Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 31 (31.7.1896)
- Date
- 1896-07-31
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 31 Dr Vloch's WochenjchrM Unterricht in Ackerbau im Lehrplan anfziinehmen. Die Schüler haben sich mit großen Eifer diesem neuen Gegenstände gewidmet, und es ist kein Zweifel darüber vorhanden, daß der Directvr durch diese Einführung viel dazu beigerragen hat, daß die Knaben, wenn sie erst erwachsen sind, dem Ackerbau nicht den Rücken kehren werden. Srdney. Sir Julian Salvmvns hatte eine Privatandienz beim Papste; er hatte diese Vergünstigung dem Erzbischof von Srdney, Cardinal Moran, zu verdmrkeu, von dem er dem Papste einen Brief übergab. Sir Julian S-alomons bewundert die groß»' Intelligenz, die vornehulen Anschannngen, die seltene Liebenswürdigkeit und die edle Menschenliebe des greisen Kirchenfürsten. Vermischtes. Wien. Der berühmte Philologe Signor Ascoli in Mailand ist zum Ehrenmitgliede der Akademie der Wissenschaften ernannt worden. Wien. (Eine A n s z e i ch n u it g fürSo it n e n t h a l.) Aus Carlsbad wird uns berichtet: Fürst Ferdinand von B u l g a r i e n überbrachte heute denr hier zur Enr weilenden Hofschanspieler Adolph von S o n u e u t h a l vor dessen Abreise Persönlich sein Bild und die goldene Medaille für Kunst unt» Wissenschaft, die bisher nur die Königin von Rumänien erhalten hat. E. B. Wien. (B ü r g e r r e ch t s e r u e n n u n g e u.) Das Bürgerrecht der Stadt Wien wurde letzthin verliehen einem Tischler, Lackierer, Fiaker, Pflasterer, Schneidermeister, Schuhmacher, Bediensteten, Gärtner, Brnnnenmacher, Briefträger, Fleischhauer, Bictualienhändlcr, Gemischtwaaren - Verschleißer, Maurermeister, selbstverständlich durchaus Arier. Es liegt uns fern, zu bestreiten, daß die neuen Bürger Wiens der ihnen verliehenen Auszeichnung nicht würdig sind. ''Allein die Juden, welche mit ihrem Ansuchen um Verleihung des Bürgerrechtes aus keinem arideren Grunde abschlägig beschieden wurden, als weil sie Juden sind, hätten zumindest die gleiche Würdigkeit für sich gehabt. Tröstend für die Zurückgewiesenen mag der ilmstand sein, daß unter den gegebenen Verhältnissen das Bürgerrecht von Wien zu besitzen des Begehrenswertsten viel eingebüßt hat und daß das neue Heimatsgesetz der Willkür des antisemitischen Regimes Schranken setzen wird. Wien. (S ch w°i m m m e i st e r s ch a f t von Deuts chl a u d.) In Breslau kam dieser Woche die Meisterschaft von Deutschland im Schwimmen über 7500 Nieter zur ''Austragung. Den Sieg errang Paul N e u m a n n, ein Sohn des Hofrathes Professor Neumann, hier, vom Wiener Amatenr-Schwimmelub und damit auch bcu prächtigen Ehrenpreis. Radl «Breslau) erkämpfte sich mit dem zweiten Platz die goldene Medaille vor Guhee, Hofsmann, Lange, Blasel und 26 anderen Coneurrenten. Nosfitz. (F e r i e n h e i m.) Anläßlich einer am 24. Juli im Schlosse der Frau Baronin Hirsch stattgehabten Einquartierung höherer Officiere besichtigten dieselben mit dein Herrn Oberstlieutenant Rudolf v. Grund an der Spitze die ebendaselbst etablirte Cvlvnie des Wiener „Ferienheim", Verein für israelitische Ferienevlvnien. Dieselben sprachen über die von der Schriftführerin Frau Antonie Gras in Gemeinschaft mit