Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 28 (10.7.1896)
- Date
- 1896-07-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 38 Dr. Vloch's Wochenschrift. Seite 555 Wien. (Wiener W o h lth äti gkeits - Stiftung.) In der letzten Sitzung des Stadtrathes wurde dem Stiftbriefentwurfe der Therese Rigoni'schen Stiftung zur Unterstützung des Standes der „christlichen Volks schulde h rer deutscher Nationalität und G e s i n n u n g in Wien" zugestimmt. Das Stiftungscapital beziffert sich auf 93.000 st. Das Berwaltungs- und Oberaufsichtsrecht soll dem Magistrate, das Berleihungsrecht dem Vorstande des Deutschen Schulvereines zustehen. (Angenommen.) E. R Wien. (B e r l o b u n g.) Herr Dezsö Weil, Schirmfabrikant hier, hat sich mit Frl. Melanie L ö w, Tochter des bekannten Wiener Schuhwaaren-Jndustiellen Herrn A. I. L ö w, verlobt. Den angesehenen Familien des Brautpaares sind zahlreiche Glückwünsche aus Verwandten- und Bekanntenkreisen zugekommen. Wien. (F e r i e n h e i m.) Dieser Verein entsendete Montag den 6. Juli mittelst Nordbahn zu einmonatlichem Landaufenthalte 50 Knaben in Begleitung zweier Lehrpersonen in die neu organisirte Feriencolonie auf dem Besitze der Frau Baronin Hirsch in Rossitz. An demselben Tage gingen gleichfalls mittelst Nordbahn zu einmonatlichem Landaufenthalte 50 Mädchen in Begleitung einer Lehrperson nach der Colvniestation Pettau ab. Tags darauf entsendet der Verein eine dritte Colonie, bestehend aus 16 Knaben und einer Lehrperson nach Lomnitz bei Brünn, woselbst Heuer zum ersten Male ein Versuch gemacht werden soll. Wien. (III. Ausweis der Sammlungen zur Erbauung eines Tempels in der Brigittenau.) Herr Leopold Preßburger t00 fl.. Herr Adoli Hauser (1. Rate) 50 fl., Herr Adolf Stern (2. Rate) 10 fl., Ungenannt (1. und 2. Rate) 50 fl., Ungenannt (3. Rate) 25 fl., Ungenannt-10 fl., Herr Anton H a u p t m a n n 5 fl., Ungenannt 5 fl., Herr Wilhelm Hecht 3 fl., Herr Jacob Braun 3 fl., Herr Simon Schlesinger 3 fl., Herr Max I u st 3 fl., Herr Moriz Groß 3 fl., Herr Marcus Rotbmanu (l. Rate) 3 fl.,- Herr David Fischer (1. Rate) 3 fl., Herr Nathan L u st i g (I. Rate) 3 fl., Herren Fischer & Müller 3 fl., Herr M Paschkes 3' ff., Herr Siegfried Austerlitz 3 fl., Herr Ignaz O s e r s 8 fl., Herr David Hirschhorn 3 fl., Herr Isidor Wünsch 2 fl., Herr Kral 2 fl., Herr Beno Wünsch 2 fl., Herr Mar M a i b a u m 2 fl., Herr Max R e i ch 2 fl., Herr S. Mondschein 2 fl., Herr Samuel Reich 2 fl., Herr Adolf M ü tz 2 fl., Herr Dr. Ignaz Relsberg 2 fl., Herr Adolf Taus 2 fl., Herr Max B a r ch e l i s 2 fl., Herr Mar I a n owitz 2 fl., Herr Ludwig Pinkas 2 fl., Herr Leopold Grünwald 2 fl., Herr Moritz Grünhut 2 ff., Herr Josef Rotto 2 fl., Herr Filipp Groß 2 fl., Herr Adolf Wolf (1. Rate) 2 fl., Herr Robert B e n e r t 2 fl.. Herr Sigmund G o l d st e i n 2 fl., Frau Mina Kaiser 2 fl., Herr I. Zuckermann 2 fl., Herr Paul Opoczijnski 2 fl., Herr Carl Glücksam 2 fl., Herr Leopold Kandl 2 fl., Herr Saul Gutmann 2 fl., Frau Marie Forte 2 fl., Herr Samuel Lehr 2 fl., Frau Adele Reiß 2 fl., Herr I. H. Donath 2 fl., Herr Julius S p i e g l 2 fl., Herr M. Freund 2 fl., Herr Max Styatzni 2 fl , Herr Julius Lichtm a n n 2 fl., Herr M. Reiter 2 fl., Herr Moritz Blonder 2 fl., Herr Emil Zitier 2 fl., Herr