und Christ. Der nun in Gott Ruhende war auch deshalb nicht nur in der Israelitensondern auch in der Stadtgemeinde verehrt und hochgeachtet, und in den schwierigsten Füllen wurde fein Rath als Weiser der Gemeinde eingeholt. Seine Familie beweint ein zärtliches Familienoberhaupt, die ganze Stadt einen Wohlthärer und Ehrenbürger. — de facto, wenn auch nicht de «ritte — in des Wortes und Sinnes edelster Bedeutung. Friede seiner Asche, die Erde sei ihm leicht. E. B. Protznitz. Am 10. August vollendete Herr Louis «Hamburger das siebzigste Lebensjahr. Der Jubilar, der gegenwärtig in Gastein weilt, wurde trotzdem von feinen zahlreichen Freunden und Verehrern beglückwünscht. E. B. Protznitz. (N euer Friedhof). Zwischen den beiden politischen Gemeinden von Prvßnitz ist eine Vereinbarung getroffen worden, derznfolge der neu zu errichtende Friedhof ein gemeinsamer, nur von einer lebenden «Hecke getrennter sein wird. Zu erwähnen wäre noch der Umstand, daß die Jsraeliten- Gemeinde seitens der Christenstadt ein freundliches Entgegenkommen bei der Transaction gefunden hat und daß die letztere gegenwärtig eine rein czechische Vertretung besitzt. E. B. Protznitz. (E h r e n b ü r g e r r e ch t s - B e rl e i h u n g. — Dreifaches I u b i l ä u m.) Tie _ Repräsentanz der israelitischen Gemeinde Proßnitz hat deni städtischen Gemeinde- und Armenärzte, «Herrn M. U. Dr. Leopold Schneider, in Anerkennung feiner vierzigjährigen erfolgreichen ärztlichen Thätigkeit das Ehrenbürgerrecht verliehen. Unsere Gemeindevertretung hat sich mit dieser wohlverdienten Ehrung zum Dolmetsch der Sympathien gemacht, welche der genannte Aerzte - Veteran in der ganzen Gemeinde ausnahmslos besitzt. Die Beamten der Kleiderfabrik M. & I. Mandl hier, die Herren Sigmund Schnabel, «Hermann Stern und Alexander «Hatschek, vollendeten jüngst ihre fünmudzwanzigjährige, erfolgreiche Thätigkeit im genannten Etablissement. Tie Collegen nahmen dies zum Anlässe, das Jubilar-Trifolium in sinniger Weise zu ehren, während die Chefs wärmste Glückwünsche sandten. Straßnitz, 18. August. Am 16. d. M. wurde hier die Witwe des Großindustriellen und ehemaligen Bürgermeisters Herrn A. H. Siebenschein, Frau Rosa S i e b e n s ch e i n, unter großer Betheiligung der Stadt» und Gemeindebevölkerung und einer ansehnlichen Anzahl fremder Gäste, die gekommen, der Hingeschiedenen das letzte Ehrengeleite zu geben, zu Grabe getragen. Die Entschlafene erfreute sich ob ihrer Herzensgüte, Sanftmuth, Bescheidenheit und ihres still- Ihätigen WohlthätigkeitssinneS allgemeiner Achtung und Werthschätzung.