Frl. Caroline Schneider, der unter dem Namen „Schutzengel von Theresienfeld" bekannten Schwester der Präsidentin, ins Leben gerufene Organisation, welche die Colonie in Rossitz zu einer Ncustereolvnie stempelt, in geradezu begeisterten Worten ihre Anerkennung ans, itnd als nachher die 60 Colonisten, gleich adjustirt mit blauen Blousen, Kappen und mit Holzgewehren in den Park ausrückteu und von dem Exerciermeister Dr. Jg. Altmann cvmmandirt ihre Evolutionen stramm und exact ansführten, da konnten sich die anwesenden Colvnieleiter der von allen Seiten auf sie niederprasselnden Lobsprüche kaum erwehren. Herr Oberstlieutenant Rudolf v. Grund schrieb sich in das Gästebuch mit folgenden Worten ein: „Erkenne in dem Gesehenen ein Vorbild für die Erziehung zur Jugendwehr. Rudolf v. Grund, Oberstlieutenant." Ueberdies versprach derselbe, den Statthalter von Mähren, Freiherr v. Spens-Boden, von der Anwesenheit der Colouie in Rossitz zu unterrichten und ihn zu einem Besuch derselben eiuzuladen. Wien. (Ferienheim.) Für das anläßlich des öOjähr. Regierungs-Jubiläums des Kaisers zu erbauende eigene Heim sind weiters nachstehende Beiträge eingelaufen: Von Herrn Gustav Klepetar 1 fl., Herrn Wilhelm Ziehrer 500 fl., Herrn Mvriz Edl. v. Knffner 100 fl., Herrn Mich. Jockl 2 fl., Frau ''Anna Sette 613 Dornreich 2 fl., Frau Albertine Gutmann de Gelse 50 fl., Frau Rosa Gutmann de Gelse 5«»fl.. Frau Helene Timon 5 sl., Pept Wnrmseld 6 sl., Herrn Dr. Schneeberger l<> fl., Herrn Dr. Anspitz 50 fl., I. u. S. W. wo sl., Frau Sofie Abeies 10 sl., R. N. durch Ni. Waizner 10 fl. 50 kr., M. Breitner für Frau Irene Mandl lO sl., Frau Jvsefine Bellak 50 sl., Frau Sofie Edelstein 7 fl., Frau Auguste Friedmann 5 fl., Herrn Theodor Fischl 10 sl., Herrn Heinrich n. Frau Charlotte Klinger 100 ft. Frau Tr. Ferd. Mandl 100 fl., X. 2). 20 sl., „Neues Wiener Tagblatt" 15 fl., Frau Eveliue Goldschmid 5 fl.. Herrn Albert Winterstein 5 fl., Herrn Sam. Ritter von Hahn 100 fl., Herrn Willi. Anuinger 25 fl., Herrn Sigm. Mandl 25 sl., R. N. durch Frau Tr. Schnabl 20 fl., Herren Löwinger u. Glas 30 fl. In den nächsten Tagen wird sich folgende Bewegung in den Colouien dieses Vereines vollziehen: Montag den 3». August Ankunft von 51 Mädchen von Perran, «;l> Knaben von Roffitz, 16 Knaben von Lomnitz (erste Serie». Dienstag den 4. August: Ruhetag des begleitenden Lehrpersonals. Mittwoch der 5. August Abreise von 51 Mädchen nach Petrau, 60 Knaben nach Rossitz, 16 Knaben nach Lomnitz «zweite Serie). Außerdem wurde Dienstag den 28. Juli eine kleine Mädchengrnppe nach Schaffa in Mähren entsendet. Wien. Am Dienstag den 28 d. Ni. feierte Herr 'August Schnapper sen. in Ober-St. Veil seinen 70. Geburtstag. Erbat fein Leben der werkthätigen Liebe, der Linderung menschlichen Elends gewidmet, ohne sein Wohlthun zur Schau zu tragen und ist Niitglied vieler humanitärer Vereine, ferner bekleidet August Schnapper feu. auch das Ehrenamt eines Casfiers beim Blindeninstirur tu Mödling und ist Direetivnsmitglied vom Elisabethinum iu Ober-St- Veit. Wien. (V e r l v b u n g.) Dr. Robert B r a n d t, Redaeteur der^ „Neuen Freien Presse", hat sich mit Fräulein Hanna 2 ch l o ß m a n n, der Tochter des ehemaligen Niühlenbefitzers in Czernowitz, Herrn