Ezechiel F a n t l 2 fl., Herr Josef Rosenfeld 2 fl. Wien. (Ignaz G r o ß m a n n.) Am 3. d. M. wurde unter zahlreicher Betheiligung seiner vielen Freunde und Verwandten der Groß-Industrielle Herr Ignaz Großmann, Chef der Wiener Firma Ignaz Großmann san., Dampssägewerk, Fournier- und Holzwaarenfabrik, zu Grabe getragen. Dem Trauerzuge schlossen sich außer den zahlreichen Arbeitern des Etablissements eine große Anzahl von Personen aller Stände, Vertreter der Cultusgemeinde, des Gewerbevereines, Fabrikanten und zahlreiche Personen ohne Unterschied der Partei- und Berufsstellung an» rrm d.°m Todten die letzte Ehre zu erweisen. Es war ein Rest aus dem Altwiener-Leben, welcher die Feier verschönerte, aus jener Zeit, in welcher persönliche Tüchtigkeit, unermüdlicher Fleiß, die Arbeit als solche neidlos anerkannt wurden, auch dann, wenn sie zu Wohlhabenheit führten. Er war es, welcher durch Einführung der Fourniermessermaschine der ganzen Industrie eine neue Richtung gab, er hat für die früher nur vereinzelt auftretende Holzmoisaikarbeit neue Absatzgebiete in neuer Form geschaffen. Ein Export österreichischer Fournierartikel, der sich heute nahezu nach allen Culturländern erstreckt, lohnte seine Mühe nicht minder, wie die zahlreichen Ehrendiplome, Medaillen und Anerkennungsschreiben, welche ihm die Ausstellungen der letzten Jahrzehnte brachten. Auch Seine Majestät fand wiederholt Gelegenheit, anerkennend der Leistungen seiner Fabrik Erwähnung zu thun. Bis zu dem Augenblicke, wo ein schweres Leiden den Rastlosen auj's Krankenlager warf, war er unermüdlich gleich dem letzten seiner Arbeiter vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein thärig, anfeuernd schon durch das gute Beispiel, das er selbst gab. Das Berhältniß zwischen Chef und Arbeitern kann nicht schöner gedacht werden, er war allen seinen Leuten ein väterlicher Freund und wußte Strenge m»t den humansten Gesinnungen und dem Berständniß für die Bedürfnisse seiner Leute zu paaren, die ihm auch mit seltener Anhänglichkeit ergeben waren. Was ihm die Arbeit an freier Zeit übrig ließ, das gehörte seiner Familie, an der er mit Zärtlichkeit und Innigkeit hing. Dr. Güdemann würdigte die Vorzüge des Verstorbenen in einer warm empfundenen Rede, welche auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Er hob die geschäftliche Tüchtigkeit, das unentwegte Streben des Verstorbenen, seine Herzensgute und seinen ausgesprochenen Familiensinn hervor. Er würdigte seine Verdienste als Bürger, als Vater und Gatte. Am offenen Grabe sprach auch Herr Ingenieur Streicher, der Bruder des Schwiegersohnes des Verstorbenen, warm und innig empfundene Worte. Jgna; Großmann hinterläßt eine trauernde Witwe, zwei Sohne und zwei Töchter. Das von dem Begründer auf eine vornehme Stufe emporgebrachte Geschäft wird in unveränderter Form von dem ältesten Sohne, Herrn Otto Großmann, als Chef im Vereine mit dem Schwiegersöhne des Verstorbenen, Herrn Streicher, weitergeführt und wird sich — großgezogen in den Traditionen fortschrittlicher Arbeit — gewiß aus seiner Höhe erhalten. Der trauernden Familie aber darf der Trost bleiben, daß die Erinnerung an ihr Oberhaupt hochgehalten werden wird von Allen, die ihn gekannt, deren Lebensweg er jemals gekreuzt hat. Prag. (Verein der j üdischen