Max 2 ch l v ß m a u u, verlobt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 0. August a. a , > Uhr piachmittags, sindet im israelitischen Tempel j., Seitenstettengasse, die Trauung von Fräulein Clara H o r o w i tz, Tochter des Herrn S. Hvrowitz, mit Herrn Wilhelm S a l v m o u i c a statt. W»rn. (T ödes f a l l.) Vorige Woche ist hier nach langem Leiden der Tireervr der Univubauk, Herr Moritz Krasfa, gestorben. Ter Verblichene, der ein Alter von 58 Jahren erreicht hat, gehörte zu den hervorragendsten Fachmännern auf dem Gebiete des Bankwesens. Seit fast einem Jahre krank, wendete er doch in ungebrochenem Pflichteifer fein volles Interesse den Vorgängen aus dem Gebiete des Bankwesens zu. Unter iun]emeui za«,«reicher Theilnahme wurde die Leiche zu Grabe getragen. Schon lange vor der für Lle Leichenfeier festgesetzten Stunde versanlnielten sich viele Trauergäste im Sterbehallse, I. Bezirk, Mölkerbastei Nr. 5, uud eine große Zahl herrlicher Blumenspenden füllte das Trauergemach. Unter den Trauergästen hatten sich eingefunden der Präsident der Univubauk, Graf Adolph Dubsky, mit den Mitgliedern des Berwaltungsrathes Dr. L i ch t e n st e r n, Dr. H a m p e und Directvr R v ch l i tz e r, die Directvren der Unioiibank, M i n k u s und W i d m a n n, die Directvr- Stellvertreter Richter und Reichenfeld mit zahlreichen Beamten des Instituts; ferrrer die Bankdirectoren Mikosch , Creditanstalt), Bauer und Popper (Bankverein), v. Borten au (Escomptegesellschafl), Kau itz «Giro- ..nd Cassenvereiu), Handelskammerrath Director W o l f b a u e r, Secrious-Chef Heinrich Freiherr Fellnerv. Feldegg, Director Freund von der Internationalen Elektricitäts-Gesellschaft, Ober-Baurath Kareis, die Herausgeber der „Neuen Freien Presse", Dr. Eduard Bacher und Mori; Benedikt, welch Letzterer ein Schwager des Verstorbenen ist, ferner zahlreiche Advocaten, zumeist.ehemalige Studiencottegen des Verblichenen, sowie viele den finanziellen Kreisen Wiens angehörige Persönlichkeiten. Um 10 Uhr wurde der Sarg unter den üblichen Trauergesängen gehoben und der Trauerzug, welchem Diener der Unionbank, der Internationalen Elektricitäts-Gesellschaft und des Giro- und Cassenvereines mit brennenden Windlichtern begleiteten, setzte sich in Bewegung. In einer langen Reihe von Wagen, in deren erstem sich dir Witwe mit ihren Kindern, die Brüder des 1 Verblichenen und dessen Schwager, Industrieller Albert K r o h n, befanden, folgten die Trauergäste. In der Leichenhalle auf dem Central- Friedhofe, welche dicht gefüllt war. hielt nach den durch Herrn Ober- Cantor Singer mit dem Tempelchore meisterhaft executirten rituellen Trauergesängen Ober - Rabbiner Dr. G ü d e m a n n eine tiefergreifende Traueransprache, in welcher er darauf hinwies, daß Director Krassa gerade in dem Momente, als er hoffen durste, den Lohn für ein Leben angestrengter, unermüdlicher Thätigkeit zu ernten, aus diesem Leben abberufen worden sei. Dr. Güdemann schilderte sodann die trefflichen Charakter-Eigenschaften Krassa's, der durch sein Wiffen, seine Unermüdlichkeit, seine Rechtschaffenheit und durch sein Wohlwollen sich nur Freunde geschaffen. Ein Trost für die ' so plötzlich ihres Oberhauptes beraubte Familie liege darin, daß der