Hochschüler in Prag.) Samstag den 27. Juni d. I. fand die statutenmäßige ordentliche Generalversammlung start. Aus dem vom bisherigen Obmann Herrn )ar. eanä. Berth. Berka vorzüglich entwickelten Thätigkeitsbericht ist unter Anderem zu entnehmen, daß dem Vereine nebst zahlreichen stiftenden und fördernden Mitgliedern auch eine in Anbetracht des kurzen Bestandes desselben nicht unbedeutende Anzahl ordentlicher Mitglieder angehören. Trotz der knapp bemessenen Zeit war es dem Vereine gelungen, im abgelaufenen Sommersemester zwei wissenschaftliche und mehrere Discussions- und Geselligkeitsabende zu veranstalten, welche sich einer ziemlich regen Beiheiligung erfreuten. Das Hauptaugenmerk mußte, wie bei jedem neuen Vereine darauf gerichtet sein, für seine Ideen in weiteren Kreisen Propaganda zu machen, welches Ziel theils durch mündliche Unterredung, lheils durch Versendung von Aufrufen an die p. t. Cultusgemeinden und Private angestrebt wurde. Zum Schluffe wurde den löblichen Redactionen der Blätter, welche in coulänter Weise Freiexemplare gewährten, beziehungsweise die unentgeltliche Aufnahme von Berichten übernahmen, herzlichen Dank ausgesprochen. Der hierauf folgende Bibliotheks- und Caffabericht wurde mit Befriedigung zur Kenntniß genommen. Nachdem nun dem scheidenden Ausschüsse einstimmig das Absolutorium ertheilt und für dessen redliche Bemühungen der Dank votirt worden war, wurde an die Wahl des neuen Ausschusses geschritten, welcher sich folgendermaßen constituirte: Jur. Gustav Popper, Obmann; Jur. Max Winkler. Obmann-Stellvertreter; Med. Cand. Emanuel Sachs, 1. Schriftführer; Jur. Julius Pasch, 2. Schriftführer; Jur. Max Bloch, Caffier; Jur. Gottlieb Klein. Bibliothekar und Zeitungsverweser; Med. Cand. Alexander Bondv. Oekonom. StarriSlau. Die Ziehung unserer Teutpellose wurde verschoben, der Ziehuirgstag wird seinerzeit bekanntgegeben werden. Prestburg. (B r u d e r z w i st imHauseAntise m's.) Zwischen zwei antisemitischen Journalisten hat vor Kurzem in Preßburg ein Säbelduell stattgefunden Die Gegner waren der Redacteur des clericalen „Preßburger Tageblatt", Theodor von Binder, und der Mitarbeiter des antisemitischen „Westungarischer Grenzbote", Gustav Rauschan. Rauschan erhielt an der Brust eine Verletzung. Die Ursache des Zweikampfes war eine scharfe Polemik in Folge eines Berichtes über die Vorgänge bei der jüngsten Parndorfer Volksversammlung der antisemitischen Bolkspartei. Budapest. (M i s ch e h e n.) Im Kreise der Budapester Judenheit wird von dem Rechte, mit Andersgläubigen eine staatlich giltige Ehe zu schließen, ziemlich ausgiebiger Gebrauch gemacht. Im Laufe der Vorwoche sind nämlich bei den Budapester Standesämtern insgesammt 23 Eheschließungen von Angehörigen der jüdischen Confessio« angemeldet worden. Unter diesen sind in 17 Fällen beide Brautleute Mitglieder des Judenthums, während in sechs Fällen nur noch Braut oder Bräutigam dem jüdischen Glauben angehören. Budapest. Ein tüchtiger Osficier, ein edler Mensch, ein guter Jude ist mit Honvedhauptmann M v r. Breuer am 5. Juni zu Grabe getragen worden. Erst nach langem, .schwerem Leiden hat der Tod die kostbare Beute geholt. Nicht die aufopfernde Pflege der liebenden Gattin, nicht die wahre Heldenthaten leistende Hingabe des Schwagers Herrn Dr. Franz